Anti Corona Run

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Neben dem 100-Meterlauf ist der Marathonlauf das Leichtathletik-Highlight bei den Olympischen Sommerspielen.

Nach der coronabedingten Absage im Jahr 2020 soll es nun diesen Sommer im 2. Anlauf mit den Olympischen Sommerspielen in Tokio klappen.

Doch Tokio ist nicht der Austragungsort des Marathonlaufes. Denn aufgrund der erwartet hohen Temperaturen wurde der Marathonlauf, ebenso wie die Bewerbe der Geher, nach Sapporo verlegt. Dort soll es bei etwas kühleren Bedingungen deutlich angenehmer für die Sportler und Sportlerinnen sein.

Der Marathon-Zeitplan in Japan

Die Marathonläufe bilden den krönenden Abschluss der Leichtathletik-Entscheidungen bei den Olympischen Spielen. Der Frauen-Marathon findet am Samstag, dem 7. August statt, der Marathonlauf einen Tag später zum Abschlusstag der Olympischen Spiele:

  • Frauen- Marathon: 7. August 2021 – 07:00 Uhr Ortszeit bzw. 00:00 Uhr MESZ
  • Herren-Marathon: 8. August 2021 – 07:00 Uhr Ortszeit bzw. 00:00 Uhr MESZ

Für Zuschauer aus Europa wird es somit ein Mitternachts-Marathon.

Marathon-Weltrekordler am Start

Würde man bei bet-angebotscode.de eine Wette auf den Favoriten setzen, dann wären das definitiv die amtierenden Marathon-Weltrekordhalter Eliud Kipchoge und Brigid Kosgei. Denn sowohl der schnellste Marathonläufer aller Zeiten als auch die schnellste Marathonläuferin aller Zeiten haben einen Start in Sapporo eingeplant.

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Während der Kenianer Eliud Kipchoge bereits drei Mal zu Olympischen Spielen antrat und 2016 seine Karriere mit dem Marathon-Olympiasieg krönte, ist es für seine Landsfrau die Olympia-Premiere.

Die Olympia-Favoriten bei den Herren

Eliud Kipchoge wird sich in Sapporo nur selbst schlagen können. Von seinen bisher 16 Marathons erreichte er nur 2-mal nicht als Erster das Ziel. Das war 2013 in Berlin der Fall, wo er hinter dem damaligen Weltrekordläufer Wilson Kipsang Rang 2 belegte und 2020 beim London Marathon, wo er als Achter gesundheitlich angeschlagen keine Chance hatte.

Die gefährlichste Konkurrenz kommt voraussichtlich von den Nachbarn aus Äthiopien. Denn mit Kenenisa Bekele (2:01:41 Stunden), Birhanu Legese (2:02:48 Stunden) und Mosinet Geremew (2:02:55 Stunden) gibt es gleich drei aktive Äthiopier, die sich in der Weltbestenliste auf den Plätzen 2 bis 4 hinter Kipchoge (2:01:39 Stunden) einreihen. Ob nun tatsächlich alle drei Äthiopier auch starten werden, ist noch offen. Gerade aber Bekele möchte im Alter von 38 Jahren seine letzte Chance auf einen großen Marathon-Erfolg nutzen. Zwischen 2004 und 2008 gewann er bei den Olympischen Spielen drei Mal Gold und ein Mal Silber über 5.000 und 10.000 Meter. Seitdem scheiterte er an einem weiteren Olympia-Erfolg.

Birhanu Legese gewann bereits 2020 den Tokio-Marathon (2:04:15 Stunden), er hat also bereits entsprechend positive Erfahrungen in Japan gemacht.

Interessant dürfte auch sein, ob einige starke Halbmarathonläufer in Sapporo einen Angriff auf die Marathondistanz wagen. Halbmarathon-Weltrekordhalter Kibiwott Kandie (Kenia / 57:32 Minuten) kommt dafür aber aufgrund seiner jungen 24 Jahre nicht in Frage, zumal er noch keinen Marathon absolviert hatte.

Eliud Kipchoges beeindruckende Marathon-Bilanz

  • 04.2013: Sieg beim Hamburg Marathon in 2:05:30 Stunden
  • 09.2013: 2. Platz beim Berlin Marathon in 2:04:05 Stunden
  • 04.2014: Sieg beim Rotterdam Marathon in 2:05:00 Stunden
  • 10.2014: Sieg beim Chicago Marathon in 2:04:11 Stunden
  • 04.2015: Sieg beim London Marathon in 2:04:42 Stunden
  • 09.2015: Sieg beim Berlin Marathon in 2:04:00 Stunden
  • 04.2016: Sieg beim London Marathon in 2:03:05 Stunden
  • 08.2016: Sieg beim Olympia-Marathon in Rio de Janeiro in 2:08:44 Stunden
  • 05.2017: Sieg beim Breaking2 Marathon in 2:00:25 Stunden (kein offizielles Rennen)
  • 09.2017: Sieg beim Berlin Marathon in 2:03:32 Stunden
  • 04.2018: Sieg beim London Marathon in 2:04:17 Stunden
  • 09.2018: Sieg beim Berlin Marathon in 2:01:39 Stunden (Weltrekord)
  • 04.2019: Sieg beim London Marathon in 2:02:37 Stunden
  • 10.2019: Sieg bei der INEOS 1:59 Challenge in Wien in 1:59:40 Stunden (kein offizielles Rennen)
  • 10.2020: 8. Platz beim London Elite-Marathon in 2:06:49 Stunden
  • 04.2021: Sieg beim NN Mission Elite-Marathon in Enschede in 2:04:30 Stunden

Deutschland und Österreich stark vertreten

Für Deutschland haben sich Amanal Petros (PB 2:07:18 Stunden = Deutscher Marathon-Rekord), Richard Ringer (2:08:49 Stunden) und Hendrik Pfeiffer (2:10:18 Stunden) qualifiziert. Für Österreich treten der nationale Marathon-Rekordhalter Peter Herzog (2:10:06 Stunden) und der ehemalige Rekordhalter Lemawork Ketema (2:10:44 Stunden) an.

Bei Deutschlands starken Läuferinnen haben weit mehr als drei Läuferinnen das Limit von 2:29:30 Stunden erbracht. Da aber nur maximal drei Läuferinnen pro Nation teilnehmen dürfen, wird die Wahl auf Halbmarathon-Vizeweltmeisterin Melat Kejeta (2:23:57 Stunden), Katharina Steinruck (2:25:59 Stunden) und Deborah Schöneborn (2:26:54 Stunden) fallen. Änderungen sind theoretisch noch bis Ende Mai möglich.

Die Favoritinnen bei den Damen

Der Deutschen Melat Kejeta ist beim Marathon in Sapporo zumindest ein Spitzenplatz zuzutrauen, auch wenn die Chance auf eine Medaille verschwindend gering ist.

Denn zu stark ist auch bei den Damen die Qualität an der Spitze. Auch für die mit Abstand schnellste Marathonläuferin aller Zeiten wird der Olympia-Marathon definitiv kein Selbstläufer. Die Kenianerin Brigid Kosgei versetzte am 13. Oktober 2019 die Leichtathletik-Welt ins Staunen, als sie beim Chicago-Marathon mit 2:14:04 Stunden als erste Läuferin der Welt unter 2:15 Stunden über die 42,195 Kilometer blieb. Den 16 Jahre alten Weltrekord von Paula Radcliffe steigerte sie damals um satte 81 Sekunden.

Teamkolleginnen fordern Brigid Kosgei

Gefahr könnte für Brigid Kosgei vor Allem aus dem eigenen Lager durch Ruth Chepngetich und Peres Jepchirchir drohen. Marathon-Weltmeisterin Chepngetich lief erst vor wenigen Wochen in Istanbul mit 64:02 Minuten einen neuen Halbmarathon-Weltrekord. Damals nahm sie Brigid Kosgei fast zwei Minuten ab, die mit 66:01 Minuten nicht überzeugen konnte. Peres Jepchirchir hält seit 2020 mit 1:05:14 Stunden den Halbmarathon-Weltrekord in einem „reinen Frauenrennen“. Nur wenige Monate später triumphierte die Halbmarathon-Weltmeisterin bei ihrem Marathon-Debüt in Valencia mit herausragenden 2:17:16 Stunden.

Aus europäischer Sicht könnte die aus Kenia eingebürgerte Israelin Lonah Salpeter überraschen, die im Jahr 2020 den Tokio-Marathon mit neuem Kursrekord von 2:17:45 Stunden gewann.


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