Die Hyrox-Ausrüstung: Nicht nur Style, sondern echte Performance
Bei Hyrox-Wettkämpfen zählt jede Sekunde. Jeder Schritt, jede Wiederholung – und ja, auch das, was du dabei trägst. Die richtige Kleidung und vor allem die passenden Laufschuhe können im Rennen über Wohl oder Weh entscheiden. Wer einmal mit rutschendem Shirt und brennenden Füßen den Wall Ball hinter sich gebracht hat, weiß: Equipment ist kein Fashion-Accessoire, sondern Teil der Taktik.
Aber was genau ist die richtige Wahl? Was tragen Profis, was vermeiden sie – und warum solltest du auf Baumwolle vielleicht lieber ganz verzichten? Hier kommt die volle Ladung Erfahrung, Know-how und ein paar ehrliche Worte zur Frage: Was ziehe ich bei Hyrox an?
Die besten Laufschuhe für Hyrox
Fangen wir mit dem Wichtigsten an: deinen Füßen. Acht Kilometer laufen – unterbrochen von Sled Pushes, Burpee Broad Jumps und Farmer’s Carries – klingt nicht nach Wellness. Deshalb brauchst du Schuhe, die nicht nur leicht und schnell sind, sondern auch stabil und griffig. Klingt widersprüchlich? Willkommen bei Hyrox.
Der ideale Hyrox-Schuh vereint drei Dinge:
- Grip: Die Laufstrecke verläuft in Hallen – oft mit glatten Böden. Rutschfeste Sohlen sind Pflicht.
- Stabilität: Bei Bewegungen wie dem Sled Pull brauchst du einen festen Stand. Weiche, instabile Laufschuhe? Keine gute Idee.
- Dämpfung (Ja, aber eher nur minimal): 8 x 1 km hartes Intervall-Laufen ohne Dämpfung killt deine Gelenke – gerade bei Athleten, die schwerer oder weniger lauferprobt sind. Allerdings sind gut gedämpfte Schuhe auch schwerer. Je ambitionierter du bist und je höher dein Leistungsniveau ist, desto weniger bist du auf Dämpfung angewiesen.

Wichtiger Hinweis: Dieses Buch macht dich zum besseren Läufer
Meiner Meinung nach ist die Schuhwahl ganz klar vom Leistungsniveau abhängig. Empfehlenswert sind aber eher leichtere Schuhe. Klar, die haben weniger Dämpfung, ermöglichen dabei aber leichtfüßigeres und damit auch schnelleres Laufen. Beim Wettkampf brauchen wir definitiv nicht einen extrem weich gedämpften Schuh, der wie ein fester Klotz am Fuß klebt. Leichte Schuhe haben zwar oftmals weniger Grip. in der Regel reicht es aber durchaus noch aus für die Hyrox-Laufstrecken.
3 persönliche Empfehlungen des Autors
Carbon-Laufschuhe sind bei Hyrox doch etwas übertrieben. Ich empfehle da eher Schuhe der Kategorie Lightweight-Trainer. Eine gute Variante ist da etwa der Hoka Mach. Ein leichter Laufschuh, der aber überraschend gut gedämpft ist und demnach für solch ein Rennformat eine hervorragende Option ist. Ebenfalls die gleichen Eigenschaften erfüllt der ON Cloud X. Auch der Laufschuh kombiniert leichtes Gewicht mit einer guten Dämpfung (etwas geringer als beim Hoka Mach) und ist für ambitionierte Hyrox-Athleten eine herausragende Option.
Meine dritte Empfelung ist der Asics Novablast. Diesen Laufschuh trage ich gerne bei Grundlagenläufen und moderaten Läufen. Erst ist gut gedämpft, aber nicht zu schwer und demnach ein guter Hyrox-Begleiter für Einsteiger und Athleten, die einfach nur Spaß haben möchten und keine Hyrox-Weltrekorde ;) jagen wollen.

Letztlich gilt: Teste, was für dich funktioniert. Manche bevorzugen Stabilität vor Speed – andere gehen volles Risiko und laufen mit Lightweight-Racern. Du willst nicht während des Sled Push merken, dass du falsch gewählt hast. Deshalb bitte immer deine Schuhe vorab im Training testen, vor allem bei intensiven Einheiten, die vergleichbar mit der Intensität beim Wettkampf sind.
Mein letzter Rat noch: Einige laufen bei Hyrox-Wettkämpfen ohne Laufschuhe, stattdessen mit klassischen Turnschuhen. Die haben zwar einen etwas besseren Grip, sind aber zum Laufen nicht geeignet. Die paar Sekunden, die du dir bei den Übungen mit Turnschuhen möglicherweise sparst, verlierst du beim Laufen doppelt und mehrfach.
Oberteile: Funktion vor Optik
Du bist in der fünften Runde, dein Herz hämmert, der Körper glüht – und dein Shirt saugt sich mit Schweiß voll wie ein nasser Waschlappen. Klingt sexy? Ist es nicht. Hyrox ist kein Catwalk (okay, für einige Teilnehmer wohl schon) – aber atmungsaktive, eng anliegende Oberteile machen einen Riesenunterschied.
Ideal sind Funktionsshirts mit schnelltrocknendem Material, wenig Nähten und engem Schnitt – nichts flattert, nichts scheuert, nichts lenkt dich ab. Muscle-Tank oder T-Shirt? Geschmackssache. Aber: Je weniger Stoff, desto weniger Reibung.
Und bitte: Lass das Baumwollshirt mit dem Oldschool-Gym-Logo daheim. Baumwolle saugt – im schlechtesten Sinne.
Shorts, Tights oder beides?
Jetzt wird’s untenrum interessant. Bei Hyrox bist du ständig in Bewegung: Laufen, Beugen, Stoßen, Ziehen. Was du dabei an den Beinen trägst, sollte dich weder einschränken noch ständig neu zurechtgezupft werden müssen.
Viele setzen auf kompressionsartige Tights oder Shorts, die eng anliegen, nicht verrutschen und die Muskulatur leicht unterstützen. Wer’s oldschool will, trägt eine Shorts über der Tight – erlaubt ist, was funktioniert. Aber zu weite Hosen? Da bleibt man gerne mal beim Ski Erg hängen oder flasht bei Burpees ungewollt zu viel Oberschenkel.
Ein kleiner Bonus bei Tights: Weniger Reibung, weniger Scheuern – gerade beim Laufen Gold wert.
Ein paar zusätzliche Sekunden kannst du noch mit Laufsocken anstelle klassischer Baumwollsocken herausholen.
Spezialausrüstung – sinnvoll oder Spielerei?
Arm-Sleeves, Gewichtsweste im Training, Handgelenkbandagen – oder das ultraleichte Stirnband, das aussieht, als wärst du aus dem 80er-Aerobic-Studio geflohen. Braucht man das wirklich?
Kurze Antwort: Meistens nicht. Aber manchmal doch.
Wenn du zu Schweißhänden neigst: Chalk oder leichte Handschuhe beim Sled Pull oder Farmers Carry können Sinn machen – vorausgesetzt, du hast sie vorher getestet. Wer zu Scheuerstellen neigt, kann mit Tape oder Vaseline vorbeugen. Und wer mit intensivem Sled Push Training arbeitet, kann über Gripper-Socken oder Schuhe mit Zusatzhaftung nachdenken. Aber: Mach nichts im Wettkampf, das du nicht im Training getestet hast.
Welche Marken setzen sich durch?
Hyrox boomt – und mit dem Boom kommt das Branding. Immer mehr Marken springen auf den Zug auf, aber nur wenige liefern echte Performance. Ein paar Namen tauchen regelmäßig auf den Race Floors auf – nicht, weil sie bezahlt werden, sondern weil sie liefern.
Under Armour punktet mit funktionalen, robusten Teilen, leider punkten sie aber derzeit nicht am Aktienmarkt - ich habe bei 5,75 USD investiert, jetzt stehen sie bei unter 4 USD. Bei 2,5 USD kaufe ich nach, aber mal schauen ob nicht schon vorher die Kehrtwende kommt - vor 10 Jahren lagen sie noch bei über 100 USD. Okay, ich komme vom Thema ab... Reebok bleibt dank der Nano-Serie weiter stark in der Szene. Nike überzeugt mit Lightweight-Modellen fürs Laufen, aber auch da bin ich bei den Aktien leicht im Minus. Womöglich sollte ich nicht mehr auf Sportartikelhersteller setzen. 2XU und Compressport spielen in der Liga der Kompressionsbekleidung eine große Rolle. On hingegen ist eher im Running-Bereich angesiedelt – aber manche Athleten schwören genau darauf. Ja, und bei dem Schweizer Unternehmen habe ich natürlich den Bullenmarkt verpasst. Okay, nun hab sogar aus dem Artikel was gelernt. Ich investiere doch lieber in Krypto- und Techunternehmen. Da liefere ich deutlich bessere Zahlen. Sportmarken verwende ich nur noch für sportliche Aktivitäten und nicht für Spekulationen. (diese Zeilen waren übrigens keine Anlageberatung...)
Wichtig: Lass dich nicht blenden vom Logo. Das Label auf der Brust macht keine PB – aber das richtige Material kann dir den Unterschied machen. Ich habe z.B. beim Laufen schon Schuhe von mehr als 20 unterschiedlichen Marken getragen. Mir ist der Hersteller völlig egal, wichtig ist das der Schuh zu mir passt und sich beim Tragen angenehm anfühlt.
Wie du deine Ausrüstung im Training testest
Kein Athlet der Welt geht mit ungetestetem Material in den Wettkampf. Und du solltest das auch nicht. Wenn deine Schuhe beim ersten Sled Pull rutschen oder deine Hose beim Wall Ball hochwandert wie ein nervöser Student bei der mündlichen Prüfung, hast du deinen Fehler zu spät erkannt.
Trainiere realitätsnah. Zieh die komplette Wettkampfausrüstung an – nicht nur beim Laufen, sondern auch beim Stationstraining. Simuliere mehrere Stationen hintereinander, teste den Grip deiner Schuhe auf Hallenboden und finde heraus, was dich bei Burpees scheuern, jucken oder nerven könnte. Deine Kleidung soll dich supporten – nicht sabotieren.
Und ganz ehrlich: Wenn dich eine Naht nervt – dann nervt sie im Rennen dreifach.
Zusammenfassung
Hyrox ist nicht nur ein Wettkampf der Muskeln und Lunge – sondern auch der Details. Die richtige Laufkleidung schützt dich vor Reibung, Hitze und Ablenkung. Funktion vor Fashion ist das Motto. Bei den Schuhen zählt: Grip, Stabilität und Dämpfung – alles in einem Paar zu finden, ist die Kunst. Wer mitdenkt, testet vorher – und geht mit einem Setup an den Start, das auf Performance ausgelegt ist, nicht auf Pose. Das kann am Ende nicht nur die Zeit verbessern, sondern auch den Komfort und Spaß am Wettkampf.



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