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Am Sonntag fällt der Startschuss zum womöglich hochkarätigsten Marathonrennen des Jahres.

Denn zum Tokio Marathon 2022 werden beide Marathon-Weltrekordhalter antreten. Bei den Herren trifft dies auf den Kenianer Eliud Kipchoge zu, bei den Damen ist Landsfrau Brigid Kosgei die Favoritin.

Starke Konkurrenz für Kipchoge und Kosgei

Brigid Kosgei hält seit 2019 mit 2:14:04 Stunden den Marathon-Weltrekord (gelaufen beim Chicago Marathon), Eliud Kipchoge lief 2018 beim Berlin Marathon bisher unerreichte 2:01:39 Stunden. Beide sind natürlich in Tokyo die Favoriten auf den Tagessieg. Doch Selbstläufer wird es weder für Kipchoge noch für Kosgei. Denn die Konkurrenz ist extrem stark.

Kipchoge will die Nr. 4

Für Eliud Kipchoge geht es dabei um einen weiteren Schritt zu seinem großen Karriereziel. Er möchte alle sechs World Marathon Majors gewinnen, ehe er nach den Olympischen Spielen 2024 womöglich zum Ultralauf wechselt. London, Berlin und Chicago hat der 37-Jährige bereits abgehackt. Nun soll Tokio folgen. Danach stünden nur noch die zwei Klassiker in den USA offen: New York und Boston.

Kipchoges Ziele: Sieg, Streckenrekord und sogar der Weltrekord?

In Tokio ist Eliud Kipchoge erstmals am Start, obwohl es mittlerweile sein zweiter Marathonlauf binnen weniger als einem Jahr in Japan ist. Denn vergangenen Sommer gewann er überlegen den Olympia-Marathon in Sapporo. Neben dem Ziel eines Tagessieges wird Kipchoge auch den Streckenrekord anstreben, den seit 2017 mit 2:03:58 Stunden sein Landsmann Wilson Kipsang hält. Ob sogar der Weltrekord von 2:01:39 Stunden in Reichweite ist, bleibt offen. Die Strecke in Tokio zählt auf jeden Fall zu den schnellsten Marathonkursen der Welt, wie auch der Kursrekord bei den Damen durch die Israelin Lonah Chemtai Salpeter mit 2:17:45 Stunden aus dem Jahr 2020 belegt.

Erste Marathonhälfte unter 61 Minuten

Vorrangiges Ziel in Tokio bleibt aber für Kipchoge der Sieg und damit ein weiterer Schritt auf den Weg zu den Six World Marathon Majors. Die Halbmarathon-Marke möchte Kipchoge in deutlich unter 61 Minuten zurücklegen, was offensichtlich auch auf einen Angriff auf seinen eigenen Marathon-Weltrekord hindeuten lässt. Bei seinem damaligen Weltrekord in Berlin legte er die ersten 21,1 km in 61:06 Minuten zurück.

Schärfster Konkurrent fehlt nun doch

Ob diese hohe Pace neben den Tempomachern und Eliud Kipchoge auch andere Athleten mitgehen möchten, bleibt offen. Leicht wird es Kipchoge aber garantiert nicht gemacht. Vier Läufer mit Bestleistungen unter 2:04 Stunden stehen am Start. Größter Konkurrent könnte Mosinet Geremew sein, der eine Bestzeit von 2:02:55 Stunden hält. Kipchoges Trainingskollege und womöglich härtester Konkurrent Birhanu Legese (PB: 2:02:48 Stunden) wurde hingegen kurzfristig von der Startliste gestrichen. Auch Amos Kipruto (Kenia, 2:03:30 Stunden) und Amsterdam-Champion Tamirat Tola (Äthiopien, 2:03:39 Stunden) haben Bestzeiten unter 2:04 Stunden und wollen in Tokio für Furore sorgen. Chancen auf einen Spitzenplatz hat zudem Lokalmatador Kengo Suzuki (PB: 2:04:56 Stunden). Ebenfalls am Start ist Shura Kitata (PB: 2:04:49 Stunden), der 2020 den Elite-Marathon in London gewann und dabei für eine von nur zwei Marathon-Niederlagen von Eliud Kipchoge verantwortlich war.

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Kosgei will zurück auf die Erfolgsspur

Auch bei den Damen wird für Brigid Kosgei ein Sieg beim Tokio Marathon nicht zum Kinderspiel. Zudem hat die Kenianerin in jüngster Zeit mehrmals bewiesen, dass sie nicht unschlagbar ist. Bei den Olympischen Spielen in Sapporo musste sie sich hinter Peres Jepchirchir mit Silber begnügen, beim London Marathon belegte sie vergangenes Jahr gar nur Platz 4.

Seriensiegerin Angela Tanui will Erfolgslauf fortsetzen

Zwar hat Kosgei mit ihrem Marathon-Weltrekord von 2:14:04 Stunden fast vier Minuten Guthaben auf die zweitschnellste Läuferin in der Meldeliste des Tokio-Marathons, doch die Konkurrenz ist brandgefährlich. Vor allem Teamkollegin Angela Tanui brennt nach ihrem Streckenrekord beim Amsterdam Marathon (2:17:57 Stunden) auf einen weiteren Sieg und möglicherweise sogar auf einen weiteren Streckenrekord. Im vergangenen Jahr gewann Tanui bei all ihren 3 Marathon-Starts (Dhaka, Siena, Amsterdam), nun soll der vierte Marathon-Sieg in Serie folgen.

Weitere Läuferinnen unter 2:20 Stunden

Stark einzuschätzen sind auch die zwei Äthiopierinnen Ashete Bekere (PB: 2:18:18 Stunden) und Hiwot Gebrekidan (PB: 2:19:35 Stunden). Die 33-jährige Bekere belegte 2021 beim London-Marathon Platz 3 vor Kosgei, 2019 gewann sie die Marathons in Berlin und Rotterdam. Hiwot Gebrekidan war 2021 in Mailand erfolgreich und Zweite beim Berlin-Marathon.

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38-jährige US-Läuferin in Höchstform

Stärkte Japanerin im Feld ist Mao Ichiyama mit einer Bestzeit von 2:20:09 Stunden. Auch die Siegerin des Berlin-Marathons, Gotytom Gebreslase (PB: 2:20:09 Stunden) ist in Tokio am Start, genauso wie die 38-jährige Sara Hall (PB: 2:20:32 Stunden), die Anfang des Jahres einen US-Rekord über die Halbmarathondistanz aufstellte.

Tokio-Marathon: LIVE-Video

Der Tokio Marathon startet um 9:10 Uhr japanischer Ortszeit bzw. 1:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Das Rennen wird leider nicht im Free-TV übertragen. Über den Eurosport-Player kann das Rennen in 63 Ländern gesehen werden. Auch Canal+, Flotrack und ESPN übertragen den Tokio Marathon live.

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