Ein sportliches Großereignis, das längst hätte stehen müssen, wurde kurzerhand abgesagt – und das mit einem Maß an Planlosigkeit, das selbst eingefleischte Fans nur mit Kopfschütteln zurücklässt.
World Athletics hat offiziell bekannt gegeben, dass die Straßenlauf-Weltmeisterschaften 2025 nicht stattfinden werden. Und das nicht etwa aus höherer Gewalt – sondern wegen organisatorischem Versagen.
Ein Rückzug ohne Ersatz
Nachdem bereits im letzten Monat die Entscheidung gefallen war, den ursprünglich vorgesehenen Austragungsort San Diego fallen zu lassen, suchte man bei World Athletics hektisch nach Alternativen. Mehrere potenzielle Gastgeber sollen laut Verband „großes Potenzial“ gezeigt haben. Doch am Ende blieb alles nur heiße Luft.
„Einige dieser Gespräche werden für zukünftige Austragungen fortgesetzt“, heißt es von offizieller Seite – eine Formulierung, die nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass man schlichtweg zu spät dran war. Denn letztlich wurde kein Ersatz gefunden, da die Vorbereitungszeit für eine Veranstaltung dieser Größenordnung – mit sowohl Eliteläufen als auch Massenrennen – schlicht nicht mehr ausreichte.
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Ein Imageschaden für den Verband
Dass ein globaler Sportverband ein solch renommiertes Event ersatzlos streicht, wirft kein gutes Licht auf die Verantwortlichen. Vielmehr wirkt es wie ein organisatorisches Desaster – eines, das man mit besserem Zeitmanagement und vorausschauender Planung hätte vermeiden können.
„Aufgrund mangelnder Planungs- und Vorbereitungszeit wurde entschieden, die Meisterschaft in diesem Jahr nicht neu zu vergeben“, lautet die offizielle Begründung. Übersetzt heißt das: Man hat es nicht geschafft, rechtzeitig einen funktionierenden Plan B aufzustellen.
Der Blick nach vorn – oder lieber weg?
Statt einer Lösung für 2025 verlagert man nun die Aufmerksamkeit auf das Jahr 2026. In Kopenhagen sollen die nächsten Weltmeisterschaften vom 19. bis 20. September stattfinden – ein Trostpflaster für die Athleten, das den jetzigen Imageschaden kaum ausgleicht.
Immerhin: Bereits 100.000 Interessierte haben sich um die 35.000 Startplätze im Halbmarathon beworben. Für Kurzentschlossene gibt es noch Hoffnung auf einen Platz beim Meilen- oder 5km-Lauf – nähere Infos liefert die Veranstaltungswebseite.
Doch der bittere Beigeschmack bleibt: Eine Weltmeisterschaft einfach sang- und klanglos abzusagen, ist nicht nur enttäuschend. Es ist doch auch etwas peinlich.

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