Die ersten Laufentscheidungen bei den Hallen-Europameisterschaften 2023 sind gefallen.

Großen Grund zum Jubeln hatte Deutschlands Damen-Team, wo Hanna Klein und Konstanze Klosterhalfen für ein historisches Ergebnis über die 3.000 Meter sorgten. Bei den Männern feierte Norwegens Superstar Jakob Ingebrigtsen seinen ersten von zwei geplanten EM-Siegen.

Novum durch deutsche Damen

Zum ersten Mal in der Geschichte von Leichtathletik Hallen-Europameisterschaften gab es über die 3.000 Meter bei den Damen einen Doppelsieg. Das Deutschland mit Konstanze Klosterhalfen die Top-Favoritin im Feld stellte, war im Voraus bereits klar. Doch das am Ende ihre Teamkollegin triumphierte, kam durchaus überraschend.

Klein mit taktischer Meisterleistung

Konstanze Klosterhalfen sorgte bereits früh im Rennen für ein hohes Tempo. Das Feld riss rasch auseinander. Nur noch Landsfrau Hanna Klein und die Britin Melissa Courtney-Bryant konnten folgen. Auf dem letzten Kilometer war auch die Britin gegen das hohe Tempo von Klosterhalfen chancenlos. Doch die starke Sprinterin Hanna Klein ließ sich nicht abschütteln. Und es kam so, wie es kommen musste. In der Schlussrunde setzte Hanan Klein ihrer Spurt-Fähigkeiten souverän um. Sie zog an Klosterhalfen vorbei und lief in 8:35,87 Minuten zu ihrem ersten internationalen Titel. Vor zwei Jahren belegte Klein noch über die 1.500 Meter Platz 3, nun ist sie Europameisterin über die doppelt so lange Distanz. Klein steigerte zudem ihre Bestleistung um eine knappe Sekunde. Auf den deutschen Rekord von Klosterhalfen (8:32,47 Minuten) fehlten nicht viele Sekunden.

Wieder nur Silber

Hinter Klein lief Klosterhalfen sichtlich enttäuscht zu Platz 2 (8:36,50 Minuten). Für sie war es nach 2017 und 2019 bereits die dritte EM-Silbermedaille in der Halle. Die Britin Melissa Courtney-Bryant folgte nach 8:41,19 Minuten auf Platz 3.

Nr. 1 von 2 für Ingebrigtsen

Das Männer-Finale über die 1.500 Meter gewann erwartungsgemäß Olympiasieger Jakob Ingebrigtsen. Der Norweger sorgte von Beginn an für ein hohes Tempo. In der Schlussrunde konnte nur noch der Brite Neil Gourley folgen. Ingebrigtsen wehrte eine Attacke von Gourley erfolgreich ab und lief mit neuem Meisterschafts-Rekord von 3:33,95 Minuten vor Gourley und dem Franzosen Anzeddine Habz zu Gold. Bei dieser EM strebt Jakob Ingebrigtsen mit den 3.000 Metern einen weiteren Titel an.

Deutschland mit 4 Medaillen

Deutschlands Leichtathletik-Team holte an diesem Freitag insgesamt vier Medaillen. Im Kugelstoßen wurde Sara Gambetta Vize-Europameisterin. Bronze ging im Dreisprung an Max Heß. Die Schweiz feierte über die 60 Meter durch Mujinga Kambundji einen EM-Titel.

Weltrekord

Im Fünfkampf blieben Siegerin Nafissatou Thiam (5.055 Punkte) aus Belgien und die Zweitplatzierte Polin Adrianna Sulek (5.014 Punkte) über dem alten Weltrekord.

Nach 8,23 Sekunden über die 60 m Hürden und 1,92 Meter  im Hochsprung warf Thiam im Kugelstoßen eine neue Bestleistung von 15,54 Metern und sprang im Weitsprung 6,59 Meter weit, womit der Weltrekord in greifbare Nähe rückte.

Aber Sulek war in der gleichen Position, nachdem sie eine Bestleistung von 8,21 Meter über 60 m Hürden, 1,89 Meter im Hochsprung, 13,89 Meter im Kugelstoßen und 6,62 Meter im Weitsprung aufgestellt hatte.

 

Die Entscheidung fiel über die 800 Meter. Thiam musste 2:16 laufen, Sulek 2:07. Und beide schafften es - Sulek überquerte die Ziellinie in 2:07,17 Minuten, um den Weltrekord um einen Punkt zu verbessern. Aber dieser währte nur wenige Sekunden, denn auch Thiam hatte den Hallenlauf ihres Lebens. Die zweifache Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Siebenkampf erreichte eine Zeit von 2:13,60 Minuten, womit sie in der Gesamtwertung auf 5055 Punkte kam.

oor Vidts folgte ihrer belgischen Teamkollegin auf das Podium und holte mit 4823 Punkten Bronze.

Leichtathletik Hallen-EM 2023: Alle Ergebnisse & Zeitplan


Kommentare

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Michael
Samstag, 04. März 2023 04:15
Lieber Thomas,
ich gehe davon aus, du hast natürlich auch das Rennen gesehen bei der Hallen-EM gestern Abend in Istanbul, das 3.000-Meter Finale der Frauen.
Hanna Klein hat ja enorm Kraft gespart, wenn man 2910 Meter überhaupt kein Tempo gemacht hat, nur hinterher rennt, um dann im Spurt zu gewinnen. Es ist total naheliegend, dann kann sie natürlich auch so sehr spurten.
In Dortmund bei der Hallen-DM am 18.Februar wollte Hanna Klein es genau so durchziehen da ist es ihr nicht gelungen.
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Rene
Freitag, 03. März 2023 23:56
Ich glaube, Klein hatte gar keine andere Möglichkeit. Die war am Limit, die hätte gar keine Führungsarbeit leisten können.
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Michael
Freitag, 03. März 2023 23:38
Ich fand es nicht fair von Hanna Klein bis circa
90 Meter vor dem Ziel, hinter Konstanze Klosterhalfen zu rennen, vielleicht zwei oder drei Runden von insgesamt fünfzehn Runden Konstanze in der Führungsarbeit abzulösen und somit hat Konstanze bis kurz vor dem Ziel, sich für das Tempo verdient gemacht.
Ich könnte mich nicht so verhalten.
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