Vienna City Marathon auf der Reichsbrücke
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Vienna City Marathon 2026 Startliste: Die Rekordjagd kann beginnen

Die Bühne ist bereitet für ein Rennen, das Spannung verspricht: Der Vienna City Marathon geht am Sonntag in seine 43. Auflage und bringt ein internationales Spitzenfeld an die Startlinie.

Im Fokus steht vor allem das Frauenrennen, in dem gleich mehrere Athletinnen mit klaren Ambitionen antreten.

Rekord im Visier der Favoriten

Im Mittelpunkt stehen Betty Chepkemoi, Haftamnesh Tesfaye und Tigist Gezahagn. Tesfaye bringt mit 2:20:13 die schnellste Bestzeit mit nach Wien und liegt damit sogar unter dem aktuellen Streckenrekord von 2:20:59. Genau diese Marke soll beim Vienna City Marathon fallen.

Dass eine Zeit unter 2:20 Stunden in Wien bisher noch nicht gelungen ist, sorgt zusätzlich für Motivation. Häufig spielte das Wetter nicht mit, diesmal hoffen Athleten und Veranstalter auf bessere Bedingungen. Die Vorzeichen sind jedenfalls vielversprechend.

Titelverteidigerin mit Rückenwind

Chepkemoi reist mit guten Erinnerungen an. Die Kenianerin gewann im Vorjahr unter schwierigen Bedingungen und stellte dabei eine persönliche Bestzeit auf.

„Es ist großartig, wieder hier zu sein. Es motiviert mich sehr, erneut durch Wien zu laufen. Mein Sieg im letzten Jahr war ein emotionales Erlebnis, das mein Leben verändert hat. Es war mein zweiter Marathon, ich habe gewonnen und meine Bestzeit um zehn Minuten verbessert,“ erklärte sie.

Für den diesjährigen Vienna City Marathon sieht sie sich besser vorbereitet: „Im Vergleich zum letzten Jahr bin ich in besserer Form.“ Dennoch wird eine weitere Steigerung nötig sein, um den Titel zu verteidigen.

Tesfaye meldet sich zurück

Bei Tesfaye bleibt ein Fragezeichen hinter der aktuellen Form. Die Äthiopierin war lange nicht auf der großen Bühne zu sehen. Ihre Pause hatte jedoch einen besonderen Grund.

„Während der Pandemie gab es keine Rennen, also habe ich mich entschieden, eine Familie zu gründen. Ich habe zwei Söhne, die jetzt fünf und drei Jahre alt sind,“ sagte sie.

Gemeinsam mit ihrer Schwester Fotyen Tesfay trainiert sie in Addis Abeba. „Wir leben zusammen und absolvieren viel Training gemeinsam. Einige schnellere Einheiten machen wir aber getrennt.“

Ein kleiner Seitenhieb darf nicht fehlen: „2020 war ich noch schneller als meine Schwester, jetzt ist es umgekehrt. Aber ich versuche aufzuholen.“

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Gezahagn mit ungewöhnlichem Weg

Gezahagn gehört zu den spannendsten Namen im Feld. Erst im Vorjahr stieg sie in den Marathon ein und lieferte sofort starke Leistungen ab. Nach ihrem Debüt in Sevilla folgten Siege in Ljubljana und Doha sowie deutliche Verbesserungen ihrer Bestzeit.

Ihre sportliche Vergangenheit ist außergewöhnlich: Die Äthiopierin gewann Gold über 1.500 Meter bei den Paralympischen Spielen 2021 und 2024.

„Ich hoffe, erneut eine persönliche Bestzeit zu laufen,“ sagte sie mit Blick auf den Vienna City Marathon.

Gezahagn ist sehbehindert, was im Rennen zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. „Ich kann nur Dinge sehen, die sehr nah sind. Im Training helfen mir meine Teamkollegen. Im Rennen ist die größte Schwierigkeit, die Flaschen an den Verpflegungsstellen zu unterscheiden.“

Das große Laufbuch der Trainingspläne

In Wien dürfte dieses Problem reduziert sein, da ein persönlicher Getränkeservice für ausgewählte Läufer bereitgestellt wird.

Starkes Feld und große Kulisse

Hinter der Spitzengruppe wird Lindsay Flanagan erwartet. Die US-Amerikanerin bringt eine Bestzeit von 2:23:31 mit, musste jedoch zuletzt verletzungsbedingt pausieren.

„Wien ist eine großartige Stadt, sie hat Laufgeschichte geschrieben. Der Termin im April hat gut in meine Vorbereitung gepasst, deshalb habe ich mich für dieses Rennen entschieden. Ich habe bereits im Prater trainiert, wo Eliud Kipchoge die 1:59 gelaufen ist. Dort waren viele Läufer unterwegs, das war beeindruckend,“ sagte sie.

Der Vienna City Marathon setzt auch organisatorisch Maßstäbe. Insgesamt wurden 49.000 Meldungen registriert, davon gehen 13.000 über die klassische Distanz an den Start. Damit gehört das Event zu den größten Marathonveranstaltungen Europas und ist Teil der neuen Serie der European Marathon Classics.

Alles deutet darauf hin, dass der Vienna City Marathon auch in diesem Jahr für Schlagzeilen sorgt. Ob tatsächlich ein neuer Streckenrekord fällt, entscheidet sich am Sonntag auf den Straßen der Stadt.

Teilnehmerliste Vienna City Marathon 2026: Frauen Elite

NameLandBestzeit
Haftamnesh Tesfaye ETH 2:20:13
Tigist Gezahagn ETH 2:21:14
Lindsay Flanagan USA 2:23:31
Betty Chepkemoi KEN 2:24:14
Mary Granja ECU 2:26:34
Faith Chepkoech KEN 2:26:22
Hellen Chepkorir KEN 2:27:17
Tegest Ymer ETH 2:29:11
Caroline Korir KEN 2:29:46
Abigail Jepkemboi KEN 2:29:56
Eva Wutti AUT 2:30:43
Aiwa Sakaguchi JPN 2:31:50
Hanne Maridal NOR 2:32:14

Weitere Informationen zum Wien Marathon:

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