Planet Earth Run - Laufevent

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Günter Schlöglhofer bringt uns vier nach Erfurt (210.000 EW), Monika, Evi und mich. Die Auswahl an August-Marathons in Schlagdistanz zu OÖ ist äußerst dürftig. Heuer ist die Wahl auf die Landeshauptstadt Thüringens gefallen. Eine äußerst sehenswerte Stadt. Ich war schon öfters da, aber immer nur ganz kurz und meist beschäftigt. Diesmal habe ich endlich länger Zeit für die prachtvolle Innenstadt.

Noch am Freitag bekommen wir am Ufer des Flüsschens Gera in familiärer Umgebung unsere Startnummern. Ähnlich überschaubare Marathons (heute 66 Starter) habe ich schon des öfteren in CZ gemacht, hier verstehe ich im Gegensatz dazu die Sprache.

Dann besichtigen wir gleich einmal die Innenstadt. Seit ich zuletzt da war ist wieder viel renoviert worden. Wir sind beeindruckt.

Die Treppen zwischen dem Erfurter Dom und der St.-Severi-Kirche sind Bühne, abends wird „Der Name der Rose“ aufgeführt werden. Die Vorstellungen sind ausverkauft.

Wer Kaffee und/oder Kuchen im Domcafé bestellt bekommt ein Kissen und darf sich auf die Stufen setzen. Das machen wir nachdem wir in den beiden Kirchen waren.

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Martin Luther war da auch, Anfang des 16. Jhdts als katholischer Mönch, auf der Wartburg war er später. Schmuckläden, Textilboutiquen, Galerien und Gaststätten finden wir auf der Krämerbrücke, Europas längste bebaute Brücke. Man merkt gar nicht, dass man auf einer Brücke ist.

Wegen anderer Veranstaltungen in der Stadt wurde die Startzeit von 8h auf 9h verlegt. Schade, aber da kann man nichts machen. Kurz vor 8h machen sich Günter und ich auf den Weg vom Hotel Wilna zum Start. Bei der Gelegenheit lernen wir den ersten Strecken-km kennen. Auf dem sandigen Boden wird es staubig werden wenn jeder Läufer Staub aufwirbelt, so trocken ist es. Sogar ein Radfahrer der etwas kräftiger in die Pedale tritt zieht eine Staubfahne hinter sich her.

Start und Ziel sind beim Kanuklub Concordia, wir bekommen unseren Zeitchip. Zum Tragen am Handgelenk, so etwas hatte ich noch nie. Die Stimmung ist entspannt. Der Startsprecher Michael Coccejus spricht ganz ruhig und verbreitet so eine gewisse Gelassenheit. Zwischendurch führt er Interviews. Auch dem Günter hält er das Mikrophon unter die Nase der sich gleich recht lobend über die Stadt äußert sodass Michael erst einmal sprachlos ist. Dennoch, in der Hotellerie und Gastronomie wird sich diese Laufveranstaltung nicht bemerkbar machen. Der überwiegende Teil der knapp 300 Läufer und Einradfahrer(!) kommt aus Erfurt oder nächster Umgebung und wird kein Hotel brauchen.

Die heutige Benefizveranstaltung sammelt Geld für den Verein „Musik macht schlau“ und soll Kindern aus finanziell schwachen Familien den Besuch der Musikschule ermöglichen.

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Es geht pünktlich und ganz ohne Hektik los. Wir verlassen den Nordpark Richtung Norden und müssen bald einmal einer Brückenbaustelle ausweichen. Dann sind wir auf dem Sandweg und laufen an einem Sportplatz vorbei. Das mit dem Staub ist nicht so arg, das Feld ist schon auseinander gezogen, ein Lüftlein lässt ihn abziehen, man muss nur links laufen. Nach wenigen Minuten kommen wir zur Warschauer Straße samt Straßenbahntrasse die wir überqueren. Einige Autofahrer hupen wie verrückt weil Streckenposten für uns Läufer den Straßenverkehr blockieren.

Aber kaum ist eine Lücke im Läuferinnenfeld darf gefahren werden.

Unsere Frauen erwarten uns hier, sie kommen direkt vom Frühstück. Wir laufen weiter an der Gera, mit Schatten sieht es nicht so gut aus, aber es ist noch relativ kühl. An Spielplätzen vorbei, dann auf einer Fußgängerbrücke über die Straße der Nationen.

Dann auf einem niedrigen Damm, der Boden besteht aus festgetretener Erde und ist natürlich nicht eben. Rechts von uns Schrebergärten, links fließt langsam die Gera.

In bewohntem Gebiet kommen wir zur ersten Labe samt Zeitkontrolle. Von einigen Bewohnern werden wir tatsächlich angefeuert. Der Teilnehmer der mit Becher auf dem Kopf (Magnet) läuft, fordert das Anfeuern richtiggehend ein. Bei km5 erreichen wir den nördlichsten Punkt der Strecke, bei km6 sind wir bereits auf der anderen Flussseite und passieren einen kleinen Zirkus. Günter und ich sind seit 34min unterwegs.

Ein Supporter, so steht es auf seinem orangen Shirt, radelt voraus und zeigt uns den Weg. Diesen Unterstützer werden wir heute noch öfters sehen.

Wir sind angehalten nach gelben Schildern Ausschau zu halten. Solltet ihr 300m lang keines sehen dann müsst ihr umdrehen, dann habt ihr euch verlaufen. Hieß es.

Hier ist es flach, Überschwemmungsgebiet und Freifläche für diverse Sportarten. Die Wiese ist braun, ein bisschen Überschwemmung würde ihr gewiss nicht schaden.

Günter und ich überqueren die Fußgängerbrücke nun in Gegenrichtung, vor uns laufen drei Damen. Als wir an unseren Frauen vorbeikommen bremsen wir uns ein damit die Fotos scharf werden. Wieder über die Warschauer Str. und am anderen Ufer der Gera entlang, wir passieren ein Radstadion, Seitenwände gibt es nicht, nur Bahn und Dach.

Die Brückenbaustelle von vorhin hat auch Auswirkungen auf den Streckenverlauf am anderen Flussufer, wir schlagen Haken. Nun laufen wir auf Asphalt und kommen nach etwa 10km zur nächsten Labe, ganz in der Nähe von Start und Ziel. Wir können uns verköstigen, Halbmarathonis warten auf ihren Start. Vorbei am Nordbad laufen wir in die Innenstadt. Die drei Damen vor uns laufen ein paar m in die falsche Richtung, wir kommen ihnen näher. Das Ausschau halten nach gelben Schildern bzw. gelb-schwarzen Bänder verlangt viel Aufmerksamkeit. Ab km11 laufen wir im Pulk mit den Damen, vermutlich Mutter mit zwei Töchtern. Unzählige Randsteine sind zu bewältigen und Autos zu umlaufen, die im Kreuzungsbereich abgestellt worden sind.

Am Domplatz, wir überqueren die Andreasstraße und folgen ihr 600m Richtung Norden, vorbei am Gericht und am Stasimuseum.

Zwei mal links, es geht bergauf zur Festung Petersberg (ab 17. Jhdt). Wir finden uns auf einer staubigen Großbaustelle wieder. Ausschau nach den Schildern. Leider gibt es auch eine Baufirma deren Logo gelb ist mit schwarzer Schrift, die Schilder sind ähnlich groß. Also Obacht!

Wir laufen um die Festungsmauer und kommen zu einer Gitter-Stahltreppe. Im Nu gewinnen wir einige Höhenmeter dazu, laufen oben über eine dürre Wiese, vorbei am Stasi-Archiv, vorbei an einer blauen Kanone, nebenbei schöner Ausblick auf den Domberg, Straßenpflaster, den Petersberg runter, durch den Park am Bundesarbeits-gericht vorbei und bald schon erreichen wir die Versorgungsstelle Lauentor.

Hier lassen wir die drei Damen hinter uns, im Bergablaufen sind wir unwiderstehlich.

Es geht die Rudolfstraße runter, auf Asphalt, da kann man Tempo machen, aber das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht so richtig schätzen. Km15 nach 1h29 stellt Günter fest. Bei roten Ampeln müssen wir stehen bleiben sonst droht DSQ. Das Ampelmännchen am Gothaer Platz wird gerade grün als wir daher kommen.

Rein in die Cyriakstraße, zwei Volksschulkinder rennen den Günter beinahe um in ihrer Begeisterung. Noch ein kleines Kind sieht uns zu, es sitzt auf dem Zaunpfahl, der Papa steht dahinter und passt auf. Die Straße steigt an, eine echt gute Wohngegend hier, darunter die schlossähnliche Villa Festge (1899). Dem Günter fällt sie auf, ich hätte sie glatt übersehen. Noch ein Stück rauf, dann steht da unser Supporter und schickt uns runter in den Luisenpark. „Rechts!“ rufe ich dem Günter hinterher, als er den Gera-Flutgraben überqueren will. Wir müssen rechts abbiegen. In der Wiese praktizieren etwa 30 Damen gerade Yoga, Becken hoch, rechtes Bein am Boden, linkes Bein auf rechtem Knie. Sie sind zweireihig fächerförmig um ihre Vorturnerin angeordnet. „Ihr seht noch gut aus!“, rufe ich. „Ihr aber auch!“ sagt die Chef-Yogini lächelnd.

Durch den Park, über den Gera-Flutgraben, Dreibrunnenbad, zwischen Kleingärten und dem Flutgraben weiter nach Süden, km17. Die ersten Halbmarathonis überholen uns. Labe bei der Überquerung der Motzstraße. Ich bekomme Vita-Cola mit Wasser in meine Flasche, während ich Wasser trinke und mir einen Becher Wasser über den Kopf leere. Das tut gut. Nur wenige Papierbecher gibt es, die Läufer haben ihr Trinkgefäß dabei.

Unter der Eisenbahn durch, links Kleingärten, rechts Lärmschutzwand der Eisenbahn und immer wieder Radfahrer. Km18, ich brauche Energie und nehme mein erstes PowerGel, ab nun ist Günter 10m vor mir. Im Bachstelzenweg endlich Schatten, dann noch ein paar Halbmarathonis und ein Einradfahrer der uns mit der linken Hand den erhobenen Daumen zeigt, während er an uns vorbei radelt. Rechts auf dem Sportplatz von Bischleben findet ein Kinderfest statt. Ende Asphalt, es wird wild. Nach km19 beginnt ein Anstieg der nicht und nicht aufhören will. Das auf einer ausgewaschenen Schotterstraße wo man auf jeden Tritt achten muss, der Weiße-Hütte-Weg ist mehr Wadi als Straße. Hinter den Hecken vermute ich Gärten mit Häusern. Hier kommt es zu vielen Positionsverschiebungen. Ich wechsle zwischen gehen und laufen, da sich der Grad der Steigung immer wieder ändert. Bei km19 dachte ich für mich noch an eine HM-Durchgangszeit von 2h06, da kannte ich diesen Anstieg aber noch nicht. Ab jetzt ist das ein Geländelauf, ein Citymarathon ist etwas anderes.

Als ich oben bin ist richtig was los, nicht nur Günter labt sich. Einige andere auch und die haben es gar nicht eilig, hier ist in etwa km20,5 oder HM. Ganz wichtig: Es gibt Obst, belegte Brötchen, Schokolade und genug zu trinken, die Durchgangszeit wird erfasst.

Die Entfernungsangaben sind heute etwas mit Vorsicht zu genießen. Wegen diverser Baustellen haben wir schon einige Umwege gegenüber dem ursprünglichen Streckenplan gemacht. Keine Ahnung, ob und wo die kompensiert werden.

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Als ich mich wieder in Bewegung setze kommen die drei Damen. Es geht bergab, leider auf Schotter und Wiesenweg, jeder Schritt erfordert Aufmerksamkeit, dann wird es steiler. Ein Auto kommt mir langsam und staubaufwirbelnd entgegen, ich weiche aus auf den Acker. Bergablaufen auf Kugellager wie im Pfaffenstieg ist nicht meine Stärke, km23. Leichter Anstieg, dann erneut runter, Wasserstelle, auf der Hubertusstraße endlich Asphalt, leider nur ganz kurz. Km24, Spitzkehre links rauf und rein in den Wald. Das weiße Leiberl von Nr. 21 vor mir sehe immer wieder durch die Bäume blitzen.

Es steigt an und der Weg aus gestampfter Erde hängt nach links weg, das finde ich gar nicht gut. Meine seit Ostern beleidigte Achillessehne ruft sich in Erinnerung. Je länger ich unterwegs bin umso mehr nehmen meine Bedenken zu. Ich habe schon lange keine gelb-schwarze Markierung mehr gesehen, ich zögere. Von hinten kommen die drei Fiedler-Damen. Bergauf sind sie besser als ich, keine Frage. Franka macht das Tempo der drei. Aus dem Wald raus bin ich froh, den orangen Supporter zu sehen, der mich gleich wieder in den Wald hinein schickt. Es steigt an, dafür hängt der Weg aber nicht zur Seite.

Wenig später komme ich auf Feldern wieder raus, es steigt weiter an. Vor mir sehe ich einige Teilnehmer, auch den Günter. Hier ist es vielleicht warm, wir sind etwas erhöht, die Windräder sind nicht weit. Man glaubt, bis Russland sehen zu können.

Nun 1,5km geradeaus, keinerlei Schatten, kräftiger und warmer Rückenwind, blauer Himmel, knapp 30 Grad, alles hier ist knochentrocken und ich laufe immer noch nach Süden. Hätte ich nicht meine Flasche dabei, ich wäre längst gründlich entsaftet. Braune Felder links und rechts so weit das Auge reicht. Etwa 400m links von mir sehe ich Leute die beinahe parallel zu mir bereits stadteinwärts laufen.

Es geht runter nach Waltersleben, dort ist km27. Links, endlich ein paar Bäume!

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Vorbei am Reitplatz und wieder eine Labestelle. Gerade rechtzeitig, meine Flasche ist schon leer. Ich werde nach meinen Getränkewünschen befragt und bekomme wieder Cola g‘spritzt. Danke sehr und weiter, vor mir schiebt eine Teilnehmerin ihr Einrad den Hügel hoch. Es ist gerade 12 Uhr mittags, staubiger Feldweg, braune Felder links und rechts so weit das Auge reicht, echt warmer Gegenwind.

Als ich an ihr dran bin versucht sie aufzusteigen, sie fällt zurück und mir vor die Füße. Ihr zweiter Aufstiegsversuch klappt. Jetzt, da es leicht bergab geht, einradelt sie mir davon.

Ich laufe direkt auf den Wald zu und habe ab km28 endlich wieder Schatten. Hier im Wald ist zwar kein Asphalt, man kann auf den Forststraßen aber gut laufen, ebener Untergrund, meist leichtes Gefälle. Ab und zu sehe ich jemanden, ich werde überholt, ich überhole, weiß aber nicht, ab der/die gerade in meinem Bewerb ist. Außerdem nutzen Leute den schattigen Wald fürs Lauftraining, die haben weder Startnummer auf der Brust noch Zeitchip am Handgelenk.

Ich überquere die Hubertusstraße und tauche wieder in den Wald ein. Ab hier viele herausragende Wurzeln und Staub und Sand, die Strecke wird zum Slalom. Oft ist beiderseits der Bäume ein ausgetretener Weg, richtig gerade verläuft keiner davon. Der Wechsel von Sonnenlicht und Schatten strapaziert meine Augen. Bei km31 überhole ich einen der schon ziemlich fertig aussieht. Das meiste haben wir schon hinter uns!

Nächste Labe und Zeitkontrolle, Staffelwechsel und gegenüber ein großes Wirtshaus, das Waldhaus. Hier herrscht großer Andrang. Ich erkundige mich nach dem Weg. Nur ein paar m die Straße runter, dann tauche ich wieder in den Wald ein. Waldweg, dann Forststraße, es geht vorzugsweise runter. Ich sehe Günter vor mir und komme näher, ein Pärchen überholt uns.

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Km34, mein zweites und letztes PowerGel, dann schließe ich zu Günter auf. Der Weg führt uns zu Stiegen, da geht es ganz schön hinunter. Ich halte mich am Handlauf, nicht dass mir die Beine einklappen! Wir sehen rechts von uns eine Lärmschutzwand, da müssen wir unten durch. Ende Gelände, wir sind wieder in der Zivilisation.

Aus der Unterführung ertönt Musik und dann sind wir an dem Versorgungsposten den  wir von ca. km17 schon kennen.

„Cola mit Wasser bitte“, ein dünnes Salamibrot (5cm x 5cm) und einen Becher Wasser über den Kopf. Das Wasser verteilt sich angenehm kühlend im Schlauchtuch. Keine Autos, schnell über die Straße, es geht wieder entlang dem Gera-Flutkanal. Links der Kanal, rechts Kleingärten. Dieses Wegstück kennen wir bereits, Schatten ist hier Mangelware. In einem Geviert wird Paddeln geübt, im Boot sitzend, aber an Land.

Am Dreibrunnenbad geht es über den Kanal, dann dessen Ufer entlang, immer wieder Schatten. Mit Nachmittagsspaziergängern und Hundeäußerlnführern teile ich mir die Kieswege, immer nach gelb-schwarzen Markierungen Ausschau haltend.

Da, an einem Geländer ein Plastikband wie aus dem Tigerenten Club. Soll ich jetzt über die Brücke oder gerade aus? Ich laufe links über die Brücke, denn da ist auch Michaela Gäullein, die Nr. 21, gelaufen. Der Spielplatz in der prallen Sonne ist leer. Ich laufe gut 100m, da kommen mir Michaela und eine Einrad-Teilnehmerin entgegen. „Da ist keine Markierung mehr!“ Wir fragen Leute auf einer Bank, ob sie außer uns Läufer gesehen hätten? Aber die haben von nix eine Ahnung. Zurück, über die Brücke, da ist Günter, der hatte sich richtig für geradeaus entschieden. Wenig später liegt unsere Markierung im Staub am Boden anstatt vom Baum zu baumeln. Sabotage!

Wir haben zwar etwas Zeit verloren, sind aber wieder in der Spur.

Noch eine Weile im Park, dann müssen wir wieder zwischen die Häuser. 4 Leute mit 5 Hunden blockieren den Gehweg, aus einem Gastgarten bekomme ich Applaus. Ein Supporter schickt mich in die Melanchthonstraße und weiter in den Brühler Garten, an dessen Ende empfängt mich eine junge Dame und erklärt mir wie es weiter geht. „Beim gelben Haus rechts und bitte Vorsicht beim Überqueren der Straße“.

So komme ich zwischen Zitadelle und St.-Severi-Kirche, rechts den Domplatz runter.

Jetzt wird es richtig winkelig, man muss ziemlich aufmerksam sein, die Streckenposten stehen zum Glück in kurzen Abständen. Einmal denke ich, ich bin in einer Sackgasse gelandet, hinter dem grauen VW Golf geht es aber auf einem schmalen Steg weiter. Der Fluss kommt unter dem Haus hervor, Schildgasse, schmucke Fachwerkhäuser, rund um das Evangelische Augustinerkloster und das meist auf abgerundetem Altstadtpflaster.

Ich weiß nicht wie es weiter geht und drehe mich um. Hinter mir ist ein Staffelläufer und der deutet mir geradeaus weiter.

Km40, Labe, ich nehme etwas alk-freies Bier und warte an der Ampel auf grünes Licht. Den Schlussabschnitt kenne ich schon, die Markierungen bestätigen mir das. Der grüne Mazda 2 an der Kreuzung Karlstraße/Auenstraße  ist weg, etwa abgeschleppt?

Quer über den ausgedörrten Nordpark, noch ein paar Stiegen hinauf und da wo die 10km-Labe war führt ein Brücklein über die Gera.

Nettelbeckufer, links, noch 200m, staubig ist es da. Ich sehe und höre das Ziel schon, in weitem Linksbogen laufe ich, gefeiert von Evi, Monika und anderen runter ins Ziel.

Im Vorfeld habe ich zu Evi gesagt, sie könne um ¾ 2 mit mir rechnen, jetzt ist es 13h47.

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Ich bin echt froh, im Ziel zu sein. Das war heute schon ziemlich anstrengend, v.a. wegen der Bodenbeschaffenheit. Dazu 400 - 500 Höhenmeter und die Temperatur ab dem späten Vormittag. Gott sei Dank war die Versorgung gut und ausreichend.

Die drei Fiedlerinnen sind schon seit 10min da. Kurz nach mir erreicht Michaela das Ziel und wenig später Günter. Nach und nach tröpfeln Leute von den diversen Bewerben ins Ziel, einige davon schon sehr gezeichnet von den Strapazen.

Ich bekomme hellblonde Elektrolyte und eine tönerne Medaille am grünen Leinenband.

Dazu ein schattiges Platzerl, Salzgebäck von Evi und ein trockenes Leiberl. Ich hoffe, der rechte Knöchel erholt sich bald, den brauche ich noch.

Als wir im Nordbad sind verzieht es sich und da das Wasser dort nur 22°C hat wird es sogar noch richtig frisch. Für alle eine willkommene Abkühlung! Wie wir wissen, ist auch das Anfeuern auf die Dauer anstrengend, zumal bei sommerlichen Temperaturen.

Das Abendessen nehmen wir in der prachtvollen Innenstadt ein, am Anger, mit Blick aufs Kunstmuseum und Maus und Elefant aus der Sendung mit der Maus. Obwohl wir hundemüde sind flanieren wir noch durch die City und bewundern die vielen schönen  Häuser, die meisten davon aus den späten 1890ern.

Kurzum: Das malerische Erfurt ist ein lohnendes Reiseziel, sogar ohne Marathon!

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Die schnellsten Marathondamen:

Annet Wild                            4h00’13“

Christin Drothen                  4h02’39“

Christiane Kind                   4h19’42“

Die schnellsten Herren:

Adrian Panse                       2h46’58“

Uwe Schmidt                        3h16’56“

Denis Mair                            3h23’11“

65 Marathonfinisher,  1DNF

weiters Nordic Walking, überlanger ½-Marathon, 2er + 4er-Staffeln, Einrad-Marathon

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Startgeld 44,- EURO  (davon 10,- für „Musik macht schlau e.V.“)

eine Finishermedaille aus Ton

an den Labestellen: Wasser, Bananen, Vita-Cola, belegte Brote, Schokolade

äußerst abwechslungsreich bzgl. Gegend und Geläuf, immer wieder Schatten

Ziellabe: Wasser, alk-freies Bier von Krombacher

Eintritt ins Freibad, Kleiderbeutelabgabe, sehr viele Helfer + Streckenposten

Finisher-Urkunde  zum Herunterladen        

Fotos: Herbert Orlinger

Weitere Fotos HIER

                                                        


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