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In gut einem Monat werde 55 Herren im Odaiba Marine Park in Tokio (JPN) in ihren olympischen Bewerb über 1.500m Schwimmen, 40km Radfahren und 10km Laufen starten. 24 Stunden später folgen die Damen.

Wer einen der heißbegehrten Startplätze ergattern und sich damit seinen olympischen Traum erfüllen kann, steht seit dem Ende der Qualifikationsperiode am vergangenen Sonntag fest. Und aus österreichischer Sicht gibt es sehr erfreuliche Nachrichten: Sowohl bei den Damen, als auch bei den Herren konnten zwei Quotenplätze für Österreich geholt werden.

Damit wird Österreich auch bei der Olympia-Premiere im Teambewerb als eines von nur weltweit 17 Teams an den Start gehen. Aufgrund der erbrachten Leistungen und der internen Qualifikationskriterien hat das ÖTRV-Präsidium Lisa Perterer, Julia Hauser bzw. Luis Knabl und Lukas Hollaus dem Österreichischen Olympischen Comité vorschlagen.

Eine lange „Road to Tokyo“

Mit zwei Jahren ist der Qualifikationszeitraum im Triathlon für die Olympischen Spiele einer der längsten aller Sportarten überhaupt. Durch die Corona-bedingte Verschiebung der Spiele auf 2021 wurde das Qualifikations-Ranking im März des Vorjahres seitens des Weltverbandes World Triathlon eingefroren. Die zweite Hälfte der Qualifikation startete daher erst heuer wieder am 1. Mai. Nach Ende der Qualifikation am vergangenen Sonntag, stehen Österreich nun zwei Quotenplätze pro Bewerb zur Verfügung. Dass sich sowohl zwei Frauen, als auch zwei Männer qualifizieren würden, hat schon seit einigen Wochen festgestanden, nach Ende der Qualifikation am vergangenen Sonntag sind diese Plätze nun auch offiziell vom Weltverband bestätigt. „Mit dem Ziel sportlich faire aber auch transparente Kriterien zu haben und das stärkst mögliche Team bei den Olympischen Spielen in Tokio am Start zu haben, wurden im Vorfeld der Qualifikation neben den internationalen auch nationale Qualifikationskriterien erarbeitet. Basierend auf diesen wird das ÖTRV-Präsidium nun Lisa Perterer, Julia Hauser sowie Luis Knabl und Lukas Hollaus dem ÖOC vorgeschlagen“, so ÖTRV-Sportdirektor Robert Michlmayr.

Österreichs Triathlon-Olympiakandidaten

Jeweils rund 1.000 Athleten bei den Damen und Herren machen sich im Triathlonsport zwei Jahren vor den Spielen Hoffnungen sich für die nächsten Olympischen Spiele zu qualifizieren. Am Ende der Qualifikation wird der Traum von Olympia dann nur für 55 Damen und 55 Herren Realität. Für Tokio haben sich Athleten aus 39 Nationen von fünf Kontinenten Quotenplätze sichern können. Zu diesen 110 Athleten zählen nunmehr auch vier rot-weiß-rote Athleten, die sich durch ihre erbrachten Leistungen (die besten zwölf Resultate zählten) für die Olympischen Spiele empfohlen haben. Dabei galt es aufgrund der erfreulichen hohen Dichte an möglichen StarterInnen aus Österreich ergänzend zu den internationalen Kriterien auch eine interne Qualifikation des ÖTRVs zu bestehen. Die individuelle „Road to Tokyo“ der nunmehr vier Nominierten könnte daher nicht unterschiedlicher sein:

Lisa Perterer (29)

HSV Triathlon Kärnten
Mit einem 4. und 6. Platz in der hochkarätigen Triathlon WM-Serie und u.a. sechs Top10-Platzierungen im Weltcup (drei Podiumsplätze, einmal davon ganz oben) konnte die Kärntnerin während der gesamten Olympiaqualifikation immer wieder aufzeigen und rasch den internationalen Quotenplatz für Österreich fixieren. In der internen Qualifikation packte sie gleich bei der erstmöglichen Chance die Gelegenheit beim Schopf und qualifizierte sich beim olympischen Testevent 2019 in Tokio. Es ist dies nach 2012 und 2016 bereits die dritte erfolgreiche Qualifikation der Villacherin. In London lief die damals erst 20-Jährige auf den 48. Rang und 2016 wurde sie unmittelbar vor den Spielen von einer Fußverletzung ausgebremst.

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Julia Hauser (27)

Triathlonclub Kagran
2016 bekam die Wienerin aufgrund des Ausfalls von Lisa Perterer kurzfristig die Gelegenheit in Rio wichtige Olympia-Erfahrungen zu sammeln. Mit einem 5. Platz in der hochrangigen WM-Serie setzte sie sich vor einem Monat in Yokohama (JPN) in der internen Qualifikation beeindruckend gegen Sara Vilic durch.

Alois „Luis“ Knabl (29)

Raika Tri Telfs
Für seine ersten Olympischen Spiele in Rio fehlten dem Tiroler nur wenige Punkte. Schon damals, unmittelbar nach dem Qualifikationsende für Rio sagte Knabl klar: „Tokio findet nicht ohne mich statt“. Gesagt, getan! Mit kontinuierlichen Spitzenergebnissen in der WM-Serie in dieser Qualifikation krallte sich der 29-Jährige einen internationalen Quotenplatz und sicherte sich in der internen Qualifikation sein Ticket eindrucksvoll mit einem 12. Platz beim Testevent in Tokio.

Lukas Hollaus (34)

TV Zell/See
Fünf Weltcup-Top 10 stehen u.a. nach drei Jahren Olympia-Qualifikation für den Salzburger zu Buche. Für ihn geht damit ein Lebenstraum in Erfüllung. Seit 2007 ist Hollaus im Triathlon auf internationalem Parkett erfolgreich unterwegs. Kontinuierlich steigerte sich der heute 34-jährige Salzburger dabei Jahr für Jahr, um nun in Tokio den Höhepunkt seiner Karriere erleben zu können.

Mixed Team Relay

Durch die Einzelqualifikation von jeweils zwei Sportlern je Kategorie konnte sich Österreich als eines von nur weltweit 17 Teams für den Teambewerb qualifizieren können. Der Bewerb, der in Tokio seine Premiere feiert, ist der dritte Medaillenevent im Triathlon. Zwei Damen und zwei Herren haben abwechselnd einen Triathlon über die Super-Sprintdistanz zu absolvieren. Die Starter müssen dieselben sein, wie im Einzelbewerb. Nur für den Fall eines „medical replacement“ können Sportler getauscht werden. Entsprechend der Kriterien des Weltverbandes hat Österreich hier mit Sara Vilic (3athlon Kärnten,K) und Therese Feuersinger (Wave Tri-Team TS Wörgl, T) sowie Lukas Pertl (TRI TEAM Hallein, S) drei Optionen.

Stimmen zur Qualifikation

„Die Qualifikation für die olympische Premiere des Teambewerbes ist unglaublich erfreulich für uns. Ich bin stolz, dass unsere Sportler eines von nur 17 Teams weltweit stellen werden. Meine besondere Gratulation gilt unserem Quartett, welches wir nunmehr dem ÖOC vorschlagen können. Ein großes Dankeschön all jenen, die dazu beitragen, dass wir es immer wieder schaffen in einer olympischen Sommersportart derart große Kontingente entsenden zu können. Unserem Team schon jetzt alles Gute für die olympischen Bewerbe, welchen wir alle voll Zuversicht entgegenblicken“, so ÖTRV-Präsident Walter Zettinig

„Wir haben mit dem Erreichen von vier Quotenplätzen unser Maximalziel in Bezug auf die Qualifikation erreicht. Da bin ich schon sehr stolz auf unsere SportlerInnen und unser Team! Der Fokus liegt bei allen aber bereits längst auf die Olympischen Spiele selbst. Wir wollen hier möglichst gut vorbereitet sein und auch entsprechend gut abschneiden.
Dass wir uns auch für den Teambewerb qualifizieren konnten freut mich besonders. Viele andere Nationen, die leistungsmäßig in unserem Bereich liegen haben das nicht geschafft“, so ÖTRV-Sportdirektor Robert Michlmayr abschließend.

Zahlen, Daten, Fakten

  • 3 olympische Medaillenbewerbe im Triathlon
  • 1.500m Schwimmen/40km Radfahren/10km Laufen (Olympische Distanz) bei den Einzelbewerben
  • 4 x 300m Schwimmen/6,8km Radfahren/2km Laufen im Mixed Team Relay Bewerb
  • 110 Quotenplätze gesamt
  • 39 Nationen von allen 5 Kontinenten haben sich qualifiziert
  • 17 Teams bei der olympischen Premiere des Mixed Team Relay Bewerbes
  • 4 ÖTRV-StarterInnen

Zeitplan

  • Herren:    26. Juli 2021, 06:30 Uhr Ortszeit (25.07.2021, 23:30 Uhr MESZ)
  • Damen:    27. Juli 2021, 06:30 Uhr Ortszeit (26.07.2021, 23:30 Uhr MESZ)
  • Mixed Team Relay:    31. Juli 2021, 07:30 Uhr Ortszeit (00:30 Uhr MESZ)

Österreichs Olympiastarter und Ergebnisse

2000 Sydney
Johannes Enzenhofer/OÖ, 29. Platz

2004 Athen
Kate Allen/T, Gold
Eva Dollinger (ledig Bramböck)/T, 28. Platz

Norbert Domnik/K, 37. Platz

2008 Peking
Kate Allen/T, 14. Platz
Tania Haiböck/OÖ, 27. Platz
Eva Dollinger (geb. Bramböck)/T, DNF

Simon Agoston/OÖ, 38. Platz

2012 London
Lisa Perterer/K, 48. Platz

Andreas Giglmayr/S, 40. Platz

2016 Rio de Janeiro
Sara Vilic/K, 37. Platz
Julia Hauser/W, DNF

Thomas Springer/OÖ, 47. Platz


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