Die Bühne ist bereitet: Weltklasse trifft auf Heimstärke
Der Countdown läuft. Am 31. August 2025 wird der Sydney Marathon erstmals als Teil der Abbott World Marathon Majors gestartet – und was die Veranstalter da für das Männer-Elitefeld aufgestellt haben, lässt aufhorchen. Klar: Wenn Eliud Kipchoge an der Startlinie steht, ist Aufmerksamkeit garantiert. Doch der Mann aus Kenia ist bei weitem nicht der einzige Name, der diesen Lauf zu einem globalen Highlight macht.
Mit 19 Läufern, die persönliche Bestzeiten unter 2:07 Stunden vorweisen können, ist das Line-Up nicht nur aus australischer Sicht eine Sensation. Es ist das beste Männerfeld, das jemals bei einem Marathon auf australischem Boden versammelt wurde – Olympische Spiele ausgeschlossen. Auch wenn einige Top-10-Namen aus den aktuellen Weltranglisten fehlen, ist der Sydney Marathon das erste große Marathon-Highlight in der zweiten Hälfte des Jahres: Diese Strecke will erobert werden, und zwar in Weltklassezeit.
Zwischen Legendenstatus und Formcheck
Mit dabei: Birhanu Legese, der neuntschnellste Marathonläufer der Geschichte, und Vincent Ngetich, der als heißester Siegkandidat gehandelt wird. Der Kenianer hat mit drei Top-3-Platzierungen in den letzten vier Major-Rennen konstant abgeliefert. Zuletzt lief er in Tokyo 2:04:00 – sein drittes Podium in Serie.
Etwas im Schatten, aber keineswegs abgeschrieben: Kipchoge selbst. Der zweifache Olympiasieger hat zwar seit Berlin 2023 keinen Marathon mehr gewonnen, aber wer ihn abschreibt, hat den Marathon nie verstanden. „Wenn du aufhörst zu glauben, hörst du auf zu laufen.“ – sagte er einst. In Sydney will er es noch einmal wissen.
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Australien greift mit an
Auch die Lokalmatadoren haben Blut geleckt. Brett Robinson, einstiger nationaler Rekordhalter (2:07:31), wird ebenso starten wie Liam Adams (2:08:39) und Haftu Strintzos, der über die Halbmarathondistanz mit 60:36 eine Duftmarke setzte.
Renn-Direktor Wayne Larden brachte es bei der Vorstellung des Feldes auf den Punkt: „Wenn man sich die Tiefe des Männerfeldes dieses Jahr ansieht, dann ist es nicht nur gespickt mit Stars und schnellen Zeiten – es ist außergewöhnlich tief.“
Und weiter: „Für australische Fans und Athleten ist es eine seltene Gelegenheit, Weltklasseleistung live auf heimischem Boden zu erleben.“ Recht hat er. Wer den Sydney Marathon live verfolgt, bekommt Weltklasse auf Asphalt – und das nicht nur auf den ersten Kilometern.
Weltelite, aber mit Lücken
Kritiker sehen dennoch Luft nach oben. Trotz großer Namen fehlen aktuelle Top-10-Athleten laut Weltrangliste. Einziger Top-10-Mann ist Vincent Ngetich (Platz 9). Auch Hailemaryam Kiros (Platz 20) und Bernard Koech (Platz 39) bringen starke Leistungen mit, doch andere wie Edward Cheserek oder Felix Kirwa haben zwar beachtliche PBs – aber keine nennenswerte Major-Erfolge.
Und doch: Wer Sydney abschreibt, verkennt die Strategie. Die Macher des Sydney Marathon setzen auf eine Kombination aus erfahrenen Stars, hungrigen Newcomern und nationalem Stolz. Und diese Mischung ist in der Marathonwelt selten geworden.
Was wirklich zählt
Fakt ist: Wer in Sydney gewinnen will, muss wohl unter 2:05 laufen – oder hoffen, dass die Konkurrenz patzt. 2:05:22 Stunden – das ist die magische Zeit, aber doch noch fast fünf Minuten über dem Marathon-Weltrekord.
Natürlich ist es nicht das stärkste Feld eines Majors – aber es ist das ambitionierteste, das Australien je gesehen hat. Und das allein macht den Sydney Marathon 2025 zu einem Event, das in keinem Laufkalender fehlen darf.
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