Ein Traumstart auf den legendären Straßen von Kona: Lisa Perterer sorgte bei den Ironman-Weltmeisterschaften 2025 auf Hawaii für ein sportliches Erdbeben.
Bei ihrem Debüt auf der härtesten Triathlonbühne der Welt stürmte die Kärntnerin auf den sensationellen fünften Platz – und egalisierte damit die österreichische Bestleistung von Kate Allen aus den Jahren 2005 und 2006. Unter der gnadenlosen Sonne von Kailua-Kona bewies sie eindrucksvoll, dass man auch beim ersten Mal Geschichte schreiben kann.
Glühender Asphalt, brennende Muskeln und eiserner Wille
Die Bedingungen hätten kaum härter sein können: tropische Hitze, unbarmherziger Wind und der Asphalt so heiß, dass man ein Spiegelei hätte braten können. Doch Lisa Perterer zeigte von Beginn an, dass sie gekommen war, um abzuliefern. Nach den 3,8 Kilometern im Pazifik tauchte sie als Zwölfte aus den Wellen auf – konzentriert, ruhig, bereit für die nächsten 180 Kilometer auf dem Rad.
In einer starken Gruppe, unter anderem mit Titelverteidigerin Laura Philipp, rollte sie über die endlosen Lavafelder der Insel. Während andere an der Hitze verzweifelten, fuhr Perterer taktisch klug, dosierte ihre Kräfte perfekt und legte die Basis für den späteren Coup. Nach der Wechselzone ging sie als Sechste auf den abschließenden Marathon – und da begann das wahre Drama von Kona.
Hitzechaos an der Spitze – Perterer bleibt eiskalt
Vorne kämpften Taylor Knibb und Lucy Charles-Barclay um die Führung, doch Hawaii zeigte keine Gnade. Die Britin, im Vorjahr noch Siegerin, musste unter extremen Bedingungen aufgeben. Auch Knibb zahlte wenige Kilometer vor dem Ziel einen hohen Preis für das Höllentempo. Die Norwegerin Solveig Lövseth nutzte die Gelegenheit eiskalt, zog vorbei und krönte sich in 8:28:27 Stunden völlig überraschend zur neuen Weltmeisterin. Hinter ihr sicherte sich Kat Matthews mit der schnellsten Laufzeit Platz zwei, während Laura Philipp mit Platz drei das Podium komplettierte.
Ein österreichischer Triumphmoment in der Hitze von Kona
Lisa Perterer lief unbeirrt ihr eigenes Rennen. Kilometer für Kilometer kämpfte sie sich durch die Gluthitze, während an der Strecke selbst hartgesottene Fans den Schatten suchten. Nach 8:48:03 Stunden überquerte sie die Ziellinie – Fünfte beim Ironman Hawaii, und das beim Debüt! Damit stellte sie die österreichische Bestmarke von Kate Allen ein und schrieb ihr eigenes Kapitel in der Geschichte des Ironman.
„Ich bin wirklich glücklich mit dem 5. Platz! Ich kam mit diesem Ziel hierher und es bedeutet mir sehr viel, das geschafft zu haben. Ich liebe zwar die heißen Bedingungen, aber heute war es wirklich heiß.“ – sagte Perterer bei der Pressekonferenz mit einem Lächeln, das verriet, wie viel dieser Erfolg für sie bedeutet.
Vom Olympia-Becken zum Lavafeld
Nach drei Teilnahmen bei den Olympischen Spielen hat Lisa Perterer den Wechsel auf die Langdistanz eindrucksvoll gemeistert. Schon bei ihrem Ironman-Debüt im November 2024 in Cozumel sicherte sie sich mit Platz zwei das WM-Ticket für Hawaii – und bewies nun, dass sie auf der großen Bühne angekommen ist. Der Ironman Hawaii 2025 wird als Tag in Erinnerung bleiben, an dem eine Österreicherin erneut zeigte, dass Leidenschaft, Mut und Ausdauer stärker sind als jede hawaiianische Hitze.
Ein sensationeller Start in ein neues Kapitel – und wer Lisa Perterer kennt, weiß: Das war erst der Anfang.

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