Beim New Balance Indoor Grand Prix fiel kein Stein vom Himmel, dafür mehrere historische Bestmarken auf die Bahn. Der traditionsreiche Hallenklassiker zeigte eindrucksvoll, warum der New Balance Indoor Grand Prix im internationalen Laufsport einen Sonderstatus genießt.
Im Mittelpunkt stand ein Lauf, der schon vor dem Start elektrisierte: die 800 Meter. Josh Hoey kam mit einer klaren Mission nach Boston – und lieferte sie ab. Mit 1:42,50 Minuten unterbot er den fast drei Jahrzehnte alten Weltrekord von Wilson Kipketer (1997). Ein Moment, der selbst erfahrene Leichtathletik-Fans kurz sprachlos machte.
800 Meter: Hoey greift an und trifft ins Schwarze
Hoey, zuletzt bereits Weltrekordhalter über die 600 Meter, ließ diesmal keinen Zweifel aufkommen. Perfekt unterstützt von seinem Bruder Jaxson als Tempomacher, ging er die ersten Runden mutig an. Nach 200 Metern war klar: Das Tempo ist kompromisslos. Nach 400 Metern: Es ist rekordverdächtig. Nach 600 Metern: Es wird historisch.
Der US-Amerikaner blieb bis zur Ziellinie stabil und belohnte sich mit einer Zeit, die den New Balance Indoor Grand Prix endgültig in die Rekordbücher drückte.
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"Wir haben extrem viel an der Pace gearbeitet, Schritt für Schritt. Woche für Woche. Dass es jetzt so aufgeht, ist einfach stark."
Doch Hoey dachte nicht ans Anhalten.
"Das ist noch lange nicht das Ende. Eigentlich fühlt es sich eher wie der Anfang an."
2000 Meter: Kessler dreht das Rad der Zeit zurück
Kaum hatte sich das Publikum von den 800 Metern erholt, folgte der nächste Paukenschlag. Hobbs Kessler stellte über 2000 Meter eine neue Weltbestzeit auf. Seine 4:48,79 Minuten löschten eine Marke, die fast zwei Jahrzehnte unangetastet geblieben war.
Der Lauf war alles andere als ein Solo. Grant Fisher machte Druck, kontrollierte lange das Geschehen und blieb ebenfalls unter der alten Bestmarke. Doch Kessler wartete geduldig und setzte auf der letzten Gegengeraden zum entscheidenden Antritt an. Der New Balance Indoor Grand Prix wurde damit zum Schauplatz eines der hochwertigsten 2000-Meter-Rennen der Hallengeschichte.
3000 Meter: Tiefe Klasse, junge Helden und starke Comebacks
Über 3000 Meter sorgte Cameron Myers für Aufsehen. Der erst 19-jährige Australier lief mit 7:27,57 Minuten nicht nur Meetingrekord, sondern auch in die Top Ten der ewigen Hallen-Bestenliste. Ein Auftritt, der seinen Ruf als Ausnahmetalent weiter festigte.
Auch im Frauenrennen zeigte der New Balance Indoor Grand Prix seine sportliche Tiefe. Elle St. Pierre meldete sich nach längerer Wettkampfpause eindrucksvoll zurück und gewann die 3000 Meter in 8:26,54 Minuten. Dahinter überzeugten Linden Hall und Jessica Hull mit starken Zeiten und kontrollierten Rennen.
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