Das große Laufbuch der Trainingspläne

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Mittels RFID-Transponder bzw. Laufchip werden bei einem Großteil der Laufveranstaltungen und auch vielen anderen Ausdauerveranstaltungen die Zeiten der Sportler gemessen.

Diese Zeitmesstransponder können die Leistungen aller Teilnehmer auf die Sekunde genau aufzeichnen. Die Zuverlässigkeit liegt bei fast 100 %. Wir erklären in diesem Artikel, wie diese Transponder funktionieren, welche Alternativen möglich sind und welche Systeme bzw. Zeitnehmer es gibt.

Einfach erklärt: Wie funktioniert die Zeitmessung bei Laufveranstaltungen?

Es gibt neben der RFID-Technologie noch weitere Möglichkeiten die Zeit zu messen, wie etwa durch GPS-Systeme, manuelle Zeitmessung oder Lichtschrankentechnologie. Eindeutig durchgesetzt hat sich aber die Technologie der Zeitmesstransponder bzw. Laufchips. Dafür gibt es aber unterschiedliche Systeme. Die Funktionsweise ist allerdings sehr ähnlich.https://vg08.met.vgwort.de/na/2b6c44b3c6134c35aee31eabde3d5306

Der Sportler hat einen Transponder, der zumeist in der Startnummer integriert ist oder am Laufschuh befestigt wird. Sobald der Sportler eine Zeitmessstelle passiert, wird der Transponder vom System erfasst. Die Zeitnehmung des Teilnehmers beginnt, wenn der Sportler beim Start die Zeitmessstelle überschreitet. Diese befindet sich direkt bei der Startlinie. Weitere Zeitmessstellen auf der Strecke können Zwischenzeiten des Sportlers registrieren. Damit können Veranstalter überprüfen, ob der Teilnehmer auch alle Streckenpunkte erreicht hat und keine Abkürzung genommen hat. An der Ziellinie gibt es erneut eine Zeitmessstelle.

Sobald diese der Sportler überschreitet, wird die Zeit des Sportlers gestoppt. Damit kann die Nettozeit des Athleten ermittelt werden, aus der die Rangliste der Veranstaltung für "Hobbyläufer" resultiert. Ausnahme sind die Profis bzw. Elite-Läufer: Dort wird die Brutto-Zeit gewertet. Die Bruttozeit ist auch maßgebend für die Aufnahme in Ranglisten, wie Weltbestzeiten, Rekorde und nationale Bestenlisten.


Welche Unterschiede gibt es bei den Transpondern und Laufchips?

Grundsätzlich wird zwischen "passiven" und "aktiven" Systemen entschieden.

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Passive RFID-Transponder

Bei passiven Systemen sind die Transponder bzw. Tags ohne Batterie ausgestattet. Die Zeitmesssysteme kommunizieren mittels elektromagnetischer Strahlung oder Induktion mit dem "Tag". Das heißt, die Transponder signalisieren dem System nur die Anwesenheit. Das reicht allerdings für eine zuverlässige Zeitnehmung aus. Denn sobald der Transponder dem System die Anwesenheit signalisiert, heißt das, dass sich der Transponder in direkter Nähe des Systems befindet.

Um die Zuverlässigkeit zu erhöhen, werden bei solchen Systemen meist zwei Zeitmesssysteme an einem Standort verwenden (Doppelmatten). Nr. 2 dient als Back-up.

Großer Vorteil dieses Systems ist die günstige Produktion solcher Tags und die einfache Anwendbarkeit. Die Tags werden zumeist an der Rückseite der Startnummer integriert und beeinflussen den Sportler bei der Aktivität nicht.

Armband Love Running

Alternativen sind Laufchips, die am Schuh befestigt werden. Diese eigenen sich für Sportarten wie Triathlons oder Hindernisläufe.

Aktive Systeme

Aktive Transponder sind im Gegensatz zum passiven Tag mit einer Batterie ausgestattet. Das verbessert die Genauigkeit und die Zuverlässigkeit der Zeitnehmung, da auf zwei Frequenzen mit dem System kommuniziert wird. Diese Systeme ermöglichen zudem eine Zeitnehmung an Orten ohne Netz und Internetzugang, da die Daten im Transponder gespeichert werden und beim nächsten Messpunkt mit Netz an das System übermittelt werden können.

Zudem können diese Transponder auch einige Sekunden nach dem Überqueren der Detektionslinie die Daten an das Zeitmesssystem ermitteln. Das ist vor allem bei sehr großen Veranstaltungen sinnvoll, wo hunderte Athleten binnen weniger Sekunden eine Zeitnehmung auslösen. Damit kann die Wahrscheinlich von fehlerhaften Aufzeichnungen fast auf 0 reduziert werden.

Aktive Systeme kommen daher vorrangig bei sehr großen Laufveranstaltungen zum Einsatz, oder bei Events mit vielen Zwischenzeitmessungen an abgelegenen Orten.


Wo kommen RFID-Transponder zum Einsatz?

Bei nahezu allen Sportveranstaltungen, wo anhand der Zeit eine Rangliste generiert wird. Das sind u.a.:

  • Marathonläufe und sonstige Laufveranstaltungen
  • Radrennen
  • Triathlonrennen
  • Skibergsteigen
  • Motorrennen

Alternative Möglichkeiten zur Zeitnehmung bei Laufveranstaltungen

Manuelle Zeitmessung

Im vergangenen Jahrtausend kam vor allem bei Volksläufen vorrangig die manuelle Zeitmessung zum Einsatz, auch heute gibt es noch vereinzelt Läufe mit manueller Zeitnehmung. Bei Läufen mit wenigen Teilnehmern (unter 500) ist diese durchaus noch angebracht und die wahrscheinlich günstigste Variante.

Eine manuelle Zeitnehmung ist klassisch über eine Stoppuhr und manuelle Eintragung der Zeiten der Sportler möglich. Ideal sind allerdings Zeitmessprogramme für den Computer, wo beim Zieleinlauf nur die Startnummer des Sportlers eingegeben werden muss und daraus eine Rangliste resultiert. Solche Tools lassen sich sogar mittels Excel entwickeln.

Lichtschrankensysteme

Kommen vorrangig in der Leichtathletik oder im Spitzensport zum Einsatz. So kann bei Disziplinen über eine sehr kurze Distanz (Sprint) die Zeit auf die Hundertstel genau berechnet werden.

GPS-Zeitmessung

Im Breitensport hat sich die Zeitmessung via GPS nicht durchgesetzt, da Aufwand und Nutzen in keiner Relation stehen. Zudem ist die Messgenauigkeit deutlich ungenauer. GPS-Systeme können aber für Live-Tracking zusätzlich verwendet werden.

Zielkamera

Eine Kamera wird vorrangig als Redundanz verwendet, sollte es bei dem System mit Transponder unerwartete Probleme geben. Zudem dienen Kameras bei möglichen zweifelhaften Ergebnissen oder bei einem Foto-Finish als Hilfestellung.


Welche Zeitnehmer und Zeitmesssysteme gibt es?

Race Result

Innerhalb von wenigen Jahren hat sich Race Result als der weltweite Marktführer in der Zeitmessung von Ausdauersportveranstaltungen etabliert. Race Result bietet sowohl ein aktives als auch ein passives System an. Der große Vorteil von Race Result: Das Zeitmesssystem wird vorrangig an die Veranstalter oder externe Dienstleister direkt vermietet bzw. verkauft. Das heißt, es benötigt kein zusätzliches Personal für die Zeitmessung. Vereine oder Veranstalter, die regelmäßig Wettbewerbe organisieren, haben damit eine unabhängige und günstige Lösung.

RaceResult bietet zudem auch ein Online-Portal für Anmeldungen an.

Aus dem RaceResult-System resultieren zudem viele eigenständige Unternehmen, die das Zeitnehmungssystem von Race Result erworben haben und die Zeitnehmung und Betreuung von Veranstaltungen mittels dem System vom RaceResult umsetzen. Auch das ist ein entscheidender Grund für die stetig steigende Marktmacht von RaceResult.

Alle Laufveranstaltungen von Race Result anzeigen

Mika Timing

Das Unternehmen aus Deutschland war lange Zeit für nahezu alle großen Laufveranstaltungen in Deutschland zuständig. Auch jetzt ist Mika Timing noch gut vertreten, auch wenn zahlreiche Veranstalter mittlerweile zu RaceResult oder anderen Mitbewerbern abgewandert sind. Mika Timing bietet ein umfangreiches Paket aus aktiven und passiven Systemen. Die Zeitmessung ist sowohl mittels Chip am Schuh als auch mittels "MikaTag" an der Startnummer möglich. Ein Anmeldeportal gibt es ebenfalls.

Für große Veranstaltung, die eine Betreuung durch den Zeitnehmer wünschen, ist Mika Timing mit Sicherheit eines der professionellsten Unternehmen.

Alle Laufveranstaltungen von Mika Timing anzeigen

Pentek Timing

Was Mika Timing in Deutschland ist,  trifft auf Pentek Timing in Österreich zu. Wie auch Mika Timing, setzte Pentek Timing lange Zeit auf den ChampionChip am Schuh. Mittlerweile ist auch bei Pentek eine Zeitmessung mittels Tag auf der Startnummer möglich.

Lange Zeit war Pentek für die Betreuung der größten Laufveranstaltungen in Österreich zuständig. Mittlerweile haben sich jedoch auch diese auf weitere unterschiedliche Mitbewerber verteilt. Ein Online-Anmeldeportal gibt es ebenfalls.

Alle Laufveranstaltungen von Pentek Timing anzeigen

MyLaps

International breit aufgestellt ist zudem MyLaps. Angeboten wird ebenfalls die gesamte Palette aus aktiver und passiver Zeitmessung. Die Messung erfolgt mittels Champion-Chip am Schuh oder Transponder an der Startnummer.

Das Ergebnisportal von My Laps hinkt hingegen gegen vergleichbare Anbieter deutlich nach. Es gibt Stand 2022 keine Möglichkeiten direkt über das Portal live die Ergebnisse auf dem Portal Sporthive einzusehen.

Alle Laufveranstaltungen von My Laps anzeigen


Weitere bekannte Zeitnehmer und Zeitmesssysteme:

Auswahl an weiteren Zeitnehmern und Dienstleistern:

  • Abavent
    Vorrangig im deutschsprachigen Raum. Setzt auf die Technologie von RaceResult.
     
  • ALGE
    Im Spitzensport und in der Leichtathletik im Einsatz.
     
  • Baer Service
    In Deutschland im Einsatz. Setzt auf die Technologie von RaceResult.
  • Br-Timing
    In Deutschland für lokale Veranstaltung vertreten.
  • Datasport
    Betreut zahlreiche Großevents in der Schweiz
     
  • Davengo
    Vorrangig in Deutschland aktiv. Verwendet den "easychip", integriert in die Startnummer.
     
  • Fitlike (Saiko Sport-Timing)
    Lokaler Zeitnehmer aus Österreich. Nutzt vorrangig die Chip-Technologie am Laufschuh.

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Kommentare

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Bernhard
Freitag, 30. September 2022 19:04
Fitlike nutzt seit längerem schon TAG in der Startnummer und keine Chips am Schuh.
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D. Ackermann
Dienstag, 27. September 2022 15:12
Der Artikel vermittelt eine falsche Information. Die Zeitmessung startet laut den internationalen Wettkampfregeln NICHT erst wenn der Läufer oder Läuferin die Zeitmessanlage überschritten hat, sondern beim Startschuss.
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Benjamin Rotter
Dienstag, 27. September 2022 11:52
Was man vielleicht noch erwähnen könnte, ist das Thema Umweltfreundlichkeit. Diese RFID-Transponder in der Startnummer produzieren leider Metallschrott. ich finde zwar die Technologie mit Chip direkt in der Startnummer auch besser als den Chip am Schuh, umweltfreundlicher ist die Technologie aber definitiv nicht.
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