Die Straßen von Hannover verwandeln sich am Sonntag erneut in eine Speceship für lange Schritte, schnelle Entscheidungen und die ganz große Ausdauerprüfung.
Der Hannover Marathon steht an und bringt ein Elitefeld an den Start, das schon vor dem ersten Schritt für reichlich Gesprächsstoff sorgt.
Robi mit klarer Ansage im Männerfeld
An der Spitze der Startliste steht Deribe Robi. Der Äthiopier reist mit einer Bestzeit von 2:05:58 an und hat damit nicht nur persönliche Ambitionen, sondern auch die schnellste Referenz im gesamten Feld. Seine Zeit liegt sogar sieben Sekunden unter dem Streckenrekord von Amanal Petros (2:06:05), was der Veranstaltung zusätzlich Würze gibt.
Robi bringt eine interessante Mischung mit: wenig Streckenvielfalt, aber viel Erfahrung auf der klassischen Distanz. International ist er ausschließlich im Marathon unterwegs. In Venedig gewann er im Oktober in 2:08:58, in Dubai legte er Anfang des Jahres noch einmal zehn Sekunden nach. Die Formkurve zeigt also nach oben, auch wenn der große Knall in Richtung Bestzeit zuletzt ausblieb.
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Jagd auf ihn machen unter anderem Mohcin Outalha (2:06:49) und Ben Somikwo (2:08:03). Aus europäischer Sicht ist Archie Casteel mit 2:10:06 der Schnellste auf der Liste. Nach der verletzungsbedingten Absage von Filimon Abraham rückt Johannes Motschmann (2:10:39) in die Favoritenrolle für den nationalen Titel. Auch Tom Thurley (2:11:19), Godwin Katakura (2:11:02), Erik Hille (2:12:06) und Hlynur Andrésson (2:13:17) mischen im Kampf um starke Platzierungen mit.
Frauenrennen mit Rematch und nationalem Titelduell
Im Frauenfeld richtet sich der Blick schnell auf ein vertrautes Duell. Fabienne Königstein und Domenika Mayer treffen erneut aufeinander, diesmal geht es zusätzlich um den nationalen Titel. Beide kennen die Strecke bestens und beide wissen, wie sich schnelle Zeiten in Hannover anfühlen.
Mayer kommt als dreifache Siegerin des Rennens, mit Erfolgen 2022, 2024 und 2025. Ihre Bestzeit liegt bei 2:23:16, gelaufen beim Berlin Marathon. Dort war sie sieben Monate zuvor auch gemeinsam mit Königstein unterwegs, die in 2:22:17 eine noch schnellere Marke setzte.
Die Worte von Mayer klingen entspannt, aber zielgerichtet: „Ich freue mich darauf, wieder in Hannover zu laufen. Es könnte ein ziemlich spannendes Rennen werden. Mein Hauptziel ist es, meine Bestzeit zu verbessern.“
Königstein wiederum kommt mit einer anderen Vorgeschichte. Nach ihrer starken Berlin-Leistung war sie verletzt, der ACAC Marathon Hannover ist ihr erstes Rennen seitdem. Sie sagt: „Nach Berlin war ich eine Zeit lang verletzt, aber ich habe es geschafft, für Hannover bereit zu sein. Ich erwarte nicht, so schnell zu laufen wie in Berlin, aber meine Form ist nicht schlecht.“
Dazu kommt Laura Hottenrott mit 2:24:32 als weitere deutsche Topläuferin. Aus internationaler Sicht lauern Almaz Negede (2:27:14) aus Äthiopien, Peris Jerono aus Kenia (2:28:27) sowie Lili Anna Vindics-Toth aus Ungarn (2:28:15) auf eine Überraschung.
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Rekord, Massenstart und große Bühne
Der Hannover Marathon erlebt seine 34. Auflage und präsentiert Zahlen, die selbst im Marathon-Kosmos auffallen. Rund 34.000 Athleten sind gemeldet, erstmals wurden mehr als 33.000 Anmeldungen erreicht. Über 6.000 davon laufen die klassische Marathondistanz, ebenfalls ein Rekord.
Das Event ist als World Athletics Label Race eingestuft und beinhaltet gleichzeitig die deutschen Meisterschaften. Rennleiterin Stefanie Eichel zeigt sich entsprechend zufrieden: „Wir freuen uns über den beispiellosen Anstieg der Teilnehmerzahlen. Besonders freue ich mich über die starke Entwicklung im Marathon. Schritt für Schritt wollen wir weiter wachsen.“
Starke Felder bis in die zweite Reihe
Auch hinter den Topnamen ist der Hannover Marathon tief besetzt. Die Übersicht zeigt viele Athleten mit Zeiten knapp über oder um die 2:10 Marke. Im Blickfeld stehen unter anderem auch Erik Hille, Hlynur Andrésson und weitere starke Läufer, die im richtigen Rennverlauf plötzlich ganz vorne auftauchen können.
Das Rennen verspricht damit eine Mischung aus Favoritenspielen, nationalen Titelkämpfen und der klassischen Marathonfrage: Wer trifft am besten den richtigen Rhythmus, wenn die Kilometer schwerer werden und die Konkurrenz trotzdem noch im Nacken sitzt.
Hannover Marathon 2026: Startliste Männer
| Name | Nation | Bestzeit |
|---|---|---|
| Deribe Robi | ETH | 2:05:58 |
| Mohcin Outalha | MAR | 2:06:49 |
| Ben Somikwo | UGA | 2:08:03 |
| Archie Casteel | SWE | 2:10:06 |
| Johannes Motschmann | GER | 2:10:39 |
| Godwin Katakura | ZIM | 2:11:02 |
| Tom Thurley | GER | 2:11:19 |
| Erik Hille | GER | 2:12:06 |
| Hlynur Andrésson | ISL | 2:13:17 |
Hannover Marathon 2026: Startliste Frauen
| Name | Nation | Bestzeit |
|---|---|---|
| Fabienne Königstein | GER | 2:22:17 |
| Domenika Mayer | GER | 2:23:16 |
| Laura Hottenrott | GER | 2:24:32 |
| Almaz Negede | ETH | 2:27:14 |
| Lili Anna Vindics-Toth | HUN | 2:28:15 |
| Peris Jerono | KEN | 2:28:27 |
| Thea Heim | GER | 2:33:20 |
| Lisa Huwatscheck | GER | 2:33:23 |
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