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Eliud Kipchoge und Brigid Kosgei  sind die amtierenden Weltrekordhalter im Marathonlauf.

Während Kosgei im Jahr 2019 den 16 Jahre alten Weltrekord von Paula Radcliffe pulverisierte, wurde bei den Herren in diesem Jahrtausend bereits mehrmals der Weltrekord verbessert.

Seit 1896 wird Marathon gelaufen

Mit einer Distanz von 42,195 Kilometern ist der Marathon die Königsdisziplin des Laufsports. Der Marathonlauf ist die längste Lauf-Disziplin bei Olympischen Spielen. Er wird seit der 1. Austragung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 1896 durchgehend ausgetragen.https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/d1163f12b0c449cb99828496dcc61c74

Als der Marathon noch etwas kürzer war

Seine tatsächlich Streckenlänge von 42,195 Kilometer hat der Marathon aber erst seit dem Jahr 1921. Bis dahin war der Marathon nämlich meist 25 Meilen lang, was einer Distanz von rund 40 Kilometern entspricht. Der erste offizielle Marathon wurde 1896, wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in Griechenland ausgetragen. Es waren damals die Griechenland-Meisterschaften, wo elf Läufer vom Dorf Marathon nach Athen liefen. Diese zwei Dörfer lagen rund 40 Kilometer entfernt, wodurch der Marathon anfangs auch über diese Weglänge ausgetragen wurde. Bei den Olympischen Spielen lief Olympiasieger Spyridon Louis eine Zeit von 2:58:50 Stunden. Für den Griechen war es zu diesem Zeitpunkt nicht der 1. Marathonlauf. Denn nur einige Wochen zuvor belegte er bei einem Testrennen mit 3:18:27 Stunden den 5. Platz. 1898 fand in Paunsdorf (Leipzig) erstmals in Deutschland ein Marathonlauf statt, den Arthur Techtow mit einer Zeit von 3:15:50 Stunden gewann.

Das Drama des 1. "Marathon"-Olympiasiegers

Bei den weiteren Olympischen Spielen nach 1896 gab es keine offiziellen Richtlinien zur Streckenlänge. Meist betrug die Distanz aber 40 Kilometer oder etwas länger. 1908 gab es bei den Olympischen Spielen in London allerdings erstmals einen Marathon über die heute bekannte Streckenlänge von 42,195 Kilometer. Damals wollte man den Start beim Schloss Windsow ansetzen. Ausgangspunkt der Vermessung war das damalige erbaute Olympiastadion. Dadurch ergab sich eine Streckenlänge von exakt 42,195 Kilometern. Den Marathon gewann damals der Italiener Dorando Pietri. Da er allerdings kurz vor dem Ziel mehrmals zusammenbrach und nur mit Hilfe von Offiziellen die Ziellinie überquerte, wurde er disqualifiziert. Daher beerbte der US-Läufer John Hayes den Sieg des ersten offiziellen "Olympia-Marathons", der mit 2:55:18,4 Stunden auch der erste inoffizielle Marathon-Weltrekordhalter war. Der Disqualifizierte Dorando Pietri benötigte für diese Strecke 2:54:46 Minuten.

Seit 1921 ist der Marathon offiziell 42,195 Kilometer lang

Danach breitete sich der Boom um den Marathon rasch aus. Anfangs fanden die meisten Wettkämpfen in Hallen statt, wodurch die Teilnehmer über 200 Runden auf einer rund 200-Meter langen Rundbahn absolvieren mussten. Doch erst 1921 legte der internationale Leichtathletik-Verband IAAF die Streckenlänge von 42,195 Kilometer als offizielle Marathondistanz fest. Zu diesem Zeitpunkt war der Schwede Alexis Ahlgren der amtierende Weltrekordhalter. Er benötigte beim Polytechnic-Marathon 1913 in London nur 2:36:06,6 Stunden.

Marathon-Meilensteine

Seit 1924 wird der Marathon bei Olympischen Spielen stets über 42,195 Kilometer ausgetragen. Ein Jahr später war es US-Läufer Albert Michelsen, der in Port Chester erstmals weniger als zweieinhalb Stunden für diese Distanz benötigte. Er lief am 12.10.1925 2:29:01,8 Stunden. In den Sechzigern dominierte der Brite Jim Peters. Er verbesserte vier Mal in Serie die Marathon-Weltbestzeit. Zudem war er der erste Läufer, der die 2:20-Stunden-Marke knackte. 1953 lief er beim Polytechnic-Marathon 2:18:40,4 Stunden. Die Zeiten des Polytechnic-Marathon werden allerdings nicht offiziell anerkannt, da es sich um eine Punkt-zu-Punkt-Strecke handelt.

Ein Marathon-Weltrekord barfuß

Nachdem 1960 Abebe Bikila bei den Olympischen Spielen in Rom barfuß laufend Gold holte und den damaligen Marathon-Rekord um genau eine Sekunde auf 2:15:16,2 Stunden verbesserte, war es drei Jahre später der US-Läufer Buddy Edelen der beim Polytechnic-Marathon erstmals die 2:15-Stunden Marke knackte. Ein Jahr später holte sich Abebe Bikila bei den Olympischen Spielen in Tokio mit 2:12:11,2 Stunden wieder den Marathon-Weltrekord zurück - dieses mal mit Laufschuhen. Nur weitere drei Jahre später gelang dem Australier Drek Clayton beim Fukuoka Marathon 1967 mit 2:09:36,4 Stunden die erste Zeit unter 2:10 Stunden. 1981 lief sein Landsmann Robert de Castella ebenfalls in Fukuoka mit 2:08:18 Stunden erstmals unter 2:09 Stunden.

Die afrikanische Dominanz

1985 lief der Portugiese Carlos Lopes beim Rotterdam 2:07:12 Stunden. Er ist zugleich auch der letzte Europäer, der eine Marathon-Weltbestzeit erbrachte. Die erste 2:06-er Zeit gelang drei Jahre später an selbigem Ort dem Äthiopier Belayneh Dinsamo mit 2:06:50 Stunden. 1999 knackte der Marokkaner Khalid Khannouchi mit 2:05:42 Stunden in Chicago die 2:06-er Marke.

Eliud Kipchoge läuft in eine neue Ära

Den ersten offiziell anerkannten Weltrekord stellte Paul Tergat 2003 in Berlin auf. Der Kenianer lief in Deutschland die 42,195 Kilometer lange Strecke in 2:04:55 Stunden. Bis 2018 sollten sechs weitere Weltrekorde folgen, alle aufgestellt beim Berlin-Marathon. Haile Gebrselassie lief dabei sogar zwei Weltrekorde in zwei aufeinander folgenden Jahren. 2008 war er mit 2:03:59 Stunden der erste Läufer unter 2:04 Stunden. Sechs Jahre später knackte Dennis Kimetto mit 2:02:57 Stunden die 2:03-er Marke, ehe Eliud Kipchoge 2018 die Leichtathletik-Welt mit 2:01:39 Stunden ins Staunen versetzte. Damit hält Kipchoge sowohl den offiziellen Marathon-Weltrekord als auch die inoffizielle schnellste Marathon-Zeit. Denn im Mai 2017 lief er auf der Formel-1-Strecke in Monza unter nicht rekordtauglichen Bedingungen 2:00:25 Stunden, am 12. Oktober 2019 schaffte er in Wien mit 1:59:40,2 Stunden als erster Mensch eine Marathon-Zeit unter zwei Stunden - ebenfalls aber unter nicht rekordtauglichen Bedingungen.

Entwicklung des Marathon-Weltrekordes bei den Männern*

JahrNameZeit
1908  John Hayes 02:55:18
1909  James Clark 02:46:53
1909  Albert Raines 02:46:05
1909  Henry Barrett 02:42:31
1909  Thure Johansson 02:40:34
1913  Alexis Ahlgren 02:36:07
1925  Albert Michelsen 02:29:02
1935  Fusashige Suzuki 02:27:49
1935  Yasuo Ikenaka 02:26:44
1935  Son Kitei 02:26:42
1936  Son Kitei 02:29:20
1952  Jim Peters 02:20:42
1953  Jim Peters 02:18:40
1953  Jim Peters 02:18:35
1954  Jim Peters 02:17:39
1956  Paavo Kotila 02:18:05
1958  Sergei Popow 02:15:17
1960  Abebe Bikila 02:15:16
1963  Tōru Terasawa 02:15:16
1963  Buddy Edelen 02:14:28
1964  Basil Heatley 02:13:55
1964  Brian Kilby 02:14:43
1964  Abebe Bikila 02:12:11
1965  Morio Shigematsu 02:12:00
1967  Derek Clayton 02:09:36
1970  Ron Hill 02:09:29
1974  Ian Thompson 02:09:12
1978  Shigeru Sō 02:09:06
1980  Gerard Nijboer 02:09:01
1981  Robert de Castella 02:08:18
1984  Steve Jones 02:08:05
1985  Carlos Lopes 02:07:12
1988  Belayneh Dinsamo 02:06:50
1998  Ronaldo da Costa 02:06:05
1999  Khalid Khannouchi 02:05:42
2002  Khalid Khannouchi 02:05:38
2003  Paul Tergat 02:04:55
2007  Haile Gebrselassie 02:04:26
2008  Haile Gebrselassie 02:03:59
2011  Patrick Makau 02:03:38
2013  Wilson Kipsang 02:03:23
2014  Dennis Kimetto 02:02:57
2018  Eliud Kipchoge 02:01:39

 * Der erste offizielle Weltrekord stammt aus dem Jahr 2003. Leistungen davor teilweise nicht offiziell anerkannt.

Erste dokumentierte Marathonzeit bei den Frauen im Jahr 1926

Bei den Damen ist die Geschichte etwas kürzer, da lange Zeit Frauen die Teilnahme an Laufwettkämpfen untersagt war. Gerüchten zufolge soll die Britin Violet Piercy 1926 in London einen Marathon in 3:40:22 absolviert haben.

13-Jährige läuft Marathon-Weltrekord

Den ersten offiziell gewerteten Marathon einer Frau dokumentierte man 1964 in Ryde beim Isle-of-Wight Marathon. Dort durfte die Britin Dale Greig fünf Minuten vor dem Feld starten. Sie wurde während des gesamten Marathons von Sanitätern begleitet und beendete den 42,195 Kilometer langen Lauf in 3:27:45 Stunden. Drei Jahre später lief eine erst 13-Jährige eine Marathon-Weltbestzeit. Die Kanadierin Maureen Wilton benötigte in diesem zarten Alter nur 3:15:22,8 Stunden für die Marathondistanz. 

Während bei den Herren nie ein Deutscher Läufer einen Marathon-Weltrekord aufstellte, so gelang diese bei den Damen gleich mehreren Deutschen Athletinnen. Die Erste war Anni Pede-Erdkamp die 1967 die Marathon-Bestzeit auf 3:07:26,2 Stunden drückte.

Marathon-Legenden um Grete Waitz und Christa Vahlensieck mit Rekordleistungen

1971 gelang Beth Bonner die erste Zeit unter drei Stunden. Die US-Athletin lief mit 18 Jahren beim New York Marathon 2:55:22 Stunden. Im selben Jahr wird auch eine Zeit von 2:46:30 Stunden der Australierin Adirenne Beames dokumentiert, die allerdings aus Mangel an Beweisen nicht anerkannt wurde. Im Dezember 1971 schaffte Cheryl Bridges (USA) in Culver City mit 2:49:40 Stunden erstmals eine Zeit unter 2:50 Stunden. 1975 knackte mit Jacqueline Hansen eine weitere Läuferin aus den USA mit 2:38:19 Stunden in Eugene die 2:40-Stunden-Barriere, nachdem zuvor die Deutsche Christa Vahlensieck den Weltrekord hielt. Diese war von 1977 bis 1978 mit 2:34:47,5 Stunden erneut für ein Jahr Weltrekordhalterin im Marathonlauf, ehe die große Ära von Grete Waitz begann. Sie stellte insgesamt vier Marathon-Weltbestzeiten auf, allerdings drei auf einer zu kurzen Strecke in New York (42,044 Kilometer). Sie lief 1979 mit 2:27:33 Stunden in New York auch erstmals unter 2:30 Stunden. Das gelang 1981 auch Joyce Smith in London (2:29:57 h), allerdings auf einer tatsächlich 42,195 Kilometer langen Strecke. Grete Waitz holte sich den Weltrekord im Marathon 1983 in London mit 2:25:28 Stunden zurück. Dazwischen war u.a. auch die Deutsche Charlotte Teske (2:29:02 h) die schnellste Marathonläuferin der Welt.

Die erste Marathonzeit unter 2:20 Stunden lief 2001 die Japanerin Naoko Takahasi in Berlin mit 2:19:46 Stunden. Von 2003 bis 2019 hielt Paula Radcliffe mit 2:15:25 Stunden den Marathon-Weltrekord. Die Britin lief in London 2:15:25 Stunden. Im Oktober 2019 gelang Brigid Kosgei aus Kenia mit 2:14:04 in Chicago eine überraschende Verbesserung der Rekordleistung.

Entwicklung des Marathon-Weltrekordes bei den Frauen*

JahrNameZeit
1926  Violet Piercy 03:40:22
1964  Dale Greig 03:27:45
1964  Mildred Sampson 03:19:33
1967  Maureen Wilton 03:15:23
1967  Anni Pede-Erdkamp 03:07:26
1970  Caroline Walker 03:02:53
1971  Beth Bonner 03:01:42
1971  Beth Bonner 02:55:22
1971  Cheryl Bridges 02:49:40
1973  Miki Gorman 02:46:37
1974  Chantal Langlacé 02:46:24
1974  Jacqueline Hansen 02:43:54
1975  Liane Winter 02:42:42
1975  Christa Vahlensieck 02:40:16
1975  Jacqueline Hansen 02:38:19
1977  Chantal Langlacé 02:35:15
1977  Christa Vahlensieck 02:34:48
1980  Joan Benoit 02:31:23
1980  Patti Catalano 02:30:58
1980  Joyce Smith 02:30:27
1981  Joyce Smith 02:29:57
1982  Charlotte Teske 02:29:02
1982  Joan Benoit 02:26:12
1983  Grete Waitz 02:25:28
1983  Joan Benoit 02:22:43
1984  Ingrid Kristiansen 02:24:26
1985  Ingrid Kristiansen 02:21:06
1998  Tegla Loroupe 02:20:47
1999  Tegla Loroupe 02:20:43
2001  Naoko Takahashi 02:19:46
2001  Catherine Ndereba 02:18:47
2002  Paula Radcliffe 02:17:18
2003  Paula Radcliffe 02:15:25
2019 Brigid Kosgei 02:14:04

* Leistungen vor 2003 waren keine offiziellen Weltrekorde.

Die schnellsten Marathonläufer weltweit

Derzeit gibt es neun Marathonläufer, die eine Marathonzeit unter 2:04 Stunden absolviert haben. Alle Athleten stammen aus Kenia oder Äthiopien. Bisher gab es auch keinen Marathonläufer, der nicht aus diesen zwei Ländern stammt, der eine Zeit unter 2:05 Stunden lief. Dies gelang aber bereits rund 50 Läufern aus Kenia bzw. Äthiopien.

Marathon-Weltbestenliste Herren (Zeiten unter 2:04 Stunden)

NameNationZeitOrtJahr
1. Eliud Kipchoge Kenia 2:01:39 Berlin 2018
2. Kenenisa Bekele Äthiopien 2:01:41 Berlin 2019
3. Birhanu Legese Äthiopien 2:02:48 Berlin 2019
4. Mosinet Geremew Äthiopien 2:02:55 London 2019
5. Dennis Kipruto Kenia 2:02:57 Berlin 2014
6. Emmanuel Mutai Kenia 2:03:13 Berlin 2014
7. Wilson Kipsang Kenia 2:03:13 Berlin 2016
8. Mule Wasihun Äthiopien 2:03:16 London 2019
9. Getaneh Molla Äthiopien 2:03:34 Dubai 2019
10. Sisay Lemma Äthiopien 2:03:36 Berlin 2019
11. Patrick Makau Kenia 2:03:38 Berlin 2011
12. Guye Adola Äthiopien 2:03:46 Berlin 2017
13. Stanley Biwott Kenia 2:03:51 London 2016
14. Haile Gebrselassie Äthiopien 2:03:59 Berlin 2008

Stand: Oktober 2019

Die schnellsten Marathonläuferinnen weltweit

Der Weltrekord von Paula Radcliffe war 16 Jahren unerreichbar, ehe Brigid Kosgei am 13.10.2019 in Chicago mit 2:14:04 Stunden die Rekordmarke um statte 81 Sekunden verbesserten. Neben der Britin schafften es bisher nur Läuferinnen aus Kenia und Äthiopien, eine Marathonzeit unter 2:19 Stunden zu laufen. Unter 2:20 Stunden liefen hingegen rund 30 Läuferinnen, darunter auch Athletinnen aus Japan, China oder den USA.

Marathon-Weltbestenliste Damen (Zeiten unter 2:19 Stunden)

NameNationZeitOrtJahr
1. Brigid Kosgei Kenia 2:14:04 Chicago 2019
2. Paula Radcliffe Großbritannien 2:15:25 London 2003
3. Mary Keitany Kenia 2:17:01 London 2017
4. Ruth Chepngetich Kenia 2:17:08 Dubai 2019
5. Worknesh Degefa Äthiopien 2:17:41 Dubai 2019
6. Tirunesh Dibaba Äthiopien 2:17:56 Äthiopien 2017
7. Gladys Cherono Kenia 2:18:11 Berlin 2018
8. Vivian Cheruiyot Kenia 2:18:31 London 2018
9. Ruti Aga Äthiopien 2:18:34 Berlin 2018
10. Catherine Ndereba Kenia 2:18:47 Chicago 2001
11. Tiki Gelana Äthiopien 2:18:58 Rotterdam 2012

Stand: Oktober 2019

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Kommentare   

-1
Grübel grübel und studier, also ein Schelm wer da an was Böses denkt.
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-1
Die aus Kenia oder Äthiopien haben bestimmt irgendwelche Wundermittel oder so.
2:01 das ist schon wie von nem anderen Stern
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