Mehr als ein halbes Jahr vor dem Rennstart war der 48. Amsterdam Marathon bereits restlos ausverkauft.
45.000 Startplätze waren für die Veranstaltung vorgesehen. Sie alle waren seit Anfang April des Jahres vergeben.
Marathonstart an 2 Standorten
Die Hälfte der Startplätze standen für den Amsterdam Marathon zur Verfügung. Dort werden die 22.500 Startplätze mittlerweile auf zwei Startorte aufgeteilt, um dem Andrang gerecht zu werden. So starteten 15.000 Läufer direkt im Olympiastadion, während die restlichen 7.500 Läufer außerhalb des Stadions am Stadionweg den Marathon begannen. Auch die restlichen Läufer (Halbmarathon und 8 km) waren restlos ausgebucht.
Strecke ideal für Profis, aber auch für Unerfahrene
Die flache Strecke zeigte viele Sehenswürdigkeiten der Stadt. Demnach wurde der Amsterdam Marathon nicht zu unrecht als einer der schönsten Marathons in Europa, aber auch als einer der besten Marathons für Einsteiger prämiert. Einige der Highlights auf der Marathon-Strecke waren das Rijksmuseum, der Vondelpark, die Amstel und natürlich das prächtige Olympiastadion, welches vor fast einem Jahrhundert im Jahr 1928 Schauplatz der damaligen Olympischen Sommerspiele war und vor acht Jahren auch als Austragungsort der Leichtathletik-Europameisterschaften diente.
Von Rekorden überflutet
Auf europäischer Ebene zähl der Amsterdam Marathon mittlerweile zu den schnellsten Marathon-Strecken-Europas. Zwischen 2019 und 2022 wurde bei den Damen drei Mal in Serie (2020 wurde die Veranstaltung abgesagt) der Streckenrekord verbessert. Bei den Männern gelang dem Äthiopier Tamirat Tola damals mit 2:03:39 Stunden eine Zeit, die nicht weit vom Weltrekord lag. Bei den Frauen lief vor zwei Jahren Äthiopiens Almaz Ayana mit 2:17:19 Stunden die schnellste Frauen-Zeit auf niederländischem Boden. Nur im vergangenen Jahr gab es keine Rekorde - erstmals übrigens seit dem Jahr 2017, wenn wir die Absage aus dem Jahr 2020 ausklammern.
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Angesichts des Olympischen Marathons im August und der vielen großen internationalen Marathons im Herbst (Berlin, Chicago, New York...) war für dieses Jahr die Herausforderung enorm hoch, die ohnehin schon beeindruckenden Streckenrekord erneut zu verbessern. Doch Yalemzerf Yehualaw gelang dieses Kunststück. Die Äthiopierin war bei den Olympischen Spielen nicht am Start und wollte in Amsterdam mit voller Frische den Streckenrekord verbessern. Und das gelang ihr auch. Mit einer Zeit von 2:16:52 Stunden (Netto: 2:16:51 Stunden) ist sie die erste Läuferin mit einer Zeit unter 2:17 Stunden in Amsterdam. Yehualaw gewann das Rennen überlegen vor ihrer Landsfrau Haven Hailu (2:19:29 Stunden).
Das Rennen im Detail
Nicht nur Yehualaw sorgte für äthiopischen Jubel: Tsegaye Getachew krönte den Tag mit einem Doppelsieg für Äthiopien, als er seinen vor zwei Jahren errungenen Titel zurückholte und das Rennen der Männer in einem dramatischen Finale für sich entschied. Er überquerte die Ziellinie in 2:05:38 Stunden, nur zwei Sekunden vor seinem Landsmann Boki Asefa.
Yehualaw dominiert bei den Frauen
Yalemzerf Yehualaw, die bereits vor zwei Jahren den London-Marathon gewann, ging in Amsterdam mit klarer Entschlossenheit an den Start. Nach einem enttäuschenden achten Platz in diesem Jahr in London war die 25-Jährige fest entschlossen, wieder an die Spitze zurückzukehren. Sie setzte früh ein starkes Zeichen, passierte die 10-km-Marke in beeindruckenden 32:23 Minuten und distanzierte ihre letzte verbliebene Konkurrentin, die Bahrainerin Desi Jisa, vor der Halbzeitmarke.
Mit einer Halbmarathon-Zeit von 1:08:00 Stunden verschaffte sich Yehualaw einen soliden Vorsprung. Jisa blieb bis zur Hälfte des Rennens auf Platz zwei, wurde jedoch bei Kilometer 25 von einem Verfolgertrio, bestehend aus Haven Hailu, Winfridah Moseti und Bedatu Hirpa, eingeholt.
Yehualaws Siegeslauf: Streckenrekord und beeindruckender Vorsprung
Während Yehualaw ihren Vorsprung weiter ausbaute und kilometerweise die Konkurrenz hinter sich ließ, passierte sie die 30-km-Marke in 1:36:23 Stunden, bereits 63 Sekunden vor ihren Verfolgerinnen. Am Ende überquerte die ehemalige 10-km-Weltrekordhalterin die Ziellinie in 2:16:52 Stunden und unterbot damit den Streckenrekord um 28 Sekunden.
Hailu sicherte sich den zweiten Platz mit einer Zeit von 2:19:29 Stunden, während Moseti in 2:20:27 Stunden Dritte wurde, nur knapp vor ihrer kenianischen Landsfrau Gladys Chesir.
Getachews knapper Sieg bei den Männern
Obwohl der Streckenrekord der Männer nie ernsthaft in Gefahr war, entwickelte sich das Rennen zu einem packenden Duell. Eine große Gruppe von 15 Läufern passierte die 10-km-Marke in 29:27 Minuten und bis zur Halbzeit (1:02:31 Stunden) waren noch 14 Läufer in der Spitzengruppe vertreten.
Tsegaye Getachew befand sich inmitten dieser Gruppe, gemeinsam mit seinem äthiopischen Landsmann Asefa, dem israelischen Silbermedaillengewinner Maru Teferi sowie dem kenianischen Trio Justus Kangogo, Kennedy Kimutai und Felix Kipkoech. Doch in der zweiten Hälfte begann sich das Feld zu lichten.
Spannendes Finish im Olympiastadion
Schließlich liefen Getachew, Asefa und Teferi fast zeitgleich in das Amsterdamer Olympiastadion ein. In einem packenden Schlusssprint konnte sich Getachew, wie bereits 2022, als der stärkere Läufer behaupten und gewann in 2:05:38 Stunden. Asefa folgte nur zwei Sekunden später und Teferi sicherte sich mit einem Rückstand von drei Sekunden den dritten Platz.
Brisant: Getachew hätte sich 500 Meter vor dem Ziel fast verlaufen. Doch er konnte rechtzeitig auf seinen Fehler aufmerksam geamcht werden.
Ergebnisse Amsterdam Marathon 2024: Herren
| Pl | Naam | Tijd |
|---|---|---|
| 1 | Tsegaye Getachew | 02:05:38 |
| 2 | Boki Asefa | 02:05:40 |
| 3 | Maru Teferi | 02:05:42 |
| 4 | Justus Kangogo | 02:06:45 |
| 5 | Kennedy Kimutai | 02:07:13 |
| 6 | Felix Kipkoech | 02:07:39 |
| 7 | Erick Sang | 02:07:50 |
| 8 | Rhonzas Kilimo | 02:08:37 |
| 9 | Edwin Kibichiy | 02:09:20 |
| 10 | Khalid Choukoud | 02:09:30 |
| 11 | Tendai Zimuto | 02:09:46 |
| 12 | Boniface Kibiwott | 02:10:06 |
| 13 | Filmon Tesfu | 02:10:58 |
| 14 | David Gomez | 02:11:42 |
| 15 | Stephen Kipkech | 02:11:45 |
| 16 | Demeke Tesfaye | 02:11:48 |
| 17 | Micah Kosgei | 02:12:19 |
| 18 | Dewi Griffiths | 02:12:47 |
| 19 | Weynay Ghebresilasie | 02:13:25 |
| 20 | Tom Hendrikse | 02:14:16 |
| 21 | Omar Hassan | 02:15:45 |
| 22 | Brian Kwemoi | 02:15:54 |
| 23 | Gianluca Assorgia | 02:16:32 |
| 24 | Noah Schutte | 02:16:46 |
| 25 | Benard Soi | 02:20:41 |
| 26 | wissem selmi | 02:21:14 |
| 27 | Solomon Kiptum | 02:21:36 |
| 28 | Thomas Higgs | 02:23:56 |
| 29 | Julien FOURNIER | 02:24:53 |
| 30 | Michael Ferguson | 02:25:07 |
Ergebnisse Amsterdam Marathon 2024: Frauen
| Pl | Naam | Tijd |
|---|---|---|
| 1 | Yalemzerf Yehualaw | 02:16:52 |
| 2 | Haven Hailu | 02:19:29 |
| 3 | Winfridah Moseti | 02:20:27 |
| 4 | Gladys Chesir | 02:20:30 |
| 5 | Bedatu Hirpa | 02:21:09 |
| 6 | Aminet Ahmed | 02:21:24 |
| 7 | Ivyne Jeruto | 02:22:21 |
| 8 | Desi Jisa | 02:22:31 |
| 9 | Marion Kibor | 02:23:56 |
| 10 | Anna Dibaba | 02:23:56 |
| 11 | Selly Chepyego | 02:29:40 |
| 12 | Kosuke Nakano | 02:32:00 |
| 13 | Marcella Herzog | 02:34:21 |
| 14 | Vera de Vries | 02:39:36 |
| 15 | Naomi Taschimowitz | 02:40:30 |
| 16 | Nesrine Leene | 02:41:04 |
| 17 | Carolien Millenaar | 02:42:31 |
| 18 | Imana Truyers | 02:44:06 |
| 19 | Jeanine Fremstad | 02:44:53 |
| 20 | Tineke Heuveling | 02:45:46 |
| 21 | Sarah Short | 02:47:05 |
| 22 | Ingrid Klaassen | 02:48:48 |
| 23 | Sarah Trahair-Williams | 02:49:19 |
| 24 | Paola Ramos | 02:50:08 |
| 25 | Stephanie Strate | 02:51:37 |
| 26 | Silje Røynstrand | 02:51:46 |
| 27 | Katharina Quakernack | 02:52:00 |
| 28 | Catherine Hill | 02:52:03 |
| 29 | monica comas | 02:53:19 |
| 30 | Alexandra Barnes | 02:54:21 |


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