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Drama bei Morgendämmerung: Mayaka überrascht – Ndiwa triumphiert!

Ein feuchter Morgen in Cali, Kolumbien, 19 Grad Celsius, 95 Prozent Luftfeuchtigkeit und ein Starterfeld von über 11.000 Läufern aus 39 Nationen – die Premiere des Maratón de Cali hatte alle Zutaten für ein denkwürdiges Rennen.

Doch was sich zwischen Kilometer 35 und dem Ziel ereignete, war selbst für Marathon-Insider ein Paukenschlag.

Evans Mayaka dreht das Rennen in der Schlussphase

Als Evans Mayaka bei Kilometer 35 den Anschluss an Bonface Kiplimo verlor, schien das Rennen entschieden. Kiplimo, mit einer persönlichen Bestzeit von 2:05:05 deutlich schneller als Mayaka (2:10:00), setzte sich ab und baute seinen Vorsprung scheinbar uneinholbar aus. Die Favoritenrolle schien bestätigt – bis sich das Blatt dramatisch wendete.

„Ich dachte, ich hätte das Rennen bei Kilometer 35 gewonnen, als Evans zurückfiel,“ sagte Kiplimo. Doch die Hitze und die Höhe forderten ihren Tribut. Drei Kilometer vor dem Ziel schwanden Kiplimos Kräfte – und Mayaka witterte seine Chance.

„Ich hatte mich schon mit dem zweiten Platz abgefunden,“ erzählte Mayaka später. „Aber nach 40 Kilometern sah ich, dass Bonface langsamer wurde. Es war ein großartiges Gefühl, ihn bei Kilometer 41 zu überholen und zu wissen, dass das Rennen mir gehört.“

Mit einem famosen Schlussspurt holte sich Mayaka den Sieg in 2:11:04, knapp 23 Sekunden vor Kiplimo. Ein bemerkenswerter Triumph für den Mann, dessen Aussehen an den ehemaligen Weltrekordler Eliud Kipchoge erinnert – und vielleicht war das kein Zufall.

Ndiwa lässt der Konkurrenz keine Chance

Während sich bei den Männern ein packender Zweikampf entwickelte, war das Frauenrennen eine Machtdemonstration. Emmah Ndiwa setzte sich kurz nach der Halbmarathonmarke (74:50) von ihren Kontrahentinnen ab und ließ ihnen keine Chance mehr. Die Kenianerin überholte auf dem Weg ins Ziel sogar den früheren Männer-Weltrekordhalter Dennis Kimetto und gewann souverän in 2:29:26.

„Ich hatte nicht erwartet, ab Kilometer 21 allein zu laufen,“ sagte Ndiwa nach dem Rennen. „Deshalb habe ich mich darauf konzentriert, meine Form zu halten und als Erste ins Ziel zu kommen.“

Hinter ihr komplettierten die Äthiopierinnen Nigist Muluneh (2:32:24) und Adenech Mekonnen (2:36:18) das Podium. Die Namibierin Helalia Johannes, vor dem Rennen als Favoritin gehandelt, blieb blass und kam nur als Vierte ins Ziel (2:37:29).

Favoriten straucheln, Außenseiter glänzen

Auch bei den Männern blieb nicht alles wie erwartet. Der Tansanier Gabriel Geay, nominell der Topfavorit, fiel bereits vor der Halbzeit (64:56) aus dem Spitzenfeld und spielte im weiteren Rennverlauf keine Rolle mehr. Richard Rop machte lange das Tempo, doch auch er musste bei Kilometer 32 aufgeben. Damit war der Weg frei für das kenianische Duell zwischen Mayaka und Kiplimo – mit dem besseren Ende für den Underdog.

Musik, Mural und Marathon

Der Kurs durch Santiago de Cali präsentierte sich trotz der Belastungen als stimmungsvoll: farbenfrohe Wandmalereien, Salsa-Bands entlang der Strecke und ein nahezu flacher Verlauf trugen zur besonderen Atmosphäre bei. Für viele der über 11.000 Teilnehmenden wurde das Debüt dieses Marathons zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Für Sieger Evans Mayaka geht der Blick nun nach vorn. Ein Marathon bei gemäßigten Bedingungen auf Meereshöhe soll ihm helfen, seine Zeit weiter zu verbessern und näher an die Leistungen seines Landsmannes Kiplimo heranzurücken.

Ergebnisse Männer

1. Evans Mayaka (KEN) – 2:11:04
2. Bonface Kiplimo (KEN) – 2:11:27
3. Daniel Paulus (NAM) – 2:15:19
4. Mogos Soloman (ERI) – 2:17:25
5. Jorge Castelblanco (PAN) – 2:17:47
6. Peter Qambaway (TAN) – 2:18:04
7. David Gomez (COL) – 2:19:59
8. Santiago Zerda (COL) – 2:21:33

Ergebnisse Frauen

1. Emmah Ndiwa (KEN) – 2:29:26
2. Nigist Muluneh (ETH) – 2:32:24
3. Adenech Mekonnen (ETH) – 2:36:18
4. Helalia Johannes (NAM) – 2:37:29
5. Alexandra Aldana (COL) – 2:40:41
6. Mildrey Echevarria (COL) – 2:41:07
7. Rosa Chacha (ECU) – 2:41:29
8. Kellys Arias (COL) – 2:42:24

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