Der 2. November wird heiß! Beim Istanbul Marathon kehren die Titelverteidiger zurück und wollen ihre Kronen verteidigen.
Dejene Debela aus Äthiopien und die für Bahrain startende Ruth Jebet haben bereits im Vorjahr bei windigen Bedingungen triumphiert und hoffen nun auf besseres Wetter für schnellere Zeiten. Die 47. Auflage des türkischen Marathon-Klassikers verspricht erneut hochklassigen Sport auf dem einzigen interkontinentalen Marathon-Kurs der Welt.
Gold Label Status seit über einem Jahrzehnt
Der Istanbul Marathon gehört zur absoluten Elite des Straßenlaufsports. Seit 2012 trägt das Event ununterbrochen das begehrte World Athletics Gold Label – ein Status, den weltweit nur wenige Veranstaltungen über einen so langen Zeitraum halten können. Damit zählt der Istanbul Marathon zu den ältesten Gold Label Marathons überhaupt. Diese Auszeichnung garantiert höchste Standards in allen Bereichen und zieht Jahr für Jahr die besten Athleten der Welt an den Bosporus.
Die Zahlen beeindrucken: Spor Istanbul als Veranstalter hat bereits 42.000 Anmeldungen für die verschiedenen Distanzen registriert. Rund 6.000 davon werden die klassische Marathon-Strecke in Angriff nehmen. Der Kurs ist einzigartig – Start auf der asiatischen Seite Istanbuls, dann geht es über die July 15 Martyrs Bridge nach Europa und schließlich ins historische Zentrum der Millionenmetropole, wo das Ziel direkt neben der Blauen Moschee liegt. Anmeldungen sind noch bis zum 14. Oktober möglich.
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Wir freuen uns sehr, den Istanbul Marathon, den einzigen interkontinentalen Marathon der Welt, zum 47. Mal zu organisieren. Unser Gold Label Rennen wird erneut großartige Athleten willkommen heißen. Die Teilnahme der Titelverteidiger zeigt deutlich, dass der Istanbul Marathon ein prestigeträchtiges und beständiges Event ist, das von Elite-Läufern hoch geschätzt wird. Istanbul wird den Teilnehmern wie immer ein wirklich außergewöhnliches Marathon-Erlebnis auf internationalem Niveau bieten, erklärt Bilge Donuk, die neue Rennleiterin.
Debela will nach Verletzungspause wieder angreifen
Dejene Debela kehrte im vergangenen Jahr nach einer Verletzungspause zurück und feierte beim Istanbul Marathon mit 2:11:40 den größten Erfolg seiner Karriere. Der 30-Jährige verfügt über eine starke Bestzeit von 2:05:46 aus Chicago 2019. Der Istanbul Marathon wird für den Äthiopier das wichtigste Rennen des Jahres sein, wenn er an den Bosporus zurückkehrt.
Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. Zwei Kenianer werden Debela das Leben schwer machen. Rhonzas Kilimo hat in den vergangenen zwei Jahren konstant starke Marathon-Leistungen abgeliefert. Der 29-Jährige wurde 2023 in Hamburg mit 2:08:08 Fünfter und verbesserte sich beim Seoul Marathon im letzten Jahr auf 2:06:09 als Zweiter. Mit dieser persönlichen Bestzeit ist Kilimo nach Debela der zweitschnellste Mann auf der Startliste des Istanbul Marathon.
Denis Chirchir komplettiert das kenianische Aufgebot und bringt ebenfalls eine beeindruckende Vita mit. Der 35-Jährige lief seine Bestzeit von 2:07:17 vor zwei Jahren in Hannover, wo er Zweiter wurde. 2024 gewann er den Kosice Marathon in 2:07:50. Chirchir trainiert in Iten unter der Anleitung des renommierten italienischen Coaches Renato Canova. Interessantes Detail am Rande: Deutschlands Amanal Petros, der sensationell Silber bei der WM in Tokio im vergangenen Monat holte, ist ein Freund und Trainingspartner von Chirchir.
Jake Robertson aus Neuseeland gehört zu den wenigen starken nicht-afrikanischen Startern am 2. November. Der Kiwi verfügt über eine persönliche Bestzeit von 2:08:26, kämpfte in den letzten Jahren jedoch mit Verletzungen. In der Saison 2025 ist Robertson bisher noch nicht an den Start gegangen.
Jebet als klare Favoritin bei den Damen
Ruth Jebet ist nicht nur Titelverteidigerin, sondern auch die Top-Favoritin beim Istanbul Marathon. Die ehemalige Kenianerin, die seit ihrem 16. Lebensjahr für Bahrain startet, wurde 2016 Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin im Hindernislauf. Im vergangenen Jahr feierte sie in Istanbul ihren bisher größten Marathon-Sieg.
Ursprünglich hatte Jebet die Marken von 2:20:00 und ihre persönliche Bestzeit von 2:23:08 im Visier. Doch der Wind machte ihr 2024 einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem war ihre Siegerzeit von 2:24:45 unter den gegebenen Bedingungen eine außergewöhnliche Leistung. Sie distanzierte ein starkes Feld um fast neun Minuten – der größte Siegabstand in Istanbul seit 2015. Damals war die internationale Konkurrenz allerdings deutlich schwächer.
Nach Platz zwei in Daegu mit 2:25:43 in diesem Jahr will die 28-Jährige ihr 2025 in Istanbul erfolgreich abschließen. Jebet, die die Nominierung für die Weltmeisterschaften verpasst hatte, wird jedoch keine leichte Aufgabe vor sich haben.
Äthiopische Herausforderinnen lauern
Zwei Äthiopierinnen verfügen über Bestzeiten, die nahe an Jebets 2:23:08 herankommen. Tigst Getnet lief bei ihrem Marathon-Debüt in Dubai 2:23:17 und wurde dort 2023 Fünfte. Sofia Assefa steht mit 2:23:33 aus Amsterdam vor zwei Jahren in der Statistik. Letztere kennt Ruth Jebet sehr gut, denn sie war im olympischen Hindernislauf-Finale 2016 Zweite hinter der Bahrainerin.
In den meisten direkten Duellen hatte Assefa das Nachsehen gegen Jebet, doch die Äthiopierin schaffte es vor zehn Jahren auf der Bahn dreimal, die Konkurrentin zu besiegen. Am 2. November werden sich Jebet und Assefa zum ersten Mal in einem Straßenrennen gegenüberstehen – eine Premiere, die für zusätzliche Spannung beim Istanbul Marathon sorgt. Das Duell zwischen der Olympiasiegerin und ihrer ewigen Verfolgerin könnte das Highlight des Damenrennens werden und dürfte für ordentlich Tempo auf den Straßen zwischen Asien und Europa sorgen.
Der Istanbul Marathon am 2. November verspricht packende Rennen auf beiden Seiten. Mit starken Feldern, prominenten Rückkehrern und einem einzigartigen Streckenprofil ist alles angerichtet für einen würdigen 47. Geburtstag dieses traditionsreichen Events.

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