Es ist nicht irgendeine Laufveranstaltung, es ist der 100km Südpol Ultramarathon! Die ultimative arktische Herausforderung steht unmittelbar bevor.
Während die meisten von uns überlegen, welche Jacke sie heute anziehen sollen, packt Extremsportler Rainer Predl seine Kälteausrüstung für ein Abenteuer, das selbst erfahrene Läufer ehrfürchtig staunen lässt. Sein Bericht gleicht einem actiongeladenen Drehbuch, das nun HDsports präsentiert wird.
Abenteuerliche Wende: Von Sibirien an den Südpol
Was für eine Odyssee! Die Vorbereitung für den 100km Südpol Ultramarathon ist selbst schon ein Marathon. Geplant war ursprünglich ein Nordpol-Lauf, aber die politische Wetterlage machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Rainer Predl schildert die unerwartete Wende so:
Vom 100km Ultralauf auf Spitzbergen, bis hin zur Reise ins tiefe Sibirien 2024 wo wir vollendeter Tatsachen das Visum nicht mehr ausreichte um einen zweiten Anlauf auf dem Nordpol zu wagen, haben wir seit längerem den Umkehrschluss auf die andere Seite unseres Planeten gewagt.
Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Während jene, die auf einen dritten Nordpol-Anlauf hofften, vom Kreml politisch ausgebremst wurden, konnte sich Rainer Predl auf das Wesentliche konzentrieren: Laufen, Winter, Kälte, Schnee und Spaß!
Wichtiger Hinweis: Dieses Buch macht dich zum besseren Läufer
Aktuell herrschen am Ultima Base Camp, der Landungsstation für den 100km Südpol Ultramarathon, eisige -32°C. Ein wahrer Lauf-Gefrierschrank! Tiefer Schnee, Wind, Eis – die Herausforderungen sind massiv. Der Athlet betont, dass diese 100km "nicht so easy going" werden, wie ein vergleichbarer Lauf in Österreich.
Kontrastprogramm: Von Kapstadt ins ewige Eis
Die Reiseroute und Vorbereitung für den 100km Südpol Ultramarathon selbst ist schon eine Story wert. Die Reise startet in Frankfurt, führt über Amsterdam nach Kapstadt und von dort direkt zum Südpol. Die Flugzeiten sind beeindruckend:
- Frankfurt nach Kapstadt: 13 Stunden
- Kapstadt nach Südpol: 6 Stunden
- Gesamt-Flugzeit: 19 Stunden
Während in der südafrikanischen Metropole milde 22°C locken, geht es per Antonov-Flug in eine Welt jenseits der -30°C Marke. Rainer Predl zieht einen humorvollen Vergleich zur Vorbereitung in Kapstadt:
Okay, das einzig vergleichbare wo Kapstadt und Südpol sich identifizieren sind die Kaiserpinguine welche sich auch den legendären Pinguin Beach zu tausenden aufhalten. Man kann fast meinen es gibt Pinguine, welche den Strand und die Sonne Afrikas bevorzugen, aber auch dann ihre Kumpels, welche wir dann am Südpol bei frostigen Temperaturen vor Ort antreffen werden.
Die Vorbereitung am südlichsten Punkt Afrikas wird für Strand-Kilometer genutzt, um eine Art "Schneetraining-Feeling" zu simulieren. Die Sicherheit hat oberste Priorität: Am 05.11.2025 findet in Kapstadt der obligatorische Race Gear Check statt. Atemmaske und Grödel sind bereits fest eingeplant. Der Renntag für den 100km Südpol Ultramarathon ist der 08.11.2025.
Kälteschach: Drei kritische Szenarien
Beim 100km Südpol Ultramarathon ist nicht nur die Fitness, sondern auch die strategische Kleidung entscheidend. Eine falsche Wahl kann gravierende Folgen haben. Rainer Predl beschreibt drei ernste Szenarien:
1. Wärmestau: Wer zu viele Schichten trägt und schwitzt, riskiert, dass die Schweißkristalle bei einem Stopp frieren. Das führt zu enormem Energieverlust und schneller Auskühlung – Laufen wird unmöglich.
2. Kältebruch (Erfrierungen): Unterschätzt man die Wetterkapriolen, kann die Temperatur schlagartig um 10°C sinken. Wer dann keine essentielle Schutzjacke dabei hat, riskiert Erfrierungen. Der Blick auf die weiteren Wetterkoordinaten ist beim Lauf Pflicht.
3. Schneeverhältnisse: Harschig, sulzig oder eisig? Die falsche Kombination aus Schuh, Spike, Schneeschuh oder Grödel führt zu "enormer Energieineffizenz". Man braucht doppelt so viel Kraft und Nahrung – ein fataler Fehler an einem Ort, wo man nicht stehenbleiben möchte.
Die Teilnehmer sind erfahrene Ultraläufer, aber am Südpol gilt: Der Teufel schläft nie. Das Training in der Eisfabrik und auf den Bergen hat zwar den nötigen Drill gegeben, aber es herrscht "positiver Respekt" vor der unerbittlichen Mutter Natur. Rainer Predl wird am ersten Tag am Südpol noch einen 5km-Testlauf absolvieren, um die finale Ausrüstungs-Entscheidung zu treffen. Am Ende obliegt es dem Extremsportler selbst, das richtige Equipment zu wählen.
Die Jagd auf den Streckenrekord
Die 100km Strecke ist ein Rundkurs, der von Ordnern mit Schneemobilen bewacht wird und am Ultima Base Camp vorbeiführt. Essen und Trinken ist eine Wissenschaft für sich: Riegel und Gels müssen körpernah getragen werden, damit sie nicht steinhart frieren.
Der aktuelle Rekord beim 100km Südpol Ultramarathon liegt bei 9:20:28 Stunden, aufgestellt vom Chinesen Yusheng Ni. Rainer Predl peilt diese Zeit natürlich an, weiß aber um die Macht der widrigen Wetterverhältnisse:
Ich peile diese Zeit natürlich an, wissen jedoch das es alles vom Wetter sehr beeinflussbar sein kann. Auch wenn man evtl persönlich die Möglichkeit hierfür gänzlich besitzt den amtierenden Streckenrekord zu meistern, können wiedrige Wetterverhältnisse dies auch rasch zu nichte machen.
Er tritt mit dem Joe Nimble Addict Pro R Trail und einem Upgrade von Grödel an. Entscheidend sind die Extremitäten: beheizbare Sport/Skisocken der Firma Lenz, Handschuhe, Mütze und eine dick gepolsterte Einlage im Schuh, um die Kältefront vom Boden abzuwehren. Der Plan ist eine Top-Performance an seiner Paradedisziplin, dem 100km Ultralauf, zu liefern. Was die Zeit bringt, wird der Tag X zeigen!

Kommentar schreiben