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Der Weltleichtathletikverband World Athletics hat in Zusammenarbeit mit RunRepeat die bis dato weltweit größte Analyse von Laufveranstaltungen veröffentlicht.

Die Analyse beinhaltet über 107 Millionen Laufergebnisse von mehr als 70.000 Events zwischen 1986 und 2018. Dabei gab es einige sehr interessante Ergebnisse.

Analysiert wurden die Daten von 96 % aller Laufveranstaltungen aus den USA, 91 % der Veranstaltungen aus Europa, Kanada und Australien und einem Großteil der Events aus Asien, Afrika und Südamerika. Die Ergebnisse der Profiläufer wurden nicht berücksichtigt. Walking-Veranstaltungen und Obstacle Runs wurden ebenfalls aus der Studie ausgeschlossen.https://vg09.met.vgwort.de/na/af2634410f1f4cc6aced410240cca215

Das sind die interessantes Ergebnisse der Studie (The State of Running 2019):

1) Die langsamsten Marathonläufer aller Zeiten

Im Jahr 1986 lief der durchschnittliche Marathonläufer eine Zeit von 3:52:35 Stunden. 2018 waren es nur noch 4:32:49 Stunden - also eine Verschlechterung um über 40 Minuten und der schwächste Wert seit Beginn der Datenerhebung. Allerdings steigt die Marathonzeit seit 2001 (4:28:56 Stunden) pro Jahr nur noch minimal an.

2) Das sind die besten Länder

Spanien hat im Durchschnitt die besten Marathonläufer, dahinter folgt die Schweiz, die allerdings die Kategorie der schnellsten 10-Kilometer-Läufer anführt. In Russland wird am Schnellsten Halbmarathon gelaufen, aus der Ukraine kommen die schnellsten 5-Kilometerläufer. USA hat die langsamsten Läufer.

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3) Erstmals mehr Frauen

2018 waren 50,24 Prozent der Finisher weiblichen Geschlechts. Damit traten erstmals mehr Frauen zu Laufevents an, als Herren. Über die 5 km Distanz erreichten Frauen einen Anteil von fast 60 %, im Marathonlauf sind es hingegen nur etwas mehr als 30 %.

4) Deutschland liebt Marathon

Deutschland ist das Land mit dem größten Anteil an Marathonläufern. Rund 40 % der registrieren Läufer haben einen Marathon bestritten. In den USA hingen dominieren die 5 Kilometer (> 50 %). In Österreich sorgt der Halbmarathon für die meisten Teilnehmer.

Kontinental gesehen dominiert in Nordamerika die 5 km-Distanz, in Asien die 10-Kiloemterdistanz, in Europa und Ozean der Halbmarathon. Asien hat unter den Korntinten den höchsten Anteil an Marathonläufern.

5) Laufboom hat seinen Höhepunkt erreicht

Seit 2016 ist die Teilnahme an Laufevents um 13 % zurückgegangen. Damals wurde mit 9,1 Millionen registrierten Läufern der Höchstwert erreicht, 2018 waren es 7,9 Millionen Läufer. Das stärkste Wachstum verzeichnete in den letzten Jahren Asien. In den letzte zehn Jahren konnte trotzdem eine Steigerung von 5 Millionen auf 7,9 Millionen (+ 58 %) verzeichnet werden.

6) Halbmarathon und 5 km (noch) sehr beliebt

Die meisten Sportler absolvierten im vergangenen Jahr einen Halbmarathon (2,1 Millionen) oder einen 5-Kilometerlauf (2,9 Millionen). Diese zwei Gruppen verzeichneten allerdings auch den größten Rückgang in den letzten zwei Jahren. So waren es beim Halbmarathon 2016 noch 2,9 Millionen (- 25 %) und über die 5 km 3,4 Millionen (- 13 %). Die Entwicklung beim Marathon ist hingegen ziemlich konstant.

7) Schweiz mit dem niedrigsten Frauenanteil

Island hat mit 59 % Frauen bei Wettkämpfen den höchsten Anteil, dicht gefolgt von USA (58 %) und Kanada (57 %). Schlusslicht ist die Schweiz (16 %). Ebenfalls schwach abgeschnitten haben Japan (17 %), Indien (19 %), Italien (19 %) und Korea (21 %).

8) Kleine Events unter Druck

Großevents (über 5.000 Teilnehmer) verzeichneten in den letzten zwei Jahren einen Rückgang um nur 9 %, kleinere Events hingegen um 13 %.

9) Alte Läufer

2018 betrug das Durchschnittsalter aller Läufer 39,3 Jahre - Höchstwert. 1986 waren es 35,2 Jahre.

10) Die schnellsten Marathonländer

  1. Spanien 3:53 Stunden
  2. Schweiz 3:55 Stunden
  3. Portugal 3:59 Stunden
  4. Ukraine 3:59 Stunden
  5. Norwegen 4:01 Stunden

weiters: 12. Österreich 4:10 Stunden, 20. Deutschland 4:14 Stunden, 37. USA 4:42 Stunden, 46. Malaysia 5:46 Stunden

Berücksichtigt man nur die Frauenergebnisse, ist die Schweiz mit einer Zeit von 4:04 Stunden überlegen vor Island (4:13 Stunden) die beste Nation. In den letzten Jahren ist die Verbesserung der Läufer in der Ukraine am Besten (28:28 Minuten schneller), Läufer aus Deutschland wurden hingegen um 8:18 Minuten langsamer, Läufer aus Österreich sogar um 14:58 Minuten. Schlusslicht ist Vietnam mit einer Verschlechterung um 58:37 Minuten.

11) Die schnellsten Halbmarathonländer

  1. Russland 1:45 Stunden
  2. Belgien 1:48 Stunden
  3. Spanien 1:50 Stunden
  4. Italien 1:50 Stunden
  5. Irland 1:52 Stunden

weiters: 18. Deutschland 2:00 Stunden, 22. Österreich 2:03 Stunden, 41. USA 2:10 Stunden, 53. Malaysia 2:36 Stunden

Deutschland zählt zu den Ländern mit der größten Verschlechterung in den letzten zehn Jahren (+ 9:24 Minuten), Russland hat sich hingegen am deutlichsten verbessert (- 13:45 Minuten).

12) Die schnellsten 10-Kilometer-Länder

  1. Schweiz 52 Minuten
  2. Luxemburg 53 Minuten
  3. Portugal 53 Minuten
  4. Italien 53 Minuten
  5. Polen 54 Minuten

weiters: 13 Deutschland 55 Minuten, 31. Österreich 60 Minuten, 32 USA 61 Minuten, 35 Nigera 85 Minuten

Österreich nimmt nur Platz 31 von 35 Nationen ein. Bei den Frauen führt Portugal die Wertung an (55 Minuten). Österreich ist allerdings eine von fünf Nationen, die sich in den letzten 10 Jahren verbesserte (allerdings um lediglich 13 Sekunden).

Über die 5 km nimmt Österreich sogar Platz 5 ein (29 Minuten Durchschnittszeit), die Schweiz ist Dritter (28 Minuten) hinter der Ukraine und Ungarn (jeweils 27 Minuten), Deutschland belegt mit 30 Minuten Rang 7.

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Kommentare   

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früher, und da reden wir von 30 Jahren und früher, liefen nur diejenigen einen Marathon, die sich intensiv in Leichtathletikvereinen darauf vorbereitet hatten und auch gute 10 km Läufer/innen waren. Da war es bei den Zieleinläufen an der Tagesordnung, dass ca. ein Drittel aller Läufer sub 3 Std. liegen und die langsamsten im Bereich sub 4 Std. ins Ziel kamen. Bis vor ein paar Jahren lag die maximale Zielzeit beim Pulheim Marathon noch bei 4:30 Std. und auch beim Königsforst Marathon war nach 4:30 Schluß gewesen. Aber der Hype beim Marathon ist seit Jahren vorbei, Hochkonjunktur haben jetzt wieder HM und 10 km Läufe (erfordern ja kein so intensives Training), den meisten geht es ums ankommen und sie wollen eher ein Event haben und das ist auch okay:-))
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Muss jetzt eigentlich über eine bessere Förderung der Männer im Laufsport nachgedacht werden? Brauchen wir spezielle Männerläufe oder vllt sogar eine verbindliche Quote? ;)
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