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Kipchoge unterstreicht am 25. September 2022 seinen Legendenstatus mit dem Marathon-Weltrekordlauf in Berlin-

Der Anblick war vertraut: Eliud Kipchoge lief durch das Brandenburger Tor und stürmte auf die Ziellinie des BMW Berlin-Marathons zu. Doch der Hauptunterschied am Sonntag war die Tatsache, dass er diesen Meilenstein schneller erreichte als bei seinen vier vorherigen Auftritten in der deutschen Hauptstadt.

30 Sekunden in 4 Jahren

Die Uhr hatte gerade die Zwei-Stunden-Marke überschritten, als er unter den Bögen hindurchlief. Die Erfahrung aus der Vergangenheit sagte ihm, dass er nur noch eine Minute zu laufen hatte. Er wusste, dass sein Weltrekord von 2:01:39 Stunden bald Geschichte sein würde, die Frage war nur, um wie viel.https://vg06.met.vgwort.de/na/71ebe6f5166840c98fccd225dcc1548b

Wenige Augenblicke später überquerte Kipchoge die Ziellinie in 2:01:09 Stunden, sein Schritt war immer noch bemerkenswert federnd für jemanden, der gerade 26,2 Meilen schneller zurückgelegt hatte als je ein Mensch zuvor in einem offiziellen Rennen, eine Verbesserung des Weltrekords, den er vor vier Jahren auf derselben Strecke aufgestellt hatte, um 30 Sekunden.

Zu hohes Anfangstempo war kein Hindernis

Zunächst hatte es den Anschein, als ob er angesichts seines bemerkenswerten Tempos in der ersten Hälfte (59:51) vielleicht zu schnell gelaufen war. Aber Kipchoge, der nun im 21. Jahr auf internationaler Ebene läuft, kennt seinen Körper besser als jeder andere. Er wusste, dass er selbst bei einem Tempoverlust in der zweiten Hälfte - der überraschenderweise eintrat (es waren "nur" 1:01:19) - den Weltrekord noch brechen konnte.

Ab Kilometer 25 war Kipchoge auf sich allein gestellt, und sein Vorsprung wuchs mit jedem Schritt. Auf den letzten 16 Kilometern baute er seinen Vorsprung auf den Rest des Feldes auf fast fünf Minuten aus und feierte seinen 15. offiziellen Marathonsieg, seinen vierten in Berlin.

"Berlin ist ein Ort, der einem die Möglichkeit gibt, an seine Grenzen zu gehen", sagte der 37-Jährige. "Ich habe nie an Grenzen geglaubt."

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Die Karriere von Eliud Kipchoge

  • Geboren: 5. November 1984
  • Trainer: Patrick Sang
  • Laufschuhe: Carbon-Laufschuhe von Nike
  • Größe: 167 cm
  • Gewicht: 52 kg
  • Pace beim Marathon-Weltrekord: 2:52 min/km bzw. 20,9 km/h

Rückschlag im Jahr 2012 machte Eliud zum Marathonläufer

Seit er als 18-Jähriger bei den Weltmeisterschaften 2003 in Paris auf der Bildfläche erschien, hat Kipchoge seinen Karriereweg mit Präzision vorgezeichnet und sich nicht nur als unbeugsamer Geist, sondern auch als einer der vielseitigsten Langstreckenläufer seiner Generation erwiesen.

Doch seine Erfolge auf der Straße wären vielleicht nicht zustande gekommen, hätte es 2012 nicht einen entscheidenden Moment in seiner Bahnkarriere gegeben.

In jenem Jahr wurde Kipchoge Siebter im kenianischen 10.000-m-Probelauf beim Diamond-League-Meeting in Eugene und belegte drei Wochen später bei den kenianischen Trials über 5.000 m die gleiche Position. Der damals 27-jährige Kipchoge, der 2004 Bronze und 2008 Silber gewonnen hatte, verpasste seine dritte Olympiateilnahme.

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Halbmarathon-Zeit unter einer Stunde bei Debüt

Dies beeinflusste jedoch seine Entscheidung, auf die Straße zu wechseln und er zeigte sofort vielversprechende Leistungen. Bei seinem Halbmarathon-Debüt in Lille im September 2012 lief er 59:25 Minuten und vertrat Kenia bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften in Kavarna, wo er Sechster wurde.

Sieg beim Marathon-Debüt

Im April 2013 gewann er den Hamburg-Marathon in 2:05:30 Stunden, dem sechstschnellsten Marathon-Debüt in der Geschichte zu diesem Zeitpunkt. Fünf Monate später verbesserte er seine Marathonbestzeit auf 2:04:05 und wurde in Berlin Zweiter in einem Rennen, in dem der Weltrekord gebrochen wurde.

6 Jahre ungeschlagen

Es dauerte nicht lange, bis er wieder ganz oben auf dem Podium eines Marathons stand. Sein 2:05:00-Triumph in Rotterdam Anfang 2014 markierte den Beginn einer sechsjährigen Siegesserie beim Marathon, in der er 10 Siege in Folge verbuchen konnte.

Olympiasieg inmitten eine gigantischen Siegesserie

Dazu gehörten Siege in Chicago (2014), London (2015, 2016, 2018 und 2019) und Berlin (2015, 2017 und 2018, Letzteres in Weltrekordzeit). Der wichtigste Sieg in dieser Zeit war jedoch sein Triumph bei den Olympischen Spielen 2016, mit dem er die Enttäuschung über die verpassten Spiele 2012 wettmachte.

Nur ein Weltrekord fehlte noch

Bis September 2018 war die einzige Auszeichnung, die Kipchoge verwehrt blieb, der Weltrekord. Mit einer fehlerfreien Zeit von 2:01:39 Stunden in Berlin unterbot Kipchoge diese Marke um eine Minute und 18 Sekunden.

Einziger Marathon außerhalb der Top 2

Bei seinem einzigen Rennen im Jahr 2020 endete Kipchoges Siegesserie beim London-Marathon, als er durch ein Ohrenproblem behindert wurde und schließlich Achter wurde. Aber er erholte sich 2021 mit einem Sieg in Enschede, bevor er seinen olympischen Titel in Tokio mit großem Vorsprung erfolgreich verteidigte.

Unfassbare Marathon-Bilanz

Was Kipchoge auszeichnet, ist nicht nur seine unglaubliche Erfolgsbilanz (derzeit 15 Siege aus 17 Rennen), sondern auch seine Reihe schneller Zeiten. Siebenmal lief er 2:04:00 Stunden oder schneller und 13-mal 2:05:00 Stunden oder schneller - und da sind seine Leistungen von 1:59:41 Stunden und 2:00:25 Stunden in experimentellen und inoffiziellen Rennen noch gar nicht eingerechnet.

Der 37-jährige Kipchoge ist seit 21 Jahren auf internationaler Ebene unterwegs. Nach jedem neuen Erfolg stellt sich die Frage: Wie geht es mit Kipchoge weiter? Und trotzdem überrascht er seine Fans in aller Welt immer wieder aufs Neue. So nun auch am 25. September 2022, als er beim Berlin-Marathon mit 2:01:09 Stunden seinen Marathon-Weltrekord erneut verbesserte.


Statistiken zu Eliud Kipchoge

Ergebnisse bei internationalen Meisterschaften

  • 2002 Weltmeisterschaften im Crosslauf - U20-Rennen, 5.
  • 2003 Weltmeisterschaften im Crosslauf - U20-Rennen, 1.
  • 2003 Weltmeisterschaften - 5000m, 1.
  • 2004 Weltmeisterschaften im Crosslauf - Seniorenrennen, 4.
  • Olympische Spiele 2004 - 5000m, 3.
  • 2005 Weltmeisterschaften im Crosslauf - Seniorenrennen, 5.
  • 2005 Weltmeisterschaften - 5000m, 4.
  • 2006 Hallenweltmeisterschaften - 3000m, 3.
  • 2007 Weltmeisterschaften - 5000m, 2.
  • Olympische Spiele 2008 - 5000m, 2.
  • 2009 Weltmeisterschaften - 5000m, 5.
  • 2011 Weltmeisterschaften - 5000m, 7.
  • 2012 Halbmarathon-Weltmeisterschaften - 6.
  • Olympische Spiele 2016 - Marathon, 1.
  • 2021 Olympische Spiele - Marathon, 1.

Kipchoge's Marathon-Karriere

  • 1. Platz, 2:05:30 - Hamburg, April 2013
  • 2. Platz, 2:04:05 - Berlin, September 2013
  • 1., 2:05:00 - Rotterdam, April 2014
  • 1., 2:04:11 - Chicago, Oktober 2014
  • 1., 2:04:42 - London, April 2015
  • 1., 2:04:00 - Berlin, September 2015
  • 1., 2:03:05 - London, April 2016
  • 1., 2:08:44 - Rio (Olympische Spiele), August 2016
  • 1., 2:03:32 - Berlin, September 2017
  • 1. Platz, 2:04:17 - London, April 2018
  • 1. Platz, 2:01:39 - Berlin, September 2018
  • 1., 2:02:37 - London, April 2019
  • 8., 2:06:49 - London, Oktober 2020
  • 1., 2:04:30 - Enschede, April 2021
  • 1., 2:08:38 - Sapporo (Olympische Spiele), August 2021
  • 1., 2:02:40 - Tokio, März 2022
  • 1. 2:01:09 - Berlin, September 2022

Entwicklung des Marathon-Weltrekords

  • 2:12:00 Morio Shigematsu (JPN) Chiswick 1965
  • 2:09:36,4 Derek Clayton (AUS) Fukuoka 1967
  • 2:08:33,6 Derek Clayton (AUS) Antwerpen 1969
  • 2:08:18 Rob de Castella (AUS) Fukuoka 1981
  • 2:08:05 Steve Jones (GBR) Chicago 1984
  • 2:07:12 Carlos Lopes (POR) Rotterdam 1985
  • 2:06:50 Belayneh Densimo (ETH) Rotterdam 1988
  • 2:06:05 Ronaldo da Costa (BRA) Berlin 1998
  • 2:05:42 Khalid Khannouchi (MAR) Chicago 1999
  • 2:05:38 Khalid Khannouchi (USA) London 2002
  • 2:04:55 Paul Tergat (KEN) Berlin 2003
  • 2:04:26 Haile Gebrselassie (ETH) Berlin 2007
  • 2:03:59 Haile Gebrselassie (ETH) Berlin 2008
  • 2:03:38 Patrick Makau (KEN) Berlin 2011
  • 2:03:23 Wilson Kipsang (KEN) Berlin 2013
  • 2:02:57 Dennis Kimetto (KEN) Berlin 2014
  • 2:01:39 Eliud Kipchoge (KEN) Berlin 2018
  • 2:01:09 Eliud Kipchoge (KEN) Berlin 2022

Quelle: World Athletics, Übersetzung HDsports

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