Frederik Ruppert
Frederik Ruppert (Foto: © Krisian Kovac / European Athletics)
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Frederik Ruppert schreibt Laufsport-Geschichte

Die Diamond League in Zürich hat wieder einmal bewiesen, warum sie zu den spannendsten Leichtathletik-Events des Jahres zählt.

Doch diesmal war es ein Deutscher, der die Schlagzeilen eroberte: Frederik Ruppert krönte sich in einem furiosen Rennen zum Gesamtsieger über 3.000 Meter Hindernis – als erster Europäer überhaupt in der 15-jährigen Geschichte dieser Serie.

Ruppert spielt seine Taktik perfekt aus

Der 28-Jährige aus Tübingen zeigte von Beginn an Köpfchen. Statt kopflos nach vorne zu stürmen, hielt er sich geschickt zurück, immer in Reichweite der Spitze. Seine Strategie erklärte er später so gegenüber dem DLV: "Ich wollte nicht der Erste hinter den Pacemakern sein. Das ist dann nämlich derjenige, der sich zerreißt, wenn die Tempomacher rausgehen."

Es war zunächst der Kenianer Edmund Serem, der das Feld anführte. Doch 600 Meter vor Schluss packte Ruppert seinen Turbo aus. Serem versuchte noch einmal zu kontern, besonders nach dem letzten Wassergraben, doch Ruppert hatte seine Karten clever ausgespielt. Mit einem unwiderstehlichen Endspurt lief er nach 8:09,02 Minuten als Sieger über die Ziellinie – die zweitschnellste Zeit seiner Karriere. "Ich war mir auf den letzten 200 Metern sicher, dass ich das Ding gewinne", meinte der glückliche Sieger und fügte hinzu: "Diamond-League-Gesamtsieger, das hört sich fantastisch an!"

Abdilaahi kratzt am Podium

Auch Mohamed Abdilaahi hatte einen glänzenden Auftritt für das DLV-Team. Über 3.000 Meter steigerte er sich auf eine persönliche Bestzeit von 7:37,31 Minuten. Mit einer furiosen Schlussrunde holte er noch mehrere Gegner ein und verpasste das Podest als Vierter nur knapp. Vor ihm landeten Jimmy Gressier (Frankreich), Grant Fisher (USA) und Andreas Almgren (Schweden) – alle drei innerhalb von vier Hundertstelsekunden. Abdilaahi analysierte danach ehrlich: "Hier in dem Feld Vierter zu werden, das ist schon stark. Ich habe ein bisschen zu viel Respekt gehabt und war zwischendurch nicht gut positioniert." Gleichzeitig betonte er: "Ich habe mega viel Selbstbewusstsein für Tokio getankt."

Farken überzeugt mit zweitschnellster Zeit

Robert Farken zeigte über 1.500 Meter ebenfalls eine Top-Leistung. In einem Rennen auf höchstem Niveau lief er mit 3:31,30 Minuten die zweitschnellste Zeit seiner Karriere und belegte Platz neun. Den Sieg schnappte sich der erst 20-jährige Niederländer Niels Laros, der in 3:29,20 Minuten sogar einen Landesrekord aufstellte. Für Farken ein weiteres Indiz, dass seine Formkurve rechtzeitig vor den kommenden Großereignissen stimmt.

Krause im Pacemaker-Einsatz, Meyer mit durchwachsenem Rennen

Das Frauenrennen über die Hindernisse brachte ebenfalls deutsche Beteiligung. Gesa Krause kehrte als Tempomacherin zurück und bewies, dass sie nach längerer Pause wieder bereit ist, bei der WM eine starke Rolle zu spielen. Lea Meyer hingegen erwischte keinen optimalen Tag und musste sich in 9:26,08 Minuten mit Rang acht zufriedengeben. Der Sieg ging klar an die Kenianerin Faith Cherotich, die in 8:57,24 Minuten das Feld dominierte.

Internationale Highlights in Zürich

Natürlich war die Diamond League Zürich nicht nur aus deutscher Sicht ein Fest. Der kenianische Olympiasieger Emmanuel Wanyonyi triumphierte über 800 Meter und sicherte sich bereits zum dritten Mal in Serie den Titel. Der Niederländer Laros setzte über 1.500 Meter mit seinem Rekordlauf ein dickes Ausrufezeichen. Und Jimmy Gressier feierte über 3.000 Meter einen Sieg im Fotofinish – nur Hundertstel trennten ihn von Fisher und Almgren.

Doch im Mittelpunkt dieses Abends bleibt der Triumph von Frederik Ruppert. Sein historischer Erfolg zeigt: Auch auf den klassischen Langstrecken können deutsche Athleten ganz vorne mitmischen. Und Zürich hat einen neuen Helden gesehen – einen, der sich den Titel nicht nur erkämpft, sondern clever erdacht hat.

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