Leuchtturm Podersdorf
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Weltrekord im Kreis: Rainer Predl läuft 3.516 Runden langen Marathon

Am 12. Mai war nicht Muttertag, sondern „Tag des totalen Kreisverkehrs“. Und zwar wortwörtlich.

Beim „Marathon um den Leuchtturm von Podersdorf“ verwandelte sich die beschauliche Uferpromenade des Neusiedler Sees in ein surreal-komisches Spektakel, bei dem man nicht wusste: Ist das noch Sport oder schon Performancekunst?

Marathon auf 12 Meter langen Runden

Rainer Predl, der unermüdliche Extrem-Hamster aus Lassee, bewies erneut, dass seine Laufbahn nicht nur metaphorisch im Kreis verläuft. Ganze 3.516 Mal umrundete er den berühmten Leuchtturm von Podersdorf – auf einer geradezu lächerlichen Strecke von exakt zwölf Metern pro Runde. Wer jetzt den Taschenrechner zückt, kommt auf 42,195 Kilometer. Richtig: Das ist ein Marathon. Ein sehr, sehr drehwütiger Marathon.https://vg06.met.vgwort.de/na/6b92d15e85274c99911a63bf365fc5fe

Beim Marathon um den Leuchtturm von Podersdorf wurde gelaufen, geschwitzt, gestöhnt – und zwar fünf Stunden, 37 Minuten und 29 Sekunden lang. Das Publikum jubelte aus allen Richtungen: Vom Steg, vom Boot, von einer Fähre, vielleicht auch vom nächsten Karussell. Und mittendrin der rotierende Rekordjäger aus Niederösterreich.

„Die Herausforderung war größer als gedacht, auf der Straße laufe ich viel schneller“, verriet Predl im Ziel gegenüber der BVZ, während sich seine Welt vermutlich noch immer um den Leuchtturm drehte. „Die Enge der nur zwölf Meter langen Runde hat mir ordentlich zu schaffen gemacht – da wurde mir zeitweise richtig schwindelig.“

Weltrekord im Kreisverkehr – mit Karacho für den guten Zweck

Was auf den ersten Blick wie ein Bewerbungsvideo für eine Irrenanstalt wirkt, hatte einen durchaus noblen Hintergrund: Der Leuchtturm-Marathon war ein Benefizlauf für den Sterntalerhof, einem Kinderhospiz im Südburgenland. 1.000 Euro wurden gesammelt – jeder Cent erlaufen durch gnadenlose Monotonie.

Extremsportler Predl lief Marathon auf Muldenkipper

Doch was treibt einen Mann dazu, 3.516 Runden um einen Leuchtturm zu drehen? Wahrscheinlich derselbe Impuls, der ihn auch schon durch die Sahara, die Mojave-Wüste, den vietnamesischen Dschungel und sogar in ein Tiefkühlhaus bei minus 38 Grad getrieben hat. Und wer einmal 100 Kilometer auf dem Donauturm gelaufen ist oder einen Marathon um den eigenen Küchentisch absolviert hat, der hält zwölf Meter Umkreis offenbar für eine willkommene Abwechslung.

Der Lauf war übrigens längst überfällig: Bereits 2020 sollte der Marathon um den Leuchtturm tattfinden, wurde dann aber von den damaligen politischen Maßnahmen ausgebremst. Fünf Jahre später drehte sich nicht mehr nur die Welt weiter – sondern auch Rainer Predl.

Der längste Küchentisch-Lauf der Welt ist geschafft!

Wein, Wind und Weltrekord

Neben schweißtreibender Kreis-Akrobatik bot der Tag auch ein feines Rahmenprogramm. Die Seewinzer von Podersdorf zapften ihre edelsten Tropfen an, Besucher nippten am Rebensaft und Bürgermeisterin Michaela Wohlfart sowie Tourismuschef Rene Lentsch ließen sich nicht lumpen und griffen höchstpersönlich zur Weinflasche. Der Erlös? Natürlich ebenfalls für den Sterntalerhof.

 

„Wir freuen uns sehr, dass Podersdorf Austragungsort dieses außergewöhnlichen Projekts sein durfte“, sagte Lentsch gegenüber der BVZ. „Es ist schön zu sehen, wie Sport, Menschlichkeit und unsere Region auf so eindrucksvolle Weise zusammenkommen. Dass wir dabei auch einen Beitrag zu einem wohltätigen Zweck leisten konnten, macht uns besonders stolz.“

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Der Marathon um den Leuchtturm von Podersdorf war kein Lauf, er war ein Erlebnis. Ein rotierendes Denkmal für Willenskraft, Wahnsinn und Wohltätigkeit. Und ein weiterer Beweis dafür, dass Rainer Predl nicht nur gegen den Strom läuft – sondern im Kreis gleich ganz neue Bahnen zieht.

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