European Running Championships
European Running Championships (Foto: David Pintens photography)
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Halbmarathon-EM: Gressier stürmt zum Titel | Belgische Festspiele

Der Franzose Jimmy Gressier sicherte sich am Samstag (12. April) die Goldmedaille im Halbmarathon der Männer bei den European Running Championships – und das in einer Machtdemonstration.

Mit einer Zeit von 59:45 Minuten lief er nicht nur zu persönlicher Bestzeit, sondern stellte auch einen neuen Meisterschaftsrekord auf. Zuvor hatte es den Halbmarathon allerdings nur im Rahmen der Leichtathletik-EM 2016 in Amsterdam und 2024 in Rom gegeben.

Von Beginn an kompromisslos

Gressier setzte vom Startschuss an ein Zeichen und übernahm sofort die Führung. Bereits nach einem Kilometer hatte sich eine Spitzengruppe mit Awet Nftalem Kibrab (Norwegen), Efrem Gidey (Irland) und seinem Landsmann Valentin Gondouin vom Hauptfeld abgesetzt.

Nach 2 Kilometern fiel Gondouin zurück. Bei Kilometer 3 attackierte Gressier am Anstieg und riss ein kleines Loch – doch Gidey und Kibrab konterten auf der Bergabpassage. Dennoch war klar: Das Tempo war mörderisch.

Bei 5 Kilometern zeigte die Uhr 13:52 Minuten – da hatte Gidey bereits Mühe zu folgen. Wenig später musste auch Kibrab abreißen lassen. Gressier lief nun allein an der Spitze, getragen von einer lautstarken Zuschauermenge entlang der Strecke.

Zur 10-Kilometer-Marke lag Gressier mit 27:50 Minuten deutlich unter Europarekordtempo. "Ich liebe es, alleine zu laufen. Ich fühle mich frei dabei", erklärte er später. Doch der Kampf gegen die Uhr forderte seinen Tribut – die nächsten 5 Kilometer absolvierte er in 14:27 Minuten, knapp über dem Rekordtempo.

Er erreichte das Ziel nach 59:45 Minuten, eine Sekunde schneller als seine bisherige Bestzeit – und riss jubelnd die Arme hoch.

Starker Schlussspurt bringt Bronze

Kibrab sicherte sich in 61:08 Minuten die Silbermedaille. Dahinter entbrannte ein packender Kampf um Bronze. Bei Kilometer 18 hatte sich Gondouin wieder an Gidey herangekämpft. Bis auf die Zielgerade blieben sie Seite an Seite – dort setzte sich Gondouin mit einem starken Finish durch (61:54 Minuten).

"Ich bin sehr glücklich, weil es mein erster Titel als Senior ist", sagte Gressier im Ziel. "Ich liebe den Halbmarathon – ich bin sehr, sehr glücklich."

Österreichs einziger Vertreter bei dieser EM, Timo Hinterndorfer belegte nach 1:03:36 Stunden den guten 18. Platz.

Team-Gold für Frankreich

Dank eines 15. Platzes von Bastien Augusto sicherte sich Frankreich auch den Titel in der Teamwertung vor Spanien. Jorge Blanco, Carlos Mayo und Javier Guerra belegten geschlossen die Plätze 7 bis 9. Bronze ging an Italien, angeführt von Yohanes Chiappinelli (5.), Ahmed Ouhda (14.) und Xavier Chevrier (17.).


Belgisches Märchen: Herbiet und Thomas feiern Doppelsieg

Bei den Frauen sorgten die Gastgeberinnen für einen historischen Moment: Chloé Herbiet und Juliette Thomas liefen beim Halbmarathon der Frauen in Leuven zu Gold und Silber – angetrieben von frenetischen Fans.

Von Beginn an gingen die beiden Belgierinnen mutig an die Spitze, gemeinsam mit der niederländischen Favoritin Diane van Es und Deutschlands Esther Pfeiffer. Die Vierergruppe passierte 5km nach 16:40 Minuten, deutlich vor dem Rest.

Pfeiffer musste bald abreißen lassen, während das Führungstrio bei 10km (33:16 Minuten) noch eng zusammen blieb. Wenig später stieg Pfeiffer aus. Bei 15km (50:26 Minuten) führte Meritxell Soler die Verfolgerinnen an, doch die Medaillen waren vorerst vergeben.

Das große Laufbuch der Trainingspläne

Herbiet setzt den entscheidenden Impuls

Bei Kilometer 18 attackierte Herbiet – und das Publikum tobte. Ihre starke Form aus dem Frühjahr zahlte sich aus. Thomas heftete sich an ihre Fersen, während van Es mehr und mehr zu kämpfen hatte. Nach 20km lag Herbiet mit 67:05 Minuten vorne, neun Sekunden vor Thomas. Van Es lief zu dem Zeitpunkt sicher auf Bronze – doch sie kam im letzten Kilometer völlig zum Stillstand.

Das eröffnete der Italienerin Sara Nestola die Chance – sie nutzte sie mit einem Schlussspurt und schnappte sich Bronze in 71:26 Minuten, zwei Sekunden vor Soler. Herbiet gewann in 70:43 Minuten, Thomas folgte in 70:57 Minuten – ein Moment für die belgischen Geschichtsbücher.

Emotionen und Team-Gold

"Ich kann es kaum glauben. Ich habe hart gearbeitet und heute gezeigt, dass ich das Talent habe. Ich bin stolz auf mich", sagte Herbiet unter Tränen. "Das Publikum hat mir Flügel verliehen." Thomas ergänzte: "Als Chloé attackierte, musste ich abreißen lassen. Ich habe alles gegeben, aber war bis zur Zielgeraden nervös. Jetzt bin ich einfach nur glücklich." Die Überraschungsdritte Nestola sagte: "Ich hätte nie gedacht, dass ich auf dem Podium lande. Aber meine Ausdauer hat mir geholfen. Es war pure Adrenalin im Ziel."

Mit Platz 14 von Victoria Warpy holte Belgien auch den Teamtitel. Silber ging an Italien (mit Rebecca Lonedo und Nicole Svetlana Reina), Bronze an Spanien (Maria Jose Perez und Ikram Rharsalla).

Ergebnisse: Halbmarathon-EM 2025 Männer

RangNameZeit
1 GRESSIER Jimmy 00:59:45
2 KIBRAB Awet Nftalem 01:01:08
3 GONDOUIN Valentin 01:01:54
4 GIDEY Efrem 01:01:55
5 CHIAPPINELLI Yohanes 01:02:11
6 DEBOGNIES Simon 01:02:27
7 BLANCO Jorge 01:02:29
8 MAYO Carlos 01:02:30
9 GUERRA Javier 01:02:31
10 CHALA Ebba Tulu 01:02:34
11 VAN HOOREN Bas 01:02:46
12 GONZALEZ Jorge 01:02:52
13 HASSAOUS Nassim 01:02:52
14 OUHDA Ahmed 01:02:58
15 AUGUSTO Bastien 01:02:58
16 MONTOYA Raphael 01:03:16
17 CHEVRIER Xavier 01:03:33
18 HINTERNDORFER Timo 01:03:36
19 SELVAROLO Pasquale 01:04:02
20 SÁNCHEZ Pablo 01:04:11
21 PAQUET Amaury 01:04:34
22 NYZHNYK Mykola 01:04:42
23 PEREIRA André 01:04:46
24 OLIVEIRA Luís 01:04:47
25 SCHYNS Nicolas 01:04:47
26 BIERINCKX Vincent 01:04:48
27 JOHNSEN Mikael 01:04:53
28 MARQUES Miguel 01:04:57
29 COLLARD Arnaud 01:05:07
30 ALKANOĞLU Ahmet 01:05:07
31 SLOTH Jens 01:05:08
32 CSERE Gáspár 01:06:29
33 ŠUMSKIS Edgars 01:06:45
34 MALINA Dawid 01:06:56
35 MONDAZZI Alberto 01:07:38
36 EMEKTAR Murat 01:07:43
37 CASSAR Dillon 01:07:45
38 LOMB Ádám 01:07:51
39 SIURIS Ivan 01:07:55
40 TEKAL Ersin 01:08:09
41 LOPES Rafael 01:08:13
42 TOFI Giorgos 01:08:18
43 TARASEVIČIUS Lukas 01:08:42
44 DRAČAR Ivan 01:08:50
45 KARAISKOS Panagiotis 01:08:55
46 SAKÉ Nicolaï 01:09:43
47 MEDVED Jakob 01:10:56
48 ZAJÍC Martin 01:16:17
49 KËLLEZI Ilir 01:18:53
50 AGOSTINI Michele 01:19:48
51 MAMUSHA Tirron 01:25:03

Ergebnisse: Halbmarathon-EM 2025 Frauen

RangNameZeit
1 HERBIET Chloé 01:10:43
2 THOMAS Juliette 01:10:57
3 NESTOLA Sara 01:11:26
4 SOLER Meritxell 01:11:39
5 MAZURENKO Mariia 01:11:51
6 SANTOS Susana 01:12:03
7 LONEDO Rebecca 01:12:43
8 NYZHNYK Olga 01:12:45
9 YILDIRIM Bahar 01:12:51
10 PÉREZ María José 01:12:52
11 ŠAJN Liza 01:12:53
12 ALLIER Mélanie 01:13:05
13 ÇETO Nursena 01:13:09
14 WARPY Victoria 01:13:19
15 SAAPUNKI Susanna 01:13:20
16 IRWIN Hannah 01:13:54
17 REINA Nicole Svetlana 01:14:11
18 MARTINHO Carla 01:14:27
19 RHARSALLA Ikram 01:14:35
20 EROL Sümeyye 01:14:38
21 GRUPPEN Jacelyn 01:14:51
22 FONSECA Rafaela 01:14:58
23 BIHAIN Amelie 01:15:05
24 NINEVA Marinela 01:15:07
25 KRISTENSEN Sara Schou 01:15:22
26 MCGLYNN Ann-Marie 01:15:53
27 WÅGAN Maria Sagnes 01:15:54
28 ARRO Liis-Grete 01:16:33
29 ŽŪSINAITĖ-NEKRIOŠIENĖ Vaida 01:16:38
30 KIRILIUK Lina 01:17:11
31 MILLENAAR Carolien 01:17:13
32 DENIS Jolien 01:17:46
33 MATHIJS Malejeva 01:19:01
34 CERNAT Ecaterina 01:19:09
35 KRISTJÁNSDÓTTIR Sigþóra Brynja 01:20:14
36 OMAROVA Daryna 01:21:57
37 WOLTER Anny 01:23:08
38 IOANNOU Eleni 01:23:15
39 STRAUSA Agata 01:26:39
40 RAMADANI Qendresa 01:39:38

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