Kejelchas Glanzleistung im Schatten von Kiplimos Weltrekord.
Während die gesamte Laufsport-Welt am Wochenende über Jacob Kiplimos historischen Halbmarathon-Weltrekord sprach, blieb eine weitere herausragende Leistung nahezu unbeachtet.
Kejelcha läuft Weltklasse-Zeit über 10 Kilometer
Ausgerechnet Yomif Kejelcha, der am Sonntag in Barcelona seinen Halbmarathon-Weltrekord verlor, sorgte am selben Tag knapp 300 Kilometer entfernt für Furore. Beim Marató Castelló lief der Äthiopier die 10 Kilometer in 26:31 Minuten – die zweitschnellste je erzielte Zeit über diese Distanz.
Doch warum kein offizieller Weltrekord?
Der aktuelle 10-Kilometer-Weltrekord liegt bei 26:24 Minuten, aufgestellt von Rhonex Kipruto im Jahr 2020 in Valencia. Doch genau hier liegt die Kontroverse: Kipruto wurde mittlerweile wegen Dopings rückwirkend für sechs Jahre gesperrt. Anfangs hieß es, dass sämtliche seiner Leistungen zwischen September 2018 und Mai 2023 annulliert würden – was auch den Weltrekord über 10 Kilometer ungültig machen würde.
Dennoch führt World Athletics Kiprutos Bestzeit weiterhin als offiziellen Weltrekord. Zudem vermeldete der Verband, dass Kejelcha den Rekord um sieben Sekunden verpasst habe – ein klares Zeichen, dass Kiprutos Zeit bislang nicht gestrichen wurde.
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Eine bittere Woche für Kejelcha
Für den 27-jährigen Kejelcha hätte es ein Wochenende des Triumphs sein können – doch stattdessen erlebte er in den vergangenen Tagen gleich mehrere Rückschläge. Neben dem Verlust seines Halbmarathon-Weltrekords an Jacob Kiplimo musste er bereits einige Tage zuvor mit ansehen, wie sein Hallen-Weltrekord über die Meile von US-Läufer Yared Nuguse gebrochen wurde (mittlerweile erneut verbessert von Ingebrigtsen).
Ob Kejelcha nachträglich doch noch als offizieller 10-Kilometer-Weltrekordhalter anerkannt wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch: Seine Leistung in Castellón war historisch – auch wenn sie (vorerst) nicht als Weltrekord in die Geschichtsbücher eingeht.

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