Langstreckenflüge sind für viele Läufer eine strategische Herausforderung. Trainingsplan im Kopf, Uhr am Handgelenk, die Frage aller Fragen: Wo passt der Lauf rein, bevor der eigentliche Termin ruft?
Dom Stroh, Gründer von RETREATURE, sorgt aktuell für reichlich Gesprächsstoff. In einem Video positioniert er die Kamera in der Ecke einer Flugzeugtoilette, setzt eine Sonnenbrille auf, zeigt demonstrativ seine Uhr beim Start von Strava und beginnt, in dem winzigen Raum Kreise zu drehen. Immer wieder steigt er auf die Toilette, umrundet das enge Areal und läuft so lange, bis die Uhr einen kompletten 5-Kilometer-Lauf anzeigt.
Die Bildunterschrift lautet kursiv: “MILES high club.” Ein Wortspiel, das man schmunzelnd zur Kenntnis nimmt. Zusätzlich blendet das Video Daten ein: rund elf Stunden Flugzeit, am Ende 5,53 Kilometer, ein Tempo von 10:46 pro Kilometer und eine Gesamtzeit von 59:32 Minuten.
Zwischen Kreativität und Kabinentür
Natürlich verstehen Läufer die Idee. Herausforderungen üben eine magische Anziehungskraft aus. Je schräger, desto besser. Ein 5K im Flugzeugklo liefert genau den Stoff, bei dem Außenstehende den Kopf schütteln und Läufer anerkennend nicken.
Doch ein Flugzeugbad ist kein privates Studio. Es ist kein Trainingsraum und ganz sicher kein persönliches Laufband. Es ist der Ort, den plötzlich ein gutes Dutzend Passagiere dringend braucht, genau in dem Moment, in dem jemand beschließt, dort Runden zu drehen.
Die Reaktionen im Netz fallen entsprechend deutlich aus. Ein Kommentar unter dem Video bringt es vergleichsweise sachlich auf den Punkt: “I’d be so mad if you do that on my flight, blocking the toilet like that.” Ein anderer Nutzer schreibt trocken: “You need a doctor.” Oder auch lustige Kommentare: "You’re gonna be the reason when there’s no running signs in the toilet"
Kein Einzelfall im 5K-Kosmos
Ganz neu ist die Idee eines absurden 5-Kilometer-Laufs allerdings nicht. Jacob Abrams Cohen hat sich im Internet einen Namen mit skurrilen 5K-Stunts gemacht. Er lief bereits auf Kühlschränken, unter Sofas oder sogar auf Haufen von Tortilla-Chips. Der Unterschied: Diese Aktionen fanden meist im eigenen Umfeld statt und nicht in einem Flugzeug, wo die einzige Toilette zur Engstelle wird.
Viral mit Nebenwirkung
Diese Aktion funktioniert als viraler Clip hervorragend. Die Kombination aus Disziplin, Absurdität und einer ordentlichen Portion Selbstironie zieht Aufmerksamkeit an. Doch spätestens wenn sich vor der Kabinentür eine Schlange bildet, wird aus sportlichem Ehrgeiz ein logistisches Problem in 10.000 Metern Höhe.
Die Idee mag witzig sein. Die Umsetzung bleibt diskutabel. Vielleicht gilt am Ende doch die klassische Regel: 5 Kilometer laufen gern, aber bitte nach der Landung.

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