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Wir leben mittlerweile in einer sitzenden Gesellschaft!

Der Mensch sitzt teilweise zehn oder mehr Stunden am Tag. Dass das nicht gesund ist, steht außer Zweifel. Gerade der 40-Stunden-Bürojob vor dem Schreibtisch und Computer hinterlässt nach einigen Jahren große Spuren an unserem Körper.

Todesgefahr Sitzen

Die Folge ist u.a. eine stark steigende Mortalität (Sterberate). Denn nur sechs Stunden Sitzen pro Tag erhöht gegenüber drei Stunden Sitzen pro Tag die Gefahr, innerhalb der nächsten 15 Jahre zu sterben, um 40 Prozent. Doch dem nicht genug. Entkommt man dem Tod, muss man mit chronischen Erkrankungen wie etwa Diabetes Typ 2, Krebs oder regelmäßigen Rückenschmerzen rechnen. Auch hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruck sind die Folgen dieses inaktiven Verhaltens.

Nicht nur ältere Menschen sind von diesem Problem betroffen, sondern auch junge. Denn 20-Jährige sitzen laut Studien mittlerweile genauso viel wie 60-Jährige.

Was bringt der Stehtisch?

Nun ist natürlich jeder Mensch selbst für sein Schicksal verantwortlich. In der Freizeit die Sitzdauer zu reduzieren liegt in Jedermanns Händen. Doch wer beruflich an den Schreibtisch gebunden ist, entkommt dieser Falle nicht ganz so einfach. Seit einigen Jahren ist allerdings der sogenannte Stehtisch im Trend. Der ermöglicht dem Mitarbeiter auch im Stehen zu arbeiten. Vorausgesetzt, der Arbeitgeber ermöglicht solch eine Investition.

Ein Bissen vom Schokoriegel

Doch bewirkt die Arbeit im Stehen tatsächlich einen großen gesundheitlichen Vorteil als die selbe Tätigkeit im Sitzen? Eine Studie stellte sich der Frage. Das Ergebnis ist leider etwas ernüchternd. Zumindest dann, wenn man sich durch die stehende Tätigkeit einen zusätzlichen Verbrauch an Kalorien erhofft. Diesen gibt es zwar, allerdings nur in sehr geringem und nicht signifikantem Ausmaß. Denn der Kalorienverbrauch zwischen 15 Minuten Sitzen und 15 Minuten Stehen unterscheidet sich gerade einmal um zwei Kilokalorien. Pro Stunde wären das acht Kilokalorien bzw. pro Arbeitstag 64 Kilokalorien. Ein leider kaum erwähnenswerter Unterschied. Für 64 Kilokalorien muss man einen knappen Kilometer laufen, um sie zu verbrauchen oder einen "kleinen" Bissen von einem Schokoriegel essen, um sie aufzunehmen. Umgerechnet auf den täglichen Grundumsatz (etwa 2.500 Kilokalorien) sind diese 64 Kilokalorien gerade einmal etwas mehr als zwei Prozent.

Verbrauch an Kilokalorien über 15 Minuten bei:

  • Sitzen: 20 kcal
  • Stehen: 22 kcal
  • Gehen: 56 kcal

Aber: Nur den Kalorienverbrauch zu vergleichen, ist in diesem Fall viel zu wenig. Denn acht Stunden Sitzen ist mit Sicherheit schädlicher für den Rücken, als acht Stunden Stehen.

Doch egal ob man auf dem Arbeitsplatz die Möglichkeit hat, im Stehen zu arbeiten oder nicht, für jedes Problem gibt es eine Lösung. Die Wissenschaftler empfanden es als eindeutig wichtiger, sich regelmäßig während der Arbeit zu bewegen. Das gilt sowohl für stehende, als auch für sitzende Tätigkeiten. Spätestens nach 30 Minuten verharren in ein und derselben Position sollte man zumindest ein kurzes Stück Gehen oder sich mehrmals Strecken.

Anbei einige Tipps, wie man den sitzenden Bürojob gesünder gestalten kann:

  • Mindestens alle 30 Minuten ein kurzes Stück gehen und den Körper strecken
  • Während des Telefonierens gehen (sofern möglich)
  • Bei Gesprächen mit Kollegen aufstehen
  • Meetings ebenfalls im Stehen - das lockert auch die Stimmung
  • Kurze Pausen immer im Stehen
  • Treppen gehen, statt Aufzug nehmen
  • Mit dem Rad oder zu Fuß zur Arbeit, sofern sich die Arbeitsstätte in der Nähe befindet

Übrigens: Ein oder zwei Mal pro Woche Sport reicht nicht aus, um den gesundheitlichen Folgen des zu vielen Sitzens aus dem Weg zu gehen. Entscheidend ist, die Sitzdauer zu reduzieren und nie länger als 30 Minuten am Stück zu sitzen.

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