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2018 beendeten 8.431 Läufer und Läuferinnen bei den fünf großen Marathonveranstaltungen in Österreich den Marathonlauf über 42,195 Kilometer erfolgreich.

Das ist die niedrigste Finisherzahl im Marathon seit dem Jahr 2010. Allerdings bewegen sich seit 15 Jahren die Marathonfinisherzahlen in Österreich konstant zwischen 8.000 Finishern und 10.000 Finishern.

Das Allzeithoch von 13.358 Marathonläufern im Jahr 2002 bleibt weiterhin unerreicht. Seit 1998 waren es aber jährlich immer über 8.000 Läufer und Läuferinnen, die einen Marathon in Österreich erfolgreich beendeten.

Teil der Marathonstudie 2018 waren die fünf größten Marathonveranstaltungen Österreichs: Der Vienna City Marathon, der Linz Marathon, der Wachau Marathon, der Salzburg Marathon und der Graz Marathon.

Short Facts: Marathonstudie 2018

  • Weniger Marathonfinisher gab es zuletzt 2010 in Österreich
  • Starker Rückgang beim Vienna City Marathon der Hitze geschuldet
  • Wien mit dem höchsten Frauenanteil, Graz mit dem niedrigsten Frauenanteil
  • Halbmarathon-Finisherzahlen leicht gestiegen

Das Marathonjahr 2018 in Zahlen

Marathonstudie 2018 - Entwicklung der Marathonläufer

Gegenüber dem Jahr 2017 waren es in Österreich gut 700 Marathonfinisher weniger. Hauptgrund dafür sind die Ergebnisse beim Vienna City Marathon, bei dem sich die Finisherzahl über die 42,195 Kilometer von 6.342 Personen auf 5.442 Personen reduzierte. Schuld daran war allerdings auch die starke Hitze an diesem Tag, die zu einer höheren Ausfallsrate führte bzw. viele Marathonstarter das Rennen nach der Halbmarathondistanz beendeten. Trotzdem gab es in den letzten 20 Jahren nur drei Marathons in Wien, mit weniger Finishern: 2010 mit 5.051, 2009 mit 5.021 und 2005 mit 5.233 Personen.

Positiv war die Entwicklung in Graz, wo sich zwischen 2013 und 2017 die Finisherzahlen von 1.011 auf 594 fast halbierten. 2018 zeigte die Tendenz mit 652 Finishern erstmals wieder nach oben. Zudem gab es in der steirischen Landeshauptstadt auch erstmals seit 2015 wieder mehr als 3.000 Finisher über die Halbmarathondistanz. Graz ist allerdings, was den Frauenanteil über die 42,195 Kilometer betrifft, das Schlusslicht unter den fünf großen Marathonveranstaltungen in Österreich.

Über die Halbmarathonstrecke kamen die Top 5 in Summe auf 25.845 Finisher, was einer Steigerung um 700 Personen entspricht, sich die Finisherzahlen aus Marathonläufern und Halbmarathonläufern mit denen aus 2017 nahezu ident sind. Den Rekord an Halbmarathonfinishern hält weiterhin das Jahr 2014 mit 28.690 Personen.

Marathonstudie 2018 - Entwicklung der Finisherzahlen

Tabelle: Entwicklung der Marathonfinisherzahlen gegenüber 2016 & 2017

Event201820172016Tendenz*
1. (1.) Vienna City Marathon 5 442 6 342 6 501 - 14 %
2. (2.) Linz Marathon 878 825 942 + 6 %
3. (3.) Salzburg Marathon 838 780 1 038 + 7 %
4. (5.) Graz Marathon 652 594 619 + 10 %
5. (4.) Wachau Marathon 621 638 532 - 3 %

* Differenz 2018 zu 2017

Halbmarathonanteil steigt weiterhin stark an

Das der Halbmarathon das Zugpferd der Großveranstaltungen ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Seit 2005 haben die fünf großen Laufveranstaltungen in Österreich allesamt einen Halbmarathon als "Rahmenbewerb". Allerdings sind bei all diesen fünf Veranstaltungen die Halbmarathonteilnehmerzahlen deutlich höher als die Marathonzahlen. Diesen Trend bekräftigte das Jahr 2018 eindrucksvoll. Denn der Anteil an Marathonläufern gegenüber Halbmarathonläufern lag gerade einmal bei 25 Prozent, wie zuvor nur 2014 und 2015. Das heißt, drei von vier Läufer absolvierten die 21,1 Kilometer und nicht den Marathon.

Eine noch stärkere Verschiebung ist in Zukunft aber nicht zu erwarten. Seit 2011 bewegt sich der Anteil der Marathonläufer zwischen 25 und 27 Prozent.

Marathonstudie 2018 - Entwicklung Marathonläufer

Frauenanteil auf Rekordhoch

Marathonstudie 2018 - Frauenanteil im Marathon und Halbmarathon

Weiterhin positiv ist die Entwicklung des Frauenanteils. Auch wenn die Steigerung des Frauenanteils von Jahr zu Jahr abnimmt, so ließ sich auch 2018 eine positive Entwicklung feststellen. Denn 1.710 der 8.431 Marathonfinisher waren weiblichen Geschlechts, was einen Frauenanteil von 20 Prozent ergibt. Damit ist der Frauenanteil genauso hoch wie 2017, allerdings war er nie höher als 20 Prozent.

Ein neues Rekordhoch gab es hingegen im Halbmarathonlauf. Denn da waren 33 % der Finisher weiblichen Geschlechts - also ein Drittel. Der höchste Wert in der Geschichte des Österreichischen Laufsports.

Den höchsten Frauenanteil im Marathon hat übrigens der Vienna City Marathon (22 %), den niedrigsten Frauenanteil hingegen der Graz Marathon (15 %). Ähnlich verhält es sich über die 21,1 Kilometer, wo Wien auf einen Frauenanteil von 36 Prozent kommt, Graz liegt hier allerdings mit 29 Prozent klar vor Schlusslicht Linz (26 Prozent Frauenanteil).

Tabelle: Entwicklung der Finishererzahlen 1984 - 2018

JahrMAMA wMA mMA%wHMHM wHM mHM%wMA+HMMA%w%
2018 8431 1710 6721 20% 25845 8496 17349 33% 34276 25% 30%
2017 9179 1866 7313 20% 25183 8130 17053 32% 34362 27% 29%
2016 9632 1838 7794 19% 26521 8435 18086 32% 36153 27% 28%
2015 9221 1640 7581 18% 27996 8762 19234 31% 37217 25% 28%
2014 9712 1687 8025 17% 28690 8713 19977 30% 38402 25% 27%
2013 10174 1818 8356 18% 27759 8167 19592 29% 37933 27% 26%
2012 8991 1441 7550 16% 25944 7207 18737 28% 34935 26% 25%
2011 8771 1297 7474 15% 23362 6293 17069 27% 32133 27% 24%
2010 8063 1138 6925 14% 20822 5470 15352 26% 28885 28% 23%
2009 8010 1246 6764 16% 18860 4791 14069 25% 26870 30% 22%
2008 8998 1322 7676 15% 18380 4681 13699 25% 27378 33% 22%
2007 8109 1209 6900 15% 15445 3828 11617 25% 23554 34% 21%
2006 7859 1251 6608 16% 13426 3502 9924 26% 21285 37% 22%
2005 7416 1048 6368 14% 12366 3180 9186 26% 19782 37% 21%
2004 10143 1404 8739 14% 8768 2192 6576 25% 18911 32% 19%
2003 11298 1551 9747 14% 6738 1669 5069 25% 18036 25% 18%
2002 13358 1660 11698 12% 7038 1890 5148 27% 20396 31% 17%
2001 12594 1510 11084 12% 6022 1795 4227 30% 18616 22% 18%
2000 11900 1407 10493 12% 5314 1568 3746 30% 17214 21% 17%
1999 8564 880 7684 10% 3122 755 2367 24% 11686 23% 14%
1998 8567 813 7754 9% 2179 365 1814 17% 10746 22% 11%
1997 7118 631 6487 9% 7118 100% 9%
1996 4604 357 4247 8% 4604 100% 8%
1995 4952 361 4591 7% 4952 100% 7%
1994 4782 321 4461 7% 4782 100% 7%
1993 4719 342 4377 7% 4719 100% 7%
1992 4548 321 4227 7% 4548 100% 7%
1991 5123 349 4774 7% 5123 100% 7%
1990 3901 254 3647 7% 3901 100% 7%
1989 2686 143 2543 5% 2686 100% 5%
1988 2278 97 2181 4% 2278 100% 4%
1987 2269 96 2173 4% 2269 100% 4%
1986 2070 85 1985 4% 2070 100% 4%
1985 1967 82 1885 4% 1967 100% 4%
1984 794 25 769 3% 794 100% 3%
GS 254134 33624 220510 13% 349780 99889 249891 29% 603914 42% 22%

Erklärung: MA = Marathonfinisher; HM = Halbmarathonfinisher; w = weiblich; m = männlich; GS = Gesamt
MA % = prozentualer Anteil der Marathonläufer zu den Halbmarathonläufern; %w = prozentualer weiblicher Anteil

Die 5 Städte im Vergleich

Erstmals ist der Vienna City Marathon nicht das Event, das den höchsten prozentualen Anteil an Marathonläufern hat. Denn in dieser Hinsicht "läuft" der Salzburg-Marathon gegen den Trend. Das Laufevent in der Mozartstadt kommt auf einen Anteil an Marathonläufern gegenüber Halbmarathonläufern von 30 Prozent. In den letzten zehn Jahren waren es in Salzburg nur 2016 mehr (31 %). Wien musste mit 30 % Anteil an Marathonläufern (Tiefstwert) die Führung abgeben. Den niedrigsten Anteil an Marathonläufern (14 %) hat seit 2005 durchgehend der Wachau-Marathon.

Marathon - Städtevergleich Teil 1

 

Marathon - Städtevergleich Teil 2

Marathon - Städtevergleich Teil 3

Mit Klick auf "Weiter" kommst du zur Analyse des Vienna City Marathons

Kommentare   

0 #8 HDsports 2018-11-26 10:15
zitiere Willy:
nett aufbereitet, nur mit dem Prozentrechnen scheint ihr noch ein Problem zu haben ("Tendenz" bei der Tabelle "Marathon Finisherzahlen)… Und genau genommen sollte man "Teilnehmerzahlen" und "Finisherzahlen" trennen und nicht durcheinander bringen.


Entschuldigung, die Tendenzangaben waren von 2017 auf 2016 bezogen. Ist nun entsprechend korrigiert und bezieht sich auf 2018 zu 2017.

Alle Zahlen sind tatsächlich Finisherzahlen. Wurde nun im Text so angepasst.

LG
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0 #7 Willy 2018-11-26 09:26
nett aufbereitet, nur mit dem Prozentrechnen scheint ihr noch ein Problem zu haben ("Tendenz" bei der Tabelle "Marathon Finisherzahlen)… Und genau genommen sollte man "Teilnehmerzahlen" und "Finisherzahlen" trennen und nicht durcheinander bringen.
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0 #6 GeorgSchönegger 2018-11-26 07:25
An sich ja aber es muss schon klar sein, dass Veranstaltungen wie Salzburg, Graz oder Linz massive finanzielle Probleme hätten ohne die tausenden "halben".
Als guten Kompromiss habe ich gefunden, dass in Graz die HM-Läufer 15min nach den Marathonis ins Rennen gingen, damit ist eigentlich jedem gedient.

Ansonsten sind (wie schon oft erwähnt) bei uns die Startgelder ziemlich hoch. In Oberitalien zahlt man oft nur die Hälfte und kriegt dafür sogar noch ein Funktionsleibchen ...
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0 #5 Spongebob 2018-11-23 17:51
... wollen wohl nur noch den halben Spaß und einen HM rennen, schade eigentlic
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0 #4 Der Unwissende 2018-11-23 11:43
zitiere Sag ich nicht:
Nur nicht wundern - Startgeld steigt stetig dann müssen die Starterzahlen sinken


kommt immer auf den Lauf an. Manchmal finde ich es gerechtfertigt. Bei manchen ist es reine abzocke
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-3 #3 Tvaellen 2018-11-23 00:42
wer, wie die Ösis ständig gegen Ausländer hetzt, muss sich nicht wundern, wenn diese auch als Touris wegbleiben.
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+3 #2 Sag ich nicht 2018-11-22 23:17
Nur nicht wundern - Startgeld steigt stetig dann müssen die Starterzahlen sinken
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+4 #1 Andi T. 2018-11-22 22:29
In Graz und Salzburg ist der Marathon durch die zwei Runden wenig attraktiv und in der Wachau läuft man die ersten 21km allein, auch nicht sehr spannend.
Ich persönlich mag lieber reine Marathonveranstaltungen, oder eben nur HM . Dieses Mischmasch finde ich nicht so angenehm und teilweise auch demotivierend.
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