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Nach der Tour de France ist vor der Vuelta: Nach dem letztlich wenig gefährdeten Sieg von Chris Froome auf dem Pariser Champs-Elysses wandert die Radsport-Welt weiter nach Spanien.

Die Vuelta a España beginnt am 19. August und kürt schließlich am 11. September seinen Sieger. Wir haben eine umfangreiche Vorschau und einen Blick auf die Favoriten zusammengestellt.

Spanien-Rundfahrt 2017

Als drittwichtigstes Etappenrennen der Welt ist die Vuelta a Españadie letzte der drei großen Rundfahrten im Jahr 2017. Nach Tom Dumoulin beim Giro d'Italia und Chris Froome bei der Tour de France stellt sich nun die Frage nach dem Spaniensieger diesen Jahres. Bei der 72. Auflage des Rennens erwarten die Athleten insgesamt 21 Etappen, die sie bis nach Madrid führen werden. Überraschend ist vor allem der Startpunkt der Rundfahrt, welcher sich erst zum dritten Mal in der Geschichte im Ausland befindet. Die französische Stadt Nîmes wird am 19. August der Austragungsort eines Mannschaftszeitfahrens sein und somit den Startschuss bilden.

Über insgesamt knapp 3.200 Kilometer verteilt findet sich ein abwechslungsreicher Etappenplan im Kalender wieder, der die Fahrer vor ganz unterschiedliche Herausforderungen stellen wird. Entgegen der sonstigen Gegebenheiten ist diesmal nur ein Einzelzeitfahren geplant, was in Etappe 16 über 42km durch hauptsächlich flaches Terrain führen wird. Die Protagonisten werden sich dabei vom Circuito de Navarra nach Logrono fortbewegen. Auf fünf Flachetappen kommen die Sprinter auf ihre Kosten, während es auf acht Etappen bereits hügeliger wird und sechs dann richtig ins Gebirge führen. Fünf der letzteren besitzen zudem eine Bergankunft und werden somit vor allem in der zweiten Woche zum Zünglein an der Waage in der Gesamtwertung. In der 20. Etappe wird schließlich aller Voraussicht nach die Entscheidung um den Gesamtsieg und damit das Rote Trikot anstehen. Der Teilabschnitt führt die Fahrer durch Asturien und zum Abschluss auf den 1.570 Meter hohen Alto de L'Angliru. Zum fünften Mal ist dieser schwere Berg ein Teil der Vuelta und fordert die Bezwinger mit einer zehnprozentigen Steigung über gleich 12,5km heraus.

Die Favoriten der Vuelta a España

Die Favoriten der Vuelta a España

Beim Blick auf die Favoriten fällt der Blick schnell auf Chris Froome, den Frankreich-Dominator der vergangegen Jahre. Bereits wenige Tage nach seinem abermaligen Triumph in Paris sagte der Brite den Veranstaltern in Spanien und seinem Sky-Team zu. Nach dem 54-Sekunden-Sieg über Rigoberto Uran bei der Tour versucht Froome nun, zum ersten Mal die Vuelta zu gewinnen. Dass ihm dabei mit einer Quote von 2.00 die besten Chancen eingeräumt werden (Stand 31. Juli), ist angesichts seiner zurückliegenden Form wenig überraschend. Doch bei aller Favoritenstellung konnte Froome bisher in Spanien noch nie nachdrücklich überzeugen, sodass problemlos ein anderer Name auf der Siegerliste auftauchen könnte.

Ein heißer Kandidat dafür ist Vincenzo Nibali, der mit einer Quote von 4.00 daherkommt. In Frankreich war der Italiener noch nicht mit dabei, doch nach Platz drei beim Giro d'Italia schickt sich der 32-jährige an, seinen ersten Vuelta-Triumph seit 2010 einzufahren. Er ist ein Radsportler, der bereits alle großen Touren gewinnen konnte, was ihn mit der nötigen Erfahrung und Abgeklärtheit auftreten lässt. Nach Tour de France 2014, Giro 2013 und 2016 sowie Vuelta 2010 wechselte Nibali zum dritten Mal in seiner Karriere das Profiteam und wanderte von Astana ab zu Bahrain-Merida. Dort wird er unter anderem von seinem acht Jahre jüngeren Bruder Antonio unterstützt. Mit Geschwister-Power zum Spanien-Sieg?

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Auch Alberto Contador könnte in seinem Heimatland ein größerer Sieganwärter sein, als dies zuletzt bei der Tour der Fall war. Dort erlebte Contador persönlich viele schwächere Etappen, die am Ende zu einem Rückstand in Höhe von 8:49 Minuten führten. Der Spanier ist hochmotiviert, ein erneutes Abschneiden dieser Art zu verhindern. Die Geschichte lässt Potential erhoffen: Bereits 2008, 2012 und 2014 gewann der Madrilene die Rundfahrt und wird nun mit einer Gesamtsiegquote von 8.00 geführt. Der bereits 34-jährige Contador hofft damit auf seinen vielleicht letzten größeren Sieg angesichts der jungen, starken Konkurrenz. Er könnte damit zudem Roberto Herras hinter sich lassen und zum alleinigen Vuelta-Rekordsieger aufsteigen.

Andere Athleten fuhren sich zuletzt ebenso in den Vordergrund. So werden Fabio Aru und Adam Yates ebenso zu beachten sein wie Ilnur Zakarin und Miguel Angel Lopez. Wer auch immer letzten Endes den Sieg aus Spanien davonträgt: Die Radsport-Fans können eine spannende letzte große Rundfahrt des Jahres erwarten, in der sich die Größten der Branche in den Bergen einen Schlagabtausch liefern werden. Wie er wohl ausgeht?


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