60 Minuten Challenge

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Im Hintergrund des Bremen Marathon läuft ein kurioser Streit ab, der auf Kosten der Läufer und Läuferinnen gehen könnte.

Mit jährlich über 6.000 Teilnehmern (inkl. Rahmenbewerbe) hat sich der Bremen Marathon als eines der größten Laufevents im Norden von Deutschland etabliert. Nun wollen am 3. Oktober 2021 zwei Veranstalter den Lauf am gleichen Tag ausrichten.

swb-Marathon Bremen vs. Bremer Marathon

Es ist ein höchst kurioser und peinlicher Streit, der im Vorfeld des "swb-Marathon Bremen" bzw. des "Bremer Marathons" stattfindet, so die derzeit zwei offiziellen Bezeichnungen der zwei konkurrierenden Veranstaltungen. Doch wie kam es dazu: Laut einem Bericht des Weser Report führte die Trennung des Organisators mit den Hauptsponsoren zu diesem Zwist.

Ex-Sponsoren wollen nun eigenen Marathon

In den vergangenen Jahren war Utz Bertschy und sein "Marathon-Club Bremen" verantwortlich für den swb-Marathon Bremen. Dessen Namenssponsor SWB und der zweite Hauptsponsor, die Krankenkasse AOK Bremen, beendeten aber vor einigen Monaten die Zusammenarbeit. Doch damit war die Sache nicht gegessen. Die SWB und die AOK verbündeten sich mit dem Bremer Leichtathletik-Verband und wollten den Bremen-Marathon nun selbst organisieren.

2 Veranstaltungen: Gleicher Termin, gleiche Zeit, gleiche Strecke

Utz Bertschy benannte den bisherigen swb-Marathon Bremen in "Bremer Marathon" um und veröffentlichte die alte Seite mit neuer Domain und neuem Event-Namen unter www.bremer-marathon.de/.

Mit Verspätung folgten die Konkurrenten SWB, AOK und BLV (Bremer Leichtathletik-Verband), die unter der bestehenden Domain https://swb-marathon.com/ eine neue Webseite bauten. Die beiden Seiten sehen komplett unterschiedlich aus. Die Inhalte sind teilweise aber identisch. Beide wollen den Marathon in Bremen zum gleichen Zeitpunkt durchführen, auch die Strecke ist gleich. Ein Vorhaben, das natürlich unmöglich ist. Zumindest für einen der beiden Veranstalter. Die Anmeldungen laufen über unterschiedliche Zeitnehmer bzw. Anmeldeportale ab. Der swb-Marathon führt zudem auf seiner Seite die 16. Austragung des Marathons in Bremen an, beim Bremer Marathon ist es hingegen die 17. Austragung (die 16. wurde 2020 abgesagt).

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Hohe Anmeldezahlen bei beiden Veranstaltungen

Laut Weser Report haben sich für den "Bremer Marathon" von Utz Bertschy derzeit 1.400 Sportler angemeldet, inkl. Überweisung des Startgeldes. Der "swb-Marathon" kommt laut Matthias Reick vom BLV auf halb so viele Sportler.

Keine offizielle Genehmigung

Noch kurioser macht die ganze Sache, dass es für den Termin am 3. Oktober 2021 derzeit ohnehin keine offizielle Genehmigung durch das Amt für Straßen und Verkehr gibt. Hinzu kommt, dass die ständig wechselnden politischen Corona-Maßnahmen sichere Planungen der Veranstalter ohnehin kaum möglich machen.

Kein Ende des Streits in Sicht

Vorzeitige Anmeldungen für den Bremen-Marathon (für welchen auch immer) sind aus derzeitiger Sicht daher nicht zu empfehlen. Zudem im Hintergrund keine Ende des Streits in Sicht ist. Bertschy hatte sich mit seinem Rechtsanwalt bereits an den Deutschen Leichtathletik-Verband gewandt, da es dessen eigene Satzung verbiete, als Konkurrenz zu Vereinen aufzutreten. Matthias Reick hingegen fordert einen Nachweis, dass der Marathon-Club den Status eines ordentlichen Vereins besitzt. Zudem soll es laut Reick mehrere Gläubigerverfahren gegen Bertschy geben.

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Kommentare   

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So ist das, wenn eine Veranstaltung zu einem Erfolg wird. Da beginnen manche schon Größenwahnsinnig zu werden und es kommt zu einer Trennung, bzw. Spaltung. Die Dummen sind am Ende die Sportler.
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Ja Kasperltheater. Anmeldegebühr zu kassieren, bevor man überhaupt die Genehmigung hat, is generell ziemlich grenzwertig.
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Auch der Frankfurt Marathon agiert sehr "eigenwillig". Ich habe mich ca. 10 Tage vor der offiziellen Absage noch angemeldet (wieder), da keinerlei Hinwiese auf der Homepage zu finden waren, dass diese Veranstaltung ev. noch abgesagt werden wird. Da ich aus Österreich bin, kommen zur erneuten Verschiebung natürlich auch Flugkosten etc.
Ganz anders z.b. in Dresden - da gab es einen Hinweise, dass einen endgültige Entscheidung am 20.8. getroffen wird; damit kann man zuwarten bis zu dem Termin. Nun auch abgesagt, aber keinerlei verlorene Kosten. Ähnlich in Amsterdam.
Unter diesen Umständen (und Kopenhagen macht es deutlich), kann man eigentlich nur mehr abraten sich für Veranstaltungen um Ausland noch anzumelden.
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joah. geht am Ende nur ums Geld. In Göteborg ist der Varvet von Mai 20 auf Mai 21 und dann September 21 geschoben worden. Jetzt wieder abgesagt worden. Ca. 50.000 Starter hätte das Ding haben sollen. Nun ist der Veranstalter in finanziellen Schwierigkeiten und kann die Startgebühren (45-70EUR) nicht zurückzahlen...
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Wir Läufer werden nur noch verarscht. Entweder solch unseriöse Aktionen oder null Kommunikation, wie ich es aktuellen beim Braunschweig Marathon erfahren musste. Wer sich in den letzten 3 Monaten in Bremen angemeldet hat, dem kann ich nur raten, die Lastschrift wieder zu holen!
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