Das große Laufbuch der Trainingspläne

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Ruth Chepngetich hat beim Istanbul Halbmarathon einen neuen Weltrekord aufgestellt.

Die Halbmarathon-Weltmeisterin aus Kenia verbesserte in einem hochklassigen Rennen den bisherigen Weltrekord um fast eine halbe Minute. Sie ließ u.a. auch Marathon-Weltrekordhalterin Brigid Kosgei hinter sich.

4.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen

Rund 4.000 Läufer und Läuferinnen waren am Ostersonntag beim Istanbul Yari Maratonu am Start, dem größten Halbmarathonlauf in der Türkei. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren waren etliche internationalen Topstars gemeldet.

3:02 Minuten pro Kilometer

Geschichte sollte schlussendlich Ruth Chepngetich schreiben. Mit 1:04:02 Stunden lief die 26-Jährige zu einem neuen Halbmarathon-Weltrekord. Umgerechnet ergibt das einen Kilometerschnitt von 3:02 Minuten und das über eine Distanz von mehr als 21 Kilometern. Obwohl Ruth Chepngetich schlussendlich überlegen vor der Äthiopierin Yalemzerf Yehualaw gewann, blieb das Rennen lange spannend.

Konstantes Tempo als Schlüssel zum Erfolg

Zu Beginn des Rennens bildete sich eine Spitzengruppe aus acht Läuferinnen. Die ersten fünf Kilometer in 15:07 Minuten deuteten bereits auf einen Weltrekord hin. Auch nach 10 Kilometern lag die Gruppe, die sich nun auf fünf Athletinnen dezimiert hatte, mit 30:21 Minuten voll auf Kurs. Neben Chepngetich und Yehualaw hatten zu dem Zeitpunkt des Rennens auch Helen Obiri, Brigid Kosgei und Joan Chelimo (alle aus Kenia) Chancen auf den Sieg.

Marathon-Weltrekordhalterin ohne Chance

Nach 15 Kilometern musste auch überraschend Marathon-Weltrekordhalterin Brigid Kosgei abreisen lassen, genauso wie ihre Landsfrau Joan Chelimo. Das Führungstrio konnte mit 45:29 Minuten die Pace weiterhin konstant hoch halten.

Attacke missglückt

Danach versuchte Yehualaw einen Ausreisversuch, doch Chepngetich blieb cool. Sie blieb an Yehualaw dran und setzte sich nach 55 Minuten entscheidend ab. Nach 20 Kilometern hatte die Kenianerin eine Durchgangszeit von 60:32 Minuten und 22 Sekunden Vorsprung auf Yehualaw herausgelaufen. Schlussendlich blieb sie mit 64:02 Minuten 29 Sekunden unter der bisherigen Rekordleistung der Äthiopierin Ababel Yeshaneh, die erst im vergangenen Jahr mit 64:31 Minuten den bisherigen Weltrekord aufstellte. Ihre bisherige persönliche Bestleistung aus dem Jahr 2019 (65:30 Minuten), ebenfalls aufgestellt in Istanbul, verbesserte Chepngetich um fast eineinhalb Minuten.

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Das gab es noch nie

Yalemzerf Yehualaw belegte mit 64:40 Minuten Rang 2. Sie steigerte sich um "nur" sechs Sekunden, nachdem sie im vergangenen Herbst mit 64:46 Minuten den 2. Platz in der ewigen Halbmarathon-Bestenliste einnahm und nun auf Rang 3 in der Bestenliste gereiht wird. Kurz danach folgte Helen Obiri mit 64:51 Minuten. Es war der erste Frauen-Halbmarathon überhaupt, mit drei Läuferinnen unter 65 Minuten. Diese 64:51 Minuten von Helen Obiri hätten übrigens bis Anfang 2020 noch zur Egalisierung des Halbmarathon-Weltrekordes gereicht. Marathon-Weltrekordlerin Brigid Kosgei wurde mit 66:01 Minuten Fünfte.

Die Deutsche Halbmarathon-Rekordhalterin Melat Kejeta musste einem zu hohen Anfangstempo etwas Tribut zollen. Mit 67:33 Minuten blieb sie doch deutlich unter ihrem im Vorjahr aufgestellten Rekord von 65:18 Minuten.

Die Durchgangszeiten auf dem Weg zum Halbmarathon-Weltrekord:

  • 5 km: 15:07 Minuten
  • 10 km: 30:21 Minuten (= 15:14 Minuten) = persönliche Bestzeit über die 10 Kilometer für Chepngetich
  • 15 km: 45:30 Minuten (= 15:09 Minuten)
  • 20 km: 60:43 Minuten (= 15:13 Minuten)

Entwicklung des Halbmarathon-Weltrekord seit 2011:

  • Mary Jepkosgei Keitany (Kenia): 65:50 Minuten am 14. Februar 2011 in Ra's al-Caima
  • Florence Kiplagat (Kenia): 65.12 Minuten am 16. Februar 2014 in Barcelona
  • Florence Kiplagat (Kenia): 65:09 Minuten am 15. Februar 2015 in Barcelona
  • Peres Jepchirchir (Kenia): 65:06 Minuten am 10. Februar 2017 in Ra's al Chaima
  • Joyciline Jepkosgei (Kenia): 64:52 Minuten am 1. April 2017 in Prag
  • Joyciline Jepkosgei (Kenia): 64:51 Minuten am 22. Oktober 2017 in Valencia
  • Ababel Yeshaneh (Äthiopien): 64:31 Minuten am 21. Februar 2020 in Ra's al-Chaima
  • Ruth Chepngetich (Kenia): 64:02 Minuten am 4. April 2021 in Istanbul

Keitany lief im Jahr 2011 als erste Läuferin den Halbmarathon unter 66 Minuten. Innerhalb von 10 Jahren wurde diese Rekordleistung um fast zwei Minuten gesteigert.

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Keine hochklassigen Zeiten bei den Herren

Der Weltrekordhalter Kibiwott Kandie (WR: 57:32 Minuten) gewann das Rennen der Männer mit einem neuen Streckenrekord von 59:35 Minuten. Der Halbmarathon-Silbermedaillengewinner holte 12 Minuten vor dem Ziel den Führenden Benard Ngeno ein, bevor er selbst einen Vorsprung heraus lief.

Der dreimalige Halbmarathon-Weltmeister Geoffrey Kamworor machte einen halben Kilometer vor dem Ziel etwas Boden gut, aber Kandie ließ sich nicht abschütteln und hielt seinen Vorsprung bis zum Ende und gewann mit drei Sekunden Vorsprung. Roncer Kipkorir wurde in 59:46 Dritter und komplettierte damit ein rein kenianisches Podest.

Amanal Petros chancenlos

Enttäuschend verlief das Rennen für den Deutschen Amanal Petros, der den nationalen Rekord von Carsten Eich angreifen wollte. Doch die angepeilten 60:34 Minuten verfehlte er nach zu hohem Anfangstempo (10 km in 29:04 Minuten) deutlich. Schlussendlich erreichte er mit 63:58 Minuten gerade noch vor der schnellsten Dame das Ziel.

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