Das große Laufbuch der Trainingspläne

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Mittlerweile werden seit über 50 Jahren Schuhe speziell für Läufer auf dem Markt angeboten.

Dabei unterscheiden wir zwischen diversen Typen von Schuhe. Da gibt es z.B. die Trainingsschuhe, die etwas schwerer sind, aber auch die Wettkampfschuhe die federleicht sind, aber natürlich auch weniger Dämpfung bieten und schneller ihr Lebensende erreichen.

Doch macht uns das geringere Gewicht tatsächlich im Wettkampf schneller? Und mit welchem Zeitgewinn können wir bei sogenannten Wettkampfschuhen rechnen?

Geringerer Energieverbrauch

In einer Studie des Alex Hutchinsons Lauflabor gibt es ein mehr als eindeutiges Ergebnis:

Rückblickend besagen Studien, die zum Teil mehrere Jahrzehnte alt sind, das man pro 100 Gramm geringerem Schuhgewicht mit ca. 1 Prozent weniger Energieverbrauch rechnen kann. Das heißt zugleich, dass dadurch die Laufgeschwindigkeit um ein Prozent erhöht werden kann.

Praxistests gab es bis dato allerdings wenige. An der University of Colorado wurde hingegen vor kurzem ein sehr interessantes Ergebnis dazu veröffentlicht:

Zum E-Book Trainingspläne für Läufer und Läuferinnen

18 Läufer, die 5 km-Bestzeiten von unter 20 Minuten hatten, wurden mit ca. 200 Gramm schweren Schuhen ausgestattet. Bei einigen der Schuhe wurden kleine Bleikugeln in die Zunge des Schuhes eingenäht, sodass sich das Gewicht auf 300 Gramm erhöhte. Die restlichen Schuhe wurden gar mit 300 Gramm Bleikugeln in der Zunge und an den Seiten des Schuhes ausgestattet (= 500 Gramm Gesamtgewicht).

Die Auswirkungen der Laufökonomie bei schnellem Tempo

Danach mussten die Sportler mehrere Laufbandtests sowie einige 3000-Meter-Läufe absolvieren. Die Laufökonomie verschlechterte sich dabei pro 100 Gramm Zusatzgewicht um 1,11 Prozent. Die Laufzeiten über die 3.000 Meter erhöhten sich indes nur um 0,78 Prozent pro 100 Gramm. Allerdings wurde die Laufökonomie bei einer normierten Geschwindigkeit von 7:40 Minuten pro Meile gemessen, während beim 3.000-Meterlauf das Durchschnittstempo mit 5:36 Minuten pro Meile deutlich höher war. Weitere Studien zeigen, dass bei höheren Geschwindigkeiten die Laufökonomie geringere Auswirkungen auf das Lauftempo hat. Daher ist die Verschlechterung um nur 0,78 Prozent verständlich.

Aus der Studie könnte man nun schlussfolgern, dass man ohne Schuhe oder mit möglichst leichten Schuhen das schnellste Wettkampftempo läuft? Stimmt natürlich auch nicht! Der Marathonweltrekord von 2:02:57 Stunden wurde in 230 Gramm schweren Schuhen gelaufen. Würde der Schuh weitere 100 Gramm weniger wiegen, könnte der Läufer dadurch fast eine Minute an Zeit gewinnen. Ohne Schuhe wäre er gar um über zwei Minuten schneller. Dieses Szenario würde allerdings nur in der Theorie funktionieren. Ohne Schuhe gibt es keinerlei Dämpfung und Polsterung – das führt wiederum zu einer Verschlechterung der Laufökonomie um bis zu vier Prozent. Das heißt der Vorteil würde zu einem Nachteil werden. Gerade bei langen Distanzen kann sich dieser Verlust der Ökonomie fatal auswirken.

Doch was ziehen wir nun aus den Ergebnissen: In leichten Wettkampfschuhen laufen wir mit Sicherheit schneller als in schweren Trainingsschuhen. Eine Grenze im Gewicht nach unten gibt es aber allemal.


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