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Wer kennt das nicht, bei nahezu jedem Volkslauf gibt es zahlreiche Läufer die wie die Feuerwehr loslegen und ebenso schnell in die Bedeutungslosigkeit des Teilnehmerfeldes zurückfallen.

Doch auch nur ein minimal zu schneller Start kann sich negativ auf das tatsächliche Endergebnis auswirken. Ausschlaggebend ist da allerdings auch die Wettkampfdistanz.

Ein Marathon- oder auch Halbmarathonläufer tut sich nichts gutes daran, die ersten Kilometer möglichst schnell zu laufen um etwas Puffer für das restliche Rennen aufzubauen. Denn der Puffer ist rasch aufgebraucht und führt schlussendlich zu einer deutlich langsameren Zeit als erhofft.

Ursache Laufökonomie

Eine Ursache für diesen Leistungseinbruch ist die Laufökonomie. Norwegische Forscher hatten sieben Orientierungsläufer und Langläufer auf Weltklasse-Niveau eingeladen. Die Probanden hatten eine maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) von 80,7 ml/kg/min - ein Wert den nur Spitzensportler erreichen.

Die Probanden liefen für einen vorgegeben Zeitraum am Limit und erholten sich danach bis die Laktatwerte auf 3 mmol/l oder 5 mmol/l sanken. Dann mussten sie wieder am Limit laufen. Währenddessen wurde ihre Laufökonomie gemessen. Das Ergebnis war wenig überraschend: Die Sportler die mit 5 mmol/l starteten, hatten eine um 5,5 Prozent schwächere Laufökonomie. Das würde zu einem erheblichen Leistungseinbruch bei einem Marathon führen. Allerdings muss nicht das Laktat selbst die Ursache für diese Verschlechterung der Ökonomie sein, es kann aber ein Faktor sein, der zu dieser Veränderung führt.

Ausnahme 5 km-Lauf

Allerdings zeigten die Autoren in der Studie deutlich, dass sich Schnellstarts negativ auf den späteren Rennverlauf auswirken. Zumindest dann, wenn das Rennen sehr lange dauert. Bei kurzen Läufen (wie dem 5 km-Bewerb) können hingegen Schnellstarts hilfreich sein, ja sogar einem Einbruch vorbeugen, wie es eine Studie in New Hampshire (USA) ermittelte. Dort mussten Läufer drei Mal einen 5 km Lauf absolvieren. Einmal liefen sie die erste Meile Meile (= 1,609 km) des Rennens gleich schnell, ein Mal um drei Prozent schneller und einmal um sechs Prozent schneller als das zuvor ermittelte Leistungsvermögen über die 5 km. Nach der Meile konnten die Läufer das Tempo frei wählen.

Das Ergebnis: Acht der elf Frauen liefen in dem Lauf, in dem sie viel zu schnell starteten (6 Prozent) ihre Bestzeit. Sie ließen zwar nach der Meile stärker nach, konnten aber den Vorsprung zu den anderen Testläufen nahezu halten. Die Forscher sehen die Ursache darin, dass die Läuferinnen bei einem gleichmäßigem Lauf nach einer Meile erst bei 78 Prozent der VO2max angelangt waren - ein Niveau das bei Tempoläufen erreicht wird und nicht bei 5km-Wettkämpfen. Bei den Sechs-Prozent-Versuchen waren es bereits 83 % am Ende der ersten Meile - ein Wert den man sich von gut trainierten Läufern bei 5km-Läufen durchaus erwarten darf.

Die Forscher empfehlen diese Strategie allerdings nicht Spitzenläufern, da diese ihr Tempo sowieso von Anfang an kennen, und auch nicht Laufanfängern, da diese kein Gespür für ihr Lauftempo haben. Allen anderen Leistungsgruppen dazwischen wird aber für den 5km-Lauf ein schneller Start nahe gelegt. Das gilt allerdings wirklich nur für die 5 km. Bei einem Halbmarathon oder einem Marathon sind schnelle erste Kilometer tabu.

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