Fällt in London endlich wieder ein Marathon-Weltrekord?
Mittlerweile sind 22 Jahre vergangen, seit in London ein Marathon-Weltrekord aufgestellt wurde. Damals lief die Britin Paula Radcliffe im Jahr 2003 mit 2:15:25 Stunden eine Zeit, die über 16 Jahre als unerreicht galt.
Die lange Wartezeit auf einen Weltrekord
Seit Radcliffes legendärem Lauf hat London zwar regelmäßig schnelle Zeiten erlebt, doch für einen Weltrekord reichte es nicht mehr. Der Fokus auf exzellente Bedingungen und die besten Athleten führte dennoch zu beeindruckenden Streckenrekorden. Besonders hervorzuheben ist der Lauf von Kelvin Kiptum im Jahr 2023, der mit 2:01:25 Stunden Eliud Kipchoges damaligen Streckenrekord um mehr als eine Minute verbesserte. Doch der Weltrekord blieb ihm um gerade einmal 16 Sekunden verwehrt.
Nur wenige Monate später schrieb Kiptum Geschichte, als er in Chicago mit 2:00:35 Stunden einen neuen Marathon-Weltrekord aufstellte. Tragischerweise endete sein Leben kurze Zeit später bei einem Autounfall. Mit ihm ging eine viel zu kurze Ära des Ausnahmeathleten zu Ende.
2025: Frauen im Fokus
Durch Kiptums Verlust und das Fehlen eines vergleichbaren Superstars bei den Männern richtete sich der Blick in diesem Jahr verstärkt auf das Elitefeld der Frauen. Der Frauen-Weltrekord liegt mittlerweile bei unter 2:10 Stunden – eine beeindruckende Entwicklung, die das Potenzial für Rekordzeiten in London aufzeigt.
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Zweifel am Marathon-Weltrekord: Umfassende Analyse mit interessanten Ergebnissen
Radcliffes 22 Jahre alter Streckenrekord ist längst überfällig, übertroffen zu werden. Der London Marathon 2025 bot hierfür die perfekte Bühne. Als Post-Olympia-Jahr war es der ideale Zeitpunkt, um die absolute Weltspitze an den Start zu bringen. In der Teilnehmerliste reihten sich Weltklasseläuferinnen wie Perlen auf einer Kette, während auch das Männerfeld mit beeindruckenden Namen aufwartete. Die absoluten Superstars auf der Startliste waren aber zweifelsfrei die amtierenden Marathon-Olympiasieger Sifan Hassan (Niederlande) und Tamirat Tola (Äthiopien) sowie Marathon-Weltrekordläuferin Ruth Chepngetich (Kenia) und Ex-Marathon-Rekordhalter Eliud Kipchoge (Kenia) der den M40-Weltrekord von Kenenisa Bekele (2:04:19 Stunden) angreifen wollte. Bekele selbst, der auf der Startliste stand, musste aber kurzfristig absagen, genauso auch Chepngetich. Auch Deutschlands ehemalige Rekordhalter Amanal Petros stand auf der Startliste.
Die Bedeutung von London für den Laufsport
Der London Marathon bleibt einer der prestigeträchtigsten Läufe der Welt. Mit seiner Mischung aus historischer Kulisse, begeisterten Zuschauern und einer flachen, schnellen Strecke zählt er zu den Highlights im internationalen Marathon-Kalender. Doch um den Status als Rekordstrecke wiederzuerlangen, braucht es nicht nur starke Athleten, sondern auch ideale Wetterbedingungen und eine perfekte Renntaktik.
Ein Rekordtag in London: Tigist Assefa brilliert, Sabastian Sawe dominiert
Bei strahlendem Sonnenschein sorgte Tigist Assefa für einen historischen Moment: In 2:15:50 Stunden pulverisierte sie den Frauen-Weltrekord für reine Frauenrennen um 26 Sekunden und feierte ihren ersten Triumph beim TCS London Marathon. (Ein fragwürdiger Marathon-Weltrekord beim London Marathon 2025)
Assefa setzt neue Maßstäbe
Schon früh war klar, dass etwas Großes in der Luft lag. Das Führungsteam mit Joyciline Jepkosgei, Assefa, Sifan Hassan und Megertu Alemu fegte die ersten fünf Kilometer in unglaublichen 15:34 Minuten hinweg – schneller als jede geplante Zwischenzeit und auf Kurs Richtung Marathon-Geschichte.
Auch die 10-km-Marke wurde in einem Wahnsinnstempo von 31:16 erreicht. Nach dem 15-km-Punkt bei 47:11 fiel Hassan erstmals etwas zurück, kämpfte sich aber zunächst wieder heran. Doch ab Kilometer 20 öffnete sich die erste entscheidende Lücke: Assefa und Peres Jepchirchir setzten sich ab und passierten die Halbmarathonmarke nach 1:06:40 – zehn Sekunden vor Hassan.
Der finale Angriff
Nach 25 Kilometern verabschiedete sich der letzte Tempomacher, und es war klar: Jetzt geht es Mann gegen Mann – oder besser: Frau gegen Frau. Assefa und Jepkosgei lagen vorne, während Hassan bereits 26 Sekunden zurücklag.
Bei Kilometer 35 in 1:52:12 dann die Attacke: Nach drei konstanten Meilenzeiten von 5:26, 5:26 und 5:28 setzte Assefa ein Zeichen. Ihre 24. Meile in 5:03 Minuten war eine Ansage, die niemand beantworten konnte. Mit einem Vorsprung von 56 Sekunden stürmte sie dem Ziel entgegen und überquerte die Ziellinie in einer sensationellen Zeit – der drittschnellsten Marathonleistung ihrer Karriere.
"Als ich die Ziellinie überquerte, war ich überglücklich," sagte Assefa im Ziel. "Mein Ziel ist es jetzt, meinen Weltrekord zurückzuholen." Sie ergänzte: "Ich war auf jede Rennsituation vorbereitet, ob Sprint oder früher Angriff. Die Hauptsache war eine perfekte Vorbereitung."
Starke Leistungen der Verfolgerinnen
Jepkosgei kämpfte sich als Zweite in 2:18:44 ins Ziel, während Hassan in 2:19:00 Rang drei belegte. Haven Hailu Desse wurde Vierte mit einer persönlichen Bestzeit von 2:19:17. Die frühere Siegerin Vivian Cheruiyot erreichte als Fünfte das Ziel (2:22:32), zehn Sekunden vor Stella Chesang. Auf den weiteren Plätzen glänzten Sofiia Yaremchuk mit einem italienischen Rekord (2:23:14) und Eilish McColgan, die bei ihrem Marathon-Debüt in 2:24:25 Achte wurde.
Sawe zaubert bei den Männern
Im Männerrennen setzte Sabastian Sawe ein ähnliches Ausrufezeichen. In 2:02:27 holte er sich eindrucksvoll den Sieg – nur Kelvin Kiptum war je schneller in London gelaufen. Nach seinem Debüttriumph in Valencia (2:02:05) festigte Sawe seinen Status als neue Marathongröße.
Schon die Anfangsphase war hochklassig: 5 km in 14:25 Minuten, 10 km in 28:57. Das Tempo forderte bald Tribut, und die Spitzengruppe dezimierte sich stetig. Bei 30 Kilometern übernahm Sawe die Initiative, ließ das Trinkangebot links liegen und legte einen beeindruckenden Antritt hin. Ein 20. Meilen-Split von 4:18 Minuten und ein 5-km-Abschnitt in 13:56 Minuten besiegelten seine Vorherrschaft.
Mit 46 Sekunden Vorsprung passierte Sawe die 40-km-Marke und triumphierte schließlich souverän. "Ich war sehr zuversichtlich, weil ich perfekt vorbereitet war," erklärte der strahlende Sieger.
Starke Debüts und große Namen
Jacob Kiplimo zeigte ein fantastisches Marathondebüt: In 2:03:37 wurde er sicher Zweiter. Alexander Mutiso Munyao komplettierte das Podium in 2:04:20 und setzte sich knapp gegen Abdi Nageeye durch, der den niederländischen Rekord verbesserte. Auch Tamirat Tola (2:04:42), Marathon-Legende Eliud Kipchoge (2:05:25), Hillary Kipkoech (2:06:05) und Amanal Petros (2:06:30) blieben unter der 2:07-Marke.
Mahamed Mahamed war bester Brite mit einer Zeit von 2:08:52. Olympia-Triathlon-Champion Alex Yee überzeugte bei seinem Marathon-Debüt mit respektablen 2:11:08.
Ergebnisse London Marathon 2025: Herren
| Pl. | Name | Time |
|---|---|---|
| 1 | SAWE Sabastian | 02:02:27 |
| 2 | KIPLIMO Jacob | 02:03:37 |
| 3 | MUNYAO Alexander | 02:04:20 |
| 4 | NAGEEYE Abdi | 02:04:20 |
| 5 | TOLA Tamirat | 02:04:42 |
| 6 | KIPCHOGE Eliud | 02:05:25 |
| 7 | KIPKOECH Hillary | 02:06:05 |
| 8 | PETROS Amanal | 02:06:30 |
| 9 | MAHAMED Mahame | 02:08:52 |
| 10 | MENGESHA Milkesa | 02:09:01 |
| 11 | BUCHANAN Andrew | 02:09:11 |
| 12 | LIPSCHITZ Adam | 02:09:48 |
| 13 | MOEN Sondre Norstad | 02:09:57 |
| 14 | YEE Alex | 02:11:08 |
| 15 | GHEBRESILASE W. | 02:11:21 |
| 16 | SMITH Jake | 02:11:57 |
| 17 | LAGUERA Marcelo | 02:12:03 |
| 18 | SALVANO Kevin | 02:13:03 |
| 19 | MILNE Alex | 02:14:03 |
| 20 | SESEMANN Philip | 02:14:46 |
| 21 | HOGAN Sean | 02:14:51 |
| 22 | SMITH Logan | 02:15:23 |
| 23 | BISHOP David | 02:15:58 |
| 24 | BRADEN Ross | 02:21:05 |
| 25 | AVERY Carl | 02:23:19 |
| 26 | HOAD James | 02:23:30 |
| 27 | HEYES Andrew | 02:24:49 |
| 28 | ALLEN Jacob | 02:27:59 |
| 29 | THOMAS Chris | 02:30:00 |
| 30 | MYCROFT William | 02:30:11 |
Ergebnisse London Marathon 2025: Frauen
| Pl. | Name | Time |
|---|---|---|
| 1 | ASSEFA Tigst | 02:15:50 |
| 2 | JEPKOSGEI Joyciline | 02:18:44 |
| 3 | HASSAN Sifan | 02:19:00 |
| 4 | DESSE Haven Hailu | 02:19:17 |
| 5 | CHERUIYOT Vivian | 02:22:32 |
| 6 | CHESANG Stella | 02:22:42 |
| 7 | YAREMCHUK Sofiia | 02:23:14 |
| 8 | MCCOLGAN Eilish | 02:24:25 |
| 9 | HARVEY Rose | 02:25:01 |
| 10 | SULLIVAN Susanna | 02:29:30 |
| 11 | BOWDEN Phily | 02:30:28 |
| 12 | BOOKMYER Molly | 02:32:31 |
| 13 | ARCHER Holly | 02:39:45 |

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