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2.500 Triathleten und Triathletinnen kämpften am 1. September 2019 bei der 8. Auflage des IRONMAN 70.3 Zell am See um die begehrten Spitzenplätze.

Der Mitteldistanz-Triathlon war wie auch in den vergangenen Jahren restlos ausgebucht. Eröffnet wurde das Rennen um 11 Uhr in Schüttdorf.

Die Strecke

Nach 1,9 Kilometer Schwimmen im Zeller See ging es auf die 90 Kilometer lange Radstrecke mit 870 Höhenmetern, die durch die Hochkönig-Region führte. Anschließend wurde entlang des Zeller Sees der Halbmarathonlauf absolviert, ehe nach weniger als vier Stunden die Schnellsten das Ziel in der Altstadt von Zell am See erreichten.

Die Ausgangslage

Im vergangenen Jahr trug sich bei den Herren mit Michael Weiss erstmals ein Österreicher in die Siegerliste ein, während die Deutsche Laura Philipp damals die erste Dame war, die ihren Sieg aus dem Vorjahr (2017) verteidigen konnte. Die 2.500 Startplätze waren heuer schon über 100 Tage vor dem Event Anfang Mai vollkommen ausverkauft. Gemeldet waren Athleten aus 62 verschiedenen Ländern.

Verspäteter Sieg vor Thomas Steger

Nachdem Thomas Steger im Frühjahr beim IRONMAN 70.3 in St. Pölten erst kurz vor dem Ziel die Führung abgeben musste, konnte er sich in Zell am See nun doch noch mit einem Heimsieg belohnen. Bei heißen Temperaturen setzte er sich nach 3:55:03 Stunden in einem spannenden Rennen knapp gegen das Deutsche Quartett Frederic Funk (+ 51 Sekunden), Florian Angert (+ 1:36 Minuten), Ruben Zepuntke (+ 2:20 Minuten) und Jan Stratmann (+ 2:25 Minuten) durch. Mit Christian Birngruber (7.) und Andreas Giglmayr (9.) schafften zwei weitere Österreicher den Sprung in die Top 10.

Das Damenrennen gewann hingegen überlegen die Deutsche Daniela Bleymehl. Sie hatte nach 4:23:51 Stunden fast vier Minuten Vorsprung auf die Niederländerin Els Visser, die den 2. Rang vor Lokalmatadorin Lisa Hütthaler belegte. Zweitbeste Österreicherin war auf Platz 10 Romana Slavinec.

Das Rennen der Herren

Der Deutsche Lukasz Wojt startete erwartungsgemäß stark ins Rennen und dominierte die Konkurrenz beim Schwimmen. Er kam mit 42 Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Jan Stratmann aus dem Wasser, welcher seinerseits wiederum 18 Sekunden vor der Verfolgergruppe um Johann Ackermann, Maurice Witt, Mitfavorit Frederic Funk, Florian Angert, Lokalmatador Andreas Giglmayr, Ruben Zepuntke und Alessandro Degasperi in die Wechselzone mitnahm.

Auf der Radstrecke bildete sich schnell eine acht-Mann große Führungsgruppe - einzig Maurice Witt musste bereits früh abreißen lassen. Der Deutsche Ruben Zepuntke konnte dabei seine Qualitäten auf dem Rad voll ausspielen und lag nach 57 Kilometern mehr als drei Minuten vor dem Trio Funk, Angert und Ackermann. Dahinter erhielt Andreas Giglmayr bei seinem letzten Rennen Gesellschaft von den Österreichern Thomas Steger und Christian Birngruber. Zusammen mit Jan Stratmann, welcher nach dem Schwimmen noch auf dem zweiten Platz lag, erreichten sie die Wechselzone mit knapp drei Minuten Rückstand auf Funk & Angert. Die Beiden konnten den Abstand auf den entfesselten Zepuntke mit 3:04 Minuten Rückstand mehr oder weniger in Grenzen halten.

Als Führender auf der Laufstrecke zeigte sich schnell, dass Ruben Zepuntke heute nicht über die besten Beine verfügte. Er verlor kontinuierlich Zeit auf Angert und Funke, welche ihn nach 11.9 Kilometern bereits im Blickfeld hatten. Einer war jedoch noch schneller unterwegs - Thomas Steger. Der Österreicher war zwar weder beim Schwimmen noch beim Radfahren in Tuchfühlung mit der Spitze, doch mit konstantem Tempo und einer klugen Taktik teilte er sich das Rennen perfekt ein. Dank einer herausragenden Laufleistung überflügelte er nicht nur Zepuntke, sondern auch Funk und Angert. Damit holte sich Steger in 03:55:03 einer der größten Siege seiner Karriere. Hinter ihm zogen Funk und Angert ihr Tempo durch holten sich Platz zwei und drei. Der lange Zeit in Führung liegende Zepuntke musste mit dem undankbaren vierten Rang vorlieb nehmen. Bei seinem letzten Rennen vor dem Rücktritt lief Lokalmatador Andreas Giglmayr in 04:04:01 auf Platz neun durchs Ziel und holte sich damit bei einem sehr starken Profi-Startfeld nochmals ein Top 10 Resultat – womit er sich anschließend zurecht von der Menge feiern lassen durfte.

Das Rennen der Damen

Auch bei den Profi-Damen war die Ausgangslage vor dem Rennen äußerst spannend. Mit Daniela Bleymehl, Anja Ippach, Els Visser und Lisa Hütthaler gab es gleich mehrere Siegesanwärterinnen. Als erste aus dem Wasser kam jedoch die Deutsche Anna-Lena Pohl, zeitgleich mit der Italienerin Margie Santimaria. Die Beiden begaben sich gemeinsam auf die Radstrecke in der wunderschönen Region Zell am See-Kaprun. Dahinter bildete sich die Verfolgergruppe um Bleymehl, Chantal Cummings, Anja Ippach und Alina Wuerth.

Nach dem Wechsel vom Schwimmen aufs Rad noch auf Platz zehn, arbeitete sich Els Visser mit anfänglich 2:55 Minuten Rückstand stetig nach Vorne und lag nach 35 Kilometern bereits an der Spitze des Rennes. Währenddem sich Margie Santimaria weiterhin auf Platz zwei behaupten konnte, musste die ehemals Führende Pohl schon früh abreißen lassen. Favoritin Bleymehl lag nach 35 Kilometern zwischenzeitlich über zwei Minuten hinter der starken Visser, doch von da an zündete sie den Turbo. Nach 57 Kilometern lag sie noch 1:09 hinter der Niederländerin Visser, was jedoch auch nur eine Momentaufnahme war. Auf den verbleibenden 33 Kilometern rund um Zell am See-Kaprun münzte sie den Rückstand in neun Sekunden Vorsprung um und erreichte die Wechselzone als Erste - knapp vor Visser. Anja Ippach zeigte, dass ihr die Strecke liegt und zog die Laufschuhe als Dritte mit zweieinhalb Minuten Rückstand an. Weitere zwei Minuten später folgte die Österreicherin Lisa Hütthaler.

Auf den ersten zwei Kilometern der Laufstrecke lieferten sich Bleymehl und Visser ein spannendes Duell, bei dem Bleymehl als Siegerin hervorging. Einmal in Führung liegend ließ sie sich den Sieg nicht mehr nehmen und überquerte die Ziellinie in 04:23:51 als hochverdiente Siegerin. Wie Bleymehl am Freitag der Pressekonferenz bereits erwähnte, ist der IRONMAN 70.3 Zell am See-Kaprun ihr letztes Rennen vor den IRONMAN World Championship in Kailua-Kona, Hawaii. Wie angekündigt ging sie das Ganze jedoch keineswegs nur als Vorbereitungsrennen an und ließ ihren Worten Taten folgen. Hinter ihr lief Els Visser nach einem starken Rennen als Zweite ein. Anja Ippach, nach dem Radfahren noch auf Platz drei liegend, konnte ihr Tempo nicht bis zum Schluss halten. Damit erbte die Österreicherin Lisa Hütthaler, welche sich im Rennen kontinuierlich steigerte, den dritten Platz und durfte sich von den zahlreichen Zuschauern feiern lassen.

Ergebnisse Ironman 70.3 Zell am See / Kaprun 2019 - Herren

  1. Steger, Thomas (AUT) 03:55:03
  2. Funk, Frederic (GER) +00:51 03:55:54
  3. Angert, Florian (GER) +01:36 03:56:39
  4. Zepuntke, Ruben (GER) +02:20 03:57:23
  5. Stratmann, Jan (GER) +02:25 03:57:28
  6. Trautman, Matt (RSA) +04:33 03:59:36
  7. Birngruber, Christian (AUT) +06:07 04:01:10
  8. Degasperi, Alessandro (ITA) +07:33 04:02:36
  9. Giglmayr, Andreas (AUT) +08:58 04:04:01
  10. Ackermann, Johann (GER) +10:48 04:05:51

Ergebnisse Ironman 70.3 Zell am See / Kaprun 2019 - Damen

  1. Bleymehl, Daniela (GER) 04:23:51
  2. Visser, Els (NED) +03:49 04:27:40
  3. Hütthaler, Lisa (AUT) +07:24 04:31:15
  4. Cummings, Chantal (GBR) +10:57 04:34:48
  5. Santimaria, Margie (ITA) +13:32 04:37:23
  6. Pohl, Anna-Lena (GER) +22:40 04:46:31
  7. Nieuwoudt, Magda (RSA) +23:21 04:47:12
  8. Ippach, Anja (GER) +25:35 04:49:26
  9. Grosvenor, Tara (GBR) +28:37 04:52:28
  10. Slavinec, Romana (AUT) +28:51 04:52:42

Alle Resultate und Bilder vom Ironman 70.3 Zell am See / Kaprun


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