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Weißseespitze 47: Gipfel.

Weißseespitze Überschreitung von Melag mit Westgrat

 
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Die 3.498 Meter hohe Weißseespitze (Cima del Lago Bianco) kann sowohl von Österreich als auch von Italien aus erreicht werden.

Die wahrscheinlich schönste Route führt von Melag über einen zunächst einsamen und kaum begangenen Grat auf den Westgrat. Dort trifft die Route nun auf den Aufstiegsweg vom Kaunertal, wo über den einfachen Westgrat die Weißseespitze erreicht wird. Der Abstieg wird über den riesigen Gletscher Richtung Weißkugelhütte umgesetzt.

In Summe kommt die Tour auf rund 20 Kilometer und etwa 1.750 Höhenmeter. Im Sommer wird normalerweise für den gesamten Aufstieg keine Gletscher- und Kletterausrüstung benötigt, erst im Abstieg wird über den großteils flachen Gepatschferner abgestiegen. Theoretisch kann sogar dieser Gletscherabschnitt über den Grat umgangen werden, wodurch die Weißseespitze-Hochtour sogar ganz ohne Gletscherausrüstung absolviert werden kann. Spannender ist aber definitiv der Abstieg mit Gletscherkontakt.

Die hier vorgestellte Hochtouren-Runde ist in der Regel deutlich ruhiger (ausgenommen Westgrat) als die meisten Standardrouten auf die Cima del Lago Bianco.

Kletterpassagen gibt es nur wenige. Einzig anspruchsvoll ist der weglose Grat, der von italienische Seite zum Westgrat an der Grenze zwischen Österreich und Italien führt. Dieser kann theoretisch auch über die Standardroute rechts umgangen werden (brüchiger Pfad am linken Rande des Falginferner), spannender ist aber auf jeden Fall der kaum begangene Grat.

Route für die Hochtour auf die Weißseespitze:

  • Start in Melag beim großen Parkplatz am Ende der Straße.
  • Dort nicht auf der Forststraße Richtung Weißkugelhütte, sondern direkt etwas weiter links halten auf einen Wanderweg, der zunächst ein Stück oberhalb der Forststraße verläuft.
  • Die ersten 2,5 Kilometer auf diesem Wanderweg oberhalb der Forststraße entlang. Der Wanderweg und die Forststraße distanzieren sich dabei immer weiter voneinander.
  • Danach bei einer Abzweigung (beschildert) nach links (Norden), halbrechts würde ein Wanderweg zur Weißkugelhütte führen.
  • Nach insgesamt 4,5 Kilometern wird nun wieder eine Abzweigung erreicht (nicht beschildert), wo auf einem großen Felsen Weißseespitze mit einem Pfeil nach rechts markiert ist. In diese Richtung auf einem halbwegs gut sichtbaren Pfad folgen. Geradeaus würde die Route direkt zur Falginjochbahn auf österreichischer Seite führen, von wo aus ebenfalls in den Westgrat eingestiegen werden kann.
  • Es geht nun über ein etwas brüchiges Geröllfeld (nicht das ganz steile links, sondern das flachere etwas weiter rechts) hinauf Richtung Falginferner.
  • Beim Falginferner gibt es nun zwei Varianten zum Westgrat. Die Standard-Route verläuft direkt am Rande des Falginferner über einen brüchigen Pfad (Gehgelände) bis zum Westgrat. Deutlich spannender ist aber ein Grat etwas weiter links vom Falginferner. Dieser ist zwar ziemlich brüchig, aber nicht schwierig (ein paar kurze Kletterstellen, UIAA 1-2). Auf diesem Grat wechseln sich brüchiges Gehgelände und kurzes Klettern, bis schlussendlich der Westgrat erreicht wird, wo nun die Route auf den Aufstiegsweg vom Kaunertal über die Falginjochbahn trifft.
  • Der Westgrat an der Landesgrenze zwischen Österreich und Italien ist ziemlich einfach und besteht großteils aus Gehgelände und nur kurzen Kletterstellen (UIAA 1).
  • Kurz vor dem Gipfel wird der Gletscherrand erreicht, der Weg von dort bis zum Gipfel ist aber bei "normalen Bedingungen" ohne Steigeisen und Gletscherausrüstung möglich.
  • Vom Gipfel der Weißseespitze könnte nun theoretisch der Abstieg südlich über den Grat erfolgen, spannender ist aber der Gepatschferner-Gletscherabstieg direkt neben dem Grat. Dabei hält man sich optimalerweise immer in Gratnähe auf, mit Blickrichtung auf die Weißkugel.
  • Kurz vor einem riesigen Gletscherabbruch auf gegenüberliegender Richtung zum Weißkugel-Aufstieg bleibt man weiter möglichst rechts am Gletscherrand, denn nur dort kann schlussendlich der Gletscher verlassen werden, wo über kurzes wegloses Gelände der Richtersteig erreicht wird.
  • Über den Richtersteig (großteils einfacher Wanderweg, der oben noch mit Stahlseilen versichert ist) führt die Route nun zur urigen Weißkugelhütte mit sehr guter Küche.
  • Von der Weißkugelhütte über den Wanderweg und abschließend die Forststraße retour nach Melag.

Hinweis: Die Kaunertaler Gletscherbahnen überlegen den Bau einer Seilbahn, die bis kurz vor den Gipfel führt. Noch ist also die Weißseespitze ein ruhiger und schöner Aussichtsgipfel.


Weißseespitze Strecke bzw. Karte:

Strecke Weißseespitze Überschreitung von Melag mit Westgrat


Schwierigkeit Weißsee Spitze:

Eine sehr abwechslungsreiche Hochtour, die Wandern, leichtes Klettern und einen Gletscherabschnitt kombiniert und zudem großteils ruhig ist.

Anspruchsvollster Abschnitt ist der brüchige, aber spannende Grat, der zum Westgrat führt. Großartige Kletter-Skills werden dafür aber nicht benötigt, einzig gute Konzentration und Trittsicherheit sind obligatorisch.

Der Westgrat ist flach und besteht großteils aus anspruchsvollem Gehgelände. Auch der Gletscherabstieg ist zum größten Teil flach, ausgenommen im Schlussabschnitt, hat aber doch viele Spalten und muss demnach mit Seil begangen werden.


Höhenprofil:

Höhenprofil Weißseespitze Überschreitung von Melag mit Westgrat


Ausrüstung für die Weißseespitze:

Komplette Gletscherausrüstung, aber keine Kletterausrüstung.

Ein Helm ist nicht unbedingt obligatorisch. Einzig der Grat zum Westgrat ist brüchig (aber großteils flach).

Ausreichend Verpflegung einplanen, da die Weisskugelhütte erst am Ende der Tour erreicht wird. Die Flüssigkeitsreserven können natürlich am Gletscher aufgefüllt werden.

Sonnenschutz empfehlenswert


Weissseespitze im Winter als Skitour:

Die Weißseespitze eignet sich hervorragend für Skitouren. Aufgrund des naheliegenden Kaunertaler Gletscherskigebiets ist die Tour über den Gepatschferner bis zum Gipfel nicht wirklich lange.


Anreise und Parken:

Beim Reschensee führt in Graun im Vinschgau die LS/SP49 Richtung Osten bis nach Melag, wo sich am Ende der öffentlichen Asphaltstraße ein großer Parkplatz befindet.

Parken ist dort gebührenpflichtig.

Kleiner Insider-Tipp, aber ohne Gewähr: Laut Auskunft einer naheliegenden Hütte wird auf diesem Parkplatz nicht kontrolliert. Südtirol ist ja nicht Deutschland ;)


Alle Informationen: Weißseespitze-Überschreitung

Art der Tour
Schwierigkeit der Tour
Schwierigkeit Klettern
Max. Möhe
3498 Meter
Min. Höhe
1909 Meter
Höhenmeter
1743 Höhenmeter
Datum der Bergtour
30.09.2023
Adresse Startpunkt
39027 Graun, Melag 13
Dauer
11:00 Stunden
Distanz
21 km
Eigenschaften
  • Abschnitte über Wiese oder Weiden
  • Als Zweitagestour mit Hüttenübernachtung möglich
  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Talort möglich
  • Einkehrmöglichkeit(en) entlang der Route
  • Eispickel erforderlich
  • Felskontakt entlang der Route
  • Helm zu empfehlen
  • Kostenpflichtiges Parken oder Maut
  • Mit Gletscherkontakt
  • Rundtour
  • Schotter-Passagen
  • Sehr ruhige Bergtour
  • Seilsicherung erforderlich
  • Steigeisen erforderlich
Frequenz
niedrig = großteils ruhige Tour
Beste Jahreszeit

Ort

PLZ
39027
Straße
Melag 13
Gebirgsgruppe

Route (GPX-Strecke): Weißseespitze-Überschreitung

Die Route mit Höhenprofil und GPX-File zur Tour: Strecke Weißseespitze-Überschreitung

Hotel oder Unterkunft in Graun

Bergwetter Graun

Fotos

Weißseespitze 47: Gipfel.
Strecke Weißseespitze Überschreitung von Melag mit Westgrat
Höhenprofil Weißseespitze Überschreitung von Melag mit Westgrat
Weißseespitze 01: Start in Melag
Weißseespitze 02: Zu Beginn auf einem Wanderweg oberhalb der Forststraße
Weißseespitze 03: Blick hinab auf die Forststraße, wo offenbar gerade ein Film gedreht wird.
Weißseespitze 04: Die Schlüsselstelle der Tour. Nach langen Verhandlungen durften wir passieren.
Weißseespitze 05: Blick zurück auf Melag. Unten der Standardweg zur Weißkugelhütte.
Weißseespitze 06: Im Aufstieg
Weißseespitze 07: Nun hier geradeaus weiter Richtung Falginjoch.
Weißseespitze 08: Noch ist es eine gemütliche Wanderung.
Weißseespitze 09: Kurz vor der Abzweigung nach rechts in einen brüchigen Abschnitt.
Weißseespitze 10: Hier trennen sich nun der Nordaufstieg zum Falginjoch und die heute geplante Route nach rechts Richtung Weißseespitze.
Weißseespitze 11: Blick zurück
Weißseespitze 12: Ganz rechts über das Bruchgelände hinauf und zum Glück nicht über das mittige Bruchgelände, welches deutlich steiler ist.
Weißseespitze 13: Blick zurück. Auch dieser Abschnitt ist noch gut markiert.
Weißseespitze 14: Verirren ist in diesem brüchigen Terrain nahezu unmöglich.
Weißseespitze 15: Auf dem Weg Richtung Falginferner
Weißseespitze 16: Links nun der brüchige, aber spannende Grat. Einfacher, aber weniger spannend ist der Weg am Rande des Falginferner.
Weißseespitze 17: Die letzten Steinmänner vor dem Grat.
Weißseespitze 18: Der Grat ist weglos und ohne Steinmänner, immerhin ist es ja nicht die Standardroute.
Weißseespitze 19: Kurze Kletterstellen, meist UIAA 1, evtl. UIAA 2.
Weißseespitze 20: Blick zurück.
Weißseespitze 21: Schöne, aber kurze Kletterpassage (UIAA 1-2).
Weißseespitze 22: Weiterhin am breiten, brüchigen Grat entlang.
Weißseespitze 23: Eine weitere kurze Kletterpassage.
Weißseespitze 24: Blick hinauf, etwa bei Hälfte des Bruchgrates.
Weißseespitze 25: Blick auf den Westgrat im Schlussabschnitt des Bruchgrates.
Weißseespitze 26: Der Westgrat mit Weißseespitze im Hintergrund.
Weißseespitze 27: Geniales Panorama mit Weißkugel weit im Hintergrund.
Weißseespitze 28: Der letzte Abschnitt im brüchigen Gelände vor dem Westgrat.
Weißseespitze 29: Der "Normalweg" würde über den Gletscherrand (Falginferner) auf den Westgrat führen.
Weißseespitze 30: Der flache Westgrat.
Weißseespitze 31: Der Westgrat zur Weißseespitze.
Weißseespitze 32: Schlussabschnitt im brüchigen Gelände vor dem Grat.
Weißseespitze 33: Der Westgrat gut im Blick.
Weißseespitze 33: Geschafft, an der Grenze Österreich-Italien mit Blick ins Kaunertal.
Weißseespitze 34: Panorama vom Westgrat ins Kaunertal.
Weißseespitze 35: Technik am Westgrat.
Weißseespitze 36: Der Westgrat besteht großteils aus Gehgelände.
Weißseespitze 37: Steigeisen werden im Hochsommer normalerweise nicht für den Westgrat benötigt.
Weißseespitze 39: Kurz vor dem Gletscherkontakt.
Weißseespitze 40: Das Gipfelkreuz gut in Sicht.
Weißseespitze 41: Blick zurück auf den Westgrat
Weißseespitze 42: Beeindruckendes Ambiente
Weißseespitze 43: Gipfelkreuz
Weißseespitze 44: Kurz vor dem Gipfel am Gletscherrand einfach bis zur Weißseespitze.
Weißseespitze 45: Die letzten Meter vor dem Gipfel.
Weißseespitze 46: Blick zurück ins Kaunertal.
Weißseespitze 48: Gipfelkreuz.
Weißseespitze 49: Gipfel.
Weißseespitze 50: Gipfelselfie
Weißseespitze 51: Der Gipfelschnaps darf natürlich nicht fehlen.
Weißseespitze 52: Gipfelkreuz
Weißseespitze 53: Für einen Kopfstand ist noch genug Energie.
Weißseespitze 54: Der riesige Gepatschferner.
Weißseespitze 55: Blick auf die Weißkugel (ganz rechts).
Weißseespitze 56: Gipfelkreuz.
Weißseespitze 57. Abstieg nun am Gletscher immer mit Blick auf die Weißkugel.
Weißseespitze 58: Gletscherabstieg.
Weißseespitze 59. Gletscherabstieg, recht die Weißkugel.
Weißseespitze 60: Hier hält man sich nun immer möglichst weit rechts um zum Richtersteig zu gelangen.
Weißseespitze 61: Abstieg mit Weißkugel im Hintergrund.
Weißseespitze 62: Blick vom Ende des Gletschers auf die Weißkugel.
Weißseespitze 63: Gletscherende
Weißseespitze 64: Über kurzes wegloses Gelände wird der Richtersteig erreicht.
Weißseespitze 65: Auch im Abstieg zur Weißkugelhütte ist das Panorama grandios.
Weißseespitze 66: Abstieg zur Hütte.
Weißseespitze 67: Ein schöner Trail führt nun zur Weisskugelhütte.
Weißseespitze 68: Eine Einkehr in der urigen Weißkugelhütte ist im Abstieg eigentlich Pflicht. Das Essen ist hervorragend, vor allem die Tiramisu...
Weißseespitze 69: Nach der Hütte auf dem Weg Richtung Melag.

Karte

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(Aktualisiert: 17 Oktober 2025)
Gesamtbewertung
 
4.3
Atmosphäre
 
4.5
Ausdauer
 
4.0
Technik / Schwierigkeit
 
3.5
Die wahrscheinlich schönste, ruhigste und spannendste Möglichkeit, die Weißseespitze zu besteigen.
H
#1 Bewerter
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