Stellen Sie sich vor, Sie könnten Ihre Laufleistung steigern, Ihre Gelenke schonen und gleichzeitig neue Herausforderungen in Ihr Training integrieren.
Radfahren bietet genau das.
Obwohl Laufen und Radfahren zwei sehr unterschiedliche Sportarten sind, können sie sich perfekt ergänzen und bieten ein umfangreiches Trainingspaket, das viele Vorteile für Läufer bereithält. In unserem Ratgeber auf HDsports erfahren Sie, wie Radfahren und Laufen miteinander verglichen werden können und welche Vorteile eine Kombination der beiden Sportarten für Ihre Fitness bietet.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Sportarten
Trainingseffekt
Laufen und Radfahren sind beide hervorragende Ausdauertrainingsmethoden, doch sie wirken sich unterschiedlich auf den Körper aus. Beim Laufen wird das gesamte Körpergewicht bei jedem Schritt getragen, was zu einer intensiven Belastung der Gelenke und Knochen führt. Dies fördert zwar die Knochendichte und stärkt das Herz-Kreislaufsystem, kann aber auch zu einer höheren Verletzungsanfälligkeit führen.
Radfahren hingegen ist eine gelenkschonendere Alternative. Das Körpergewicht wird durch den Sattel des Fahrrads unterstützt, wodurch die Belastung auf die Gelenke reduziert wird. Dadurch können Radfahrer längere Strecken und intensivere Trainingseinheiten absolvieren, ohne die gleiche Verletzungsgefahr wie beim Laufen zu riskieren. Beide Sportarten verbessern die Ausdauer, aber Radfahren ist besonders geeignet, um das Herz-Kreislaufsystem zu stärken, ohne die Gelenke übermäßig zu belasten.
Muskelbeanspruchung
Beim Laufen werden insbesondere die unteren Körpermuskeln intensiv beansprucht. Die Waden-, Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur sind bei jedem Schritt aktiv und müssen die Stöße des Aufpralls absorbieren. Dies führt zu einer stärkeren Entwicklung dieser Muskulatur, was beim Laufen zu einer höheren Muskelkraft und -ausdauer beiträgt.
Radfahren aktiviert ebenfalls die Beinmuskulatur, jedoch auf eine andere Art. Der Hauptfokus liegt hier auf den Oberschenkeln und dem Gesäß, da diese Muskeln die Kraft für den Tretvorgang liefern. Während beim Radfahren die Wadenmuskulatur weniger beansprucht wird, kann die regelmäßige Belastung durch das Radfahren zur Verbesserung der Muskelkraft und -ausdauer beitragen, insbesondere in der hinteren Oberschenkelregion und im Gesäß.
Vorteile des Laufens gegenüber dem Radfahren
Knochendichte und Muskelkraft
Laufen ist besonders effektiv, wenn es um die Stärkung der Knochendichte geht. Der wiederholte Aufprall und die Gewichtstragung fördern die Knochengesundheit und reduzieren das Risiko von Osteoporose. Darüber hinaus stärkt Laufen die gesamte Muskulatur der Beine und des Rumpfes durch die ständige Stabilisierung und das Tragen des Körpergewichts.
Energieverbrauch und Fettverbrennung
Laufen hat einen höheren Energieverbrauch pro Minute im Vergleich zum Radfahren. Dies bedeutet, dass Sie beim Laufen in der gleichen Zeit mehr Kalorien verbrennen als beim Radfahren. Dies kann insbesondere für Personen von Vorteil sein, die Gewicht verlieren möchten oder eine intensivere Herausforderung suchen.
Beide Sportarten haben zudem zahlreiche gesundheitliche Vorteile: Die gesundheitlichen Vorteile durch Joggen
Vorteile des Radfahrens gegenüber dem Laufen

Gelenkschonung
Der größte Vorteil des Radfahrens ist die Gelenkschonung. Das Fahrrad bietet Unterstützung für das Körpergewicht, was die Belastung der Gelenke erheblich reduziert. Dies ist besonders vorteilhaft für Menschen mit Gelenkproblemen oder Verletzungen, die dennoch ein effektives Ausdauertraining absolvieren möchten.
Langfristige Ausdauer und Erholung
Radfahren ermöglicht es, über längere Zeiträume mit geringerer körperlicher Belastung zu trainieren. Dies fördert eine kontinuierliche Verbesserung der Ausdauer und kann gleichzeitig dazu beitragen, die Erholungszeit zwischen intensiven Laufeinheiten zu verkürzen. Die Möglichkeit, bei geringerem Aufprall intensivere Trainingseinheiten zu absolvieren, kann die allgemeine Leistungsfähigkeit steigern.
Vielseitigkeit und Variabilität
Radfahren bietet eine große Variabilität in Bezug auf Trainingsstrecken und -intensität. Durch unterschiedliche Streckenprofile, wie flache oder bergige Strecken, können verschiedene Trainingsreize gesetzt werden, die das Herz-Kreislaufsystem auf verschiedene Weise herausfordern. Diese Vielseitigkeit kann dazu beitragen, das Training abwechslungsreicher und motivierender zu gestalten.
Kalorienverbrauch im Vergleich
Der Kalorienverbrauch ist ein entscheidender Faktor bei der Wahl der Sportart, insbesondere für diejenigen, die ihre Gewichtskontrolle im Auge behalten möchten. Generell verbrennt Laufen mehr Kalorien pro Minute als Radfahren, wobei der Kalorienverbrauch mit steigender Intensität zunimmt. Anbei eine detaillierte Vergleichstabelle zum Kalorienverbrauch bei verschiedenen Geschwindigkeiten, basierend auf einer Person mit einem Gewicht von etwa 70 Kilogramm:
| Aktivität | Geschwindigkeit | Dauer (30 Minuten) | Kalorienverbrauch |
|---|---|---|---|
| Laufen | 8 km/h | 30 Minuten | ca. 300 Kalorien |
| Laufen | 12 km/h | 30 Minuten | ca. 450 Kalorien |
| Laufen | 16 km/h | 30 Minuten | ca. 600 Kalorien |
| Radfahren | 20 km/h | 30 Minuten | ca. 250 Kalorien |
| Radfahren | 30 km/h | 30 Minuten | ca. 400 Kalorien |
| Radfahren | 40 km/h | 30 Minuten | ca. 550 Kalorien |
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Werte variieren können, abhängig von der individuellen Fitness, dem Terrain und der genauen Intensität des Trainings. Die höhere Intensität beim Laufen oder Radfahren führt zu einem höheren Kalorienverbrauch, wobei sich der Unterschied bei höheren Geschwindigkeiten noch stärker bemerkbar macht.
Mit unserem Toll kannst du den Kalorienverbrauch sehr gut berechnen: Kalorienverbrauch beim Laufen ermitteln
Kombination von Laufen und Radfahren
Die Kombination von Laufen und Radfahren kann eine ausgezeichnete Strategie sein, um ein umfassendes Fitnessprogramm zu gestalten. Diese Kombination ermöglicht es, von den Vorteilen beider Sportarten zu profitieren und die Schwächen der einzelnen Disziplinen auszugleichen.
Synergieeffekte
Durch das regelmäßige Einbinden von Radfahren in das Lauftraining können Läufer ihre Ausdauer steigern, ohne die Gelenke übermäßig zu belasten. Dies hilft nicht nur bei der Verbesserung der kardiovaskulären Fitness, sondern kann auch die Erholungszeit nach intensiven Laufeinheiten verkürzen.
Trainingsplan erstellen
Ein sinnvoller Trainingsplan könnte zum Beispiel zwei bis drei Laufeinheiten pro Woche und eine bis zwei Radeinheiten beinhalten. So erhalten Sie die Vorteile beider Sportarten, ohne sich zu überlasten. Achten Sie darauf, die Intensität und Dauer der Einheiten anzupassen, um Übertraining zu vermeiden und optimale Ergebnisse zu erzielen.
Wichtig dabei zu beachten ist: Ein Radtraining kann ein Lauftraining nicht 1:1 ersetzen. Vor allem Kerneinheiten wie Intervalltraining oder Tempoläufe sollten nicht durch eine Radeinheit ersetzen werden. Deutlich sinnvoller ist es hingegen, einen Grundlagenlauf im GA1-Bereich durch eine Radeinheit auf identischem Intensitätslevel zu ersetzen.
Koppeltraining für (zukünftige) Triathleten

Wir Laufen und Radfahren liebt, der ist ja zumindest zu zwei Dritteln auf dem Weg zum Triathleten. Demnach kann es in diesem Fall durchaus sinnvoll sein, beide Einheiten direkt miteinander zu kombinieren. Das heißt, wir fahren zuerst z. B. 90 Minuten mit dem Rad und hängen danach direkt noch einen 30 Minuten langen Grundlagenlauf dran.
Equipment-Checkliste: Radausrüstung für Läufer
Für Läufer, die ins Radfahren einsteigen möchten, ist die Wahl der richtigen Ausrüstung entscheidend, um den maximalen Nutzen aus dem Training zu ziehen und Verletzungen zu vermeiden. Anbei einige wichtige Ausrüstungsgegenstände, die für Läufer, die auch Radfahren möchten, empfohlen werden:
Fahrrad
- Straßenrad: Ideal für schnelle und effiziente Fahrten auf asphaltierten Straßen. Bietet eine aerodynamische Haltung und geringe Rollwiderstände. Aber Läufer benötigen definitiv kein 10.000-Euro-Rennrad. Auch gebrauchte Rennräder im Preisbereich um die 1.000 Euro (oder sogar weniger) sind definitiv ausreichend für die eine oder andere Radeinheit.
- Mountainbike: Für unwegsames Gelände geeignet. Bietet zusätzliche Stabilität und Komfort auf rauen Strecken.
- Hybridrad: Eine Mischung aus Straßen- und Mountainbike, ideal für gemischtes Terrain.
Zubehör
- Fahrradhelm: Essenziell für die Sicherheit. Ein gut sitzender Helm schützt bei Stürzen und Unfällen.
- Fahrradhandschuhe: Bieten Schutz und Komfort, insbesondere bei langen Fahrten.
- Fahrradträger oder -tasche: Zum Transport von Ausrüstung oder Verpflegung während der Fahrt. Bei Einheiten bis zu zwei Stunden kommen wir grundsätzlich aber mit einer Trinkflasche und einem Energiegel oder Energieriegel gut aus.
- Radschuhe und -pedale: Ermöglichen effizientere Kraftübertragung und besseren Halt beim Fahren.
Bekleidung
- Radsportbekleidung: Atmungsaktive, feuchtigkeitsableitende Kleidung sorgt für Komfort und verhindert Scheuerstellen.
- Regenbekleidung: Natürlich nur dann, wenn die Regenwahrscheinlichkeit groß ist. Dann schützt eine Regenjacke bei nassen Wetterbedingungen und sorgt dafür, dass das Training auch bei Regen nicht ausfällt.
Zusammenfassung
Die Kombination von Radfahren und Laufen bietet zahlreiche Vorteile für Fitnessbegeisterte und Sportler. Während Laufen durch seine intensive Beanspruchung der Gelenke und seine hohe Kalorienverbrennung besticht, bietet Radfahren eine gelenkschonende Alternative mit dem Vorteil einer langen Ausdauerbelastung und vielseitiger Trainingsmöglichkeiten. Läufer können von der Kombination beider Sportarten profitieren, indem sie ihre Ausdauer verbessern, Verletzungen vorbeugen und das Training abwechslungsreicher gestalten.

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