Vienna City Marathon
1 Kommentar(e)
Featured

Vienna City Marathon 2025 war der kälteste Marathon seit 39 Jahren

Haftamu Abadi und Betty Chepkemoi sorgten beim 42. Vienna City Marathon für eine faustdicke Überraschung.

In einem Rennen, das von eisigen Temperaturen geprägt war, liefen beide in nur ihrem zweiten Marathon überhaupt zu sensationellen persönlichen Bestzeiten und triumphierten über ein starkes Teilnehmerfeld.

Der Äthiopier Abadi siegte in 2:08:28 Stunden und verbesserte sich damit um über zwei Minuten gegenüber seinem Debüt im Vorjahr in Berlin. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Mica Cheserek aus Kenia mit 2:10:23 und der äthiopische Debütant Mogos Tuemay in 2:10:33.https://vg01.met.vgwort.de/na/1f23cb1a07874f568f7f0c72492766ca

Im Rennen der Frauen ließ Chepkemoi die Konkurrenz hinter sich, indem sie ihre persönliche Bestzeit gleich um über zehn Minuten auf 2:24:14 Stunden verbesserte. Ihre Landsfrauen Rebecca Tanui (2:25:18) und Catherine Cherotich (2:25:45) komplettierten das Podium. Die Deutsche Fabienne Königstein zeigte ebenfalls eine starke Leistung und kam nach 2:28:49 auf Rang vier ins Ziel.

Rekordteilnahme bei eisigem Start

Mit insgesamt 46.083 Teilnehmern aus 146 Nationen verzeichnete der Vienna City Marathon in diesem Jahr einen neuen Rekord. Darunter befanden sich 12.968 Marathonläufer – so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Rennens.

Der Start erfolgte bei nur 2 Grad Celsius, was das Rennen zum kältesten seit Jahrzehnten machte. Nur 1986 war es noch etwas kühler, damals knapp unter dem Gefrierpunkt. Zwar lag 1996 Schnee, doch selbst damals war es wärmer als in diesem Jahr.

Der Weg zum Sieg: Taktik und Ausdauer

Die Hoffnungen auf Streckenrekorde mussten angesichts der Witterung früh begraben werden. Bereits nach fünf Kilometern deutete die Durchgangszeit von 15:06 auf eine Endzeit von rund 2:07:20 hin. Das Tempo pendelte im weiteren Verlauf im Bereich zwischen 2:07 und 2:08. Beim Halbmarathon erreichte die Spitzengruppe – noch angeführt vom Tempomacher Laban Chepkorom – den Zwischenstand bei 63:32. Neben Abadi liefen dort noch Tuemay, Edward Koonyo und Asbel Rutto mit.

Koonyo fiel kurz vor Kilometer 25 zurück, Rutto wurde wenig später ebenfalls abgehängt. Abadi, ausgestattet mit Handschuhen, Ohrenschutz und langärmligem Shirt, setzte sich bei Kilometer 29 ab und baute seinen Vorsprung schnell aus.

„Ich hatte mich gut auf dieses Rennen vorbereitet und hoffte, eine Zeit zwischen 2:05 und 2:06 zu laufen. Aber bei diesem Wetter war das nicht möglich,“ sagte der 21-jährige Abadi, der als jüngster Eliteläufer am Start war. „Ich hoffe, dass ich bei meinem nächsten Marathon keinen Wind habe – dann kann ich meine Bestzeit weiter verbessern.“

Frauenrennen: Kälte kann Chepkemoi nicht stoppen

Auch bei den Frauen machte die Kälte eine ambitionierte Tempogestaltung zunichte. Bei gefühlten minus fünf Grad passierten die Läuferinnen die 5-Kilometer-Marke in 17:24 – zu diesem Zeitpunkt deutete nichts auf eine Siegerzeit unter 2:27 hin. Doch das kenianische Trio Chepkemoi, Tanui und Cherotich konnte sich noch vor der Halbmarathonmarke absetzen und den Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Sechs Kilometer vor dem Ziel setzte sich schließlich Chepkemoi ab und lief dem Sieg entgegen.

„Ich bin natürlich sehr glücklich über den Sieg und meine deutliche persönliche Bestzeit,“ sagte Chepkemoi, die im Vorjahr in Istanbul ihr Marathondebüt in 2:34:52 gefeiert hatte. „Es war nicht leicht bei dieser Kälte und ohne Tempomacher in der zweiten Hälfte. Ich denke, ich kann in Zukunft noch schneller laufen.“

Königstein, die erst vier Wochen zuvor 2:28:20 in Nagoya gelaufen war, zeigte erneut eine konstante Leistung. „Ich habe alles gegeben, es war richtig hart. Aber ich bin zufrieden und freue mich jetzt auf einen Herbstmarathon,“ erklärte sie im Ziel.

5k-Lauf: Timo Hinterndorfer mit Streckenrekord

Bereits am Vorabend setzte Timo Hinterndorfer ein Ausrufezeichen im 5k-Rennen, das auf der Ringstraße mit dem selben Zielbereich wie der Marathon ausgetragen wurde. Trotz starker Windböen lief der Österreicher mit 14:17 zu einem neuen Streckenrekord. Auf Platz zwei kam Markus Reißelhuber (14:51), Dritter wurde der Belgier Thys Moreau in 15:00.

Im Frauenrennen triumphierte Sophie Hicks aus Neuseeland in 16:20 vor der starken österreichischen Nachwuchsläuferin Cordula Lassacher (16:27). Die Titelverteidigerin Lena Millonig komplettierte das Podest mit einer Zeit von 16:35.

Das große Laufbuch der Trainingspläne

Ergebnisse

Männer

  1. Haftamu Abadi (ETH) – 2:08:28
  2. Mica Cheserek (KEN) – 2:10:23
  3. Mogos Tuemay (ETH) – 2:10:33
  4. Asbel Rutto (KEN) – 2:11:37
  5. Edward Koonyo (KEN) – 2:12:29
  6. Geoffrey Koech (KEN) – 2:12:31
  7. Justus Kangogo (KEN) – 2:13:25
  8. Felix Kurui (KEN) – 2:14:36

Frauen

  1. Betty Chepkemoi (KEN) – 2:24:14
  2. Rebecca Tanui (KEN) – 2:25:18
  3. Catherine Cherotich (KEN) – 2:25:45
  4. Fabienne Königstein (GER) – 2:28:49
  5. Faith Chepkoech (KEN) – 2:30:00
  6. Nora Szabo (HUN) – 2:30:31
  7. Risper Chebet (KEN) – 2:32:39
  8. Eva Wutti (AUT) – 2:37:43

Empfohlene Artikel

Kommentar schreiben

Senden

Weitere interessante Themen