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Nach dem erfolgreichen Comeback des Vienna City Marathons im September wollen nun im Oktober mit dem Graz Marathon, dem Linz Marathon und dem Österreichischen Frauenlauf weitere große Laufveranstaltungen in Österreich nach langer Pause zurückkehren.

Doch das Chaos an immer wieder neuen undurchsichtigen Verordnungen bereitet den Veranstaltern große Sorgen. Vielen Teilnehmern droht zudem der kurzfristige Ausschluss.

2G statt 3G

Am 3. Oktober 2021 soll der größte Frauenlauf Europas in Wien nach zweieinhalb Jahren Pause endlich wieder stattfinden. Einer Austragung der Veranstaltung steht derzeit auch nichts im Wege. Doch ob alle der rund 15.000 angemeldeten Läuferinnen tatsächlich antreten dürfen, ist ungewiss. Denn ab 1. Oktober gilt für Großveranstaltungen dieser Art die 2G-Regel in Österreichs Bundeshauptstadt. Nur noch Covid-Genese und Geimpfte dürfen demnach am Österreichischen Frauenlauf teilnehmen. Es muss allerdings davon ausgegangen werden, dass viele der Teilnehmerinnen nicht diese "Anforderungen" erfüllen.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal hinweisen, dass es an der Aussage des Wien-Marathons, dass 93 % der Teilnehmer geimpft waren, keine Belege gibt. Außerdem ist davon auszugehen, dass nur ein Bruchteil der Läufer befragt bzw. ausgewertet wurden.

Kurzfristiger Ausschluss von Marathonlauf möglich

Auch beim Graz Marathon ist man über die aktuelle Situation nicht glücklich: "Wird diese Zahl an 300 Intensivbetten überschritten, dann tritt plötzlich die 2G-Regel in Kraft - dann sind jene Sportler, die nicht geimpft oder genesen sind, automatisch außen vor", kommentierte Organisationschef Michael Kummerer gegenüber der Kleinen Zeitung. Nach derzeitigem Stand ist eine Woche nach Überschreiten der Grenze Zeit, bis die Regel in Kraft tritt. Angeblich soll ab 1. Oktober der Zeitraum auf einen Tag verkürzt werden. Demzufolge könnten gesunde, aber nicht geimpfte/genese Marathonläufer sogar noch einen Tag vor der Veranstaltung ausgeschlossen werden. Völlig absurd und für die Veranstalter eine Problematik bei der Planung.

30 Prozent weniger Teilnehmer bei 2G statt 3G

Markus Kummerer schätzt auf 30 Prozent weniger Teilnehmer, sollte es zu dieser 2G-Regel kommen. Derzeit prognostiziert er 4.500 statt 9.000 Teilnehmer. Bei einer 2G-Regel rechnet er mit nur 3.000 Teilnehmern (inkl. Rahmenbewerbe), also etwa einem Drittel der ursprünglichen Teilnehmerzahl vor den Covid-Maßnahmen. Das deckt sich in etwa mit den Erfahrungen aus dem September. Der Wien-Marathon hatte 2021 53 % der Teilnehmerzahlen gegenüber 2019 erreicht - zugelassen war jeder mit negativem Test. Der Hamburg-Marathon erreichte 2021 22 % der Teilnehmerzahlen gegenüber 2019 - in Hamburg wurden allerdings alle Nicht-Geimpften ausgeschlossen. Mehr dazu hier:

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Ähnlich problematisch ist die Situation beim Linz Marathon. Der für 24. Oktober 2021 geplante Marathonlauf in der oberösterreichischen Landeshauptstadt könnte ebenfalls durch neue Verordnungen gefährdet werden, wie wir bereits vor einigen Tagen berichteten:

Ausschluss gesunder Menschen von Sportveranstaltungen

Verlierer sind in diesem Fall nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Läufer. Die Teilnahme an einer gesundheitsfördernden Veranstaltung soll nicht vorab zur großen Hürde werden. Zahlreiche Läufer haben aufgrund der großteils sinnbefreiten oder zumindest sehr fragwürdigen Maßnahmen ohnehin die Lust auf die Teilnahme an Sportveranstaltungen verloren. Regelmäßig ist auch zu lesen und zu hören, dass geimpfte Sportler die Teilnahme an Veranstaltungen freiwillig aussetzen, bei denen Geimpfte (und Genesene) unter sich bleiben. Gesunde Menschen aus "Gesundheitsgründen" von Sportveranstaltungen auszuschließen, widerspricht zudem jeder Sinnhaftigkeit.

USA: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten für Läufer

Das es auch anders geht, zeigt das Beispiel USA: Ein Land das nur selten als Vorbild dient, sieht bei der Durchführungen von Sportveranstaltung seit Monaten keine Einschränkungen vor - zumindest in einem Großteil der Bundesstaaten. Zudem gibt es kaum noch Absagen, wie wir nach einer Analyse an 1.700 Laufveranstaltungen in den USA in unserem Laufkalender erkennen konnten. Einschränkungen gibt es dabei ebenfalls keine, eine Teilnahme ist für Einheimische ohne jegliche vorherigen Hürden möglich. In vielen Bundesstaaten ist es mittlerweile sogar gesetzlich verboten, bestimmte Personengruppen (Nicht-Geimpfte, Nicht-Getestete etc.) auszuschließen.

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