Es gibt kaum eine Laufveranstaltung in Deutschland, die in den letzten Jahren einen vergleichbaren Aufschwung erlebt hat wie der Hamburg Marathon.
Auch die diesjährige Auflage, die am 27. April 2025 stattfand, setzte diesen beeindruckenden Trend fort. Bereits Monate vor dem Event waren alle Startplätze restlos ausverkauft, sodass die Hansestadt insgesamt 38.000 Sportler begrüßen durfte.
Ein ausverkauftes Event mit Rekordzahlen
Mit 15.000 Marathonläufern und tausenden Teilnehmern in den Rahmenbewerben – wie dem Halbmarathon und dem Staffellauf – untermauerte Hamburg erneut seinen Status als eines der größten Laufevents in Deutschland. Bereits im Vorjahr überholte Hamburg mit 11.265 Finishern den Frankfurt Marathon und sicherte sich so die Position als zweitgrößter Marathon Deutschlands, hinter Berlin. (Lauf-Boom in Deutschland: Marathon-Rekordzahlen und starke Frauen)
Die Begeisterung für den Hamburg Marathon wächst stetig, was nicht zuletzt auf die beeindruckende Organisation und die einzigartige Streckenführung zurückzuführen ist. Die Route führt durch die schönsten Ecken der Hansestadt und begeistert Läufer wie Zuschauer gleichermaßen mit ihrer urbanen Atmosphäre und den motivierenden Anfeuerungsrufen der Hamburger.
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Hamburg auf Augenhöhe mit den großen Marathons
Auch sportlich steht der Hamburg Marathon längst in einer Liga mit den großen internationalen Marathons. Die Streckenrekorde wurden in den letzten Jahren immer wieder verbessert und zeigen, welches Potenzial in der flachen, schnellen Strecke steckt. Bernard Koech aus Kenia stellte 2023 mit 2:04:09 Stunden einen neuen Streckenrekord auf und bestätigte im Folgejahr mit 2:04:24 Stunden seine Klasse. 2025 hatte er nun die Chance auf einen historischen Hattrick in Hamburg.
Doch die Topstars waren andere, wie etwa Guye Adola, Kinde Atanaw und Amos Kipruto, die allesamt mit Bestzeiten unter 2:04 Stunden anreisten. Euch Marathon-Europameister Richard Ringer war unter den Teilnehmern. Bei den Frauen führte die ehemalige Weltrekordhalterin Brigid Kosgei das Feld an.
Die sportlichen Leistungen in Hamburg können sich inzwischen sogar mit denen des zeitgleich stattfindenden London Marathons messen. Experten sehen die Strecke an der Elbe als eine der schnellsten in Europa, was die Stadt für internationale Spitzenläufer zunehmend attraktiv macht.
Ein Lauf für die Geschichtsbücher: Amos Kipruto setzt neue Maßstäbe in Hamburg
Amos Kipruto aus Kenia sprintete mit einer unglaublichen Zeit von 2:03:46 Stunden ins Ziel und pulverisierte damit den bisherigen Streckenrekord. Noch nie zuvor hatte ein Läufer in der Hansestadt die magische Grenze von 2:04 Stunden unterboten. Es war nicht nur ein Triumph, es war ein Statement – die viertschnellste Marathonzeit weltweit in diesem Jahr! Nur wenige Sekunden dahinter folgte sein Landsmann Philemon Kiplimo, der in 2:04:01 ebenfalls unter der alten Bestmarke blieb. Mit Erick Sang, der in 2:04:30 die Ziellinie überquerte, wurde das Podium zu einer rein kenianischen Machtdemonstration. Ein Ausrufezeichen setzte auch Deutschlands Topläufer Richard Ringer vom LC Rehlingen, der als Siebenter mit 2:07:23 Stunden ein beeindruckendes Rennen ablieferte und als einziger deutscher Eliteläufer die Fahnen hochhielt.
Der Marathon der Frauen: Eine Äthiopierin auf dem Gipfel
Auch das Rennen der Frauen schrieb Geschichte: Workenesh Edesa aus Äthiopien lief in einer Weltklassezeit von 2:17:55 zum Sieg. Damit erreichte sie die zweitschnellste je in Hamburg gelaufene Zeit und stellte gleichzeitig eine persönliche Bestmarke auf. Dicht dahinter folgte die frühere Weltrekordlerin Brigid Kosgei in 2:18:26, während Sichala Kumeshi (2:19:53) den dritten Platz sicherte. Noch nie zuvor in der Geschichte des Haspa Marathon Hamburg hatten drei Frauen Zeiten unter 2:20 erreicht – ein Meilenstein! Für die Norwegerin Karoline Grovdal, die auf ein starkes Debüt hoffte, kam das bittere Aus vor der 30-Kilometer-Marke – Blasen an den Füßen zwangen sie zur Aufgabe.
Die Männer auf Rekordjagd: Ein Rennen wie aus dem Lehrbuch
Bereits zu Beginn deutete sich Großes an: Zwölf Athleten erreichten die Halbmarathonmarke nach schnellen 61:47 Minuten – perfekt im Soll für einen neuen Streckenrekord. Nach der 30-Kilometer-Marke fiel die erste Entscheidung: Amos Kipruto, Philemon Kiplimo, Erick Sang und Felix Kibitok setzten sich ab. Während Kibitok und Sang später abreißen lassen mussten, entfesselte Kipruto auf den letzten Kilometern ein wahres Feuerwerk. „Philemon und ich haben uns gegenseitig unterstützt - das hat prima funktioniert“, erklärte der strahlende Sieger. Und voller Emotionen fügte er hinzu: „Der Hamburg-Marathon ist ein fantastisches Rennen, die Unterstützung der Zuschauer hat mich angetrieben. Ich werde im nächsten Jahr wieder kommen.“ Auch Richard Ringer zeigte ein beherztes Rennen, lief anfangs sogar auf Kurs Richtung 2:05:10 Stunden. „Viele sind zu schnell losgelaufen, es herrschte aufgrund der sehr guten Wetterbedingungen eine gewisse Euphorie“, bilanzierte er später. Trotz Tempowechseln und Rhythmusverlust nach 30 Kilometern erreichte Ringer mit 2:07:23 die drittschnellste Zeit seiner Karriere – und die schnellste eines deutschen Läufers überhaupt auf Hamburgs Straßen.
Die Frauen: Spannung pur bis Kilometer 30
Eine fünfköpfige Spitzengruppe dominierte anfangs das Rennen der Frauen, hielt sich exakt auf Kurs zum Streckenrekord. Halbmarathonmarke: 68:39 Minuten. An der Spitze liefen Brigid Kosgei, Sichala Kumeshi und Workenesh Edesa. Doch mit zunehmender Distanz setzte sich Edesa ab. „Ich bin sehr glücklich. Ich bin bewusst den ersten Teil nicht zu schnell gelaufen, damit ich dann noch zulegen konnte. Ab Kilometer 30 wusste ich, dass ich gewinne.“ Mit unwiderstehlicher Leichtigkeit baute sie ihren Vorsprung aus und holte sich verdient den Sieg. Für Norwegens Hoffnungsträgerin Karoline Grovdal kam das bittere Aus: Probleme mit den Schuhen raubten ihr die Chance auf einen neuen Landesrekord.
Drama kurz vor dem Triumph: Läufer beim Hamburg-Marathon reanimiert
Ein Fest des Laufsports – Rekordzahlen beim Haspa Marathon
Der 39. Haspa Marathon Hamburg sprengte auch abseits der Eliterennen alle Rekorde. Rund 15.000 Marathonläufer gingen an den Start. Mit allen Rahmenwettbewerben wurden beeindruckende 38.000 Meldungen verzeichnet. „Wir sind natürlich sehr froh über den Streckenrekord und die drei Zeiten unter 2:20 bei den Frauen - das ist insgesamt ein tolles Resultat. Wir hatten jetzt in den Jahren 2022, 2023 und 2025 Streckenrekorde, darauf sind wir sehr stolz“, freute sich Chef-Organisator Frank Thaleiser. Im Jedermann-Marathon erreichten 11.677 Teilnehmer das Ziel, dazu 1.386 Staffeln und 3.976 Halbmarathonläufer sowie drei Handbiker – ein eindrucksvoller Beleg für die Begeisterung am Laufen in Hamburg. Die 40. Jubiläumsausgabe des Haspa Marathon Hamburg steigt am 26. April 2026 – ein Termin, den sich Laufbegeisterte jetzt schon rot im Kalender markieren sollten!
Ergebnisse Marathon Hamburg 2025: Herren
- Amos Kipruto KEN 2:03:46
- Philemon Kiplimo KEN 2:04:01
- Erick Sang KEN 2:04:30
- Elroy Gelant RSA 2:05:36
- Kinde Atanaw ETH 2:06:58
- Richard Ringer GER 2:07:23
- Alfonce Kigen KEN 2:07:39
Ergebnisse Hamburg Marathon 2025: Frauen
- Workenesh Edesa ETH 2:17:55
- Brigid Kosgei KEN 2:18:26
- Sichala Kumeshi ETH 2:19:53
- Shitaye Eshete ETH 2:20:32
- Cynthia Chemweno KEN 2:23:39
- Balemlay Shumet ETH 2:27:05
- Natasha Cockram GBR 2:27:12
- Rebecca Lonedo ITA 2:28:42
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