Das große Laufbuch der Trainingspläne

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VLC ist das Kürzel für Valencia bzw. den Flughafen der Stadt. Lange hat sich diese Stadt erfolgreich vor mir versteckt, nun habe ich sie endlich entdeckt.

Mit 790.000 Ew ist sie die drittgrößte Spaniens. Wie fast auf der gesamten iberischen Halbinsel haben auch hier die Mauren ihre Spuren hinterlassen, zuletzt aus dem 13. Jhdt. Im 21. Jhdt. erbaut worden sind die Sehenswürdigkeiten bei Start und Ziel, prachtvoll, extravagant. Wunderbar kontrastiert das Weiß der futuristischen Architektur zum blitzblauen Himmel.

Noch am Freitag holen wir unsere Startnummern im selben Gebäude ab in dem das Wissenschaftsmuseum (Museu de les Ciències Príncipe Felipe) untergebracht ist. An Platz herrscht kein Mangel. Der Goodie-Bag ist kaum zu tragen, soviel ist drinnen. Im Untergeschoss geht es weiter, da bekommt man sein Funktionsshirt, das ist im günstigen Startgeld bereits inklusive.

Für meine Frau und mich gibt es zudem eine Startnummer für den samstägigen breakfast-run über 5km im ehemaligen Flussbett des Turia. € 2 kostet das pro Person, Jeder der etwa 2.000 Teilnehmer hat die Startnummer 1, Zeitnehmung keine aber hinterher gibt es ein kleines Frühstück. Bremsläufer sollen verhindern, dass übereifrige LäuferInnen schon am Vortag an ihre Grenzen gehen.

Als wir alle Startnummern haben stärken wir uns in der warmen Nachmittagssonne, dabei können wir den abschließenden Aufbauarbeiten der Zielgeraden zusehen. Ein Steg mit blauem Teppich führt mittig über einen großen Teich. Nach dem Marathon kommt der Steg wieder weg. Sehr aufwändig ist das, dafür ist der Zielbereich hier einer der schönsten den in kenne. Ich freue mich schon darauf, hier einzulaufen.

Abends und am Samstag ist Sightseeing angesagt. Im Anschluss an den Hafen verläuft nach Norden ein riesiger Sandstrand, fast so breit wie die Sahara. Im Meer finden gerade Segel- und Surfkurse statt. Die Paella-Party ist für Marathonis inklusive, um € 5,- bekommen unsere Frauen auch eine Portion davon. Radler, Wasser und eine riesige Orange sind da auch noch dabei. Ebenso das Kreischen der frei fliegenden Papageien

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Dann ab in die Innenstadt, diese begeistert uns schlichtweg. Vieles von den Mauren, vieles im Jugendstil, reife Orangen auf den Bäumen, riesige Feigenbäume und Palmen sonder Zahl. Bemerkenswert: ein Pint Guinness kostet hier € 4,-. In Dublin, wo es herkommt, € 5,50 oder mehr!

Am Marathontag wird die Frühstückszeit im Hotel „Primus Valencia“ um zwei Stunden vorverlegt, sodass die Marathonis auch was davon haben. Das Angebot schon um 6h frühstücken zu können wird vielfach genutzt.

Ich mache mich mit Günther Aigner auf den Weg, zufällig haben wir uns beide für unser Tokyo-Shirt vom Februar entschieden. Es ist nicht mehr ganz so kühl wie gestern früh, jetzt hat es 10°C. Die Sonne ist gerade aufgegangen, wolkenloser Himmel und windstill, noch 50min bis zum Start unseres Blocks.

Über die Golddammbrücke (Pont de l’assut de l’or) erreichen wir den Startbereich. Diese Brücke hat einen gebogenen Pylon auf welchen 29 Stahlkabel zulaufen, alle in weiß.

2008 wurde sie in Betrieb genommen. Diese Brücke sieht SEHR wie die Samuel Beckett Bridge in Dublin aus, nur deutlich größer, und ähnelt der Erasmusbrücke in Rotterdam. Athen hat auch so eine die aussieht wie eine Harfe. Außerdem haben diese vier Städte gemeinsam: alle haben sie einen schönen Marathon mit über 10.000 Finishern.

Emsiges Treiben am anderen Ende der Brücke, Kleiderbeutel gebe ich keinen ab, im Ziel soll es 20°C haben.

Violett blühende Bougainvilleen und viele Palmen am Weg in die Startaufstellung. Zwei Vaseline-Mädchen teilen bereitwillig Schmiermittel aus. Als wir zum Start kommen ist der erste Teil der 10km-Läufer schon unterwegs. 500m hinter der Startlinie stellen wir uns an. Zwischen den Häusern ist es kühl, mein Garmin findet keinen Anschluss. Erst ganz kurz vor der Startlinie auf offenem Platz, gerade noch rechtzeitig. 25min nach dem ersten Startsignal wird es ernst für Günther und mich.

Es beginnt gleich mit einem Anstieg, rauf auf die geschwungene Pont de Montolivet. Links von uns nun die sensationelle Oper, rechts unter uns das IMAX und der Zielbereich beim Museum. Aber bis dahin dauert es noch etwas.

Als wir rechts in die Passeig de Albereda abbiegen  laufen wir voll gegen die Sonne.

Unser Startblock war heillos überfüllt, daher sind wir weit hinter dem 5h-Pacer gestartet und das ist nun wirklich nicht unsere Liga. Die Straße ist breit aber das ist auch notwendig. Das Überholen solcher Massen ist gar nicht so leicht, immer wieder weiche ich rechts aus. Ich brauche einen km bis ich VOR dem 5er-Fähnlein bin. Das Schlauchtuch brauche ich jetzt auch nicht mehr auf der Stirn, ab nun habe ich es um den Hals.

Erst einmal Schatten in der Menorca-Straße. Auf vielen Balkongeländern ist die spanische Fahne ausgebreitet, auf einigen wenigen jene von Valencia. Die homepage des Marathons gibt es sowohl auf Spanisch als auch auf Katalanisch und Englisch. Wobei Valencia nicht zu Katalonien gehört.

Bei einer Apotheke nach zwei Kilometern erfahren wir die Temperatur: 12°C.

Ich laufe einen 6er-Schnitt. Das führt dazu, dass ich ständig überholen muss. Nach drei km sind wir an der Marina. Rechts sieht man Ladekräne. Zuseher hier nur wenige, aber es sind  genug Läufer und Läuferinnen unterwegs, mehr als 16.000. Flach ist es, der Asphalt ist gut, es läuft.

Weg vom Meer, es steigt leicht an. Ab in Richtung Innenstadt, „In these arms“ tönt in voller Lautstärke von Bon Jovi. Gute Musik von einer guten Musikanlage, das hat schon was. Ich nähere mich dem 4h30-Pacer. Kurz nach km5 habe ich ihn. Zwischen 4h15 und 4h30-Pacer, da gehöre ich hin.

Die Labestelle da ist hunderte Meter lang, erst gibt es Wasser und schon von Beginn an Powerade. Gegenverkehrsbereich, beiderseits der Straßenbahnschienen hat die Avenida für jede Richtung vier Fahrspuren. Weiter auf der Orangenbaum-Avenue (Av. de los Naranjos). Nach km6 U-Turn am Torre Miramar, nun geht es leicht abwärts.

15°C mittlerweile. Schneller Gegenverkehr bei km9, die andere Laufrichtung ist schon bei km19 und ich muss zugeben, die sehen schneller aus als wir.

Km9 bis km11, leicht ansteigend laufen wir die Sonne im Rücken schnurgerade auf der Av. Blasco Ibaňez, nun heftig angefeuert. Der Mittelstreifen ist mit roten Rosen bepflanzt, beiderseits am Straßenrand ein 12-stöckiges Wohnhaus nach dem anderen.

Nach 59min bin ich bei km10. Rechts weg bei km11 nun wieder im Schatten, leichtes Gefälle. Mit dem Überholen ist nun Schluss, alle um mich laufen in etwa mein Tempo.

Es geht wieder vorbei am Torre Miramar, ich konzentriere mich auf die goldene Linie. In Berlin ist sie blau, in London auch, hier eben golden und sie markiert mehr oder weniger die Ideallinie. 15°C hat es hier.

Der Valencia-Marathon ist mittlerweile ein Gold Label Road Race der IAAF, höchste Kategorie also. Ich wüsste nicht, was man daran aussetzen könnte. Vielleicht, dass man mit dem Obst sparsam ist und es nichts Salziges gibt. Unterwegs sind mir nur gedörrte Marillen untergekommen. Mir ist es aber wichtiger, dass es eine lückenlose Versorgung mit Isogetränken gibt und die gibt es.

Km13 bis km15, wieder leicht ansteigend schnurgerade im Schatten der Häuser. Samba-Trommlerinnen und Trommler gibt es hier jede Menge, alle paar km kommen wir an einer Gruppe aus 6 – 8 Drummern vorbei. Ab km15, nach 1h29, geht es direkt in die Sonne. Vor mir haben etwa 13.000 Läufer Wasser verschüttet, es spiegelt nur so. Fast blind komme ich zu km16, wenig später laufen wir eine Linkskurve um das 10-Meilen-Schild.

Bei der nächsten Labe tausche ich meine leere Poweradeflasche gegen eine volle ein.

Toller Sound wieder bei km20, das sind dieselben die zu Beginn Bon Jovi im Programm hatten, denn schräg gegenüber war km5.

Wenig später laufe ich auf ein Pärchen auf. Das Besondere daran, er hat keinen rechten Unterschenkel, stattdessen eine sichelförmige Beinprothese. In Boston 2016 habe ich mehrere solcher Teilnehmer gesehen, einige davon Bombenopfer aus 2013 wie die Tänzerin Adrianne Haslet.

HM nach 2h05, das hatte ich heuer schon öfters. Nun bin ich wieder am Hafen (=km3), mit dem schmucken Haus der Hafenverwaltung, Edificio Del Reloj Del Puerto, mit Uhrturm und Palme davor. Im Hintergrund sind zahllose Ladekräne zu sehen. Rechts rein nun wieder Richtung Innenstadt und an der Kirche Santa Maria del Mar vorbei.

Bei km23 treffe ich wie vereinbart auf Evi und Manuela. Meine Frau fragt mich wie es mir geht. „Es fängt an, anstrengend zu werden.“, fällt mir dazu ein. Schneller als ich dachte wird es anstrengend. Schon vor km24 sind wir in der Sonne, die Strecke steigt leicht an und ich habe kaum mehr Pulver. Links von der Passeig de Albereda war das Flussbett des Turia, dessen Überschwemmung im Oktober 1957 Anlass gab, den ganzen Fluss südlich der Stadt vorbei zu leiten. Das Flussbett da unten ist nun ein mehrere km langer Garten und Freizeitpark. Die teilweise sehr schönen Brücken sind alle erhalten geblieben. Da der Fluss nie schiffbar war, sind diese Brücken auch kaum höher als die damit verbundenen einstigen Uferstraßen. Sogar diese minimalen Höhenunterschiede spüre ich als ich, sagen wir, „flussaufwärts“ laufe.

Genau bei km25 liegt der Palau de la Música, besonders schön von der Flussseite aus.

Da spiegelt er sich im großzügigen Teich darunter. Das gab gestern Abend wunderbare Bilder. Eine mittelalterlich gewandete Gruppe samt Burg spendet Applaus. Solche kostümierten Gruppen gibt es immer wieder, in Summe an die 20.

Wir passieren die Zolltürme der alten Estación de Aragón, dem alten Aragón-Bahnhof, dann einen schönen weißen kreisrunden Brunnen und schon werden wir wieder versorgt. Das brauche ich auch. Jetzt, da es läuferisch etwas hapert nehme ich mir die Zeit mehr Fotos zu schießen. Der zweite Streckenteil ist ohnehin der attraktivere.

Ich passiere die Pont de l'Exposició, wenig später zeigt das Thermometer an der Pont del Real bereits 21°C, noch ist kein Schatten in Sicht. Bei km27 folgt eine Horde rhythmisch klatschender Indianer, durchwegs Häuptlinge dem Federschmuck nach.

Im Hintergrund ist schon der Torre de Serranos zu sehen, der war einmal Teil der Stadtmauer. Auf der sogenannten Pont de Fusta (Holzbrücke) queren wir das Flussbett Richtung Innenstadt. Hier im Schatten der Häuser ist es gleich einmal deutlich kühler.

Vorbei am Nonnenkloster am Tetuan-Platz während die Glocken heftig läuten, es ist ¾ 12. Im Park links stehen einige herrliche großblättrige Feigenbäume, eng verwandt mit den Gummibäumen. Die Ficus Macrophylla haben eine enorme Krone und weit-  reichendes, oberirdisches Wurzelgeflecht. Im Dunkeln sehen diese Bäume sehr mystisch aus, bei Sonne sind sie ausgezeichnete Schattenspender.

Links die Friedensstraße (Carrer de la Pau) rauf, deren Häuserfronten im Schatten liegen.

An deren Ende steht, alleine wie ein Leuchtturm, im Sonnenlicht der Glockenturm der Santa Catarina. Kurz bevor wir den Turm erreichen ist links das sehenswerte „Alte Lagerhaus“ (Antiguos Almacenes) zu sehen und rechts der Platz der Königin mit der Kathedrale (13. – 15. Jhdt) im Hintergrund. Deren Glockenturm El Micalet war einst das Minarett einer Moschee. Von da oben hat man einen großartigen Rundblick.

Wir biegen links ab in eine enge Gasse, links und rechts Speiselokale, und kommen wenig später zum Rathausplatz. Hier hat man hat bereits mit der Weihnachtsdekoration begonnen. Diesen Platz habe ich gestern schon bestaunt und der alleine rechtfertigt eine Reise nach Valencia.  

Mit dem Rathaus im Hintergrund werden die Läufer eifrig geknipst, rechts um die Kurve kann ich mich wieder etwas mehr aufs Laufen konzentrieren, vorerst stehen keine Sehenswürdigkeiten am Weg. Bis zur St. Augustin-Kirche kurz vor km30, wo wir Läufer wieder ein Enervit-Gel spendiert bekommen. 3h04, ich verliere Zeit.

Ich habe mein Formtief noch nicht überwunden, bei km31 geht es übers Flussbett und damit wieder in die Sonne. Als ich bei km32 eine Sambagruppe knipse legt mir Günther wie einem Firmling seine rechte Hand auf meine linke Schulter. Damit haucht er mir neues Leben ein. Ich nehme wieder Tempo auf, wir traben gemeinsam. Da ich ihn nun einmal da habe kann ich ihn auch gleich knipsen bevor er mir davonläuft. Dabei fällt ihm die Startnummer 12513 auf. Viele Nichtspanier haben ihren Familiennamen auf der Startnummer stehen anstatt des Vornamens, dieser Teilnehmer läuft unter „R2D2“. Ansonsten sieht er aber gar nicht nach „Krieg der Sterne“ aus.

Es geht die Av. Pío Baroja runter, die Sonne im Gesicht. Bei km34 überqueren wir wieder das Flussbett, da unten scheint gerade eine Feuerwehrübung statt zu finden.

Bamm! Was war das? Der erste Akkord von „Won’t get fooled again!“ Diesen Who-Song hatte ich erst unlängst tagelang im Auto laufen. Am liebsten würde ich stehen bleiben und lauschen, ich weiß aber, dass die Nummer über acht Minuten lang ist.

Mein Formtief ist nun nicht mehr ganz so tief, ich kann wieder das Tempo der Meute laufen. Aquaplaninggefahr vor dem Krankenhaus bei der 35km-Labe, eine Sonnenbrille wäre jetzt gefragt. Unangenehm fällt mir eine Gruppe auf die Körperbehinderte in Rollstühlen über den Kurs schiebt. Nicht, dass sie das tun, sondern es sind dermaßen viele, dass dieser Haufen der die ganze Straßenbreite braucht schon fast bedrohlich wirkt. Km36. Egal, ich habe wieder mein Tempo gefunden. Schatten in der Erzherzog Karl-Straße und eine Extra-Labestelle für den Schlussabschnitt.

Ich freue mich schon auf das prachtvolle Fotomotiv bei km39, vorher geht es aber von anderer Seite wie 9km zuvor wieder an der St. Augustin-Kirche vorbei. Eine große Trommlergruppe mit chinesischen Drachen sorgt hier für Stimmung. Es sind Studenten des „Instituto Confucio de la Universitat de València“ die Chinesisch studieren.

Da ist er: der Nordbahnhof (kat.: Estació del Nord / esp.: Estación del Norte), 1906 im Jugendstil erbaut steht er da wie neu. Vorgestern Abend, als wir das Hard Rock Café verlassen haben, hat seine illuminierte Fassade unsere Aufmerksamkeit erregt. Auch innen wurde er zum Glück erhalten. Das alte Gebäude der „La Unión y el Fénix”-Versicherung gegenüber muss sich auch nicht verstecken. Neben dem Bahnhof die Stierkampfarena, 101 Jahre älter als ich. 16.800 Leute finden darin Platz, d.h das heutige Starterfeld des Marathons ginge sich gerade aus.

Die Kämpfe in dieser kreisrunden Arena (Ø 52m) enden für die Stiere nicht mehr tödlich. Sie werden nur mürbe und müde gemacht. So gesehen wäre diese Plaza de Toros ein gut geeignetes Marathonziel. Im Schatten liegt das Denkmal des Stierkämpfers Manolo Montoliu dessen Leben am 1. 5. 1992 ein Stier mit einem Tritt auf seine Brust beendete.

Ich laufe weiter, vorbei an vielen Zusehern die Calle Colón rauf, vorbei am Justizpalast und eine ¾-Runde um die Puerta de la Mar, sie erinnert an einen Triumpfbogen. Innen in der Kurve stehen alle paar Meter junge Leute mit einer Spraydose in der Hand und können gar nicht genug bekommen vom Eisspray-Sprühen. So ein Schwachsinn! Das geht so seit km15! Sponsor ist Sponsor!

Nicht nur, dass das Zeug mir den Atem raubt, es brennt auch noch in den Augen.

Aber bald habe ich es hinter mir, km40 nach 4h12 an der schmucken Pont de la Mar. Wäre da unten noch der Fluss würden wir jetzt am rechten Ufer Richtung Mündung laufen. Das heißt auch: leichtes Gefälle.

Am linken Ufer ist der Musikpalast zu sehen und wenig später die bedrohlichen Figuren am Brückenkopf der Pont del Regne. Geflügelte, sprungbereite Wesen mit Raubtierkopf und Menschenkörper auf 5m hohen Steinsockel, hmmm.

Noch 1.000m! Unter 4h30 wird sich locker ausgehen. Irgendwelche Komikfiguren feuern uns an, noch 900m. Es geht links runter ins Flussbett, rechts passieren wir das fantastische 2005 eröffnete Operngebäude (Palau de les Arts Reina Sofiá). Der gepflasterte Weg führt kaskadenartig runter. Ein Streckenposten bedeutet uns „Vorsichtig, bitte nicht zu schnell.“

Links nun der Park mit allerlei Pflanzen, rechts über uns die Oper. Ich kann mich gar nicht satt sehen. Vorbei an der Oper und am Teich, unter der Startbrücke durch, vorbei am kuppelförmigen IMAX-Kino durch ein Spalier von Zusehern. Die Strecke ist schön breit, trotz der vielen Läufer kein Gedränge. Wir laufen direkt auf das Museum zu wo wir unsere Startunterlagen bekommen haben. Rechts, km42, Zuschauergejohle. Streckenposten achten darauf, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Rauf auf den blauen Teppich und links: knapp 200m vor mir das begehrte Ziel. Der breite Steg federt angenehm beim drüber Laufen, in knipse weiter eifrig. Manuela und Evi feuern mich von der Tribüne und AC/DC rocken mich die letzten Meter ins Ziel. Ich muss lächeln.

Ja, schön ist es hier. Ein gutes Gefühl, herrlich, ich bin begeistert. Was für ein schöner Zieleinlauf. Einer der schönsten überhaupt, behaupte ich.

Ich drücke einer Sanitäterin meine Kamera in die Hand damit sie mich mit dem Zieltor fotografiert. Der fällt auf, dass meine Fotos vom Schlusskilometer durchwegs unscharf sind. Mist, ewig schade drum. Zeit vergeudet für nichts und wieder nichts.

Günther kann ich nirgends sehen. Beim Ausgang bekomme ich eine goldene Rettungsfolie, die hebe ich mir für Schlechtwetter auf. Eine Wasserflasche, Powerade, ein Netz mit Orangen und die schwere Goldmedaille in einer PE-Hülle. Sehr gut, da verschwitze ich mir nicht das Medaillenband wie sonst immer.

Bei Prachtwetter mache ich mich auf den Weg ins Hotel. Der Wetterbericht hatte recht gehabt, 20°C im Ziel.  

Manuelas Handy weiß, dass die San Nicolás-Kirche heute bis 19h besichtigt werden kann. Außen gibt die nichts her, aber innen! Völlig zu Recht wird diese Kirche Sixtinische Kapelle von Valencia genannt.   

Details Valencia Marathon

Die Siegerzeit: 2h05:15 von Sammy Kitwara, damit Streckenrekord und schnellster spanischer Marathon.  Nächster Valencia-Marathon: am 2. Dez. 201

16.170 Marathonfinisher

  7.563 Finisher auf den 10km

_ _ _

Startgeld ab € 45,- (wenn man früh dran ist)

Startnummer inklusive Zeitnehmung; Goodie Bag mit viel Inhalt,

Viel Asphalt, Straßenpflaster, ganz wenige Höhenmeter

etwa alle 5km Labestellen mit Wasser + Powerade, 2x Enervit-Gel, Dörrmarillen 

Zielversorgung: Wasser, Powerade, Orangen, Amstel-Radler  

große Goldmedaille 

die ersten drei Herren:

1

 SAMMY KIROP KITWARA

2:05:15

Kenia

2

 EVANS KIPLAGAT CHEBET

2:05:30

Kenia

3

 DERIBE ROBI MELKA

2:06:38

Äthiopien

die drei schnellsten Damen:

1

 ABERU MEKURIA ZENNEBE

2:26:17

Äthiopien

2

 MAZURONAK VOLHA

2:27:14

Weißrussland

3

 WINNY JEPKORIR

2:27:18

Kenia

 

Valencia Marathon 2017a

 

Valencia Marathon 2017a

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Valencia Marathon 2017d

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Valencia Marathon 2017d

Valencia Marathon 2017j

Valencia Marathon 2017d

Fotos (C) Herbert Orlinger


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