Rom hat eine neue Heldin! Carina Reicht hat beim Triathlon-Weltcup in der ewigen Stadt Geschichte geschrieben und sich erstmals in ihrer Karriere den Sieg bei einem Weltcup-Rennen gesichert.
Die Steirerin vom OMNI-BIOTIC POWERTEAM Sportverein zeigte eine absolute Gala-Vorstellung und krönte damit eine ohnehin schon herausragende Saison mit zwei Europacupsiegen. Bei den Herren durfte sich Lukas Pertl über einen starken zehnten Platz freuen – das vierte Top-10-Ergebnis seiner Weltcup-Karriere.
Vom 34. Platz nach dem Schwimmen zum Triumph
Die Bedingungen beim Triathlon-Weltcup in Rom waren alles andere als sommerlich. Bei 13 Grad Außentemperatur und 15 Grad im Wasser ging es für die Athleten ins kühle Nass. Reicht kam als 34. aus dem Wasser – eine Position, die bei einem Sprint-Triathlon normalerweise keine Siegchancen verspricht. Doch die 24-Jährige ließ sich davon nicht beirren und arbeitete sich auf dem Rad in die große Verfolgergruppe vor.
Vorne hatten sich derweil die Holländerin Dreijling und die Britin Rodda abgesetzt und sich einen Vorsprung von 25 bis 30 Sekunden erarbeitet. Dieser Puffer sollte bis zur zweiten Wechselzone halten – doch dann kam die große Stunde der Läufer. Und genau hier liegt die Paradedisziplin der Steirerin, die in diesem Jahr sowohl den österreichischen Fünf- als auch den Zehn-Kilometer-Rekord im Laufen gebrochen hat.
Die entscheidende Attacke am Berg
Bereits auf der ersten der zwei Laufrunden wurden die beiden Führenden eingeholt. Reicht fand sich in einer Fünfergruppe hinter der Französin Dodet wieder, die auf dem fünf Kilometer langen Schlusskurs das Tempo diktierte. Doch die Österreicherin hatte einen Plan. Rund 1,5 Kilometer vor dem Ziel, bei einer Bergab-Passage, zündete sie den Turbo. Die entscheidende Attacke saß perfekt, und niemand konnte ihr folgen.
Mit der schnellsten Laufzeit des Tages baute Reicht ihren Vorsprung auf den verbleibenden Metern solide aus und überquerte nach 1:00:13 Stunden als Siegerin die Ziellinie. Nur fünf Sekunden trennten sie von Dodet auf Rang zwei, Franka Rust aus Deutschland wurde Dritte. Es ist erst der zweite Weltcup-Sieg einer Österreicherin überhaupt – nach Lisa Perterer, die 2018 ebenfalls in Italien, in Cagliari, triumphiert hatte.
"Ich hatte ein gutes Gefühl beim Lauf und hatte auf der ersten Runde die volle Kontrolle. Ich wusste, dass ich noch etwas pushen kann, was ich dann auch auf der zweiten Runde tat, und es ging auf!", strahlte Reicht im Ziel. Die Freude war ihr anzusehen – beim erst vierten Weltcup-Start ihrer Karriere hatte sie sich direkt auf das oberste Podest gekämpft.
Pertl mit Sahne-Laufzeit auf Rang zehn
Auch bei den Herren gab es Grund zum Feiern. Lukas Pertl vom TRI TEAM Hallein legte beim Triathlon-Weltcup in Rom eine beeindruckende Leistung hin. Der Salzburger, der zwei Wochen zuvor einen Afrikacup gewonnen hatte und in der Vorwoche bei der WM-Serie in Weihai am Start war, zeigte sich in Rom erneut in Topform.
Nach dem Schwimmen schaffte Pertl gemeinsam mit seinem Bruder Philip und dem Tiroler Luis Knabl den Sprung in die 37-köpfige Führungsgruppe am Rad. Diese starke Position nutzte er auf der Laufstrecke optimal aus. Mit der achtschnellsten Laufzeit des gesamten Feldes kämpfte sich Pertl auf Platz zehn vor und verpasste das Podium lediglich um 14 Sekunden. Für den Salzburger war es das vierte Top-10-Ergebnis seiner Weltcup-Karriere – eine Serie, die seine Konstanz auf höchstem Niveau unterstreicht.
Starke österreichische Mannschaftsleistung
Bruder Philip Pertl lief ebenfalls ein solides Rennen und kam auf Rang 19 ins Ziel, knapp hinter Luis Knabl, der als 18. die Ziellinie überquerte. Der Oberösterreicher Thomas Windischbauer vom starlim racing team Wels komplettierte das österreichische Aufgebot bei seinem vierten Weltcup-Einsatz auf Position 54.
Der Sieg bei den Herren ging an den Belgier Arnaud Mengal, der nach 54:04 Minuten triumphierte. Izan Edo Aguilar aus Spanien folgte mit nur einer Sekunde Rückstand auf Platz zwei, der Franzose Nathan Grayel wurde Dritter – ebenfalls nur zwei Sekunden hinter dem Sieger. Ein unfassbar enges Rennen, das die Klasse des gesamten Feldes unterstrich.
Der Triathlon-Weltcup in Rom wird Carina Reicht noch lange in Erinnerung bleiben. Mit ihrem ersten Weltcup-Sieg hat sie bewiesen, dass sie zu den besten Athletinnen der Welt gehört. Die Kombination aus starkem Radfahren und überragender Laufleistung macht sie zu einer gefährlichen Konkurrentin für jedes Rennen. Und auch die Herren haben gezeigt, dass Österreich im Triathlon-Sport auf dem richtigen Weg ist.

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