Sifan Hassan im Jahr 2023
Sifan Hassan bei der WM 2023. Foto: © Erik van Leeuwen
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Hassan krönt historischen Olympia-Hattrick mit Marathon-Sieg

Sifan Hassan krönte die Leichtathletik-Wettbewerbe der Olympischen Spiele von Paris 2024 mit einem spektakulären Schlusspunkt.

Sie sicherte sich die letzte Goldmedaille, indem sie den Marathon der Frauen in einem packenden Finish und einem neuen olympischen Rekord von 2:22:55 Stunden gewann. Am Sonntag vervollständigte die 31-jährige Niederländerin damit ihr persönliches Medaillendreieck bei diesen Spielen.

Furioses Finale

Bereits zuvor hatte Hassan in Paris Bronze über 5000 Meter und 10.000 Meter geholt. Doch der Höhepunkt kam in einem dramatischen Sprintfinale, in dem sie die äthiopische Weltrekordhalterin Tigist Assefa um nur drei Sekunden hinter sich ließ. Assefa erreichte das Ziel in 2:22:58 und sicherte sich die Silbermedaille, während die Kenianerin Hellen Obiri in persönlicher Bestzeit von 2:23:10 Bronze gewann.

Trotz der anspruchsvollen Strecke und der Hitze schafften drei der sechs besten Läuferinnen persönliche Bestzeiten. Sifan Hassan und Tigist Assefa blieben sogar unter dem bisherigen olympischen Rekord von 2:23:07, der 2012 von Tiki Gelana aufgestellt worden war.https://vg04.met.vgwort.de/na/1cec4bcfe2b24226af4b7b15f3b7934b

Nach 42 nervenaufreibenden Kilometern durch die Straßen von Paris gipfelte das Rennen in einem finalen Showdown. Nur 37 Stunden nach ihrer Bronzemedaille im 10.000-Meter-Lauf und sechs Tage nach Bronze im 5.000-Meter-Rennen sprintete Hassan zum Marathon-Gold.

Duell der ehemaligen 800-Meter-Läuferinnen

Als Hassan, Assefa und Obiri in der letzten Phase die Kenianerin Sharon Lokedi hinter sich ließen, schien das Podium festzustehen. Doch Hassan wollte mehr als nur eine Medaille – sie wollte Olympia-Gold. In einem spannenden Duell zwischen zwei der schnellsten Marathonläuferinnen der Geschichte, die beide auch über 800 Meter unter zwei Minuten laufen können, setzte sich Hassan auf der Zielgeraden gegen Assefa durch.

Obiri sicherte sich die Bronzemedaille mit einem Vorsprung von vier Sekunden vor Lokedi, die als Vierte ebenfalls eine neue Bestzeit von 2:23:14 erzielte. Die Äthiopierin Amane Beriso folgte auf Platz fünf in 2:23:57 Stunden, dicht gefolgt von der Japanerin Yuka Suzuki, die mit 2:24:02 eine persönliche Bestzeit aufstellte.

Hassan mit historischem Medaillen-Hattrick

Mit diesem Triumph hat Hassan nun insgesamt sechs olympische Medaillen gewonnen, darunter Gold über 5000 und 10.000 Meter sowie Bronze über 1500 Meter bei den Spielen in Tokio. Sie ist die erste Frau in der Geschichte, die bei denselben Spielen Medaillen über 5000 Meter, 10.000 Meter und im Marathonlauf gewinnt. Seit Emil Zatopek, der 1952 in Helsinki bei den Männern alle drei Titel holte, hat das niemand mehr geschafft. Zudem holte Hassan zum zweiten Mal in Serie drei Olympia-Medaillen, nachdem sie 2021 zu Gold über die 5.000 und 10.000 Meter bzw. zu Bronze über die 1.500 Meter lief.

800-Meter-Duell vor 8 Jahren

Hassans beeindruckende Karriere umfasst außerdem sechs Weltmeisterschaftsmedaillen von 1500 bis 10.000 Meter. Doch ihre Reise ist noch nicht zu Ende. Bereits 2016 trat sie bei den Olympischen Spielen in Rio über 800 Meter an, wo sie auch auf Assefa traf.

Im Marathon von Paris lieferten sich Hassan und Assefa ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen über die fast 53-fache Distanz. Beide gehörten zur großen Führungsgruppe, die nach 10 Kilometern in 34:32 Minuten ankam, während Hassan einige Sekunden zurücklag.

Viele Führungswechsel

Die Französin Melody Julien setzte sich anfangs an die Spitze, doch bei Kilometer 12 wurde sie von der kenianischen Titelverteidigerin Peres Jepchirchir eingeholt. Obiri führte die Verfolgergruppe zusammen mit Assefa an und bei Kilometer 13 war das Feld wieder vereint.

An der 15-Kilometer-Marke, erreicht von einer 14-köpfigen Gruppe in 51:12 Minuten, begann der Anstieg. Als die Strecke bei Kilometer 29 am steilsten wurde, schoben sich Beriso, Assefa und Lokedi nach vorne, während Hassan zunächst zurückfiel.

Hassan schließt Lücke

Doch Hassan gab nicht auf. Bei Kilometer 30 hatte sie die Lücke zur Spitzengruppe, die in 1:43:59 Uhr dort ankam, wieder geschlossen. Die Gruppe umfasste nun auch Obiri, die Rumänin Delvine Relin Meringor, Eunice Chebichii Chumba aus Bahrain und Suzuki.

Das große Laufbuch der Trainingspläne

Olympiasiegerin 9 Kilometer vor dem Ziel aus dem Medaillenrennen

Jepchirchir fiel bei Kilometer 33 zurück, und als sie den Eiffelturm passierten, kämpften nur noch fünf Läuferinnen um die Medaillen. Bei Kilometer 40 in 2:16:09 musste Beriso abreißen lassen.

Im Schlussspurt über die letzten Kilometer ließ Obiri, die zweimalige 5.000-Meter-Weltmeisterin, zuerst Lokedi hinter sich. Doch nach zwei Stürzen und verpassten Getränkestationen konnte sie das hohe Tempo nicht mehr halten. Während Assefa und Hassan um Gold kämpften, überstanden sie in den letzten Metern sogar einen beinahe Zusammenstoß.

Hassan, immer wieder einen Blick über die Schulter werfend, ließ Assefa schließlich hinter sich und jubelte triumphierend, als sie die Ziellinie in Rekordzeit überquerte.

"So etwas habe ich noch nie erlebt"

Als ich das Ziel erreichte, fühlte ich eine unglaubliche Erleichterung. So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte Hassan, die im April 2023 bei ihrem Marathondebüt in London gewann und sich im Oktober in Chicago auf 2:13:44 Stunden verbesserte.

Ich habe keine Worte. Während des Rennens bereute ich jede Sekunde, dass ich auch die 5.000 und 10.000 Meter gelaufen bin. Ich dachte nur: Wenn ich das nicht getan hätte, würde ich mich jetzt großartig fühlen. Aber als ich mich bei Kilometer 20 gut fühlte, wusste ich, dass ich Gold wollte. Alle anderen waren frisch, und ich fragte mich: Wann brechen sie? Sie müssen doch irgendwann nachlassen."

Doch Hassan ging am härtesten und wurde dafür mit dem letzten Leichtathletik-Titel der Pariser Spiele belohnt. „Am Ende dachte ich: Das ist doch nur ein 100-Meter-Sprint. Komm schon, Sifan. Noch einer. Gib alles wie bei einem 200-Meter-Lauf."

Bilanz der deutschsprachigen Athletinnen

Viertbeste Europäerin im Feld war auf Platz 16 die Schweizerin Fabienne Schlumpf (2:28:10 Stunden). Die drei Europäerinnen vor Schlumpf waren allerdings allesamt aus Afrika eingebürgerte Sportlerinnen. Schlumpf verbesserte sich auf der zweiten Hälfte des Rennens von Platz 31 bis auf Rang 16. Gut war auch die zweite Schweizerin Helen Bekele auf Platz 22 (2:29:43 Stunden). Auch sie machte auf der zweiten Hälfte 18 Ränge gut.

Deutschlands heißestes Eisen Melat Kejeta stieg bereits vor der Halbmarathondistanz aus dem Rennen aus. In der vorderen Hälfte des Feldes platzierten sich ihre Landsfrauen Domenika Mayer (2:30:14 Stunden / 29.) und Laura Hottenrott (2:31:19 Stunden / 38. Platz). Mayer steigerte sich in der zweiten Hälfte von Rang 45 auf 29, Hottenrott lief von Platz 54 auf 38 nach vorne.

Österreichs einziger Marathon-Beitrag bei den Olympischen Spielen war Julia Mayer. Sie erreichte nach 2:35:14 Stunden auf Platz 55 das Ziel. 80 Läuferinnen beendeten das Rennen erfolgreich. Letzte war Kinzang Lhamo aus Bhutan, die nach 3:52:59 Stunden mit persönlicher Bestzeit fast eine Stunde Rückstand auf die vorletzte Läuferin hatte.

Ergebnisse: Olympia-Marathon 2024 der Frauen

Pl.NameNatZeit
1 Sifan HASSAN NED 2:22:55 OR
2 Tigst ASSEFA ETH 02:22:58
3 Hellen OBIRI KEN 2:23:10 PB
4 Sharon LOKEDI KEN 2:23:14 PB
5 Amane Beriso SHANKULE ETH 02:23:57
6 Yuka SUZUKI JPN 2:24:02 PB
7 Delvine Relin MERINGOR ROU 2:24:56 - SB
8 Stella CHESANG UGA 02:26:01
9 Lonah Chemtai SALPETER ISR 2:26:08 SB
10 Eunice Chebichii CHUMBA BRN 02:26:10
11 Fatima Ezzahra GARDADI MAR 02:26:30
12 Dakotah LINDWURM USA 02:26:44
13 Jessica STENSON AUS 02:26:45
14 Sardana TROFIMOVA KGZ 2:26:47 NR
15 Peres JEPCHIRCHIR KEN 02:26:51
16 Fabienne SCHLUMPF SUI 2:28:10 SB
17 Majida MAAYOUF ESP 2:28:35 SB
18 Thalia VALDIVIA PER 02:29:01
19 Hanne VERBRUGGEN BEL 2:29:03 SB
20 Mekdes WOLDU FRA 2:29:20 SB
21 Florencia BORELLI ARG 02:29:29
22 Helen BEKELE SUI 02:29:43
23 Emily SISSON USA 02:29:53
24 Genevieve GREGSON AUS 2:29:56 SB
25 Meritxell SOLER ESP 02:29:56
26 Tereza HROCHOVÁ CZE 02:30:00
27 Citlali CRISTIAN MOSCOTE MEX 2:30:03 SB
28 Fionnuala MCCORMACK IRL 2:30:12 SB
29 Domenika MAYER GER 02:30:14
30 Sofiia YAREMCHUK ITA 2:30:20 SB
31 Mokulubete Blandina MAKATISI LES 2:30:20 PB
32 Cian OLDKNOW RSA 02:30:29
33 Zhanna MAMAZHANOVA KAZ 02:30:51
34 Tigist GASHAW BRN 02:30:53
35 Malindi ELMORE CAN 2:31:08 SB
36 Aleksandra LISOWSKA POL 2:31:10 SB
37 Irvette VAN ZYL RSA 2:31:14 SB
38 Laura HOTTENROTT GER 2:31:19 SB
39 Kaoutar FARKOUSSI MAR 02:31:34
40 Magdalena SHAURI TAN 2:31:58 SB
41 Daiana OCAMPO ARG 02:32:02
42 Esther NAVARRETE ESP 02:32:07
43 Rose CHELIMO BRN 02:32:08
44 Rebecca CHEPTEGEI UGA 2:32:14 SB
45 Gerda STEYN RSA 2:32:51 SB
46 Clara EVANS GBR 2:33:01 SB
47 Khishigsaikhan GALBADRAKH MGL 02:33:26
48 Munkhzaya BAYARTSOGT MGL 02:33:27
49 Maor TIYOURI ISR 02:33:37
50 Anne LUIJTEN NED 02:33:42
51 Mao ICHIYAMA JPN 2:34:13 SB
52 Carolina WIKSTRÖM SWE 02:34:20
53 Mary Zenaida GRANJA ECU 02:34:34
54 Marie PERRIER MRI 2:34:56 SB
55 Julia MAYER AUT 02:35:14
56 Gladys TEJEDA PER 2:35:36 SB
57 Susana SANTOS POR 2:35:57 SB
58 Dolshi TESFU ERI 2:36:30 SB
59 Deshun ZHANG CHN 02:36:47
60 Camille FRENCH NZL 02:37:21
61 Silvia Patricia ORTIZ MOROCHO ECU 2:37:23 SB
62 Luz Mery ROJAS PER 02:37:24
63 Margarita HERNANDEZ FLORES MEX 2:37:24 SB
64 Angelika MACH POL 2:37:56 SB
65 Camilla RICHARDSSON FIN 2:38:02 SB
66 Moira STEWARTOVÁ CZE 2:38:07 SB
67 Giovanna EPIS ITA 02:38:26
68 Helalia JOHANNES NAM 02:38:36
69 Mercyline CHELANGAT UGA 2:39:40 SB
70 Méline ROLLIN FRA 02:40:17
71 Bojana BJELJAC CRO 2:41:13 SB
72 Yuyu XIA CHN 02:42:10
73 Rosa Alva CHACHA ECU 02:42:14
74 Mélody JULIEN FRA 2:42:32 SB
75 Angie ORJUELA COL 2:42:57 SB
76 Li BAI CHN 02:44:44
77 Clementine MUKANDANGA RWA 2:45:40 SB
78 Rose HARVEY GBR 2:51:03 SB
79 Shantoshi SHRESTHA NEP 2:55:06 PB
80 Kinzang LHAMO BHU 3:52:59 PB

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