Der Thüringer Wald zeigte sich am Sonntag von seiner rauen Seite. Windböen peitschten über die Höhenzüge, Sprühregen machte die Wege rutschig und matschig.
Doch die über 850 Starter beim 34. Rennsteig-Herbstlauf ließen sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil – die widrigen Bedingungen schienen die Athleten zu Höchstleistungen zu beflügeln. Und am Ende sorgten gleich mehrere spektakuläre Doppelplatzierungen für ein echtes Novum auf den Podesten.
Greiner holt Trail-Sieg wenige Wochen nach Transalpine Run
Um 9 Uhr morgens fiel in Masserberg der Startschuss für die anspruchsvolle 33-Kilometer-Trailstrecke. Daniel Greiner vom SV Sömmerda machte dort vom ersten Meter an klar, dass er trotz seines erst wenige Wochen zurückliegenden erfolgreichen Transalpine Run in Topform ist. Mit einer beeindruckenden Zeit von 2:42 Stunden distanzierte er die Konkurrenz souverän und bewies einmal mehr seine Klasse im Geländelauf.
Jakob Schmidt sicherte sich in 2:48 Stunden Platz zwei, während Peter Hoffmann nach 2:57 Stunden als Dritter ins Ziel kam. Bei den Damen dominierte Ann-Kathrin Beubner das Feld nach Belieben und erreichte das Ziel ebenfalls in 2:57 Stunden. Anne Röhnert folgte mit 3:16 Stunden auf Rang zwei, Grit Hoffmann komplettierte das Podium in 3:26 Stunden.
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Hittinger und Stephan unangefochten über 20 Kilometer
Die klassische 20-Kilometer-Distanz von Neuhaus nach Masserberg war auch beim 34. Rennsteig-Herbstlauf wieder die teilnehmerstärkste Strecke. Diese traditionelle Route bildet die erste Hälfte des legendären Rennsteig-Marathons ab und lockte die meisten Starter an. Gegen Wind und Wetter kämpften sich die Athleten durch eine Strecke, die durch die Regenfälle der Vortage zusätzlich anspruchsvoll geworden war.
Hannes Hittinger vom SV Bergdorf Höhn wurde seiner Favoritenrolle beim 34. Rennsteig-Herbstlauf absolut gerecht. Mit starken 1:13 Stunden zeigte der erfahrene Läufer eine makellose Vorstellung. Marcel König vom ausrichtenden GutsMuths-Rennsteiglaufverein bewies Kämpferqualitäten und sicherte sich trotz Trainingsrückstand nach längerer Verletzungspause Platz zwei in 1:17 Stunden – eine Leistung, die Respekt verdient.

Doch das absolute Highlight wartete auf Rang drei. Stefan Thiel und Sebastian Heinze lieferten sich einen packenden Zielsprint, der die Zuschauer in Masserberg von den Sitzen riss. Am Ende entschieden sich die beiden Athleten für eine sportlich faire Geste und überquerten die Ziellinie gemeinsam. Mit identischer Zeit teilten sie sich den dritten Platz – eine Premiere beim Rennsteig-Herbstlauf.
Bei den Damen gab es keine Zweifel am Ausgang des Rennens. Julia Stephan vom GutsMuths-Rennsteiglaufverein lief mit 1:33 Stunden ungefährdet zum Sieg. Kim Michel folgte in 1:40 Stunden auf Platz zwei, Sandra Ritter komplettierte das Podium mit 1:44 Stunden auf Rang drei.
Zweite Doppelplatzierung auf den zehn Kilometern
Die 10-Kilometer-Strecke rund um Masserberg stand der längeren Distanz in Sachen Spannung in absolut nichts nach. Marcel Bräutigam zeigte eine souveräne Demonstration seiner Laufkunst und siegte mit deutlichem Vorsprung in 35:10 Minuten. Doch dahinter bahnte sich bereits die zweite spektakuläre Doppelplatzierung des Tages an.
Marcel Krieghoff und Lukas Wieseke lieferten sich ein packendes Duell, das bis zum letzten Meter spannend blieb. Am Ende erreichten beide zeitgleich nach 36:37 Minuten das Ziel und teilten sich folgerichtig Platz zwei. Damit machte der GutsMuths-Rennsteiglaufverein das Podium komplett – ein schöner Erfolg für den ausrichtenden Verein beim 34. Rennsteig-Herbstlauf.
Bei den Damen triumphierte Clara Kintzel vom LTV Erfurt mit einer Zeit von 46:16 Minuten. Die Plätze zwei und drei gingen an zwei junge Wintersportlerinnen vom SWV Goldlauter: Enya Fee Janson erreichte das Ziel nach 48:33 Minuten, Mirjam Allin folgte nur eine Sekunde später in 48:34 Minuten. Ein eindrucksvoller Beweis für die sportliche Nachwuchsförderung in der Region und die Vielseitigkeit der jungen Athleten.
Ehrenamtliche retten die Streckenmarkierung
Im Vorfeld des 34. Rennsteig-Herbstlauf hatten sich über 1.000 Laufbegeisterte angemeldet – ein deutliches Zeichen für die ungebrochene Attraktivität dieser traditionsreichen Veranstaltung. Doch die starken Regenfälle der Vortage machten den Organisatoren einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Viele der vorbereiteten Streckenmarkierungen waren buchstäblich weggespült worden.

Dank des unermüdlichen Einsatzes der ehrenamtlichen Helfer konnten die Strecken jedoch rechtzeitig und sicher neu ausgeschildert werden. Diese Leistung der freiwilligen Unterstützer verdient besondere Anerkennung, denn ohne sie wäre der 34. Rennsteig-Herbstlauf in dieser Form nicht möglich gewesen. Hunderte Zuschauer entlang der Strecke und in den Start- und Zielorten Neuhaus und Masserberg sorgten zusätzlich für eine großartige Atmosphäre.
Trotz der schwierigen äußeren Bedingungen präsentierte sich der 34. Rennsteig-Herbstlauf als echtes Lauferlebnis. Die Begeisterung der Teilnehmer, die Unterstützung durch das Publikum und der unermüdliche Einsatz der Helfer schufen einen emotionalen Höhepunkt im Thüringer Laufkalender. Die zahlreichen starken Leistungen auf allen Strecken sowie die sportlich fairen Gesten – wie die geteilten Podestplätze – machten diese Veranstaltung zu etwas ganz Besonderem. Der Rennsteig-Herbstlauf hat einmal mehr bewiesen, dass echte Laufliebe auch durch Windböen und Sprühregen nicht zu bremsen ist.


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