Start zum Nagoya Marathon
Start zum Nagoya Marathon (© Nagoya Women’s Marathon)
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Thronraub oder Triumphzug der Königin?

Die Straßen von Nagoya verwandeln sich am 8. März wieder in eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf der gemütliches Joggen so fremd ist wie ein Schneesturm in der Wüste.

Beim Nagoya Women's Marathon steht eine Frau ganz besonders im Fokus, die derzeit fast alles gewinnt, was sie anfasst. Sheila Chepkirui kehrt als Titelverteidigerin zurück und hat sichtlich wenig Lust, ihren Thron freiwillig zu räumen.

Zehn Raketen unter 2:22 Stunden

Wer glaubt, dass Chepkirui einen entspannten Vormittag verbringen wird, sollte einen Blick auf die Startliste werfen. Die Organisatoren haben nicht gekleckert, sondern ordentlich geklotzt. Insgesamt zehn Athletinnen mit Bestzeiten von unter 2:22 Stunden gehen beim Nagoya Women's Marathon an den Start. Das ist kein einfaches Lauffeld, das ist eine sportliche Ansage an die Weltspitze. Unter den Namen finden sich Hochkaräter wie Eunice Chumba und Selly Chepyego Kaptich, die beide wissen, wie man das Tempo bis zur Schmerzgrenze hochhält.

Chepkirui, die 2024 den New York City Marathon gewann und dort im November als Dritte über die Linie ging, siegte im Vorjahr in Nagoya mit einer Zeit von 2:20:40. Dabei verwies sie die Japanerin Sayaka Sato und Chumba auf die Plätze. Dass die Kenianerin noch deutlich schneller kann, zeigt ihr Hausrekord von 2:17:29 aus Valencia im Jahr 2022. Doch beim Nagoya Women's Marathon wartet diesmal eine ganz neue Herausforderung aus Äthiopien.

Äthiopisches Kraftpaket fordert die Favoritin

Besonders spannend wird das Duell mit Aynalem Desta. Die Äthiopierin stürmte erst im Oktober beim Amsterdam Marathon in 2:17:37 zum Sieg und ist Chepkirui damit zeitlich extrem dicht auf den Fersen. Es riecht förmlich nach einem taktischen Geplänkel, das in einem gnadenlosen Finale enden könnte. Kaptich wiederum bringt eine starke 2:20:03 aus Barcelona mit ins Spiel, was die Spitzengruppe zu einer der schnellsten Konstellationen der letzten Jahre macht.

Heimspiel mit olympischem Feuer

Für die lokalen Heldinnen geht es beim Nagoya Women's Marathon um weit mehr als nur eine gute Platzierung. Honami Maeda, die asiatische Rekordhalterin mit einer Bestzeit von 2:18:59, führt die japanische Delegation an. Zusammen mit Yuka Ando, der Siegerin von 2024, sowie Ayuko Suzuki und Rika Kaseda brennt das Team Japan auf Wiedergutmachung. Für sie ist das Rennen gleichzeitig die Qualifikationschance für das Marathon Grand Championship, das Ticket-Event für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.

Auch die spanische Rekordhalterin Majida Maayouf wird versuchen, den Favoritinnen in die Suppe zu spucken. Komplettiert wird das Feld durch internationale Klasse wie Genevieve Gregson aus Australien sowie die Marokkanerinnen Hayat Benhenia und Soukaina Atanane. Der Nagoya Women's Marathon verspricht also ein echtes Spektakel zu werden, bei dem die Zuschauer wohl besser nicht blinzeln sollten, um die Entscheidung nicht zu verpassen.

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