Der legendäre Rennsteig-Staffellauf feiert am 21. Juni 2025 sein 25-jähriges Bestehen – und das mit einem Paukenschlag:
Sage und schreibe 186 Staffeln machen sich auf, den gesamten Rennsteig von Hörschel bis Blankenstein zu bezwingen. Was 1999 mit einer Handvoll Teams begann, ist heute der größte Cross-Staffellauf Europas. Da darf auch ordentlich Stimmung aufkommen – und zwar nicht nur an der Strecke!
Schon in aller Herrgottsfrühe geht’s los: Um 5:00 Uhr werden die Frauen- und Mixteams ins Rennen geschickt, während die Männerstaffeln eine Stunde länger im Bett bleiben dürfen – Start für sie ist um 6:00 Uhr. Das frühe Aufstehen wird sich lohnen, denn der Rennsteig-Staffellauf ist mehr als ein Wettbewerb: Es ist ein Laufabenteuer mit Geschichte, Herzblut und jeder Menge Schweiß.
GutsMuths-Rennsteiglaufverein greift nach dem „Brett“
Wer den Staffelstab nicht nur ins Ziel, sondern auch ganz nach oben bringen will, ist beim Team des GutsMuths-Rennsteiglaufvereins an der richtigen Adresse. Teamchef Frank Wagner gibt sich kämpferisch: „Wir wollen das Brett.“ Damit meint er nichts anderes als den Gesamtsieg – und das mit Ansage an die bisher dominierenden „X-Runners“.
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Dafür wurde tief in die Trickkiste gegriffen: Marcel Krieghoff übernimmt Abschnitt drei, nachdem Lukas Wieseke und Marcel König den Staffelstab mit Karacho durch die ersten beiden Etappen treiben. König hat in diesem Jahr einen echten Leistungssprung hingelegt – vielleicht der Joker im Team? Auf Abschnitt vier übernimmt kein Geringerer als Supermarathonrekordhalter Christian Seiler.

Danach folgen die Lokomotiven des Vereins: Christoph Weigel, Adrian Panse, Michael Herr und natürlich der Kapitän selbst, Frank Wagner. Die Schlussattacke liefern Johannes Gerlof und André Skrowny, die nach dem kleinen „Verlaufer-Fauxpas“ im letzten Jahr noch eine Rechnung offen haben. Damals verspielte das Team durch zwei Orientierungsprobleme den zweiten Platz – den schnappten sich ausgerechnet die jungen Wilden vom Team „Goldstandard“, die dieses Jahr als „Schnelle Mechaniker vom Autohaus Seyfarth“ anrollen.
Starke Konkurrenz auch aus der zweiten Reihe
Doch damit nicht genug: Der Rennsteiglaufverein bringt ein zweites Team an den Start, das ebenfalls für Furore sorgen will. Mit dabei sind bekannte Namen wie Marcus Baldauf, Toni Keller, Vizepräsident Uwe Albus und Youngster Mika Leimbach als starker Schlussläufer. Teambetreuer Alexander Fritsch hält einen Platz unter den Top 6 für absolut realistisch.
Die Gegner sind auch hier keine Laufanfänger: Die zweiten Staffeln der X-Runners, die Harzer Teufel, die „Sömmerdaer Kraniche“, die TU Ilmenau Runners und die legendäre „Grün-Weiße-Rasselbande der DhfK“ stehen in den Startlöchern. Und bei den Mixteams? Da könnte es wieder eng werden zwischen den „Oßwald-Ski-Mix“ – inklusive Marcel Bräutigam – und dem „Jenaer Intervallexpress“.
Veteranen, Kultnamen und eine Portion Wehmut
Doch der Rennsteig-Staffellauf ist nicht nur ein Treffpunkt für Topathleten, sondern auch eine Bühne für wahre Dauerläufer und Kultteams. Das Mix-Team vom USV Erfurt ist bei allen bisherigen 24 Ausgaben angetreten – selbst in der Corona-Zeit wurde der Rennsteig komplett abgelaufen. Teamleiter Frank Becker wird beim Gedanken an das letzte Originalrennen sentimental: „Dann endet wohl auch das Duell mit der LG Rippertshausen und dem Rennsteiglaufverein.“
Einige Staffeln sind inzwischen fester Bestandteil der DNA des Laufs: Die „Thüringer Zahnärztestaffel“ ist zum 23. Mal dabei, die „Renn(s)tiger“ zum 21. Mal. Und wer kennt sie nicht, die Teamnamen mit Kultpotenzial? „Arthrose“, „nu pagadi“, „Kenias letzte Reserve“, „Zatopeks Erben“ oder „HaDuLuZuLa“ – sie alle werden wieder auf den 170 Kilometern zwischen Hörschel und Blankenstein für Gänsehaut und Gelächter sorgen.
Der Mythos lebt – und zieht weiter
Der Rennsteig-Staffellauf hat seine ganz eigenen Gesetze. Neben Kraft und Ausdauer entscheiden auch Taktik, Wechselorganisation und ein gutes Navi über Sieg oder Rückstand. Das Event ist ein Klassiker – voller Emotionen, Ehrgeiz und Sportsgeist. Präsident Jürgen Lange hofft deshalb: „Dass sie alle auch zum 26. Rennsteig-Staffellauf im nächsten Jahr auf dem neuen Kurs rund um Schmiedefeld wiederkommen.“
Fest steht: Am 21. Juni wird der Thüringer Wald wieder beben. Der Rennsteig-Staffellauf bringt Teams, Typen und Traditionen zusammen – ein echtes Stück Sportgeschichte auf 10 Etappen und 170 Kilometern. Wer da nicht mitläuft, hat was verpasst.

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