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Sebastian Coe (C) Zürich 2014 / Urs JaudasSebastian Coe war schon viel in seinem Leben: Star der Mittelstrecken. Parlamentarier. Chairman der grandiosen Olympischen Spiele 2012.

Heute ist der 57-Jährige IAAF-Vizepräsident, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Großbritannien – und Gast an den Europameisterschaften in Zürich.

"Zürich ist meine spirituelle Heimat", sagt Lord Sebastian Coe. Im Letzigrund stellte die lebende Legende zwei Weltrekorde auf – 1979 über 1500 m und 1981 über die Meile. "Meine Leidenschaft gehört immer noch der Leichtathletik." Doch nicht nur ihretwegen kehrt Coe immer wieder nach Zürich zurück. Er tut dies auch aus rein privaten Gründen. Weil ihm die Stadt – unter anderem wegen der vielen Galerien – einfach ausgezeichnet gefällt.

Als 1954 in Bern erstmals Leichtathletik-Europameisterschaften in der Schweiz stattfanden, gehörte Roger Bannister zu den Topstars. Coe war damals zwar noch nicht einmal geboren. Aber Bannister wurde für ihn später zum großen Vorbild. "Er hat jeden Athleten meiner Generation inspiriert. Wäre nicht er es gewesen, der die Meile als erster Mensch unter vier Minuten zurücklegte, dann wohl ein Australier. Was für uns Briten schwer zu ertragen gewesen wäre."

Coe weiter: "Ohne Roger wäre die Geschichte der Meile nicht derart britisch geprägt. Ich sage immer, er sei der Senior Partner im Kreis der großen britischen Läufer. Zu ihm schauen alle anderen auf." Für Coe war es deshalb etwas ganz Besonderes, dass er den Weltrekord über die Meile 1979 in Oslo ausgerechnet am 25. Jahrestag von Bannisters Pionierleistung an sich reißen konnte.

Doch Coe möchte nicht nur in Erinnerungen schwelgen. Sondern auch an die Zukunft denken. "Wir müssen wieder mehr junge Menschen dazu bringen, Leichtathletik zu lieben. Das ist die große Herausforderung." Dafür brauche es sowohl grosse Meisterschaften als auch große Eintages-Meetings. "Meisterschaftsrennen sind intellektuell anspruchsvoller. Ich habe festgestellt, dass viele Athleten Schwierigkeiten haben, wenn sie ohne Tempomacher auskommen müssen."

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Doch ob Titelkämpfe oder Meetings – was "seine" Sportart vor allen anderen Reformen brauche, seien mehr Duelle der Besten. "Meine Söhne stehen mitten in der Nacht auf, um Federer gegen Nadal zu sehen oder wie sich Vettel und Hamilton bekämpfen. Das ist doch das Salz in der Suppe."

Foto (C) Zürich 2014 / Urs Jaudas


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