Das große Laufbuch der Trainingspläne

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Baierl Anita OELV KatzenbeisserFreiluft-Staatsmeisterschaften Tag 1: Gerhard Mayer siegt mit 60,08m bei Staatsmeisterschaften in Klagenfurt

Das Wetter bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften präsentiert von VTB Bank (Austria) AG in Klagenfurt war zunächst ganz London-like: Heftiger Regen und Temperaturen um 13°C gaben einen meteorologischen Vorgeschmack auf die kommenden Olympischen Spiele in Großbritanniens Hauptstadt. Lediglich der Weitsprung und der Hammerwurf der Männer fanden jedoch bei Regen statt. Danach beruhigte sich das Wetter weitgehend und die Bewerbe gingen bei guten, wenn auch kühlen Bedingungen über die Bühne. Die einzige Programmänderung betraf den Stabhochsprung der Frauen, der auf Sonntag, 10 Uhr verschoben wurde.

Olympiateilnehmer Gerhard Mayer (SVS) zeigte mit 60,08 Meter im Diskuswurf eine souveräne Vorstellung. „Ich habe die intensivste Woche vor den Olympischen Spielen hinter mir. Somit bin ich zufrieden. Beim Einwerfen hatte ich zwei Versuche, die noch deutlich weiter geflogen sind. Nach drei Versuchen habe ich aufgehört, weil ich bei den kühlen Bedingungen nichts riskieren wollte“, so der EM-Achte von Helsinki.

Titel-Debüt für Pallitsch
EM-Teilnehmer Raphael Pallitsch (Laufimpuls Oggau) setzte sich über 800 Meter in 1:50,16 Minuten vor U20-WM Semifinalist Dominik Stadlmann (KUS ÖBV Pro Team | 1:51,72) und Paralympics-Teilnehmer Günther Matzinger (ÖTB Salzburg LA | 1:52,03) durch. Pallitsch, der vor zwei Wochen bis auf 37 Hundertstelsekunden an die Olympiaqualifikation herangelaufen ist: „Der Titelgewinn war das Ziel. Das ist souverän gelungen, somit bin ich mit dem heutigen Tag zufrieden. Es ist mein erster Staatsmeistertitel im Freien, das freut mich sehr.“ Bis zur Zielkurve führte Stadlmann, danach war EM-Teilnehmer Pallitsch aber klar stärker. Für Günther Matzinger, Fünfter der Paralympics in Peking 2008, waren die Staatsmeisterschaften eines der letzten Rennen vor den Paralympics in London. Dort wird der 25-jährige Bankangestellte über 400m und 800m starten: „Ich habe mich verbessert und will eine Medaille!

Zehnkämpfer Dominik Distelberger (UVB Purgstall) freute sich bei zwei Starts über zwei Medaillen. Im Weitsprung holte er mit Saisonbestleistung von 7,38 Meter Silber. Über 100 Meter sprintete er in 10,98 Sekunden zu Bronze.

Grill überrascht sich über 100 Meter
Ich bin ohne Erwartungen hergekommen und habe gewonnen, perfekt!“, freute sich Benjamin Grill (Union St. Pölten). In 10,88 Sekunden (Wind 0,0) siegte er vor dem erst 17-jährigen Markus Fuchs (ULC Riverside Mödling | 10,97) und Dominik Distelberger (10,98). Nach einem Kreuzbandeinriss im April und aufgrund seiner Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr hat er das Training reduziert: „Erst die letzten drei Wochen war es ernsthafter.“ Die Top-3 des Finales waren im Vorlauf schneller (Grill 10,79 – Fuchs 10,89 – Distelberger 10,91). Im Endlauf hat jedoch zunächst die Startpistole nicht funktioniert, deshalb war die Spannung nicht mehr am Höhepunkt.

Freuden-Hattrick für Smetana
Christian Smetana (DSG Volksbank Wien) schrie seinen Jubel laut hinaus: Persönliche 400m-Bestzeit von 47,87 Sekunden, ÖLV-Jahresbestleistung, erster Einzeltitel bei Staatsmeisterschaften – die Freude war groß: „Ich habe mich urgut gefühlt, sehr locker. Es hat keinen eindeutigen Favoriten gegeben. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch unter 48 Sekunden laufen kann. Der Titel und diese Zeit waren völlig unerwartet, weil ich zuletzt beruflich zu wenig Zeit zum Training hatte“, so der Polizist mit vielen Überstunden. Paralympics-Teilnehmer Günther Matzinger (ÖTB Salzburg LA) holte eineinhalb Stunden nach Bronze über 800m in 49,01 Sekunden eine Silbermedaille. Titelverteidiger Michael Laufenböck (SU IGLA long life) lief hauchdünn dahinter in 49,05 Sekunden auf den dritten Platz.

Rowe holt ersten Titel in Österreich
Mein erster Meistertitel, ich bin sehr stolz! Es war eine gute Entscheidung, auch die 5000m zu laufen“, freute sich Brenton Rowe (team2012.at) über sein erstes Staatsmeisterschaftsgold, das er in 14:38,73 Minuten holte. Christian Steinhammer (USKO Melk | 14:48,49) gewann Silber vor Thomas Rossmann (Kolland Topsport Laufschuhe von Asics">Asics | 14:51,30). Zunächst führte EM-Teilnehmer Rowe eine 7-er Gruppe an. Dann ging Steinhammer an die Spitze, ehe der Austro-Australier Rowe in der Schlussrunden einen klaren Vorsprung herausholte. Rowe startet am Sonntag auch noch über die 1.500m gegen Olympiastarter und Teamkollege Andreas Vojta.

Kilbertus benötigt zwei Sprünge zum Titel
Paul Kilbertus (ALC Wels), vom Studium aus den USA wieder zurück in Österreich, stieg bei 4,80 Meter in den Stabhochsprungbewerb, überquerte diese Höhe im zweiten Versuch und hatte damit Gold gewonnen. Eine Adduktorenverletzung machte ihm schon seit einiger Zeit zu schaffen, somit sprang er nicht mehr weiter. Matthias Freinberger (LCA Umdasch Amstetten | 4,60m) und Patrick Daubinger (ULC Weinland | 4,50m) holten Silber und Bronze. Nachwuchstalent Lukas Wirth pokerte zu hoch und schied ohne gültigen Versuch aus.

Leitner holt Gold im Weitsprung
U20-WM Teilnehmer Manuel Leitner (PSV Hornbach Wels) setzte sich mit 7,49 Meter (+0,5) vor Zehnkämpfer Dominik Distelberger (UVB Purgstall – Saisonbestleistung 7,38m) und Manuel Redl (ULC Linz Oberbank | 7,05m) durch. „Ich bin so glücklich! Ich hatte eine verkorkste Saison und wollte endlich einmal wieder locker und weit springen“, strahlte Leitner. „Heute hat es geklappt und habe ich die Sprünge getroffen. Das Regenwetter war mir völlig egal. Einfach rein und durch, davon habe ich mich nicht ablenken lassen.“ Außer Konkurrenz schaffte der Jamaikaner James Beckford im letzten Versuch 7,60 Meter, nachdem er bis dahin zwei Zentimeter weniger als Leitner geschafft hatte. „Ich habe noch Ziele und will nächstes Jahr wieder besser springen“, so der mehrfache WM- und Olympiazweite, dessen Lebensgefährtin eine Österreicherin ist.

Mayer siegt mit über zehn Meter Vorsprung
Olympiateilnehmer Gerhard Mayer (SVS) überzeugte mit 60,08 Meter im Diskuswurf. Auf Rang zwei freute sich Alexander Rossi (ATG) mit 47,93 Meter über eine neue persönliche Bestleistung. Mehmedalija Dzananovic (SVS) holte in 44,81 Meter Bronze.

Doppelsieg für Siart's
Benjamin Siart (SVS) schaffte im Hammerwurf bei strömendem Regen mit 63,52m im letzten Versuch eine gute Weite, mit der er klar Gold holte: „Gut, dass ich den noch rausgehaut habe. Der Kreis war hervorragend, überhaupt kein Problem“, sagte er triefend nass. Sein Bruder Jan Siart holte mit 55,94m Silber vor Titelverteidiger Michael Hofer (LAC Umdasch Amstetten | 54,75m).

Urbankova überrascht Röser
Petra Urbankova (DSG Volksbank Wien) ist die Überraschungssiegerin auf der klassischen Sprintdistanz von 100 Meter. In 11,85 Sekunden (Wind 0,0) setzte sie sich hauchdünn vor Doris Röser (TS Lauterach | 11,86) durch. Bianca Dürr (Union Salzburg) lief in 12,01 zu Bronze. „Ich wollte gewinnen, aber der Sieg war doch eine Überraschung für mich“, so die in Wien lebende Tschechin, die hier Deutsch lernt und ein Mathematikstudium beginnen will.

Nachwuchs dominiert 400 Meter
Ein Powerteam von der U20-WM besetzte das Siegespodest komplett und unterstreicht die Dichte auf: Ines Futterknecht (ULC Riverside Mödling) siegte in 55,00 Sekunden vor der erst 16-jährigen Susanne Walli (Zehnkampf Union | 55,39 Bestleistung!) und Carina Schrempf (ATV Irdning | 55,74). „Es ist von Anfang an rund und locker gelaufen. Bei der WM habe ich mir zu viel Druck gemacht“, so eine sehr zufriedene Siegerin nach ihrem bereits dritten Staatsmeistertitel, dem Zweiten im Freien.

Märzerndorfer lässt nichs anbrennen
Pamela Märzendorfer (LCAV doubrava) ließ über 800 Meter nichts anbrennen und siegte in 2:09,66min vor Elisabeth Niedereder (team2012.at | 2:10,49) und Verena Menapace (DSG Wien | 2:10:60). „Ich wollte einen langsamen Beginn und ein schnelles Finish. Das hat sehr gut geklappt“, so die Siegerin. Märzendorfer setzte sich eingangs der Schlussrunde an die Spitze. Lange hielten Menapace und Niedereder mit, aber auf der Zielgerade wurde das Rennen eine klare Sache für die in der Schweiz lebende Oberösterreicherin, die sich heuer auf 2:03,57min gesteigert hat. „Ich habe im Training mehr Wert auf Ausdauer gelegt, das hat sich bezahlt gemacht. Vielleicht laufe ich morgen auch die 1500m!

Hieblinger-Schütz pokert zu hoch
Der Lauf war wie eine Kopie des Vorjahresrennens. Eva Hieblinger-Schütz (Cricket), die mit 15:52min eine überlegene Bestzeit aufzuweisen hat, sorgte für das Tempo, am Ende war aber Anita Baierl (TUS Kremsmünster) vorne. In der Zielkurve setzte sie sich an die Spitze und siegte in 16:45,20 Minuten vor Hieblinger-Schütz (16:51,26) und Martina Bruneder-Winter (Union Salzburg | 17:12,54). „Ich habe gedacht, Eva kann auch alleine ein Tempo Richtung 16:15 laufen“, so Baierl. „Als ich gesehen habe, das ich nach drei Kilometern immer noch dabei bin und das Tempo nicht zu hoch ist, habe ich mich bereits sehr gefreut. Im Finish bin ich schneller als sie, darum ist mir dieser Rennverlauf entgegen gekommen.

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Weitsprung: Zentimeterkrimi an Egger
Ein Zentimeter gab den Ausschlag zugunsten von Michaela Egger (Union Salzburg). 5,98 Meter (+0,3) brachte sie im fünften Versuch zustande. Marina Kraushofer (SVS) hatte seit dem ersten Durchgang 5,97 (-0,5) zu Buche stehen. Im sechsten und letzten Versuch schaffte Kraushofer nochmals 5,89 (-0,7), aber der Titel ging an Egger. Pamela Palffy (SVS) holte mit 5,76m Bronze.

Watzek ohne Konkurrenz
Veronika Watzek (KLC) schaffte mit 53,73 Meter im Diskuswurf ihren neunten Staatsmeistertitel und siegte vor der 16-jährigen Djeneba Touré (AT Graz | 42,95m) und Stefanie Waldkircher (LAC Klagenfurt | 42,46m). „Der Wettkampf war sehr durchwachsen, weil ich nur einen gültigen Wurf zustande gebracht habe. Es war auch sehr emotional, weil die Staatsmeisterschaften mein letzter Bewerb sind. Sport und Beruf gehen sich nebeneinander nicht aus. Aber ich werde mich immer in irgendeiner Form bewegen, vielleicht kann ich also nächstes Jahr doch den zehnten Titel holen.

Siart trotz Titel nicht zufrieden
ÖLV-Hammerwurf Rekordlerin Julia Siart (SVS) holte mit 56,49m im letzten Versuch klar den Titel vor Claudia Stern (IAC Pharmador | 48,67m) und Christina Scheffauer (IAC Pharmador | 47,92m). „Ich habe mit zwei ungültigen Würfen begonnen, das passiert mir sonst nie. Ich wollte weiter werfen. Die 60 Meter sind mein Ziel, das noch eine Barriere für mich.

Foto ÖLV/Katzenbeisser


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