Das große Laufbuch der Trainingspläne

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Beim 1. Tag der Leichtathletik-Staatsmeisterschaften in Innsbruck boten die Niederösterreichischen Nachwuchsasse Andreas Vojta, Beate Schrott und Jenni Wenth allesamt starke Leistungen. Alle drei haben aber ihre Paradedisziplin noch vor sich.

Viele starke Leistungen, spannende Duelle und ein neuer ÖLV-Rekord brachten bei den österreichischen Leichtathletik Staatsmeisterschaften in Innsbruck einen attraktiven ersten Bewerbstag.

Vojta beeindruckt über 800m und 400m
Andreas Vojta (team2012.at), der für die WM in Daegu über 1500 Meter qualifiziert ist, zeigte über 800 Meter eine beeindruckende Vorstellung und siegte nach einem Sololauf in starken 1:48,80 Minuten. Sein Vereinskollege Brenton Rowe, der in Australien aufgewachsen ist und österreichische Großeltern und einen ebensolchen Pass besitzt, bestritt sein erstes Rennen in Österreich. Er holte in 1:51,79 Minuten Silber. Bronze eroberte Manuel Kronschläger (SU IGLA long life) mit einem starken Finish in 1:53,19 Minuten. „Ich wollte nicht herumspielen, sondern von vorne laufen“, kommentierte Vojta, der für die Staatsmeisterschaften ein Höhentrainingslager in St. Moritz unterbrochen hat. „Ich konnte mein Rennen bis ins Finish durchziehen und auch eine annehmbare Zeit laufen, obwohl der Gegenwind am Schluss heftig war“, durfte er zufrieden sein.

Distelberger mit Mühe zum ersten Titel
Nur 90 Minuten später startete er zum Schnelligkeitstraining auch über 400 Meter: „Ich bin gestern im Training zum ersten mal aus Startblöcken gelaufen“, gestand er. In beachtlichen 48,81 Sekunden holte der 1500m-Spezialist den vierten Platz, nachdem er auf der Zielgeraden noch viel Boden auf die enteilten Konkurrenten gut gemacht hat. Vorne lieferten sich Michael Laufenböck (SU IGLA long life) und Christoph Schöberl (Union Salzburg) ein hartes Duell, das Laufenböck in 48,02 Sekunden mit fünf Hundertstelsekunden Vorsprung für sich entschied. Bronze eroberte Christian Smetana (DSG Wien) in 48,45 Sekunden. „Es war knapper als ich gedacht hatte!“, freute sich der 20-jährige Laufenböck über seinen ersten Staatsmeistertitel. „Ich bin etwas zu langsam angegangen. In der letzten Kurve habe ich gemerkt, dass es ganz knapp wird. Es war ein Kampf bis zum Schluss, aber mein Stehvermögen war gut genug."

Schrott siegt mit Bestzeit über 100m
Beate Schrott (Union St. Pölten), die zweite WM-Teilnehmerin, die am Samstag am Start war, zeigte ebenso wie Vojta auf einer Nebendistanz auf. Über 100 Meter holte sie Gold in persönlicher Bestzeit von 11,86 Sekunden bei Gegenwind von 0,5m/s. „Das freut mich sehr, ich hatte zuletzt kein gutes Gefühl beim Laufen ohne Hürden". Die Niederösterreicherin siegte vor Bianca Dürr (TS Bregenz Stadt) mit 12,10 Sekunden und Linda Thoms (DSG Wien) mit 12,31 Sekunden.

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ÖLV Rekord im Hammerwurf durch Julia Siart
Im Hammerwurf jubelte Julia Siart (SVS) über die Verbesserung ihres eigenen ÖLV-Rekords im Hammerwurf. Sie erzielte im fünften Versuch die Weite von 57,60 Meter und übertraf damit ihre Bestmarke aus dem Vorjahr um 35 Zentimeter. „Es war einfach ein runder Versuch. Dabei war ich gar nicht besonders aktiv im Ring, aber er ist einfach weit geflogen. Ich war etwas krank in den letzten Tagen, darum hätte ich mir einen Rekord nicht erwartet“, freute sich die 25-Jährige. Mit Claudia Stern (50,48m) und Christina Scheffauer (47,02m - beide IAC Pharmador) holten zwei Tirolerinnen die übrigen Medaillen. Bei den Männern feierte Michael Hofer (LCA Umdasch Amstetten) seinen ersten Staatsmeistertitel. Mit 58,88 Meter im ersten Versuch hat er die Verhältnisse gleich klar gestellt. Im sechsten Versuch steigerte er sich nochmals auf die Siegweite von 58,97 Meter.

Distelberger gewinnt Zentimeterkrimi im Weitsprung
Der Männer-Weitsprung wurde zum Zentimeterkrimi mit einem heißen Finale. Dominik Distelberger (UVB Purgstall) verteidigte mit 7,68 Meter (Wind +2,0) im letzten Versuch seinen Titel. Gerade einmal zwei Zentimeter dahinter landete Julian Kellerer (VST Laas) an zweiter Stelle – nachdem er zuvor schon 7,65m und 7,64m erzielt hatte! Bronze ging an U20-EM Teilnehmer Manuel Leitner (PSV Wels), der mit 7,51 Meter (+2,0) persönliche Bestleistung sprang. „Nach den ersten Versuchen hätte ich nicht gedacht, dass ich noch gewinnen kann“, so Distelberger, der nach drei Sprüngen nur 7,16 Meter zu Buche stehen hatte und zwischendurch auch noch einen 100m Vorlauf einschieben musste. Dann steigerte er sich jedoch bis zum letzten Versuch, in dem er Julian Kellerer von der Spitze verdrängen konnte: „Ich bin zufrieden und habe Glück gehabt, dass ich gewonnen habe.“ Julian Kellerer musste sich trotz eines starken Wettkampfs mit Silber begnügen: „Mit einem guten Sprung gewinnt man nicht, ich hätte einen sehr guten gebraucht.“

Kwitt siegt im 100m-Sprint – Moseley geschlagen
Distelberger holte zudem in 10,71 Sekunden Silber im 100m-Sprint der Männer. Hier setzte sich Roland Kwitt (Union Salzburg) in 10,64 Sekunden durch. Bronze holte Bernhard Chudarek (SVS | 10,72) vor Ryan Moseley (Union Salzburg), der mit 10,81 Sekunden Vierter wurde. „Ich habe gewusst, wenn ich Moseley schlagen kann, dann heute“, freute sich Kwitt. „Meine Zeit hätte besser sein können, aber jetzt zählt nur der Titel.“ Moseley, der mit einer Oberschenkelverletzung zu kämpfen hatte und zum ersten mal seit der Verleihung der Staatsbürgerschaft im Jahr 2007 von einem österreichischen Läufer geschlagen wurde: „Nach meinen schlechten Rennen von zuletzt habe ich daran gedacht, die Staatsmeisterschaften abzusagen. Aber so leicht gebe ich nicht auf. Ich wollte zumindest um eine Medaille kämpfen. Die Schmerzen im Oberschenkel sind weg, aber ich kämpfe um meine Fitness“, sagte er.

Souveräner Sieg von Wenth über 800m – Röser über 400m vorne
Souverän präsentierte sich die 20-jährige Jennifer Wenth (SVS) über 800 Meter. Sie siegte in 2:09,84 Minuten vor Elisabeth Niedereder (LCC Wien | 2:12,04) und Verena Menapace (DSG Wien | 2:16,19). „Es war wie geplant, ich bin eine schnelle Schlussrunde gelaufen, das hat toll geklappt“, war Wenth zufrieden. Über 400 Meter der Frauen gewann Doris Röser (TS Lauterach) in österrreichischer Jahresbestzeit von 54,59 Sekunden vor Titelverteidigerin Ines Futterknecht (ULC Mödling | 55,20) und Betina Germann (KLC | 55,68).

Egger holt überraschenden Weitsprungerfolg
Im Frauenweitsprung verbesserte Michaela Egger (Union Salzburg) ihre persönliche Bestleistung um zwei Zentimeter auf 6,14 Meter und setzte sich überraschend gegen die Jahresbeste Sofia Schmidl (Union Raika Lienz) durch, die auf 6,08 Meter kam. Pamela Palfy (SVS) schaffte 5,60 Meter und damit Bronze. „Ich habe nie speziell Weitsprung trainiert, sondern mich immer nur auf den Dreisprung konzentriert. Heute bin ich einfach gesprungen, und es hat geklappt“, war Egger überglücklich.

5000m Läufe mit heißen Finalrunden
Die 5000m-Läufe brachte spannende Rennen, die erst ganz zum Schluss entschieden wurden. Bei den Männern führte zunächst Simon Lechleitner (LG Decker Itter) das Feld an. Fünf Runden vor Schluss attackiert Michael Schmid (LCAV doubrava), nur Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr) und Christian Steinhammer (USKO Melk) konnten ihm folgen. Schmid forcierte weiter, aber in der letzten Runde zischte Pfeil schnell an die Spitze und siegte in 14:44,70 Minuten vor Schmid (14:49,26), Steinhammer (14:58,71) und Lechleitner (15:08,39). Pfeil: „Es war zum Schluss fast wie bei einem Radrennen: einmal hat der attackiert, dann wieder der nächste. Ich war froh, dass es ein so taktisches Rennen war, denn ich habe gewusst, dass ich am Schluss stark bin.“ Spannend: Luis Knabl, Triathlon Sieger bei den Youth Olympic Games in Singapor 2010, stellte sich diesem Bewerb und kam in 15:36,21 Minuten auf Rang acht. Bei den Frauen setzte sich Anita Baierl (TUS Kremsmünster) vor Eva Hieblinger-Schütz (Cricket Wien) und Tanja Eberhart (ULC Hirtenberg) durch. Baierl und Hieblinger-Schütz gingen gemeinsam in die letzte Runde, ehe die 23-jährige Oberösterreicherin das Tempo anzog und in 17:28,36 Minuten siegte. Hieblinger holte in 17:34,26 Silber vor Eberhart (17:49,64). „Ich habe am Schluss alles riskiert und gewonnen!“, freute sich Baierl. „Ich musste im Frühling mit einem Bänderriss im Knöchel sechs Wochen pausieren und konnte überhaupt nicht trainieren, so freut mich der Sieg umso mehr.“

Comeback von Eberl und Pauer im Speerwurf
Im Speerwurf feierte Elisabeth Eberl (AT Graz) mit österreichischer Jahresbestleistung von 55,58 Meter den Staatsmeistertitel – den zweiten nach 2006. Nach mehrwöchiger Pause wegen Kniebeschwerden gelang ihr ein gutes Comeback: „Es ist super, wenn man eine gute Leistung hat und gewinnt. Beim Siegeswurf hatte ich gar kein besonders gutes Gefühl. Es kann also noch weiter gehen, allerdings ist das Knie noch nicht hundertprozentig in Ordnung“, so Eberl. ÖLV-Rekordlerin Elisabeth Pauer (SVS) absolvierte nach einer Schulterverletzung ihren ersten Wettkampf des Jahres und holte mit 48,55 Meter Silber. Rang drei ging an U18-Rekordlerin Nicole Prenner (ATS Pinkafeld) mit 47,46 Meter. Pauer: „Mit dem zweiten Platz und meiner Weite kann ich nicht zufrieden sein. Aber es ist positiv, das ich mich wieder in einem Wettkampf werfen traue und an Sicherheit gewinne. Ich habe immer trainiert, aber erst vor einer Woche zum ersten Mal wieder geworfen. Man muss sich einfach zeigen und der Konkurrenz stellen, auch wenn man nicht gewinnt. Jetzt ist mein Ziel London 2012, darauf bereite ich mich weiter vor.“ Bei den Männern siegte Martin Strasser (SVS) mit 67,23 Meter vor Matthias Kaserer (Union Salzburg | 66,20) und Gregor Högler (LCC Wien | 65,11).

Vier Frauen über 4 Meter Stabhoch
Ein packender Bewerb entwickelte sich im Stabhochsprung der Frauen. Vier Athletinnen schafften es über 4,00 Meter. Doris Auer (LCC Wien), Daniela Höllwarth (LAC Amateure Steyr) und Sonja Ager-Gonaus (Union Salzburg) – für sie eine persönliche Bestleistung – gleich im ersten Versuch. Kira Grünberg (ATSV Innsbruck) schaffte es im zweiten Anlauf. Böiger Wind und aufkommender Regen machten es immer schwieriger, gute Sprünge zu zeigen. Doris Auer schaffte es schließlich als einzige über die nächste Höhe von 4,10 Meter und holte den Titel vor Sonja Ager-Gonaus und Daniela Höllwarth.

Kilbertus und Wirth glänzen mit Bestleistungen
Bei den Männern glänzte Paul Kilbertus (ALC Wels) mit persönlicher Bestleistung von 5,20 Meter vor dem erst 16-jährigen Lukas (ATSV Innsbruck), der zum ersten Mal 5,00 Meter schaffte, und Michael Pusterhofer (Union Salzburg | 4,70m).

Alle Staatsmeister - Tag 1:
Männer
100 m: Roland Kwitt (Union Salzburg) 10,64sec (0,0)
400 m: Michael Laufenböck (SU IGLA long life) 48,02sec
800 m: Andreas Vojta (team2012.at) 1:48,80min
5.000 m: Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr) 14:44,70min
Stabhoch: Paul Kilbertus (ALC Wels) 5,20m
Weit: Dominik Distelberger (UVB Purgstall) 7,68m (ÖLV JBL)
Speer: Martin Strasser (SVS) 67,23m
Hammerwurf: Michael Hofer (LCA Umdasch Amstetten) 58,97m

Frauen
100 m: Beate Schrott (Union St. Pölten) 11,86 sec (-0,5)
400 m: Doris Röser (TS Lauterach) 54,59 sec (ÖLV JBL)
800 m: Jennifer Wenth (SVS) 2:09,84 min
5.000 m: Anita Baierl (TUS Kremsmünster) 17:28,36 min
Stabhoch: Doris Auer (LCC Wien) 4,10m
Weit: Michaela Egger (Union Salzburg) 6,14m
Hammer: Julia Siart (SVS) 57,60m (ÖLV Rekord
Speer: Elisabeth Eberl (AT Graz) 55,58m (ÖLV JBL)


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