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In Bayern und Tirol fand heute eines der größten Traillauf-Events Europas statt.

Der Salomon Zugspitz Ultratrail hat sich unter den Trailläufern längst einen Namen gemacht und ist so etwas wie ein Fixtermin vieler Fans von Trails.

Starts an 5 verschiedenen Orten

Auch heuer waren es weit mehr als 2.000 Sportbegeisterte, die sich dieses Naturspektakel gönnten. Zur Auswahl standen gleich fünf unterschiedliche Wettkampfdistanzen, die in fünf verschiedenen Gemeinden gestartet wurden.

Bewerbe für Profis aber auch Einsteiger

Die Königsdiszplin war aber zweifelsohne der Ultratrail. Mehr als 600 Wagemutige versuchten sich an dem Wettkampf über 101,9 km und 5.480 Höhenmeter. Alles andere als einfach war aber auch der Supertrail XL der im Tiroler Ehrwald gestartet wurde und über 81,1 km und 4.196 Höhenmeter führte. Knapp 20 Kilometer weniger hatten die Teilnehmer des Supertrail mit Start in Leutasch-Weidach. Die Strecke führte danach über 62,8 km und 2.923 Höhenmeter.

Für Einsteiger oder diejenigen, die nicht ganz so lange laufen wollten, gab es mit dem Basetrail (24,9 km und 1.595 Höhenmeter) und dem Basetrail XL (39,3 km und 1.896 Höhenmeter) das passende Wettkampfformat.

Nach 11 Stunden eine Minute Vorsprung

Für den Hauptbewerb über gut 100 Kilometer benötigten die besten Trailläufer nur rund elf Stunden. Hochklassig und dramatisch war die Entscheidung bei den Herren. Denn nicht einmal eine Minute trennten die beiden Spanier Castaner Bernat Tofol und Clemente Cristofer, mit dem besseren Ende für Tofol. Starker Dritter wurde der Tiroler Thomas Farbmacher. Bei den Damen triumphierte die Französin Caroline Chaverot vor der Schwedin Kristin Berglund und der Polin Magdalena Laczak.

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Den Supertrail XL gewannen die Deutschen Katharina Hartmuth und Andre Purschke. Auch über die Supertrail-Distanz jubelten mit Daniela Oemus und Tobias Henkel zwei Teilnehmer aus Deutschland.

Offizieller Rennbericht

Spanischer Doppelsieg beim 8. SALOMON Zugspitz Ultratrail powered by LEDLENSER über 101,9 Kilometer und 5480 Höhenmeter im bayrischen Grainau.

Tofol Castañer und Cristofer Clemente (beide Team Salomon International) bestimmten vom ersten Meter an gemeinsam das Geschehen. Castañer siegte schließlich nach 10:59:03 Stunden vor seinem Landsmann Clemente (10:59:51 Stunden). Die Entscheidung um Platz eins und zwei fiel erst im letzten Downhill wenige Kilometer vor dem Zieleinlauf. Rang drei ging an den Österreicher Thomas Farbmacher (11:16:03 Stunden), Sieger von 2016 und 2017. Das erhoffte historische Triple verpasste der Titelverteidiger somit. Dafür gab's aber einen neuen Teilnehmerrekord mit 2500 Athleten und Athletinnen aus 50 Nationen, die sich auf fünf verschieden langen Strecken in den Orten Grainau, Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen, Ehrwald und Leutasch auf den Weg gemacht hatten. Bei den Damen kam die schnellste Frau aus Frankreich. Caroline Chaverot setzte sich vor der Schwedin Kristin Berglund, der Siegerin von 2016, durch. Ein sportliches Ausrufezeichen setzte Laura Dahlmeier, die siebenfache olympische Goldmedaillengewinnerin im Biathlon, die überraschend im Supertrail an den Start ging und starke Dritte wurde.

Zum ersten Mal seit der Premiere im Jahr 2011 hieß es beim SALOMON Zugspitz Ultratrail powered by LEDLENSER: „Ausverkauft“. 2500 Trailrunner und Trailrunnerinnen aus 50 Nationen waren nach Grainau gekommen. Und die meisten davon stimmten sich bereits am Vorabend auf Deutschlands größtes Trailrun-Event ein. „Hier trifft sich die Community, die den Sport groß macht“, brachte es Daniel Sprung, Geschäftsführer Amer Sports Deutschland, auf den Punkt: „Die Entwicklung von einem familiären Lauf zu einem Big Event ist eindrucksvoll. Wir sind stolz darauf, vom ersten Tag an dabei zu sein.“ Die großartige Entwicklung des „ZUT“ wurde vor allem beim Kreuzeck-Anstieg deutlich. Mehrere hundert Fans standen dort in Dreier-Reihen, feuerten die Athleten begeistert an und sorgten für eine sensationelle Stimmung am Berg.

Die äußeren Bedingungen hätten besser nicht sein können. Sonne pur und Temperaturen um die 25 Grad auf den traumhaften Trails rund um das Zugspitzmassiv und Wettersteingebirge, dazu strahlend blauer Himmel und nur eine einzige Schneefeldpassage beim Abstieg zum Steinernen Hüttl sorgten für eine ideale Kulisse. Andererseits kämpften alle Teilnehmer mit der aufkommenden Hitze. „Die Bedingungen waren echt hart, fast ein bisschen zu heiß, obwohl ich Wärme mag“, sagte Thomas Farbmacher, der mit seinem dritten Platz zufrieden sein durfte. Immerhin war der Tiroler sechs Minuten schneller unterwegs als bei seinem Vorjahressieg.

„Ich bin nervös, nervös, nervös“, gab der 31-jährige Titelverteidiger zu. Durchaus verständlich, stand doch mit dem greifbaren Triple viel auf dem Spiel. Lange sollte die Hoffnung des Tirolers indes nicht halten. Bereits bei der vierten Verpflegungsstelle bei Kilometer 42 an der 1.417 m hoch gelegenen Hämmermoosalm lag der Mann mit der Startnummer 1 schon acht Minuten hinter dem Führungsduo Clemente und Castañer zurück. Während Farbmacher versuchte, den Rückstand in Grenzen zu halten, lief das Führungsduo ein dominantes Rennen. „Das war ein unglaublicher Wettkampf“, gestand der sichtlich erschöpfte, 46 Jahre alte Spanier Castañer.

Ähnlich verlief der Rennverlauf bei den Frauen. Zwar konnte Kristin Berglund zunächst in Führung gehen, doch bereits an der V2 zog die Französin Caroline Chaverot an Berglund vorbei. Und so sollte es bleiben. Am Ende hatte die Weltmeisterin und UTMB-Siegerin Chaverot  nach 12:59:33 Stunden das Ziel erreicht und einen weiteren großen Sieg in ihrer Erfolgslaufbahn gefeiert. „Ich habe diesen Lauf genossen, eine einmalige Atmosphäre, eine tolle Organisation“, so Chaverot. Die in Österreich lebende Schwedin Kristin Berglund erreichte 12:05 Minuten später das Ziel (13:11:38 Stunden), war aber absolut nicht unzufrieden mit Rang zwei in der Gesamtwertung: „Mehr war nicht möglich.“ Rang drei der Gesamtwertung ging an die Polin Magdalena Laczak (13:25:35 Stunden).  

Die Ersten, die das Ziel in Grainau erreichten, waren die Athleten und Athletinnen der Kategorie Basetrail mit einer Distanz von 24,90 Kilometern und 1595 HM mit dem Startort Garmisch-Partenkirchen. Hier ging der Sieg in 2:26:23 Stunden an Christoph Hillebrand (Feuerbach) vor Robert Sußbauer (Salomon Running) und Daniel Jochum (Salomon Deutschland). Beide erreichten zeitgleich in 2:32:39 Stunden das Ziel. „Am Anfang haben mir die beiden Tschechen das Leben noch schwer gemacht, aber hinten raus habe ich dann laufen lassen“, kommentierte der gelernte Straßenläufer Hillebrand seinen klaren Sieg. Bei den Frauen ließ die Britin Aoife Qoigli in 3:00:15 Stunden nichts anbrennen. Umso erstaunlicher, stand die 26-Jährige doch noch im Vorjahr an der Strecke und unterstützte ihren Freund. „Das ist mein erster großer Sieg“, jubelte Qoigli, die in Mannheim lebt: „Ich wollte immer einen Ultra laufen, war aber oft verletzt. Und der Basetrail ist kurz und knackig. Die Uphills kommen mir entgegen, im Downhill bin ich eher schwach.“ Hinter Qoigli kamen Pia Winkelblech (Landau Running Company, 3:13:19 Stunden) und Laura Manghofer (SC Gute Freunde, 3:13:17 Stunden) ins Ziel.

So richtig spannend wurde es beim in Mittenwald gestarteten Basetrail XL mit einer Länge von 39,40 Kilometer und 1985 HM. In dem hochkarätig besetzten Männer-Feld kam es zu einem Dreikampf zwischen dem Franzosen Gregory Vollet, der kurzfristig seinen Start von der Ultra-Distanz auf den Basetrail XL umdisponiert hatte, und den Gebrüdern Marcus und Matthias Baur (beide Team Salomon Deutschland). Der international erfolgreiche Vollet musste sein gesamtes Können aufbieten, um die Baur-Brüder auf Distanz zu halten. Das gelang ihm allerdings erst beim Anstieg zur Bergstation Alpspitzbahn, als er sich einen Vorsprung von 2:41 Minuten erarbeiten konnte. Auf dem langen Downhill mit einem Höhenunterschied von fast 1.300 Hm vom zweithöchsten Punkt hinunter nach Grainau, schmolz der Vorsprung dann auf 1:11 Minuten. „Die beiden haben echt gepuscht, erst im letzten Uphill habe ich eine Chance gehabt, mich abzusetzen“, lobte der Global Sport Marketing Manager Salomon die Leistung seiner beiden Konkurrenten. Besonders Marcus Baur erwies sich als echter Gegenpart zu Vollet. „Bis Kilometer 20 konnte ich richtig Druck machen, dann konnte ich nicht mehr richtig mithalten“, zollte Baur dem Franzosen großen Respekt. Matthias Baur erlebte einen ganz schweren Tag: „Ich wollte bei Kilometer 1 fast schon aussteigen, das war echt harte Arbeit“, kommentierte der jüngere der beiden Baur-Brüder: „Ich war stehend k.o.“ Greg Vollet benötigte für die 39,40 Kilometer 3:47:36 Stunden, Marcus Baur 3:48:47 Stunden und Matthias Baur 3:49:05 Stunden.

Bei den Frauen unterstrich die junge Dudenstädterin Ida-Sophie Hegemann (Salomon Trailrunning Team Deutschland) ihr großes Talent und siegte souverän in 4:27:01 Stunden vor Julia Witt (Michael Arend Training), 4:38:48 Stunden und Carina Volkmuth (Biketeam Calor, 5:00:04 Stunden).

Extrem emotional ging's beim Supertrail über 62,80 Kilometer und 2923 HM mit Start in Leutasch zu. Bei den Männern siegte der Königseer Tobias Henkel in 7:15:01 Stunden mit großem Abstand vor Michael Hilger (Gummersbach, 7:54:47 Stunden) und Bastian Schalk (Team Migö, 7:54:51 Stunden). Bei den Frauen dominierte Henkels Lebensgefährtin Daniela Oemus, die mit 7:19:11 Stunden nur 4:10 Minuten nach ihrem Freund die Ziellinie überquerte und damit die zweitbeste Supertrail-Zeit insgesamt lief. Äußerst bemerkenswert ebenfalls die Leistung von Biathlon-Superstar Laura Dahlmeier, die lange Zeit auf Rang zwei lag, im letzten Downhill dann aber noch von Kathrin Angerer (La Sportiva Mountain Running) um 57 Sekunden abgefangen wurde. „Da hab' ich doch etwas Respekt gehabt sie zu überholen“, meinte Angerer schmunzelnd.

Für Dahlmeier kein Problem: „Hut ab vor der Leistung.“ Die erfolgreichste Deutsche Biathletin hatte sich ganz kurzfristig für einen Start entschieden, umso bemerkenswerter ihre Leistung. „Der Trail hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, das ist nicht zu vergleichen mit einem Biathlon-Rennen. Nach sieben Stunden Wettkampf bin jetzt aber auch etwas platt.“

Eine klare Angelegenheit wurde der 81,10 Kilometer lange (4196 HM) Supertrail XL mit Start in Ehrwald. Andre Purschke, im Vorjahr Sechster im Ultratrail und davor Sechster im Basetrail, triumphierte nach 9:50:29 Stunden vor dem Australier Majell Backhausen (10:16:13 Stunden) und dem Deutschen Ludwig Gay (10:23:49 Stunden). „Ich wollte unbedingt als Erster durchs Ziel, hab mich zwischendurch sogar noch verlaufen“, jubelte Purschke nach seinem bislang größten Erfolg im Trailrunning.

Ebenso klar fiel der Sieg bei den Frauen aus. Katharina Hartmuth ging an der V5 in Führung und erreichte nach 11:45:41 Stunden. Hinter Hartmuth entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Eva Färberböck und Dioni Gorla, den schließlich Färberböck als Zweite in 12:22:45 Stunde vor Gorla (12:38:44 Stunden) für sich entschied.

Ergebnisse Salomon Zugspitz Ultratrail 2018 - Top 8 Herren

RangNameTeamZeit
1 Castañer Bernat Tofol SALOMON 10:59:03
2 Clemente Cristofer Salomon Team 10:59:51
3 Thomas Farbmacher SALOMON TRAILRUNNING TEAM 11:16:03
4 Patrick Caron SALOMON 12:53:17
5 Max Kirschbaum Asics Frontrunner/LG Ohmbachsee 12:56:18
6 Attila Toth Dresden 12:58:11
7 Christian Meusburger im Wald Läuft's ... 13:00:56
8 Marcel Schmid LSG Schwarzwald Marathon 13:12:47

Ergebnisse Salomon Zugspitz Ultratrail 2018 - Top 3 Damen

RangNameTeamZeit
1 Caroline Chaverot SALOMON 12:59:33
2 Kristin Berglund SALOMON RUNNING TEAM AUSTRIA 13:11:38
3 Magdalena Laczak Salomon Suunto Team Poland 13:25:35


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Die schönsten Fotos vom Zugspitz Ultratrail 2018


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