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Schafberglauf 2025: Top 3 Männer (Foto: © LG St. Wolfgang)
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Schafberglauf 2025: Wo sich Bergziegen und Laufgötter Gute Nacht sagen

Wer dachte, der 25. Schafberglauf in St. Wolfgang wäre nur ein weiteres Trail-Event, bei dem ein paar wetterfeste Hobbyläufer einen Hügel hochschnaufen, der hat sich gewaltig geschnitten.

Dieses Jubiläum hatte es in sich: Wind wie aus der Windkanone, Schnee, der waagrecht fiel, und Temperaturen, die selbst Pinguine frösteln ließen. Und was machten die Athleten? Sie feierten eine Rekord-Party auf 1.188 Höhenmetern – mit nacktem Oberkörper und wahnwitzigen Zeiten.

Der Mann ohne Shirt und mit Raketenbeinen

Julius Ott – ja, der Typ, der früher mal „nur“ deutscher Berglaufmeister war – ist jetzt offiziell auch der König des Schafbergs. In schneidigen 49:13 Minuten ließ er beim 25. Schafberglauf alles hinter sich – inklusive Kälte, Konkurrenz und Kleiderordnung. Der 28-Jährige zeigte Haut, Herz und Heroismus und unterbot dabei den alten Streckenrekord von Alexander Brandner um sechs Sekunden. „Oben war’s frisch – aber unten brannten die Beine“, so Ott, der wohl eher mit einem Hochofen als mit einer Muskulatur ausgestattet ist.

Schafberglauf 2025: Julius Ott beim Zieleinlauf

Und als ob das nicht schon verrückt genug wäre: Nur 31 Sekunden später donnerte Christian Hoffmann, seines Zeichens Langlauf-Olympiasieger von 2002 (!), ins Ziel. 49 Jahre alt, aber unterwegs wie ein junger Gamsbock. Platz drei schnappte sich der tschechische Vorjahreszweite Tomáš Fárník mit 52:48 Minuten – ein Podium so international wie ein Eurovisionsfinale.

Amelie Muss – Der doppelte Donnerschlag

Die eigentliche Show stahl aber eine 22-jährige Frau mit Beinen wie Kolbenstangen: Amelie Muss. Die amtierende Berglauf-Vizestaatsmeisterin haute beim 25. Schafberglauf einen neuen Rekord raus, dass selbst der Berg nach Luft schnappte. 1:01:36 Stunden bedeuteten eine Verbesserung um sagenhafte 2:15 Minuten gegenüber dem alten Bestwert von Tina Fischl.

Schafberglauf 2025: Amelie Muss fixiert den Streckenrekord

Doch das war erst der Anfang: Nicht einmal 18 Stunden später holte sich Muss auch noch den Sieg beim Salzburg-Halbmarathon. „Na ja, schlafen kann man ja auch später“, meinte sie lakonisch nach dieser Leistungsexplosion. Platz zwei ging an Iris Hermann (1:07:35), gefolgt von Katarina Lovrantova (1:09:05), die damit auch gleich die Regionalehrentafel bei den Damen anführte.

Regionale Raketenstarts und ein Lokalheld im Tiefflug

In der Regionalwertung zeigte Felix Bleier vom ExcitingFit-Runningteam, was ein echter Bergsprint ist. In 53:02 Minuten ließ er seine Mitstreiter hinter sich – zwei Wochen nach seinem Doppeltitel im Team-Berg- und Traillauf. Samuel Eisl hechelte ihm in 53:09 Minuten hinterher, während Andreas Englbrecht (54:29) „nur“ Regionsrang 3 belegte – wohlgemerkt mit nahezu identischer Zeit wie bei seinem Gesamtsieg 2021.

Und was macht eigentlich der vierfache Gesamtsieger Daniel Rohringer? Auch er stand mit 55:01 Minuten wieder in den Top 5 der Regionenwertung. Bester Lokalmatador aus den Reihen der LG St. Wolfgang: Roland Höll in 55:55 Minuten – schneller als der Kaffee in der Gipfelhütte durchläuft.

Oldies, Goldies und ein 87-jähriger Superopa

Was beim 25. Schafberglauf ebenfalls nicht untergehen darf: Die Masters gaben alles! Der älteste Teilnehmer, Johann Weber, haute mit 87 Jahren (!) eine 1:41:29 auf den Hang – Applaus, Standing Ovation, Kniefall!

In der M50 holte sich Christian Hoffmann neben dem Gesamtplatz zwei natürlich auch den Klassensieg. Herfried Pichorner gewann die M60 in 1:05:23, Peter Flunger dominierte die M70 mit 1:08:33. Bei den Damen glänzten Marion Kopp (1. W50/1:20:28), Iris Hermann (W40/1:07:35), Martina Hahn (W60/1:26:57) und Veronika Weyrich (W70/1:28:44).

„Das war großes Kino auf 1.700 Metern“

Start beim SchafbergBahnhof

Organisator und LG-Obmann Werner Haas zeigte sich begeistert vom „Himmelslauf“ mit Winterbeilage. „Beim Jubiläumslauf gab es einmal mehr tolle Leistungen“, lobte er und schickte ein Dankeschön an alle Unterstützer, Helfer und natürlich die Schafbergbahn – schließlich musste der Gipfelsturm auch irgendwie abgesichert werden. „Schon jetzt freuen wir uns auf die 26. Auflage des Schafberglaufs im Mai 2026“, so Haas weiter.

Die 11 schönsten Bergläufe in Österreich

Mit 277 Anmeldungen aus neun Nationen, 16 Läuferinnen und Läufern unter einer Stunde und zwei Streckenrekorden war der 25. Schafberglauf ein fulminantes Geburtstagsfest – mit Sturm, Schnee und sportlichen Sternstunden. Wer dabei war, wird’s nie vergessen. Wer nicht dabei war? Hat was verpasst. Aber keine Sorge: Der Berg ruft nächstes Jahr wieder!

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